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Autor: Andrea Hammes

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Geburtstagsgeschenk für Richard Wagner – Einzigartige Aufführungsmaterialien zu „Tannhäuser“ und „Meistersinger von Nürnberg“ jetzt digital zugänglich

Herzlichen Glückwunsch, Richard Wagner! Zum 206. Geburtstag des Komponisten am 22. Mai 2019 haben das Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen (LDP) und die Sächsische Staatsoper Dresden allen Wagner-Liebhabern ein besonderes Geschenk vorbereitet: Pünktlich zum Ehrentag werden hochwertige Digitalisate von Aufführungsmaterialien zu Wagner-Opern auf sachsen.digital frei zugänglich gemacht.

 

 

 

Sie bergen über 100 Jahre Interpretationsgeschichte und sind damit eine wertvolle Quelle nicht nur für die musikwissenschaftliche Forschung. Die Präsentation bildet den Auftakt eines groß angelegten Digitalisierungsprojekts, über das zurzeit insgesamt 78 Opernhandschriften aus dem Bestand des Notenarchivs der Staatsoper digitalisiert und erschlossen werden – von Daniel Francois Esprit Auber bis Richard Wagner. Die Materialien ergänzen künftig die in der SLUB Dresden aufbewahrten und bereits digital verfügbaren Dresdner Hofopernbestände mit 1.200 Handschriften zu 650 Opern aus dem Zeitraum 1765–1900 und führen das Opernarchiv virtuell zusammen.

Besondere Highlights der Kooperation zwischen Staatsoper und LDP sind historische Quellen zu Werken von Richard Wagner und Richard Strauss (letztere zugänglich ab 2020), die die besondere Repertoiretradition der Staatskapelle dokumentieren. Im Stimmenmaterial zur Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ (www.slubdd.de/meistersinger) spiegelt sich die reiche Aufführungsgeschichte von 1869 bis in die 1990er Jahre hinein, mit Vorstellungen unter prominenten Dirigenten wie Julius Rietz, Ernst Schuch, Karl Böhm oder Franz Konwitschny. Auch die Gesamtaufnahme des Werks in der Dresdner Lukaskirche unter Herbert von Karajan (24.11.-1.12.1970) ist vermerkt. Teile der Stimmen zu den „Meistersingern“ sind bereits für die Dresdner Erstaufführung am 21. Januar 1869 entstanden, die kurz nach der Münchener Uraufführung (21. Juni 1868) stattfand. Im Januar 2020 wird diese Wagner-Tradition mit einer Neuinszenierung an der Staatsoper Dresden fortgeführt, pünktlich zum Jahrestag der Dresdner Erstaufführung findet eine Premieren-Kostprobe am 21. Januar 2020 statt.

 

Das nun digital verfügbare Material zum „Tannhäuser“ (www.slubdd.de/tannhaeuser) ergänzt das in der SLUB Dresden aufbewahrte Uraufführungsmaterial (Mus.5876-F-510). Diese erste Vorstellung fand am 19. Oktober 1845 im Dresdner Hoftheater statt, dirigiert von Wagner selber, der seit 1843 als Königlich Sächsischer Kapellmeister in Dresden wirkte. Die nicht ideal verlaufene Aufführung rief allerdings ein durchaus geteiltes Echo hervor, was mehrere Revisionen nach sich zog, die im nun digitalisierten Material der Staatsoper mit abgebildet sind. Die in diesen Noten vermerkten Vorstellungsdaten mit Namen der ausführenden Musiker reichen von 1904 bis 1949 – und überschneiden sich mit den Daten der in der SLUB bewahrten Stimmen, die weiterhin verwendet wurden.

Die SLUB Dresden koordiniert, unterstützt vom Freistaat Sachsen, seit 2015 das Landesdigitalisierungsprogramm, welches Kulturgut aus sächsischen Wissenschafts- und Kultureinrichtungen digitalisiert und online zugänglich macht. Ziel ist ein möglichst umfassender Zugang zu Informationen und Objekten der kulturellen und wissenschaftlichen Überlieferung des Freistaates für Zwecke der Lehre und Forschung sowie für die breite Öffentlichkeit.

 

Die digitalisierten Quellen zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind unter www.slubdd.de/meistersinger zugänglich, jene zum „Tannhäuser“ unter www.slubdd.de/tannhaeuser

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Freier Zugang, aber wie? Kulturgut – Digitalisierung – Recht

Das Landesdigitalisierungsprogramm geht in eine neue Runde: Auch 2019/20 unterstützt der Freistaat Sachsen mit zusätzlichen Haushaltsmitteln die Digitalisierung von Beständen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken sowie aus Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Damit soll ein möglichst unkomplizierter und umfassender Online-Zugang zu digitalisierten Kulturgütern aus Einrichtungen des Freistaates für Lehre und Forschung, aber auch für die breite Öffentlichkeit ermöglicht werden. Die SLUB koordiniert das Landesdigitalisierungsprogramm (LDP).

 

 

Zum Start der neuen Projektphase laden wir alle Interessierten am 12. Februar 2019 zu einem Workshop in den Klemperer-Saal der SLUB ein, diesmal zum Schwerpunktthema „Digitalisierung und Recht“. Denn: Freier Zugang, aber wie? Offene Fragen gibt es viele: Welche urheberrechtlichen Voraussetzungen müssen bei der Digitalisierung von Kulturgut beachtet werden? Wie können diese unter Umständen in einer angemessenen Lizenzvergabe abgebildet werden? Und: Was bedeutet „frei“ denn wirklich – und wie wirkt sich dies auf mögliche Nachnutzungen aus?

 

Institutionen, die bereits am LDP beteiligt sind und am Programm Interessierte sind herzlich eingeladen. Kommen Sie mit uns und den Experten Dr. Paul Klimpel (Jurist) und Stephan Bartholmei (Deutsche Digitale Bibliothek) ins Gespräch, wagen Sie einen gedanklichen Einstieg in das Thema offener Kulturdaten oder diskutieren Sie tiefergehende Fragen. Selbstverständlich werden wir darüber hinaus auch über alle relevanten Neuerungen und aktuellen Schwerpunkte im LDP informieren. Außerdem wird es bei unserem „dreifachen Espresso mit Experten“ die Gelegenheit geben, individuelle Fragen zu klären. Das vollständige Programm finden Sie auf sachsen.digital.

 

Sie haben Interesse am Thema? Dann melden Sie sich bis zum 1. Februar 2019 an – per Mail an landesdigitalisierung@slub-dresden.de. Im Anschluss an das Programm bieten wir Ihnen Führungen durch unsere aktuelle Ausstellung oder den Makerspace an. Wenn Sie an einer der beiden Führungen teilnehmen möchten, vermerken Sie dies bitte in Ihrer Nachricht.

 

Wir freuen uns auf informative Vorträge und rege Diskussionen!

 

Freier Zugang zu digitalem Kulturgut: wir klären Voraussetzungen, Rechtsfragen und Nachnutzungsmöglichkeiten
12. Februar 2019 10:00 Uhr
Klemperer-Saal der SLUB Dresden
Eintritt frei
Anmeldung per Mail an landesdigitalisierung@slub-dresden.de
Download Programm

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SACHSEN.digital – Sachsens Schätze weltweit und rund um die Uhr

Haben Sie es schon entdeckt? Seit einiger Zeit ist SACHSEN.digital online – das neue Portal für digitalisierte Kulturgüter aus Sachsen.

 

 

Virtuell vereinigt wird an dieser Stelle ein stetig wachsender Bestand an kulturellen Schätzen des Freistaates, die vorrangig im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms digitalisiert und bereitgestellt werden. Die bislang 25 beitragenden Institutionen vertreten ein breites inhaltliches Spektrum und decken den gesamten sächsischen Raum ab. Die Nutzer haben so die einzigartige Möglichkeit, virtuell in den Beständen von verschiedenen Museen, Bibliotheken und Archiven aus zum Beispiel Plauen, Zwickau, Leipzig, Dresden, Bautzen, Görlitz oder Freiberg zu blättern, weltweit und rund um die Uhr. Die freien Lizenzen erlauben eine unkomplizierte Weiternutzung und sollen so zum kreativen Umgang mit dem Material und damit zur Verbreitung der Inhalte anregen. Erst kürzlich dienten beispielsweise Fotografien des Sorbischen Instituts Bautzen als Grundlage für ein preisgekröntes Projekt im Rahmen des Kulturhackathons Coding da Vinci Ost.

 

Wer sachsen.digital schnell und unkompliziert kennenlernen möchte, kann sich im neuen Film zum Portal einen ersten Überblick verschaffen.

 

 

 

Und wiederkommen lohnt sich: Allein in diesem Jahr ist der Bestand bereits um ca. 1,5 Millionen digitalisierte Seiten gewachsen, weitere Projekte sind in der Vorbereitung. Gerade abgeschlossen wurde beispielsweise die Digitalisierung der Frauen-Zeitung der berühmten Leipziger Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters, kurz vor dem Start steht die Bereitstellung von wertvollen Notenmaterialien zu Dresdner Ur- und Erstaufführungen von Opern Richard Wagners aus dem Bestand der Sächsischen Staatskapelle / Staatsoper Dresden.

 

Egal, ob Citizen Scientist, Lehrer, Wissenschaftler oder Ahnenforscher, interessiert an Technik, Geschichte, Kunst oder Musik: Unter den bislang verfügbaren 18 Kollektionen mit rund 5 Millionen digitalisierten Seiten werden Sie mit Sicherheit das ein oder andere für Sie Unbekannte und Überraschende entdecken.

 

Wir laden Sie herzlich ein zum Stöbern und Entdecken – spannende Geschichte(n) warten auf Sie!

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musiconn.publish: Ein Platz für musikwissenschaftliche Forschung

Fachinformationsdienste (kurz FID) dienen dazu, Forschenden in allen Fachrichtungen einen möglichst schnellen und direkten Zugriff auf Spezialliteratur und forschungsrelevante Informationen zu ermöglichen.

 

Ab jetzt steht in diesem Rahmen auch die Plattform musiconn.publish zur Verfügung, in der die Open access-Angebote des FIDs Musikwissenschaft musiconn zusammengeführt werden.

 

Unter der neu eingeführten Marke des FID "musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft" betreut die SLUB gemeinsam mit der BSB München die Einführung und Etablierung von innovativen Services zur Unterstützung der musikwissenschaftlichen Spitzenforschung. Die Arbeitspakete der SLUB umfassen die Bereitstellung eines Open access-Fachrepositoriums, den Aufbau eines zentralen Rechercheinstruments für Music Performance Ephemera (Programme, Konzertankündigungen, Rezensionen etc.), sowie die Qualifizierung der RISM-Datenbank für die Aufnahme früher Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts.

 

 

 

Die Plattform musiconn.publish

Auf der soeben in neuem Design veröffentlichten Plattform musiconn.publish werden künftig sowohl monographische Inhalte als auch das über musiconn veröffentlichte Zeitschriftenangebot zusammengeführt: Der neu aufgesetzte Service dient demnach der kostenfreien elektronischen Publikation, dem Nachweis und der langfristigen Archivierung von musikwissenschaftlicher Fachliteratur und steht allen Autorinnen und Autoren des Fachgebiets kostenfrei zur Verfügung. Möglich sind alle Formen des Open access - aufgenommen werden sowohl Erst- als auch Zweitpublikationen; hybride Formen sind möglich. Am 19./20. März wurde musiconn.publish auf dem Beiratstreffen des FIDs vor wichtigen Fachvertretern präsentiert.

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Konzertprogramme im FID Musik – Experten beraten sich in der SLUB

Konzertprogramme und -daten nehmen in der musikwissenschaftlichen Forschung eine immer größere Rolle ein. So sind in den letzten Jahren verschiedenste Projekte entstanden, die einzelne Quellenkorpora erschließen und unter verschiedenen Forschungsperspektiven in den Blick nehmen – national genauso wie international. Was in Deutschland jedoch bislang fehlt, ist eine zentrale Infrastruktur, die die Ergebnisse dieser Einzelinitiativen unter einem Dach zusammenführt, als zentraler Sucheinstieg fungieren kann und vor allem die zusammengetragenen Daten langfristig sichert und vorhält. Um dieses Desiderat kümmert sich nun die SLUB Dresden im Rahmen des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft, den sie seit Januar 2017 gemeinschaftlich mit der Bayerischen Staatsbibliothek München betreibt.

 

Ziel des DFG-geförderten FID-Programms ist die bestmögliche Unterstützung der Spitzenforschung des Faches – deutschlandweit. Die Musikabteilung der SLUB beteiligt sich mit insgesamt drei Arbeitspaketen an der Ausgestaltung des Angebots und ist Ende Oktober dazu in einen intensiven Austausch mit internationalen Experten getreten: Im Rahmen eines zweitägigen Workshops wurde über die optimale Gestaltung einer Infrastruktur zu Erfassung und Recherche von sogenannten „Music Performance Ephemera“, also Konzertprogrammen, Postern, Rezensionen o.ä., beraten. Ergebnis soll eine Datenbank sein, die sich in Zukunft im Idealfall als ein zentraler Sucheinstieg für Konzertereignisse und ihre Nachweise in ganz Deutschland etabliert – von den Anfängen des Konzertwesens bis hin zur Gegenwart.

 

 

Die Gäste kamen aus aller Welt und vertreten internationale Projekte wie das Leipziger Repertoire Thomaner, Theater und Musik in Weimar, das schweizerische OnStage, das britische JazzCats oder das französische Dezède. Diskutiert wurden unter anderem wünschenswerte Sucheinstiege, Formatfragen, das Potential von Normdaten und der mögliche Einsatz von Citizen Science bzw. Crowdsourcing. Der Ertrag der intensiven Diskussionen und Gespräche fließt nun in die Konzeption der Datenbank ein. Seien Sie gespannt auf das Ergebnis!

 

Fotos: SLUB Dresden / Ramona Ahlers-Bergner