Rootline

  1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog
  3. Article

SLUBlog

Permalink

Kernzerfall und Antimaterie im Open Access: 4000ste TU-Dissertation auf Qucosa

Qucosa, der Name steht für "Quality Content of Saxony" und bezeichnet unser Open Access-Repositorium. Kürzlich wurde im Bereich der TU Dresden die 4000ste Dissertation veröffentlicht, sie ist am Institut für Kern- und Teilchenphysik entstanden. Die Autorin hat uns kurz erläutert, womit sich ihre Forschung beschäftigt und warum sie sich entschlossen hat, ihre Ergebnisse frei zugänglich zu publizieren.

Qucosa ist Teil der internationalen Open Access Bewegung. Wie diese Bewegung, so wächst auch Qucosa weiter! Ein spezieller Qucosa-Bereich steht als institutionelles Repositorium der TU Dresden deren Angehörigen zur Verfügung. 2016 haben wir uns über die 3000ste Dissertation im Open Access gefreut, jetzt sind 1000 weitere hinzugekommen. Die fragliche Marke wurde kürzlich durch die Einreichung der Arbeit von Birgit Zatschler geknackt: "Attenuation of the scintillation light in liquid argon and investigation of the double beta decay of 76Ge into excited states of 76Se in the Gerda experiment". Sie ist am Institut für Kern- und Teilchenphysik entstanden und damit eine von ca. 1400 abgeschlossenen Promotionen an der TU Dresden seit 2012 im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften. Ende letzter Woche wurde sie veröffentlicht. Wir haben Frau Zatschler gratuliert und sie gebeten, ihr Thema für Laien zu umreißen:

"Ich war an einem großen Experiment beteiligt, dass nach einem sehr seltenen Kernzerfall sucht um festzustellen, ob Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen sind. Die Existenz dieses Zerfalls spielt eine Schlüsselrolle in einigen Theorien, die die Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie in unserem Universum erklären könnten. Mit meiner Dissertation habe ich dazu beigetragen, das Untergrundveto des Experiments besser zu charakterisieren und theoretische Modelle zur Vorhersage des gesuchten Zerfalls mit unseren experimentellen Daten weiter einzuschränken."

Das war nicht unbedingt allgemein verständlich, aber auf jeden Fall sehr beeindruckend und genügt für eine grobe Vorstellung. Sie haben sich für diesen Weg der Veröffentlichung entschieden. Warum? Verbinden Sie mit dem Thema Open Access ein persönliches Anliegen?

"Im Zeitalter der digitalen Welt finde ich es wichtig, Ressourcen zu schonen und auf Druckexemplare zu verzichten. Bei der Veröffentlichung auf Qucosa vermindert sich die Anzahl der gedruckten Pflichtexemplare der Dissertation, die von der SLUB für die Fakultät Physik gefordert werden. Meiner Ansicht nach sollten Wissen und Bildung jedem zugänglich und kostenlos sein. Daher möchte ich natürlich auch meine Dissertation open access veröffentlichen."

Es freut uns, dass Sie sich für diesen Weg der Veröffentlichung entschieden haben. Wir wünschen Ihnen Alles Gute für Ihre Zukunft und Ihre weitere wissenschaftliche Laufbahn! Möchten Sie uns etwas über Ihre Pläne verraten?

"Ich habe eine Post-doc Stelle bei einem neuen Projekt angenommen und werde mich in Zukunft mit der Suche nach dunkler Materie beschäftigen."

Danke dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, auf unsere Fragen zu antworten. Natürlich wüssten wir gern noch viel mehr darüber, vor allem über dunkle Materie - wir hoffen Sie werden fündig und bleiben den Idealen von Open Science und Open Access treu, dann hören wir vielleicht wieder von Ihnen!? 

Veröffentlichung von Dissertationen: So funktioniert's

Der Veröffentlichungsweg ist abhängig von der entsprechenden Promotionsordnung. Es gibt bis zu drei Möglichkeiten: Zum einen kann die Dissertationsschrift in gedruckter Form abgegeben werden. Dieser Weg wird vorrangig noch im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften genutzt. Weiter gibt es die Variante einer Verlagsveröffentlichung und als dritte Möglichkeit kommt die elektronische Veröffentlichung auf Qucosa in Betracht. 

Für alle Veröffentlichungswege stehen Ihnen die Mitarbeiter:innen unserer Hochschulschriftenstelle mit Rat und Tat zur Seite. Bei Fragen sprechen Sie uns gern an!

Bei der Abgabe der elektronischen Veröffentlichung sind formale Voraussetzungen zu beachten. Für die Langzeitarchivierung auf Qucosa benötigen die PDF-Dateien zwingend eine PDF/A-Spezifikation. Die Dateien entsprechend zu konvertieren ist oftmals eine Herausforderung. Auch hier können wir Sie unterstützen. Ganz neu zu empfehlen ist dafür unser SLUB-Validator: Testen Sie selbst die Validität Ihrer Datei!

Zunehmend werden kumulative Dissertation abgegeben. Diese auf Publikationen basierende Schriften benötigen eine zusätzliche Rechteprüfung.  Die Verlage räumen oftmals für Dissertationen gesonderte Veröffentlichungsrechte ein, die vor der Veröffentlichung auf Qucosa geklärt werden müssen. Auch dabei unterstützen wir Sie! Die Open Access Veröffentlichung, nicht nur von Dissertationen, wollen wir weiter fördern und arbeiten ständig an der Verbesserung der technischen Angebote, um den Veröffentlichungsprozess weiter zu erleichtern. 

Derzeit befinden sich auch einige Promotionsordnungen in der Überarbeitung. Auch hier ist der Wandel und eine Tendenz zu erkennen, beispielsweise werden an der Fakultät Informatik (Promotionsordnung wird aktuell überarbeitet) nur noch Open Access Veröffentlichungen zugelassen. 

0 Comment(s)

Kommentar

Kontakt

Kommentar

Absenden