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SLUBlog

Kategorie: Bericht

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Zwischen Nutzerfragen, Katalogisierung und Unterstützung bei Veranstaltungen: Ausbildung in der SLUB

Der Jahreswechsel steht kurz bevor: Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf das Neue zu werfen. Gemeinsam mit Anica Edmond aus dem 2. Lehrjahr schauen wir auf ihre Erlebnisse des letzten Jahres als Azubi zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMi).

 

Warum haben Sie sich zur Ausbildung als FaMI entschieden?

Bild: Anica Edmond in der Zentralbibliothek der SLUB>>AE: Es hat etwas Zeit gebraucht bevor ich mich dafür entschieden habe, denn ich wusste zunächst nicht, dass eine Ausbildung in einer Bibliothek möglich ist und brachte den Ort Bibliothek mit alten Damen in Verbindung, die penibel darauf achten, dass Stille herrscht und mit Staub, sehr viel Staub. Ich hatte die typischen Vorurteile. Schließlich habe ich mich viel im Internet belesen und Praktika in diese Richtung gemacht, u.a. in einem Archiv und in einer Stadtbibliothek. Dort habe ich gemerkt, dass der Beruf richtig für mich ist und nichts mit meinen Vorurteilen zu tun hat. Die Abwechslung macht die Arbeit interessant: Einen Tag tritt man in direkten Kontakt mit den Nutzern und am nächsten kann man für sich allein oder im Team arbeiten oder unterstützt am Abend bei einer Veranstaltung. Mir gefällt zudem die Bandbreite an Bereichen, von wertvollen Handschriften bis zur Arbeit mit einem Lasercutter im Makerspace, mit denen ich in Berührung komme. Das macht die Ausbildung spannend.

 

Welche Aufgaben haben Ihnen während der Ausbildung im letzten Jahr besonders viel Spaß gemacht?

>>AE: Die Aufgaben in den Abteilungen der SLUB sind sehr individuell. In jedem Bereich gibt es Herausforderungen, denen man sich stellen muss. In der Pflichtabteilung muss man z.B. recherchieren und herausfinden, welche Bücher in Sachsen publiziert wurden. Im Bereich der Katalogisierung habe ich mich um die Aufnahme der Medien in unseren Online-Katalog gekümmert. Dies sind Arbeiten, die hauptsächlich im Hintergrund stattfinden. Ansonsten gehört die Arbeit an der Servicetheke dazu, an der ich z.B. Bücher für die Nutzer bereitstelle und verschiedene Anfragen wie die Verlängerungen der Medien oder der Benutzerkarte bearbeite. Der Kontakt mit den Nutzern und die vielseitigen Fragen, die die Nutzer mitbringen, lassen keine Langeweile aufkommen. Es macht Spaß, weiterhelfen zu können.

 

Bitte beenden Sie den Satz. Meine größte Herausforderung in der SLUB war...

>>AE: ... mein Orientierungssinn. Denn der ist eindeutig gefragt in einem so großen Gebäude wie dem der SLUB. Viele Gänge und Etagen sehen gleich aus, was mich zu Anfang wirklich verwirrt hat. Mittlerweile sehe ich das aber als Vorteil, nun muss ich mir nur noch merken, in welcher Etage ich mich gerade befinde.

Eine Herausforderung für die Zukunft werden meine Aufgaben als Mitglied der Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (HJAV) sein, die ich seit Dezember 2018 übernehme.

 

Was waren die schönsten Momente in Ihrer Ausbildung in den vergangenen 12 Monaten?

>>AE: Es ist immer sehr schön für mich, wenn die Kollegen meine Arbeit, bzw. das Endergebnis einer erledigten Arbeit wertschätzen, für die Unterstützung in der Abteilung danken und ihr Lob aussprechen. Dieses positive Feedback sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe, die richtige Ausbildung gewählt zu haben.

 

Wenn Sie die SLUB in drei Worten beschreiben müssten, dann wären das...?

>>AE: zukunftsorientiert, kollegial, unterstützend

 

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin bei Ihrer Ausbildung!

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Wissens-WERTE: Zehn andere Zahlen zur SLUB

Dass es in einer Bibliothek wie der SLUB mehrere Millionen Medien gibt, ist nicht neu. Was aber noch in uns steckt, verraten wir in unseren Wissens-Werten.

Gibt es eine Zahl, die Sie besonders überrascht?

6.104

Kauftipps wurden uns im Jahr 2017 von unseren Nutzerinnen und Nutzern gegeben. 4.194 wurden davon auch angeschafft. Sie haben Fragen zum Kauftipp? Die Antworten finden Sie hier.

 

2.336

Arbeitsplätze bieten alle Standorte der SLUB insgesamt, allein 1.331 davon befinden sich in der Zentralbibliothek.

2013

gab es die erste Hochzeit in der SLUB. Das Paar hatte sich während des Studiums hier kennengelernt.

6,5 Millionen

elektronische Volltexte wurden im vergangenen Jahr von unseren Nutzerinnen und Nutzern heruntergeladen.

 

 

3.108

historische Medien wurden im ersten Halbjahr 2018 in unserer Restaurierungswerkstatt entsäuert. Die Entsäuerung von Papier ist ein Verfahren, das Bücher und Dokumente vor dem Zerfall bewahrt.

1556

ist das Jahr, in dem Kurfürst August von Sachsen mit dem systematischen Aufbau einer Privatbibliothek beginnt. Seine "Liberey" ist zunächst im Dresdner Residenzschloss untergebracht. Auf diese geht die heutige SLUB zurück.

979

Schulungen und Führungen wurden 2017 in der SLUB durchgeführt. Unsere aktuellen Veranstaltungsangebote finden Sie hier.

4.843.079

Bilddokumente bildeten zum 30.6.18 den Gesamtbestand der Deutschen Fotothek, über zwei Millionen sind davon in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek online verfügbar.

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Im Gespräch: Sächsischer Umweltminister Schmidt zum Thema Nachhaltigkeit in Tharandt

Gestern besuchte der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt gemeinsam mit dem Generaldirektor der SLUB Prof. Thomas Bürger die Zweigbibliothek Forstwesen.
Grund des Besuches ist die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen.
Im über 300 Jahre alten Buch „Sylvicultura oeconomica“ des sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz über das Forstwesen, das in der Zweigbibliothek zum Bestand gehört, wurde 1713 erwähnt, "daß es eine continuierliche beständige und „nachhaltende Nutzung gebe". Damit fand das bis dahin namenslose Konzept der Ressourcenschonung im Sinne der forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit erstmalig eine eindeutige Bezeichnung.

Hans Carl von Carlowitz "Sylvicultura oeconomica", Leipzig 1713, S. 105

In der Zweigbibliothek Forstwesen ist ein wertvoller Altbestand an forstwissenschaftlichen Schriften aus dem 16. bis 19. Jahrhundert vorhanden. Vor allem die Sammlung forstwissenschaftlicher Literatur und die Literatur zum Jagdwesen gehört zu den größten und umfassendsten historischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum.

Im Rahmen seines Besuches informierte sich der Staatsminister zudem über Mehrwerte und Nachhaltigkeit der Digitalisierung für Kultur, Wissenschaft und eine breite Öffentlichkeit. Denn auch in der SLUB spielt Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle, indem Quellen wie oben genannte digitalisiert und nachhaltig verfügbar gemacht werden.
Prof. Bürger erläuterte während des Besuches das Landesdigitalisierungsprogramm, bei dem die SLUB eine wichtige Koordinierungs- und Dienstleistungsfunktion für die Bibliotheken im Freistaat Sachsen übernimmt.

„Qualität, freier Zugang und Nachhaltigkeit von Information und Wissen sind das Fundament gesellschaftlichen Zusammenhalts“, so Thomas Bürger.

 

Der Besuch von Staatsminister Schmidt in Tharandt bildet den Auftakt zu einem Online-Beteiligungsverfahren der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.


(Fotos: SMUL/Ronald Bonß)

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Onnea, Suomi! – Finnland wird 100

Während wir Deutschen heute Morgen in unsere geputzten Stiefel geschaut haben und darauf hofften, dass der Nikolaus uns kleine Überraschungen darin hinterlassen hat, feiern an diesem 6. Dezember etwa 5,5 Millionen Finnen zum einhundertsten Mal ihren Unabhängigkeitstag, den itsenäisyyspäivä. Etwa 1.800 Finnen haben zu diesem Anlass eine Einladung von ihrem Präsidenten, Sauli Niinistö, erhalten und werden den Abend beim traditionellen Empfang im Präsidentenpalast verbringen. Der Empfang wird live im ersten Fernsehen übertragen und ist die meist gesehene Sendung des Jahres. Neben den Mitgliedern der Staatregierung, zahlreichen inländischen und ausländischen Amts- und Würdenträgern sind auch Prominente aus Kultur, Wirtschaft und Sport geladen.

 

(Copyright: Suomi 100_Leena Koskela)

 

Wer zuhause feiert, der stellt sein Fernsehgerät an und zwischen 18 und 21 Uhr zudem zwei blau-weiße Kerzen ins Fenster. Die Herkunft dieser beliebten Tradition ist nicht genau geklärt. Der Nationalfeiertag ist, wie in allen skandinavischen Ländern ein „Flaggentag“. Außerdem werden landesweit Fackelzüge organisiert und Gottesdienste besucht.

 

Seinen hundertsten Geburtstag feiert Finnland mit einer Party, die eigentlich schon im Januar begonnen hat und weltweit stattfindet. Das globale Festprogramm kann man auf dieser Seite verfolgen. In diesen Tagen erstrahlen viele Denkmäler und Wahrzeichen in blau-weißem Licht, zum Beispiel das Kolosseum in Rom oder die Christusstatue in Rio de Janeiro. Auch in Dresden veranstaltet die finnische Gemeinde einzelne Events zum runden Geburtstag ihres Landes.

 

Bibliothekenland Finnland

 

Die Finnen lieben ihre Bibliotheken und nutzen diese intensiv. Das hat nicht nur damit zu tun, dass das Bibliothekswesen in Finnland bei der Pflege und Erhaltung von Volksbildung, nationaler Kultur und Sprache seit je her eine große Rolle spielt. Die finnischen Bibliotheken richten sich auch stark nach den sich verändernden Bedürfnissen ihrer Besucher, einige verstehen sich sogar als „Erlebnisbibliotheken“.

 

(Copyright: Suomi100 _Katja Lösönen)

 

Die Besucher würdigen dieses Bemühen mit jährlich ca. 17 Entleihungen pro Einwohner (vgl. Deutschland: 5,5 Entleihungen pro Einwohner) und mit 9 Bibliotheksbesuchen pro Jahr und Einwohner (vgl. Deutschland: 1,4 Besuche). In ihren Bibliotheken nutzen die Besucher selbstverständlich einen Breitbandzugang ins Internet, denn auch da investiert Finnland seit Jahren massiv und ist somit in Europa Digitalisierungsmeister.

 

Wer ein Stückchen Finnland in der SLUB sucht, kann leicht fündig werden. Allein unter dem Stichwort „Suomi“ (dt.: Finnland) findet die Katalogsuche über 2.000 Medien. Darunter sind alte Aufnahmen in der Fotothek, die die Forstwirtschaft und Flößerei Finnlands dokumentieren, ebenso zu finden wie Werke des einzigen finnischen Literaturnobelpreisträgers Frans Eemil Sillanpää. Die meisten davon, bspw. der Welterfolg „Silja, die Magd“, in deutscher Übersetzung, aber „Eines Mannes Weg“ kann auch im Original gelesen werden. („Miehen tie“) Luetaan! Lesen Sie los!

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Konzertprogramme im FID Musik – Experten beraten sich in der SLUB

Konzertprogramme und -daten nehmen in der musikwissenschaftlichen Forschung eine immer größere Rolle ein. So sind in den letzten Jahren verschiedenste Projekte entstanden, die einzelne Quellenkorpora erschließen und unter verschiedenen Forschungsperspektiven in den Blick nehmen – national genauso wie international. Was in Deutschland jedoch bislang fehlt, ist eine zentrale Infrastruktur, die die Ergebnisse dieser Einzelinitiativen unter einem Dach zusammenführt, als zentraler Sucheinstieg fungieren kann und vor allem die zusammengetragenen Daten langfristig sichert und vorhält. Um dieses Desiderat kümmert sich nun die SLUB Dresden im Rahmen des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft, den sie seit Januar 2017 gemeinschaftlich mit der Bayerischen Staatsbibliothek München betreibt.

 

Ziel des DFG-geförderten FID-Programms ist die bestmögliche Unterstützung der Spitzenforschung des Faches – deutschlandweit. Die Musikabteilung der SLUB beteiligt sich mit insgesamt drei Arbeitspaketen an der Ausgestaltung des Angebots und ist Ende Oktober dazu in einen intensiven Austausch mit internationalen Experten getreten: Im Rahmen eines zweitägigen Workshops wurde über die optimale Gestaltung einer Infrastruktur zu Erfassung und Recherche von sogenannten „Music Performance Ephemera“, also Konzertprogrammen, Postern, Rezensionen o.ä., beraten. Ergebnis soll eine Datenbank sein, die sich in Zukunft im Idealfall als ein zentraler Sucheinstieg für Konzertereignisse und ihre Nachweise in ganz Deutschland etabliert – von den Anfängen des Konzertwesens bis hin zur Gegenwart.

 

 

Die Gäste kamen aus aller Welt und vertreten internationale Projekte wie das Leipziger Repertoire Thomaner, Theater und Musik in Weimar, das schweizerische OnStage, das britische JazzCats oder das französische Dezède. Diskutiert wurden unter anderem wünschenswerte Sucheinstiege, Formatfragen, das Potential von Normdaten und der mögliche Einsatz von Citizen Science bzw. Crowdsourcing. Der Ertrag der intensiven Diskussionen und Gespräche fließt nun in die Konzeption der Datenbank ein. Seien Sie gespannt auf das Ergebnis!

 

Fotos: SLUB Dresden / Ramona Ahlers-Bergner