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SLUBlog

Autor: Thomas Stern

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Kürzlich vervollständigt: Der Nachlass Fritz Löfflers (1899-1988)

Im Bestand der SLUB befinden sich viele bemerkenswerte Nachlässe, darunter der des Kunsthistorikers Fritz Löffler. Heute (15.05.) vor 31 Jahren starb er im Alter von 89 Jahren in Dresden. Bereits zu Lebzeiten hatte er verfügt, dass sein schriftlicher Nachlass in der Sächsischen Landesbibliothek verwahrt werden soll.

 

Fritz Löffler trat als Förderer der Bildenden Kunst, insbesondere von modernen Künstlern auf und war unter anderem mit Otto Dix, Hans Theo Richter oder Theodor Däubler befreundet, dessen Nachlass er verwaltete und an die Landesbibliothek übergab. Ab 1932 war Löffler für die Dresdner Sezession als Sekretär tätig, wurde aber 1937 aufgrund seiner Förderung "entarteter Kunst" von den Nationalsozialisten entlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich Fritz Löffler stark um die Denkmalpflege in seiner Heimatstadt verdient. Er setzte sich für den Wiederaufbau und Erhalt der im Krieg zerstörten Baudenkmäler wie der Frauenkirche oder des Zwingers ein. Bei den sozialistischen Machthabern machte er sich damit keine Freunde, da er in deren Augen mit der Erhaltung der Bauwerke den sozialistischen Fortschritt behinderte. Als Verfasser seines 1955 erschienenen Hauptwerkes "Das alte Dresden" schuf er eine einzigartige Chronik der Architekturgeschichte seiner Heimatstadt.

Kurz nach dem Ableben Fritz Löfflers wurde dessen Nachlass, der ca. 8.000 Nummern umfasste, von seinem Sohn an die Bibliothek übergeben und im Jahr 1993 in einer Nachlieferung um persönliche Dokumente, Korrespondenzen und Manuskripte ergänzt. Kürzlich wurden nun die noch im Besitz der Familie verbliebenen Materialien, unter anderem ein Konvolut Fotografien, an die SLUB Dresden übergeben und der Nachlass damit komplettiert.

Unter dem Titel 'Was bleibt?! - Nachlässe in der SLUB' widmen wir dem Thema übrigens unsere aktuelle Ausstellung im Buchmuseum. Hier präsentieren wir ausgewählte Exponate aus verschiedenen prominenten Nachlässen in unserem Bestand, unter anderem von Fritz Löffler, nicht zuletzt aber auch von Victor Klemperer, Christian Borchert und Ernst Hassebrauk.

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DFG-Projekt „Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels“ um 18 Monate verlängert

Bild: Portrait August Wilhelm von SchlegelBereits im Jahr 1873 wurde der schriftliche Nachlass des Romantikers August Wilhelm Schlegel von der damals Königlichen Bibliothek Dresden erworben und konnte im Jahr 1998 um weitere Originalbriefe, die sich auf Schloss Coppet am Genfer See befanden, erweitert werden.

In einem gemeinsamen – von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten – Projekt mit der Phillipps-Universität Marburg und dem Trier Center for Digital Humanities wird seit 2012 die Korrespondenz August Wilhelm Schlegels aus dem Bestand der SLUB Dresden und zahlreicher weiterer Einrichtungen digitalisiert, transkribiert und elektronisch herausgegeben.

 

Um noch zusätzliche Briefe zu edieren und weitere Features, wie zum Beispiel ein Tool zur Annotation der Briefe, zur elektronischen Edition hinzuzufügen, bewilligte die DFG den Antrag auf Fortsetzung des Projektes bis 31.03.2020. In ihrem Gutachten bescheinigt die DFG der Edition ihren Pilotcharakter, der „in hohem Maße forschungsfördernd für die intellectual history der romantischen und nachromantischen Epoche“ ist und lobt die exzellenten bisher erreichten Ergebnisse.

Bild: Brief von Friedrich Tieck an August Wilhelm Schlegel, Rück- und Vorderseite

 

Um den Briefwechsel auch außerhalb der Editionswebsite recherchierbar zu machen, ist die Briefedition mittlerweile nicht mehr nur über die eigene Website, sondern auch über den an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften entwickelten Webservice correspSearch verfügbar. Dieser Dienst ermöglicht eine zentrale Recherche nach den Briefmetadaten in verschiedensten Briefverzeichnissen. So können schnell verschiedene Verzeichnisse nach Absender, Empfänger, Schreibort und -datum durchsucht werden. Neben der Schlegel-Edition findet man hier auch weitere bedeutende Editionen, wie die edition humboldt digital oder die digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul.

 

Veranstaltungshinweis

Buchvorstellung und Gespräch: Die kritische Ausgabe von A.W. Schlegels Hamlet-Manuskript
26.03.2019 | 19.00 Uhr | Klemperer-Saal Zentralbibliothek SLUB Dresden

Die Germanistin und Präsidentin der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, Dr. Kaltërina Latifi, ermöglicht mit dieser Edition interessante Einblicke in die Übersetzerwerkstatt Schlegels. Sein Hamlet-Manuskript wird in der SLUB aufbewahrt.

 

Weiterführende Informationen

 

Das Projekt wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft - Projektnummer 204094077

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MagicBox im Buchmuseum - analog und digital auf einen Blick

Die Geschichte der SLUB Dresden beginnt im Jahr 1556 mit der Kurfürstlichen Bibliothek Augusts I. Bereits im 17. Jahrhundert finden sich in Reiseführern bewundernde Berichte über Exponate, die seit 1835 im sogenannten Zimelienzimmer ausgestellt wurden und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich waren. Bis heute tragen im Buchmuseum ausgestellte Objekte zum Renommee der SLUB bei. Allerdings ist immer nur ein Teil der wertvollen Bestände der SLUB in den jeweiligen Ausstellungen zu sehen, da sie aus konservatorischen Gründen in klimatisierten und besonders geschützten Magazinen lagern.

Abhilfe schafft hier die fortschreitende retrospektive Digitalisierung von Beständen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken sowie von bedeutendem Schriftgut aus weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen des Freistaates Sachsen, bei der das Dresdner Digitalisierungszentrum im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogrammes eine federführende Rolle hat. Doch wie kommen nun digitale und analoge Bestände für den Nutzer zusammen?

Um eine Brücke zwischen analogen und digitalen Beständen zu schlagen, veranstaltete die SLUB Dresden schon 2013 eine Ausstellung im Buchmuseum unter dem Titel „Original und digital – Schätze der SLUB und die Kunst der Reproduktion“, in welcher anhand von Musikalien und Handschriften und den hiervon angefertigten analogen und digitalen Kopien die Entwicklung der Reproduktion vom 18. bis zum 21. Jahrhundert dargestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte man das originale physische Objekt aber noch nicht in einer Vitrine direkt der digitalen Nachbildung gegenüberstellen. Diese Option bietet sich nun mit der auch mit Unterstützung der "Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB" angeschafften MagicBox, die eine Kombination verschiedener Medien sowohl in analoger als auch in digitaler Form erlaubt und damit ein besonderes Erlebnis vor allem beim Betrachten von Büchern bietet. Durch die Ausstellung des physischen Objekts kann der Besucher einerseits einen Eindruck vom Original bekommen, indem er Einband, Buchrücken und Buchschnitt anschauen kann. Zusätzlich kann man aber auch virtuell im Buch blättern, wodurch sich ein Gesamteindruck ergibt, der bei einer Trennung von virtueller und physischer Ausstellung nicht möglich wäre.

Aktuell ist die MagicBox in die laufende Ausstellung „Man denkt noch beständig in Dresden auf mich.“ Winckelmann – Bibliothekar und Altertumswissenschaftler integriert und zeigt neben dem ausgestellten analogen Objekt den digitalisierten Briefwechsel zwischen Johann Joachim Winckelmann und dem Grafen von Wackerbarth-Salmour (Mscr.Dresd.App.3140), das „Fragment von Winckelmanns Arbeiten zu des Grafen Bünau Reichshistorie“ (Mscr.Dresd.App.1724), eine Präsentation der Wirkungsorte Winckelmanns und 3D-Modelle der Statue des Apollo von Belvedere sowie eines Bandes der Bünau‘schen Bibliothek. Noch bis zum 21. Oktober haben Sie die Möglichkeit, sich die MagicBox im Rahmen der Winckelmann-Ausstellung anzusehen. Auch in Zukunft werden in der MagicBox passende Inhalte zur jeweils aktuellen Ausstellung präsentiert, sodass es hier immer wieder Neues zu entdecken gibt. Seien Sie gespannt!

 

Weitere Beiträge zur MagicBox
Test der Magicbox: Visualisierte Schätze im Foyer
Beitrag im BIS-Magazin 2/2016: It’s a kind of magic von Thomas Stern