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Darf’s ein bisschen mehr Struktur sein?

Wir haben aufgeräumt in den digitalen Sammlungen! Damit unsere Bestände noch besser recherchierbar sind, haben wir in den vergangenen Wochen die Kollektion Saxonica sowie die Drucke des 16. Jahrhunderts mit mehr als 16 000 Strukturelementen angereichert und dadurch mehr Übersichtlichkeit geschaffen. Marie Kondo kann stolz auf uns sein.

Aber anders als bei der japanischen Aufräum-Ikone haben wir uns nicht etwa von Abertausenden Dokumenten und Dateien getrennt – ganz im Gegenteil, wir haben unsere bestehenden Digitalisate sogar noch aufgefüllt. Und mehr Inhalt soll besser sein? Aber hallo!

Stellen wir uns vor, wir haben einen mächtigen Sammelband aus der Saxonica Kollektion vor uns und suchen eine Information aus genau einem Kapitel. Nichts leichter als das, dann schaue ich doch einfach schnell im Inhaltsverzeichnis nach. Wie, es gibt kein Inhaltsverzeichnis? Na das kann ja heiter werden … und dauern. Ach kein Problem, das gibt es ja online! Dann suche ich einfach mit STRG+F, das Stichwort wird bestimmt irgendwo auftauchen. Hm, auch das könnte schwierig werden, wenn es sich um digitalisierte Drucke aus dem 16. Jahrhundert ohne automatische Texterkennung handelt. Diese enthalten entweder mitunter (noch) keine detaillierte Übersicht über die Gliederung des Inhalts oder, wenn eine solche Einteilung doch besteht, stimmen die angegebenen Inhaltsseiten ggf. nicht immer mit den Bildseiten überein. Im zeitaufwendigsten Fall heißt das also, mich Schritt für Schritt durch das Dokument zu klicken und dabei zu hoffen, dass die Information, die ich benötige, nicht erst im letzten Abschnitt steht. Aber damit ist jetzt bei zahlreichen Dokumenten Schluss!

Die Schlüssel zum Glück heißen Strukturelemente und Metadaten. Und damit haben wir unsere bestehenden Digitalisate bestückt bzw. erweitert. Die Strukturelemente bilden so etwas wie ein elektronisches Inhaltsverzeichnis. Wo das Dokument vorher quasi als ein einziges Kapitel angezeigt wurde, ist es nun in einzelne Kapitel und deren Einstiegpunkte unterteilt. Das hat den Vorteil, dass ich als Nutzer*in schnell einen Überblick über die Gesamtgliederung des Werkes erhalte und mit einem Klick direkt zur Anfangsseite des gewünschten Abschnittes geführt werde. Und hier kommen die Metadaten ins Spiel: Ohne sie wüsste ich zwar, dass ein Buch untergegliedert ist, aber nicht, wie die einzelnen Teile heißen. Und nicht nur das. Da die Metadaten zusätzlich indexiert werden, verbessert sich dadurch auch die allgemeine Suche in den Digitalen Sammlungen. 

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sehr durch diese Ergänzung die Suche erleichtert wird:

Schauen wir zuerst eines an, das aktuell noch nicht so einfach durchsucht werden kann: Wir benötigen Informationen zu geschichtlichen Begebenheiten der Stadt Chemnitz um 1888/89 aus dem „Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Fabrik- und Handelsstadt Chemnitz auf das Jahr 1888“. Dieser Band liegt digital vor und in der Übersicht sehe ich die Vielzahl an Seiten kachelförmig vor mir. Das ist schon einmal ein guter Anfang. Ich weiß, dass es dort einen Abschnitt mit der Überschrift „Geschichtliches“ geben muss. Um nun an die notwendige Info zu gelangen, muss ich aber einige Hürden nehmen, um zum Ziel zu kommen. Die Publikation enthält gleich mehrere Teile und Jahre. Schaue ich nun im vorhandenen Inhaltsverzeichnis am Anfang des Dokuments nach dem Abschnitt „Geschichtliches“, werde ich nicht fündig. Also klicke ich mich von einer Übersichtsseite zur nächsten bis ich das ersehnte Kapitel letztlich gefunden habe. Gar nicht so einfach bei über tausend Seiten.

Ganz anders verhält es sich hingegen bei Fall Nummer zwei und drei. Im linken Seitenmenü, das im ersten Beispiel ja eher durch seinen Minimalismus auffiel, sind nun alle Kapitel und Einstiege in das Werk chronologisch aufgezeigt. Ich möchte Infos zu den Städtischen Finzanzen der Stadt Freiberg? Kein Problem – ein Klick und ich bin da. Und wenn ich mir so das Inhaltsverzeichnis anschaue, kann ich ja auch noch einen Abstecher in das Kapitel Bauwesen machen. 

Noch mehr Strukturelemente und somit eine detaillierte Übersicht über den Inhalt bietet beispielsweise das Werk „Ordentliche vn[d] Gründtliche beschreibunge, des grossen schiessen, mit dem Stahl oder Armburst, auch anderer kurtzweil mehr so gehalten ist worden, in der löblichen Churfürstlichen Stadt Zwickaw, den 25. Augusti angefangen, vnd wie es ergangen hat“, das aus sehr vielen kleinen Kapiteln besteht, von denen sich oft mehrere auf einer Seite befinden. Dank der verbesserten Struktur ist es nun ein Kinderspiel, z. B. den Abschnitt zum „14. Schuss“ zu finden.

Probieren Sie es aus und recherchieren mithilfe der ergänzten Metadaten und Strukturelemente noch viel effizienter.

PS: Neben den stadtgeschichtlichen Dokumenten gibt es natürlich noch unzählige weitere Themen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Handlungsempfehlung für Lehrer bei ansteckenden Krankheiten aus dem Jahr 1888? Historisch und trotzdem am Puls der Zeit.

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