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SLUBlog

Autor: Barbara Wiermann

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K10plus - Zehn Bundesländer in einem Bibliothekssystem


     

Nach dem Prinzip "gute Nachricht, schlechte Nachricht"...

 

Für Sie bisher unbemerkt haben in den letzten Jahren die zwei zentralen bibliothekarischen Verbundsysteme SWB und GBV  ihre Fusion vorbereitet. Nun ist es so soweit: Zum 25.03.2019 wurden über 180 Millionen Nachweise zu einer neuen gemeinsamen Datenbasis unter dem Namen K10plus zusammengeführt. Über die Hälfte der wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands werden K10plus einsetzen. Der Schritt sollte in seiner strategischen Bedeutung nicht unterschätzt werden. Der Teufel liegt jedoch wie immer im Detail: Kolleg*innen in Konstanz, Göttingen, Leipzig und anderswo arbeiten an Schnittstellen, Indices etc.

 

Bei der Nutzung des SLUBKatalogs, für den K10plus zukünftig eine wichtige Datenquelle sein wird,  kann es für Sie dieser Tage leider zu Einschränkungen kommen, die in erster Linie die aktuellsten Erwerbungen betreffen.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Kolleginnen und Kollegen. Wir danken für Ihr Verständnis. 

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Von Dresden nach Moskau und zurück - kriegsbedingt verlagerte Werke aus der SLUB werden digitalisiert

 

Hochkarätige Konzerte, Ausstellungen, ein Jazz-Festival, Lesungen, Diskussionen und Kongresse - beim International Cultural Forum in Sankt Petersburg sind an diesem Wochenende tausende Kulturschaffende aus aller Welt und prominente Vertreter aus Wirtschaft und Politik versammelt. Mit dabei: die SLUB. Generaldirektor Achim Bonte und Vadim V. Duda, Generaldirektor der Russischen Staatsbibliothek Moskau, haben im Rahmen des Forums einen wegweisenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Erstmals werden dadurch kriegsbedingt verlagerte Dresdner Bibliotheksbestände digital allgemein zugänglich.

 

SLUB-Generaldirektor Achim Bonte und der Generaldirektor der Russischen Staatsbibliothek Moskau, Vadim V. Duda, unterzeichnen den Kooperationsvertrag. ©International Cultural Forum

 

Ein neues Kapitel in den deutsch-russischen Beziehungen

 

Infolge des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmte die sowjetische Trophäenkommission ab 1945 zahlreiche Werke aus dem Bestand der Sächsischen Landesbibliothek. Die Objekte wurden zum größten Teil aus den Ausweichlagern in den sächsischen Schlössern und Rittergütern direkt über den Güterbahnhof Radeberg nach Russland gebracht. Ihr Verbleib ist bis heute nicht durchweg bekannt. Seit einigen Jahren arbeiten Vertreter deutscher und russischer Bibliotheken gemeinsam daran, die kriegsbedingt verlagerten Bestände zu lokalisieren und zu erschließen. Mit dem nun unterzeichneten Kooperationsvertrag zur Digitalisierung von 250 Musikhandschriften ist der SLUB und der Russischen Staatsbibliothek Moskau ein entscheidender nächster Schritt in der Zusammenarbeit gelungen.

 

„Damit gelingt es einer deutschen Bibliothek erstmals, in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Russland gelangte Werke über den Weg der gemeinsamen Erschließung und Digitalisierung wieder allgemein zugänglich zu machen. Wir sind zuversichtlich, dass dieses erste Digitalisierungsprojekt für künftige Vorhaben strukturbildend wirkt.“, freut sich Achim Bonte. "Wir hoffen, weitere Musikalien, aber auch Texthandschriften, Inkunabeln und ausgewählte Drucke des 16.-18. Jahrhunderts gemeinsam erschließen zu können."

 

 

Über siebzig Jahre nach Kriegsende schlagen die beteiligten Stellen damit ein neues Kapitel in den deutsch-russischen Beziehungen auf. Nachdem der deutsche Überfall auf die Sowjetunion unendliches Leid über das Land gebracht und viele russische Kulturgüter zerstört hatte, bedeutete die Rückgabe verschiedener Museums- und Bibliothekssammlungen an die DDR zwischen 1955 und 1959 eine Geste der Versöhnung. Darunter waren die Kunstschätze der Dresdner Gemäldegalerie und des Grünen Gewölbes sowie ausgewählte Materialien der Sächsischen Landesbibliothek. Die nun beschlossene Digitalisierung wird begleitet vom beiderseitigen Wunsch nach einem vertieften wissenschaftlichen und kulturellen Austausch.

 

Musikalien des Dresdner Hofes

 

Bild: Kompositionsautograph der Kurfürstin Amalie von Sachsen (C) SLUB Dresden, Barbara WiermannBei den überwiegend aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert stammenden Handschriften, die nun digitalisiert werden, handelt es sich um Musikalien des sächsischen Hofes - unter anderem Aufführungsmaterialien des königlichen Musiklebens in Warschau, Handschriften aus der Privatsammlung der Musikmäzenatin Kurfürstin Maria Antonia Walpurgis oder Kompositionsautographe der Prinzessin Amalie von Sachsen.

 

Die entstehenden Digitalisate werden im internationalen Quellenlexikon der Musik, RISM, erschlossen und mit den in der SLUB überlieferten und bereits digital zugänglichen Hofmusikalien zusammengeführt. Wissenschaftler, Musiker und alle Interessierten erhalten somit einen nochmals vollständigeren Blick auf die Musikpflege des Dresdner Hofes. Erschließung und Digitalisierung werden in den nächsten Monaten in Moskau und Dresden durch gemeinsame öffentliche Veranstaltungen begleitet.

 

Auch an dieser Stelle halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

 

Empfehlungen zum Thema:

Fünf Tage – Fünf Nächte
, deutsch-sowjetisches Nachkriegsdrama - Leo Arnstam (Hauptregie), Heinz Thiel und Anatoli Golowanow, DEFA und Mosfilm 1961. Der Film behandelt die Übernahme der Werke der Dresdner Gemäldegalerie „Alte Meister“ durch die Sowjetische Trophäenkommission aus einem Blickwinkel des Jahres 1961. Exemplar der SLUB

Aktuelle Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft (noch bis 25.3.2019). Weitere Informationen finden Sie hier.

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Katholische Kirchenmusik des Dresdner Hofs im Leipziger Paulinum

Wenn ab kommenden Montag rund 500 Musikbibliothekare, Musikwissenschaftler, Kulturschaffende und Bibliotheksdienstleister aus 40 Ländern in Leipzig zum Kongress der International Association of Musis Libraries, Archives und Documentation Centres (IAML 2018) zusammenkommen, widmen sie sich in einem umfangreichen fachlichen Programm aktuellen Herausforderungen und Fragen des Bibliothekswesens. Auch die von der Schirmherrin der Veranstaltung, Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange in ihrem Grußwort hervorgehobene „Vielfalt der sächsischen Musiktradition und der Reichtum der hier bewahrten Quellenbestände“ werden in diesen Tagen angemessen in Vorträgen und Diskussionen thematisiert werden.

Diese Vielfalt, dieser Reichtum – der genius loci, der sicher mit dafür ausschlaggebend war, Leipzig und Sachsen als Veranstaltungsort zu wählen, nachdem der Kongress letztmals vor nicht weniger als 26 Jahren in Deutschland stattgefunden hat -- soll in der Kongresswoche für die Gäste aber auch erlebbar, ja hörbar werden.
Dabei bietet das öffentliche Konzert „Katholische Kirchenmusik des Dresdner Hofes“, das am Donnerstag den 26. Juli, 20 Uhr im Leipziger Paulinum stattfinden wird, einen besonderen Höhepunkt. Die an diesem Abend erklingende Musik, nach Handschriften der Musikabteilung der SLUB zusammengestellt, veranschaulicht gleichermaßen den hohen kulturellen Anspruch sowie die spezifischen Eigenarten der Dresdner Hofes. 

 


Im Jahr 1719 wurde Kurprinz Friedrich August (1696-1763) aus machtpolitischen Kalkül seines Vaters, August des Starken, in Wien mit der Erzherzogin Maria Josepha (1699-1757), Tochter Kaiser Joseph I (1678-1711) verheiratet. Von einem katholischen Hof stammend war es die neue Kurprinzessin, die in den kommenden Jahren die bis dato kleine katholische Gemeinde des Dresdner Hofes stärkte und vor allem die Kirchenmusik nach dem Vorbild des Wiener Kaiserhofs ausbaute. Mit Musikern wie dem „Compositeur de la musqiue italienne“ Giovanni Alberto Ristori, dem Hofkapellmeister Johann David Heinichen und dem aus Böhmen stammenden Kontrabassisten Jan Dismas Zelenka, standen ihr dafür herausragende Kräfte zur Verfügung. So entstand ein umfangreiches auf die Dresdner liturgischen Gepflogenheiten zugeschnittenes Kirchenmusikrepertoire, in dem es bis heute immer wieder Neues zu entdecken gilt (hofmusik.slub-dresden.de).

Der IAML Kongress ist ein willkommener Anlass, diese Musik vor einem internationalen Publikum wieder zum Klingen zu bringen. Es musizieren das Sächsische Vocalensemble und die Batzdorfer Hofkapelle unter Leitung von Matthias Jung. Als Solisten wirken Heidi Maria Taubert (Sopran), Anne Katrin Laabs (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Cornelius Uhle (Bass). Karten sind in der Musikalienhandlung M. Oelsner (Leipzig) und an der Abendkasse erhältlich.

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Gesprächskonzert Neue Musik mit dem Ensemble El Perro Andaluz

Nach meiner Beobachtung ist das Anliegen des Komponisten nicht in erster Linie das Schöne, sondern eher das Fesselnde, auch das kompositionstechnisch Raffinierte, vor allem aber das Neuartige, denn nur dieses ist ein Stück von ihm, gehört ihm ganz.
Georg Katzer

 

Am Mittwoch, den 02. November 2016, gastieren das renommierte Ensemble El Perro Andaluz und Studierende der Hochschule für Musik Dresden in der SLUB. Sie spielen kammermusikalische Werke aus dem „Archiv zeitgenössischer Komponisten“ der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek. Das Konzert unter Leitung von Nicolaus Kuhn beginnt um 19:30 Uhr im Vortragssaal der SLUB. Der Eintritt ist frei.

 

Neben Kompositionen von Friedrich Schenker ("Monolog" für Oboe) und Ruth Zechlin ("Katharsis") erklingt das Bläserquintett mit Klavier "Kommen und Gehen" (1981) von Georg Katzer. Ferner wird das soeben von der SLUB erworbene Solostück "Klavierfigur" von Christian Münch uraufgeführt.

 

Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jörn-Peter Hiekel und der Komponist Georg Katzer begleiten das Konzert mit einem Gespräch.

 

Das seit 1964 entstandene Archiv zeitgenössischer Komponisten der SLUB umfasst heute mehr als 1.500 Musikautographe des 20. Jahrhunderts vom Solostück bis zur groß besetzten Oper. Es konzentrierte sich zunächst auf Dresdner Komponisten und wurde ab 1972 zum Archiv der Komponisten der DDR ausgebaut. Zur Autorenliste gehören Namen wie Reiner Bredemeyer, Paul-Heinz Dittrich, Friedrich Goldmann, Jörg Herchet, Rainer Kunad, Rainer Lischka, Siegfried Matthus, Tilo Medek, Ruth Zechlin. Die Sammlung wird bis heute durch Autographe sächsischer Komponisten und Materialien von in Sachsen uraufgeführten Werken erweitert. Maßgeblich für den Ausbau sind die persönlichen Kontakte zu den Komponisten und zur Musikszene. Zwischen 1976 und 1990 entstand an der damaligen Landesbibliothek die Bibliographie zum zeitgenössischen Musikschaffen mit Daten zu allen Uraufführungen der Zeit (1976-1981 und 1982-1990).

 

Das Gesprächskonzert, zu dem wir Sie herzlich einladen, gehört in unsere Veranstaltungsreihe zum 200jährigen Jubiläum der Musikabteilung. Wir danken der Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB für die großzügige Unterstützung.

 

Wann? 02. November 2016, 19.30 Uhr

Was? Gesprächskonzert Neue Musik mit El Perro Andaluz und Studierenden der Hochschule für Musik

Wo? Vortragssaal der SLUB, Zellescher Weg 18, 01069 Dresden

Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich

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Schola crucis. Der Kreuzschule zu ihrem Jubiläum 2016

In welcher Besetzung spielte der Dresdner Konzertmeister Johann Georg Pisendel die Violinonzerte Antonio Vivaldis? Wie wurde Richard Wagners Tannhäuser in Dresden aufgeführt? In welchem Tempo interpretierte der Organist der Frauenkirche, Hanns Ander-Donath, Werke von Johann Sebastian Bach?

 

Bücher Noten und Tonaufnahmen der SLUB sind Zeugnisse des reichen Dresdner und sächsischen Musiklebens und helfen heute vorangestellte und viele weitere Fragen zu beantworten. Wie vor Jahrhunderten damals Aktuelles gesammelt und dokumentiert wurde, so begleiten wir auch dieser Tage das zeitgenössische Dresdner und sächsische Musikleben.

 

Eine der zentralen Musikinstitutionen der Stadt ist der Kreuzchor, der in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass findet im Rahmen der Vesper, am 11. Juni 2016, um 17.00 Uhr in der Kreuzkirche die Uraufführung von Karsten Gundermanns Werk „Schola crucis. Der Kreuzschule zu ihrem Jubiläum 2016“ für Kreuzchor und Schulchor statt, das als Auftragskomposition zum Schul- und Chorjubiläum entstanden ist (PDF mit der Ankündigung, S. 35).

 

Die SLUB hat vom Komponisten vorab nicht nur die gedruckte Partitur, sondern auch die Kompositionsskizzen als Geschenk erhalten. Dem Werk und der Aufführung ist also ein Platz im Dresdner Musikgedächtnis gesichert.

 

800 Jahre Kreuzchor – eine lange Tradition, zu der sich viele Fragen stellen lassen. Wir möchten Sie schon heute darauf aufmerksam machen, dass wir ab Ende September dieser ältesten Dresdner Musikinstitution eine Sonderausstellung im Buchmuseum der SLUB widmen. Eröffnung: 29.9.2016, 19 Uhr; Ende der Ausstellung: 15.2.2017.