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Kategorie: International

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Zu Gast an der SLUB: Breslauer (Pro-)Rektoren besuchen DDZ und Makerspace

Prorektoren und Rektoren der Medizinischen Universität, der Universität, der Technischen Universität, der Wirtschaftlichen Universität und der Naturwissenschaftlichen Universität Wroclaw haben heute im Rahmen ihres Besuchs am Forschungsstandort Dresden die SLUB besucht.

Neben dem Besuch verschiedener Einrichtungen wie der TU Dresden, dem Uniklinikum Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen, die in der Forschungsallianz Dresden concept e.V. verbunden sind, hat die Delegation aus Breslau auch die SLUB besucht und sich das Dresdner Digitalisierungszentrum (DDZ) sowie den SLUB Makerspace angesehen. Generaldirektor Prof. Bürger führte die Kollegen aus Breslau durch das Haus.

Im Rahmen der Eröffnung der DRESDEN-concept Wissenschaftsausstellung in Breslau fand ein erstes Treffen zwischen den Rektoraten der TU Dresden und der fünf Breslauer Universitäten statt. Bei dem Treffen wurden erste Ideen für den Ausbau der Forschungskooperationen besprochen, die nun weiter gedacht werden sollen. Besonderes Interesse legen die Besucher auch auf die Digitalisierung im Bibliothekswesen.

 

 

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Konzertprogramme im FID Musik – Experten beraten sich in der SLUB

Konzertprogramme und -daten nehmen in der musikwissenschaftlichen Forschung eine immer größere Rolle ein. So sind in den letzten Jahren verschiedenste Projekte entstanden, die einzelne Quellenkorpora erschließen und unter verschiedenen Forschungsperspektiven in den Blick nehmen – national genauso wie international. Was in Deutschland jedoch bislang fehlt, ist eine zentrale Infrastruktur, die die Ergebnisse dieser Einzelinitiativen unter einem Dach zusammenführt, als zentraler Sucheinstieg fungieren kann und vor allem die zusammengetragenen Daten langfristig sichert und vorhält. Um dieses Desiderat kümmert sich nun die SLUB Dresden im Rahmen des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft, den sie seit Januar 2017 gemeinschaftlich mit der Bayerischen Staatsbibliothek München betreibt.

 

Ziel des DFG-geförderten FID-Programms ist die bestmögliche Unterstützung der Spitzenforschung des Faches – deutschlandweit. Die Musikabteilung der SLUB beteiligt sich mit insgesamt drei Arbeitspaketen an der Ausgestaltung des Angebots und ist Ende Oktober dazu in einen intensiven Austausch mit internationalen Experten getreten: Im Rahmen eines zweitägigen Workshops wurde über die optimale Gestaltung einer Infrastruktur zu Erfassung und Recherche von sogenannten „Music Performance Ephemera“, also Konzertprogrammen, Postern, Rezensionen o.ä., beraten. Ergebnis soll eine Datenbank sein, die sich in Zukunft im Idealfall als ein zentraler Sucheinstieg für Konzertereignisse und ihre Nachweise in ganz Deutschland etabliert – von den Anfängen des Konzertwesens bis hin zur Gegenwart.

 

 

Die Gäste kamen aus aller Welt und vertreten internationale Projekte wie das Leipziger Repertoire Thomaner, Theater und Musik in Weimar, das schweizerische OnStage, das britische JazzCats oder das französische Dezède. Diskutiert wurden unter anderem wünschenswerte Sucheinstiege, Formatfragen, das Potential von Normdaten und der mögliche Einsatz von Citizen Science bzw. Crowdsourcing. Der Ertrag der intensiven Diskussionen und Gespräche fließt nun in die Konzeption der Datenbank ein. Seien Sie gespannt auf das Ergebnis!

 

Fotos: SLUB Dresden / Ramona Ahlers-Bergner

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Die Geographie der tropischen Hochgebirge: Fotografien von Carl Troll & Co. online.

„Eine durch Pracht, Größe und Eigenart ausgezeichnete Natur“ habe den deutschen Geographen Carl Troll (1899-1975) in den bolivianischen Anden „die Mühsalen der Vermessung, die eisige Kälte beim zehnstündigen Arbeiten am Instrument, ebenso vergessen [lassen] wie die Romantik des Lagerlebens“. Zusammen mit verschiedenen Begleitern, darunter der Bergsteiger und Geophysiker Karl Wien (1906-1937) und der Geologe Rudolf Schottenloher (1911-1944) erforschte Troll in den 1920er und 1930er Jahren die geographischen Zusammenhänge in den tropischen Hochgebirgen Südamerikas sowie Ost- und Südafrikas.

 

Das Portal „Weltsichten“ der Deutschen Fotothek präsentiert die fotografischen Nachlässe Carl Trolls (1899-1975), Karl Wiens (1906-1937) und Rudolf Schottenlohers (1911-1944) aus der Sammlung der Deutschen Fotothek. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Bilder ist Teil des im August 2015 begonnenen Projekts „Weltsichten – Digitalisierung und Erschließung fotografischer Archive bedeutender Forschungsreisender“, das von der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Rahmen der Initiative DRESDEN-concept durchgeführt wird. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

 

Es sind vor allem die überwältigenden Dimensionen, die diese Bilder so faszinierend machen: Die trockene Weite der abflusslosen Altiplano-Hochebene in Peru, die majestätischen Abbruchkanten im äthiopischen Simien-Gebirge, aufgrund seiner eindrucksvollen Landschaft und der seltenen Tier- und Pflanzenwelt schon 1978 zu einer der weltweit ersten UNESCO-Weltnaturerbestätten ernannt. Aufnahmen der Wassermassen des Lago Poopó, die die Fruchtbarkeit der sonst oft karg wirkenden Naturräume versinnbildlichen. Der ehemals zweitgrößte See Boliviens galt 2015 durch den hohen Wasserverbrauch lokaler Bergbauunternehmen und der örtlichen Landwirtschaft als ausgetrocknet. Bilder des seltenen Anden-Edelweißes oder von Affenbrotbäumen verdeutlichen die hohe Vielfalt der endemischen Vegetation.

 

Der gesellschaftliche Alltag in diesen Regionen war im frühen 20. Jahrhundert vorwiegend agrarisch geprägt. Das zeigen Fotografien der Kartoffellese oder eines Feldes für Sorghumhirse. Darstellungen des Marktplatzes in der bolivianischen Stadt Potosi oder einer Eisenbahnbrücke auf der Strecke zwischen den eritreischen Städten Massaua und Biscia zeigen die Entwicklungsstände wirtschaftlicher Infrastrukturen. Fotografische Studien zum traditionellen Handwerk dokumentieren das Spinnen von Baumwolle oder die Herstellung von Chicha, ein im Andenraum konsumiertes Bier, das hauptsächlich aus Wasser und Maisstärke hergestellt wird. Insgesamt eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama der geologischen, klimatischen, botanischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wechselbeziehungen in den Naturräumen und Lebenswelten der tropischen Hochgebirge Südamerikas und Afrikas in den 1920er und 1930er Jahren.

 

Carl Troll sah sich in der empirischen Tradition Alexander von Humboldts (1769-1859). Schon während seiner Südamerikareise von 1926 bis 1929 beobachtete er zahlreiche Einzelphänomene, die er im Laufe der Ost- und Südafrikaexpedition von 1933 bis 1934 zusammen mit Karl Wien (1906-1937) und der Italienisch-Ostafrikareise von 1937 mit Rudolf Schottenloher (1911-1944) zu einem umfassenden geographischen Gesamtbild zusammenfügte. Meist zu Fuß oder mit dem Reittier, zum Teil auch mit dem Automobil, dem Schiff oder der Eisenbahn gelangten die Forschungsreisenden in abgelegene Gegenden, wo sie Landschaften kartographierten, Klimadaten erhoben, Pflanzen für Herbarien sammelten und zusammen über 10.000 Fotografien aufnahmen.

 

Mehr als 8.000 Aufnahmen wurden überliefert und sind nun erstmalig über das Internetportal „Weltsichten“ der Deutschen Fotothek abrufbar. Zusammen mit dem Nachlass Carl Trolls im Archiv des Geographischen Instituts Bonn oder den online recherchierbaren Herbarien, die der Geograph unter anderem an verschiedene botanische Gärten und naturkundliche Museen in den USA verkaufte, ergibt sich die einmalige Möglichkeit einer systematischen und historischen Aufarbeitung zentraler Ergebnisse der geographischen Erforschung der tropischen Hochgebirge.

 

Insgesamt werden im Rahmen des Projektes Weltsichten rund 86.000 historische Aufnahmen aus den umfangreichen Fotosammlungen der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen auf der Internetplattform www.deutschefotothek.de/weltsichten online gestellt.

 

Der Gesamtbestand umfasst geografische, geologische, botanische und anthropometrische sowie ethnografische Motive, die von europäischen Forschungsreisenden aus der Zeit von 1870 bis 1960 stammen. Neben Troll, Wien und Schottenloher gehören zu den Bildautoren bedeutende Geografen und Ethnologen wie Hans Meyer (1858–1929) oder Egon von Eickstedt (1892–1965). Ihre Aufnahmen verdeutlichen das ausgeprägte Interesse für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in außereuropäischen Regionen der Welt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Als historische Dokumente einer zunehmenden Globalisierung zeigen viele dieser Bilder zudem die Folgen des europäischen Kolonialismus. Das Erschließungsprojekt „Weltsichten“ möchte somit die kritische Auseinandersetzung mit eurozentrischen Betrachtungsweisen ermöglichen und multiperspektivische Sichtweisen auf die Welt eröffnen.

 

„Traurige Tropen“ nannte der französische Soziologe und Ethnologe Claude Lévi-Strauss (1908-2009) die Regionen in der heißen Klimazone, die seiner Ansicht nach schon in den 1930er Jahren akut durch westliche Einflüsse bedroht waren. Aus dieser Perspektive sind die Aufnahmen wichtige historische Bildquellen aus den tropischen Hochgebirgen, die im frühen 20. Jahrhundert noch relativ unberührt waren von den gravierenden Auswirkungen durch Urbanisierung, Klimawandel und Landwirtschaft. Indem sie die Einflüsse europäischer Kolonialmächte dokumentieren, zeigen sie jedoch auch die Anfänge dieser Entwicklungen. Letztlich werden den Aufnahmen weder pathetische Ergriffenheit noch kulturpessimistische Trauer gerecht. Für geographische Zwecke fotografiert ermöglichen sie vielmehr eine differenzierte Betrachtung der historischen Naturräume und Lebenswelten in den tropischen Hochgebirgen.

 

Bildquellen

 

www.deutschefotothek.de/documents/obj/71574889

www.deutschefotothek.de/documents/obj/71574927

www.deutschefotothek.de/documents/obj/71578123

www.deutschefotothek.de/documents/obj/71575181

 

Publikationen und Literatur in Auswahl

 

Schottenloher, Rudolf: Ergebnisse wissenschaftlicher Reisen in Äthiopien. II. Die Cercer-, Garamullata- und nördlichen Arrusi-Bergländer auf der Somali-Hochscholle. In: Petermanns geographische Mitteilungen, 85. Jahrgang, Gotha 1939, S. 265-277.

Troll, Carl: Anden und Cordillera Real. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Bd. 60, Innsbruck 1929, S. 35-53.

Troll, Carl: Meine Anden-Expedition 1926-1929. In: Deutsche Forschung. Aus der Arbeit der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft, Heft 13: Reisen und Ausgrabungen, Berlin 1930, S. 56-75.

Troll, Carl: Bericht über eine Forschungsreise durch das östliche Afrika. In: Koloniale Rundschau. Zeitschrift für koloniale Länder-, Völker-, und Staatenkunde, 26. Jahrgang, Heft 5, Berlin 1935, S. 273-306.

Lévi-Strauss, Claude: Traurige Tropen, Leipzig 1988. 

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Kunst in der Mittagspause: Ursonate to go

Die Mensagänger des Siedepunktes kamen am Mittag des 8. August 2017 in den Genuss einer ganz besonderen Vorspeise: Sie konnten direkt von der Warteschlange aus die Aufführung der Ursonate von Kurt Schwitters vor der Bereichsbibliothek DrePunct genießen, die die tschechischen Künstler PhDr. Jaromír Typlt (links im Bild) und Dr. Pavel Novotný dort zu Gehör brachten.

 

Das dadaistische Klanggedicht sorgte zunächst durchaus für irritierte Gesichter, ließ dann aber viele Essensuchende den knurrenden Magen vergessen und amüsiert und fasziniert zugleich einen Platz auf den Treppen vor der Mensa und Bibliothek einnehmen.

 

 

Anlass der Aufführung war die derzeit stattfindende Ausstellung zur Tschechischen Avantgardebuchkunst, die noch bis zum 31. August 2017 im Buchmuseum der SLUB zu sehen ist.

 

Foto: SLUB Dresden / Ramona Ahlers-Bergner

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Nachrichten haltbar machen – Die internationale IFLA-Satellitenkonferenz findet in Dresden statt

Am 16. und 17. August richtet die SLUB Dresden die IFLA-Satellite Conference zum Thema Nachrichtenmedien aus. Die Tagung befasst sich unter dem Titel „Relying on News Media. Long Term Preservation and Perspectives for Our Collective Memory“ in 19 Präsentationen und Vorträgen vor allem mit den Aussichten und Herausforderungen der Langzeitarchivierung von Nachrichtenmedien. Das Programm finden Sie hier.

 

Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch, alle Vorträge werden auch per Livestream über das Internet übertragen (www.slubdd.de/ifladay1 bzw. www.slubdd.de/ifladay2). Die Wissenschaftler und Teilnehmer erwartet darüber hinaus ein kulturelles Rahmenprogramm, welches verschiedene Anlässe zum kreativen Austausch bietet. Der diesjährige Weltkongress der IFLA findet anschließend vom 19. bis 25. August in Wroclaw, Polen, unter dem Motto „Libraries. Solidarity. Society.“ statt.

 

Die IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) ist die internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen, die derzeit mit 1.700 Mitgliedern aus 150 Ländern etwa 500.000 Bibliotheken repräsentiert. Sie vertritt die Interessen des Bibliotheks- und Dokumentationswesens und setzt sich für die Entwicklung qualitativer Bibliotheks- und Informationsdienste sowie die Förderung des freien Zugangs zu Informationen ein.

 

Dem jährlichen Weltkongress, den die IFLA organisiert, sind mehrere Satellitenkonferenzen in verschiedenen Ländern vorangestellt. Neben Deutschland als Tagungsland gibt es in diesem Jahr weitere Satellitenkonferenzen in Litauen, Rumänien, der Schweiz und der Slowakei.