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SLUBlog

Autor: Achim Bonte

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Günter Gattermann, ein SLUB-Gründungsvater, gestorben

Als 1996 die Sächsische Staatsregierung die Sächsische Landesbibliothek und die Bibliothek der TU Dresden zu einer der größten wissenschaftlichen Bibliotheken der Bundesrepublik zusammenführte, schlug die Geburtsstunde der SLUB, der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Ein Mammutprojekt: Nach dem Errichtungserlass galt es, beide Einrichtungen faktisch zu integrieren, der zunächst durchaus umstrittenen neuen Institution und ihren Mitarbeitenden Orientierung zu geben und, nicht zuletzt, den Neubau der heutigen Zentralbibliothek vorzubereiten. Mit diesen anspruchsvollen Aufgaben beauftragte der damalige Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer den erfahrenen Bibliotheksexperten Professor Günter Gattermann.

 

Gattermann, geboren am 6. Mai 1929 in der Nähe von Wetzlar (Hessen), hatte nach Studium und Promotion seit 1961 die Bibliothek der Bergakademie Clausthal-Zellerfeld und ab 1970 fast ein Vierteljahrhundert die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf geleitet. Auf der Grundlage dieser langjährigen Praxis engagierte er sich nach Eintritt in den Ruhestand 1995 und 1996 für die SLUB. Zunächst führte Günter Gattermann die sogenannte Integrationskommission, anschließend die Bibliothek selbst als ihr kommissarischer Generaldirektor.

 

In der herausfordernden Gründungsphase gelang es Günter Gattermann trotz erheblichen Zeitdrucks und mancher Hindernisse, nötige Weichen zu stellen und dabei auch wertvolle Impulse aus der Belegschaft zu erkennen, aufzunehmen und zu verstärken.

 

Am 21. Dezember 2018 verstarb Günter Gattermann mit 89 Jahren. Wir sind dankbar für sein großes Engagement und werden seiner stets ehrend gedenken.

 

Prof. Dr. Günter Gattermann (rechts) mit den ehemaligen SLUB-Generaldirektoren Prof. Dr. Thomas Bürger (Mitte) und Prof. Jürgen Hering (links)

 

Weiterführende Informationen



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Frisch ausgepackt! Bedeutende Ergänzung der Sammlung Vloemans

Aus der Erbschaft Pietzner konnten wir in der letzten Woche unsere bedeutende Sammlung zur tschechischen Avantgardebuchgestaltung nochmals erheblich erweitern. Über ein Prager Antiquariat waren 163 Bände erhältlich, die den vorhandenen Bestand hervorragend ergänzen und unsere Dokumentation der international beachteten tschechischen klassischen Moderne in Umschlaggestaltung, Typographie und Literatur noch besser machen. Wie auch die Stücke der Sammlung Vloemans befinden sich alle Exemplare in einem sehr gutem Zustand.

 

 

Die hier gezeigten Schnappschüsse mögen einen ersten Eindruck der Sammlungsergänzung geben, die von großer Bedeutung ist.


Im Frühjahr nächsten Jahres werden Objekte aus der Sammlung Vloemans zum Buchmesseschwerpunkt "Tschechien" im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig ausgestellt, außerdem soll ein Ausschnitt der Sammlung auch in Brno gezeigt werden. Relevanz besitzt die Sammlung obendrein für den Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie, wo wir speziell den lange etwas vernachlässigten Bereich "Design und Gebrauchsgraphik" seit einigen Jahren sinnvollerweise größer buchstabieren.

 

   

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Die SLUB als Forschungsbibliothek. Tagungsband zu Illustrierten der Weimarer Republik erschienen

Auch nach bald 100 Jahren bleibt die Kulturgeschichte der 1920er Jahre außergewöhnlich anregend. Speziell in der Weltmetropole Berlin hatte sich eine kulturelle Vielfalt und Vitalität entwickelt, wie sie seit dem gewaltigen Braindrain infolge der NS-Diktatur dort erst in den letzten Jahren wieder annähernd erreicht wird. Ausdruck des Lebensgefühls der Zeit waren unter anderem zahlreiche illustrierte Magazine, die inhaltlich, gestalterisch und drucktechnisch neue Maßstäbe setzten.

 

Im Rahmen unseres fachlichen Schwerpunkts "Kunst, Fotografie, Design" haben wir mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor einigen Jahren wichtige Titel digitalisiert und auf der neuen Plattform "Illustrierte Magazine der Klassischen Moderne" zusammengeführt. Daneben bot eine Ausstellung Gelegenheit, bedeutende Originale und den Kontext ihrer Entstehung kennenzulernen. Als Forum der wissenschaftlichen Forschung gab es außerdem eine Tagung, deren Ergebnisse nun in einem jüngst veröffentlichten, illustrierten Sammelband des Verlags Nomos nachzulesen sind.

 

Digitalisierungsprojekt, Ausstellung und Tagung wären ohne die angenehme Zusammenarbeit mit dem Erfurter Kommunikationswissenschaftler Patrick Rössler nicht möglich gewesen. Freilich beschränkten wir uns in diesem Fall selbst auch nicht etwa nur auf unsere bewährte Rolle als Infrastrukturdienstleister, sondern wirkten mit Kolleginnen des wissenschaftlichen Dienstes unmittelbar an der Forschung mit. Entsprechend zeichnet Katja Leiskau, Fachreferentin für Kunstgeschichte an der SLUB, als Mitherausgeberin des Buches, und ist unsere Germanistik-Fachreferentin Julia Meyer mit einem Beitrag über Mascha Kalékos Beiträge in der Zeitschrift "Querschnitt" beteiligt.

 

Das Beispiel zeigt, dass die SLUB in ausgewählten Bereichen durchaus beides tut: Forschung ermöglichen und Forschung betreiben. Sehen Sie selbst, inwiefern uns das im aktuellen Fall gelungen ist. Der neue Tagungsband wird in Kürze in zwei Exemplaren regalfertig sein.

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Religiöse und politische Werbung am Zelleschen Weg. Eine Klarstellung

In der letzten Zeit sprechen Sie uns relativ regelmäßig darauf an, dass vor der Zentralbibliothek der SLUB am Zelleschen Weg VertreterInnen von Religionsgemeinschaften und politischen Gruppierungen für ihre Anliegen werben. Zuweilen werden dabei auch Bücher und Zeitschriften verschenkt. Der Grund für die Stände vor unserem Haus ist klar: Es gibt kaum einen anderen Ort in der Stadt, der eine höhere Durchgangsfrequenz hat. Auch 2015 verzeichneten wir wieder rund 2,3 Millionen BesucherInnen.

 

Wie unsere eigene Einstellung zu einzelnen Initiativen auch immer sein mag, müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir als SLUB gegen derlei Aktionen ziemlich machtlos sind. Der Bereich des Fußweges vor unserem Gebäude gehört nicht zum Gelände der Bibliothek, sondern zum öffentlichen Verkehrsraum, der vom Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Dresden bewirtschaftet wird. Falls Sie sich von Botschaften oder vom Verhalten von Menschen an den Informationsständen belästigt fühlen, ist dafür das Dresdner Ordnungsamt zuständig.

 

In den Räumen und auf dem Gelände der SLUB selbst werden wir auch künftig unmittelbar das Hausrecht ausüben und darauf achten, dass die Bibliothek auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ihren Auftrag erfüllt und ein offener Ort für alle bleibt.

 

Wir bitten Sie, etwaige Belästigungen und Verdachtsmomente für verfassungsfeindliche Motive der Infostände und Publikationen vor der SLUB bevorzugt den zuständigen Ämtern mitzuteilen. Selbstverständlich können Sie auch uns informieren, damit wir Ihre Beschwerden gegebenenfalls weiterreichen.

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Bibliotheksentwicklung mit EFRE. Sächsischer Landesarbeitskreis der EU-Referentinnen und EU-Referenten in der SLUB

Um die Informationsinfrastruktur in Sachsen zukunftsfähig weiterzuentwickeln, werben die sächsischen wissenschaftlichen Bibliotheken unter Federführung der SLUB erfolgreich Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ein. Auch in der laufenden Förderperiode 2014-2020 wurden bereits vier Projekte mit einem Gesamtvolumen von rd. 5 Mio. EUR positiv begutachtet. Ohne diese Mittel wären viele innovative Entwicklungsziele nicht realisierbar. Die aktuellen Vorhaben betreffen zum Beispiel die Weiterentwicklung des SLUB-Katalogs im Sinne von Linked Open Data, die Öffnung von Qucosa für weitere Medientypen (Fotos, Filme, Töne u.a.) oder den Aufbau einer möglichst umfassenden Materialdatenbank in Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen der TU Dresden (Material Hub).

 

An deutschen Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind EU-Referentinnen und -Referenten die zentrale Kontaktstelle, wenn es um EU-Förderprogramme für Forschung, Entwicklung und Innovation, wie bspw. Horizon 2020, geht. Sie beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den jeweiligen Förderprogrammen und -maßnahmen, um für eine Projektidee die geeignete Finanzierungsmöglichkeit zu finden und unterstützen diese bei der Antragstellung sowie beim administrativen Projektmanagement.

 

Heute trifft sich der Sächsische Landesarbeitskreis der EU-Referentinnen und -Referenten (LAK) im Vortragssaal der SLUB zu seiner nächsten Sitzung zum Informations- und Erfahrungsausstausch zu aktuellen Entwicklungen in der EU-Forschungsförderung und aus dem Europäischen Sozialfonds.

 

Auf der Internetseite des BAK finden Sie u. a. auch Informationen zu den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern auf lokaler oder regionaler Ebene. Herzlich willkommen in der SLUB!