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Der Student Karl Marx – eine Erinnerung zum 200. Geburtstag

Die SLUB besitzt nicht nur die Erstausgabe des „Kapitals“ – heute schon eine Seltenheit –, sondern auch einen frühen Eintrag des Studenten Karl Marx in einer der Vorlesungslisten der Universität Bonn.

Der am 5. Mai 1818 geborene Trierer Anwaltssohn studierte seit 1835 Jura und hörte dabei auch Vorlesungen berühmter Professoren anderer Fächer. So schrieb sich der 17-Jährige auch zu Vorlesungen August Wilhelm Schlegels (1767-1845) ein, über „einige Homerische Fragen. Donnerstags 6-7 Uhr“; man findet ihn unter Nr. 6 als Karl Heinrich Marx aus Trier. Im Dresdner Nachlass des berühmten Romantikers werden nicht nur die Manuskripte seiner Shakespeare-Übersetzungen oder seiner vielbesuchten Vorlesungen in Berlin, Wien und Bonn aufbewahrt, sondern eben auch die Einschreibungslisten, in denen sich weitere prominente Namen wie „Harry Heine“, Eichendorf, Brockhaus oder Hoffmann von Fallersleben finden lassen. Die umfangreiche europäische Korrespondenz Schlegels wird mit Förderung der DFG durch die SLUB und die Universitäten Marburg und Trier als digitale Edition veröffentlicht. Die noch umfangreichere Korrespondenz von Marx ist großenteils noch unpubliziert.

Wie A.W. Schlegel war auch Karl Marx ein hochgebildeter Europäer: beide lebten zeitweilig im Exil und korrespondierten mit der ganzen Welt. Zwei Gelehrte, die allerdings unterschiedlicher kaum sein konnten: Der bourgeoise Professor in Bonn, der als Mäzen den Nachwuchs förderte, und der politische Autor Karl Marx, der bis zu seinem Tod in London 1883 auf finanzielle Förderung angewiesen blieb.

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