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SLUB-Lieblingsstücke: Das fast perfekte Digitalisat

Unsere digitalen Angebote laden in diesen Tagen zum Stöbern ein. Aber wo fängt man bei der schier unendlichen Fülle an? Eine Möglichkeit, sich zu nähern: Unsere Kolleg*innen haben ihre (digital verfügbaren) #SLUBLieblingsstücke herausgesucht, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen! Den Anfang macht heute das fast perfekte Digitalisat.

Der furnembsten, notwendigsten, der gantzen Architectur angehoerigen Mathematischen und Mechanischen kuenst eygentlicher bericht und vast klare, verstendliche unterrichtung

Uff! Ihr denkt, euer Titel für die Masterarbeit ist sperrig? Dann schaut euch mal dieses Buch von Walther Hermann Ryff aus dem Jahr 1547 an.

Ausgesucht hat es unser Kollege aus der IT-Abteilung, Sebastian Meyer. Er arbeitet seit 2007 an der SLUB zu den Themen Digitale Bibliothek, Open Source und Standardisierung. Begonnen hat er als Projektmitarbeiter mit der Entwicklung der Software hinter unseren Digitalen Sammlungen, später übernahm er dann die Führung des IT-Referats Digitale Bibliothek und heute ist er als Stabsstelle für die strategische Entwicklung unserer IT-Dienste mitverantwortlich. In all den Jahren ist er jedoch stets der Softwareentwicklung treu geblieben und programmiert bis heute freie und quelloffene Software.

Doch was fasziniert einen Softwareentwickler an einem solchen Werk über Architektur und Mechanik?

„Dieses Digitalisat begleitet mich seit den ersten Tagen der Entwicklung unserer Digitalen Sammlungen. Ich habe es immer wieder als Beispiel für den Test neuer Funktionen – beispielsweise die Zoom- oder Rotationsfunktionen oder die Seitenvorschau – als besonders schöne Anschauung während Vorträgen und als Screenshot zur Bebilderung von Artikeln über Kitodo verwendet.“

Das Buch weist nämlich in technischer Hinsicht viele spannende Merkmale auf, die es für den Digitalisierungsspezialisten zu einer wahren Fundgrube für seine Arbeit machen:

„Mit 694 Seiten ist es recht umfangreich, es wurde mit einem ausführlichen Inhaltsverzeichnis und zahlreichen Metadaten auf allen Ebenen außergewöhnlich tief erschlossen, die Seitenzählung ist unregelmäßig und erfolgt mit römischen Ziffern, es beinhaltet etliche ganzseitige, farbige Abbildungen und mathematische Skizzen, stellenweise enthält es querstehenden Text und interessante Papierstrukturen wie Falten und Knicke.“

Die Herausforderungen bei der Präsentation eines so vielfältigen Objekts bestehen für Sebastian Meyer darin,

„dass jede*n Betrachter*in andere Aspekte des Werks interessieren: Der eine möchte die äußere Form wie etwa die Beschaffenheit des verzierten Ledereinbands oder die Papierstruktur studieren, die andere dagegen lieber den Inhalt aus gedrucktem Text und zahlreichen farbigen Abbildungen. Die Präsentation muss all diese unterschiedlichen Interessen gleichermaßen bedienen und die dafür notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellen. Trotzdem muss die Präsentation natürlich möglichst benutzerfreundlich sein.“

Doch nicht nur Sebastian Meyers messerscharfe Beobachtungen am Buch selbst und die Tücken bei seiner Präsentation machen es so spannend – und es letztendlich auch als Digitalisat so extrem wichtig. Denn Ryffs Werk war mit Sicherheit auch ein Motor der Renaissancebaukunst nördlich der Alpen: Zusammen mit dem „Vitruvius Teutsch“ trug seine „Architectur“ maßgeblich zur Verbreitung der antiken Architekturtheorie bei, auf die sich die Renaissancebaumeister schließlich beriefen.

Also alles in allem das perfekte Digitalisat?

„Dazu fehlt mir eigentlich nur noch die Volltexterkennung – eine Herausforderung, der wir uns aber auch gerne stellen!“

Ihr habt auch ein Lieblingsstück? Dann teilt es mit uns - wir freuen uns auf eure Anregungen in den Kommentaren!

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