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Sachsen at Work – Dokumente zur sächsischen Industriegeschichte in der SLUB transkribieren

Jeder ist willkommen: Ein Transcribathon ist ein Crowdsourcing-Projekt zum Transkribieren historischer Dokumente. Die Idee dahinter: Quellen besser nutzbar machen. Am 30. Oktober nehmen wir uns in der SLUB gemeinsam einige handschriftliche Dokumente zum Steinkohlenbergbau im Plauen'schen Grund bei Dresden aus den 1820er Jahren vor.

Ob Eisenbahn, Automobilwerk, Tabakfabrik oder Spinnerei – die Industriegeschichte in Sachsen hat viele Facetten. 2020 feiern wir 500 Jahre sächsische Industriekultur. Alle sind dazu aufgerufen, diese Geschichte auch digital zu dokumentieren. Das Projekt „Sachsen at Work. Digitale Industriekultur“ bietet die Möglichkeit, sie anhand von historischen Dokumenten aus Museen, Archiven und Bibliotheken online zu erschließen – am 30. Oktober 2020 auch in der SLUB!

Historische Dokumente online nutzbar zu machen, ist eines der Ziele der Plattform Europeana. Das Tool „Transcribathon“ ermöglicht dabei die Beschreibung, Annotation, Transkription und Geo-Referenzierung von Quellen, um den Zugang für andere zu erleichtern. Gerade in Zeiten von Covid-19 kann man das allein vorm heimischen Computer machen, aber zusammen macht’s mehr Spaß! Gemeinsam mit Facts & Files und mit Unterstützung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen laden wir daher am 30. Oktober zum „Transcribathon“ in die SLUB ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – max. fünf Personen pro Raum mit dem nötigen Abstand – werden handschriftliche Dokumente, Briefe oder Tagebücher aus der sächsischen Wirtschafts- und Industriegeschichte des 16. bis 20. Jahrhunderts bearbeiten und um die Wette transkribieren, wobei die Teilnahme natürlich auch online möglich ist.

Besonders intensiv wollen wir uns mit historischen Quellen befassen, die einem der zentralen Rohstoffe des Industrialisierungszeitalters gewidmet sind: der Kohle. Im Plauen'schen Grund bei Dresden wurde seit dem 18. Jahrhundert Steinkohle abgebaut. In der Folge entstanden hier u. a. die erste deutsche Glashütte, in der Steinkohle verfeuert wurde (1818), die erste sächsische Dampfkesselfabrik (1829) oder der erste Kokshochofen Sachsens (1840/41). In der Sammlung "Bergmännische Specimina" haben sich in der Universitätsbibliothek Freiberg einige zeitgenössische Berichte über den hiesigen Kohlenbergbau erhalten, die wir gemeinsam bearbeiten wollen: die "Bemerkungen über den Kohlenbergbau im Plauenschen Grunde bey Dresden" von 1823, eine "Beschreibung des Koenigl. Kohlenwerkes im Plauenschen Grunde bei Dresden" von 1825, die "Bemerkungen auf einer bergmännischen Reise nach dem plauenschen Grunde bei Dresden" von 1829/30 oder eine weitere Beschreibung des Königlichen Steinkohlenwerkes von 1829. Die Quellen wurden im Rahmen des an der SLUB koordinierten Landesdigitalisierungsprogrammes des Freistaates Sachsen digitalisiert und stehen nun frei für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Reisen wie die hier dokumentierten waren seit jeher ein wichtiges Bildungsinstrument, auch und gerade in den Industrialisierungsprozessen des späten 18. und des 19. Jahrhunderts, und damit im Zeitalter der technischen Bildung. Diese und andere Entwicklungen stellen wir an der SLUB aktuell im Rahmen unserer Ausstellung „,Dem Ingenieur ist nichts zu schwer‘. Industrialisierung und technische Bildung in Sachsen“ dar, wo wir uns natürlich auch dem Bergbau widmen. Die Bearbeitung der historischen Quellen bei „Sachsen at Work“ bietet so auch die Möglichkeit, neue Facetten zu dieser Geschichte beizutragen. Machen Sie mit!

Freitag, 30. Oktober 2020, 10:30 Uhr - 17:00 Uhr

Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18

Talleyrand-Zimmer (Auftakt) und Gruppen-Arbeitsräume, Anmeldung zum Transcribathon unter www.slub-dresden.de/service/veranstaltungen/details/veranstaltung/show/24925/

Wer nur online teilnehmen möchte, meldet sich bitte bei team@transcribathon.eu.

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