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SLUBlog

Kategorie: Openness

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SLUB unterstützt Open Access-Verlag

Die SLUB setzt mit ihrer Mitgliedschaft beim Verlag Open Book Publishers ihren strategischen Einsatz für Open Access, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur, fort.

 

Der junge Verlag führt ein interessantes Programm mit einem Schwerpunkt auf geistes- und sozialwissenschaftlichen Titeln. Bemerkenswert ist aber vor allem der innovative Ansatz, alle Bücher grundsätzlich auch als kostenfreie Online-Bücher zur Verfügung zu stellen.

 

Die SLUB Dresden ist als erste deutsche Bibliothek seit kurzem Mitglied und unterstützt mit diesem Library Membership dieses aus unserer Sicht zukunftweisende, offene Verlagskonzept.

 

SLUB-Nutzer können über den SLUB-Katalog zu den Büchern des Verlagsprogramms finden und diese in allen zur Verfügung gestellten elektronischen Formaten (pdf, epub, mobi) auf ihre Rechner herunterladen. Suchen können Sie die Bücher wie üblich über die bibliografischen Angaben (Titel, Autor usw.). Aber auch die Titel der einzelnen Kapitel sind im SLUB-Katalog nachgewiesen.

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Openness in (Musik-)Bibliotheken und Archiven

Wie können Wissen und Kulturgut der Wissenschaft und Öffentlichkeit in der digitalen Welt möglichst barrierefrei und offen zugänglich gemacht werden? Die Themenkreise der konsequenten Anwendung und Durchsetzung von Open Access, Open Source und Open Data treiben auch die SLUB Dresden seit langem um – die Verleihung der Open Library Badge 2016 ist deutliches Zeichen der verfolgten Strategie größtmöglicher Offenheit.

 

Doch gerade im Bereich der Musik sind der digitalen Bereitstellung von Materialien als Teil dieser Openness-Strategie Grenzen gesetzt – Urheber- und Leistungsschutzrechte bilden eine komplexe Gemengelage. Nichtsdestotrotz fördert die Musikabteilung der SLUB mit verschiedenen Projekten den Grundsatz, relevante Forschungsquellen und Materialien – sofern rechtlich möglich – unter freien Lizenzen digital zugänglich zu machen und damit Kulturgut nachhaltig zu sichern und zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen können in den Digitalen Sammlungen und der Digitalen Mediathek sowie in der Deutschen Digitalen Bibliothek rund um die Uhr und weltweit genutzt werden. Das „Archiv der Stimmen“ der Mediathek stellt beispielsweise mehr als 18.000 Tonaufnahmen aus der Schellackära und damit erstmals ein umfangreiches Korpus zur Interpretationsgeschichte von E-Musik bereit. Insgesamt sind in der Digitalen Mediathek bereits mehr als 36.000 digitalisierte Tondokumente verfügbar. Und die Bereitstellung historischer Notenmaterialien erreicht internationale Resonanz: Als Folge der unlängst abgeschlossenen Hofmusikprojekte, in deren Rahmen mehr als eine Million Seiten historischer Noten aus dem Umfeld des Dresdner Hofes digitalisiert wurden, sind beispielsweise bereits mehrere neue Werkausgaben erschienen und wichtige Forschungsergebnisse zu verzeichnen. So titelte der Vivaldi-Forscher Michael Talbot gerade erst „Eine weitere Fehlzuschreibung (und Wiederentdeckung) zu Vivaldi in Dresden“. Er lobt explizit die Digitalisierungsbemühungen der SLUB, auf deren Grundlage die vorgestellten neuen Erkenntnisse beruhen.

 

 

Karolin Schmahl, Expertin für Metadatenmanagement und Standardisierung, ist an der SLUB für die Betreuung der Fachstelle Mediathek-Ton der Deutschen Digitalen Bibliothek zuständig. Sie hat sich unlängst über Möglichkeiten und Probleme von digitalen „offenen Musikarchiven“ im Rahmen der Sendung „SWR2 Cluster“ mit Martin Hagen unterhalten und damit einen wichtigen Aspekt der sogenannten „Openness“ in Bibliotheken näher beleuchtet. Die Sendung steht in der Mediathek des Senders – und auch in der SLUB– zum Nachhören bereit. Viel Spaß beim Hören!

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Das Barcamp für Fans von Wikipedia und Bibliotheken findet am 3. Dezember 2016 in der SLUB Dresden statt

„Opa erzählt vom Krieg“, oder: Als Autor dieses Blogpostings möchte ich erstmal kurz davon plaudern, wie es sich in den 1990er Jahren in einer wissenschaftlichen Bibliothek angefühlt hat. (Ich war dabei, als studentische Hilfskraft, damals!!) Damals – da sah es so aus, als könnten, ja müssten die MitarbeiterInnen wissenschaftlicher Bibliotheken die „Gatekeeper des Wissens“ bleiben. Aus den Abos für gedruckte Zeitschriften waren Subskriptionen digitaler Zeitschriften geworden, an die man nur hinter den Lizenz-Paywalls der Bibliotheken kam. Um „ordentlich“ zu recherchieren kam man nicht umhin, sich – von BibliothekarInnen natürlich – die Verwendung einiger – ebenfalls lizensierter! – Datenbanken erklären zu lassen.

 

Wie sehr hat sich die Welt seitdem geändert! Von der Recherche über den Zugriff auf die wissenschaftlichen Materialien bis hin zu deren Auswertung und Weiterverarbeitung gibt es mittlerweile hunderte Tools, von denen die meisten kostenlos im Netz zur Verfügung stehen. Auf die Frage, wo und wie denn die „ordentliche“ Recherche stattzufinden habe, gibt es überhaupt keine leichte, einfache Antwort mehr. Ganz zu schweigen vom Content selbst. Irgendwann war plötzlich viel vom Phänomen Open Access zu hören, und heute dreht sich die Diskussion bereits um die Frage, zu welchen Konditionen und wann genau die vollständige Transformation des Publizierens in wissenschaftlichen Fachzeitschriften nach „Open“ zu erwarten ist.

 

Wie unter einem Brennglas konnte man die Auswirkungen des offenen Webs auf den Umgang mit wissenschaftlichen Informationen in den vergangenen 15 Jahren anhand der Wikipedia beobachten. Greifen wir drei Datenpunkte aus den vergangenen zwei Jahren heraus:

 

  • An jedem beliebigen Tag benutzen 10,5% aller Deutschen ab 14 Jahren die Wikipedia. (MedienVielfaltsMonitor II/2015)
  • 42% aller Jugendlichen (12 bis 19 Jahre alt) in Deutschland lesen regelmäßig Wikipedia, 11% täglich. (JIM-Studie 2015)
  • 94% der MitarbeiterInnen deutscher Hochschulen und Universitäten nutzen Wikipedia beruflich. (Pscheida et al 2014)

 

Insbesondere den letzten Punkt finde ich beeindruckend. Auch wenn manche von denen, die heute in Lehre und Forschung arbeiten, noch keine Sprache dafür gefunden haben: Zumindest stillschweigend ist die Wikipedia anscheinend zu einem der großen Wegweiser im Land der wissenschaftlichen Information geworden. Ein Online-Lexikon, dessen Inhalt komplett unter freien Lizenzen steht, und bei dessen kollaborativer Bearbeitung die traditionelle Ökonomie wissenschaftlicher Anerkennung außer Kraft gesetzt zu sein scheint.

 

Die vielen Formen, in denen das gemeinschaftliche Pflegen einer solchen Wissensbasis heute stattfindet, sind näherer Betrachtung wert. Nicht nur für die (Hochschul-)Lehre, denn Wikipedia wirkt natürlich in die Lehre zurück, und von der Berührung zwischen beiden können alle Beteiligten profitieren. Sondern auch für BibliothekarInnen: Wenn das oben gesagte zutrifft, dann müssen wir quasi umlernen. Der sicher geglaubte, stabil strukturierte Wissensschatz hinter „unseren“ Gateways – er stellt sich nun als eine Insel heraus, eine dahin schmelzende Insel in einem weiten, bewegten Ozean freien Wissens, vielfältiger Wege und Tools, und außer Kraft gesetzter Hierarchien wissenschaftlicher Arbeitsteilung und Anerkennung.

 

Wir an den Bibliotheken bringen etwas mit, dass sich auf diesem stürmischen Ozean als höchst nützlich erweisen könnte: Die Autonomie, den Raum und die Ruhe, die digitale Allmende auf lange Sicht mit zu hüten und zu gestalten. Aber das Manövrieren auf dem Meer des freien Wissens können wir nur gemeinsam erlernen und erproben. Wie ginge das besser als mit dutzenden unglaublich kreativen, erfahrenen WikipedianerInnen? Einen ganzen Tag lang im freien Austausch, mitten in einer der fortschrittlichsten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands? Nicht weniger als dies bietet das

 

WikiLibrary Barcamp am 3. Dezember 2016 an der SLUB Dresden.

 

Ich bin bin geehrt und wirklich gerührt, als ein „Pate“ (so eine Art Marketing-Maskottchen) dieser Veranstaltung fungieren zu dürfen. Mit bisher 60 Angemeldeten (und was für eine bunte und vielversprechende Teilnehmenden-Liste das ist!) ist das BarCamp zwar schon gut gefüllt, aber spät Entschlossene dürften immer noch eine Chance haben sich anzumelden. Auf der Wikiseite sowie bei Twitter (unter #BINDA) wird manches auch von außen mitzuverfolgen sein.

 

Über den Autor: Lambert Heller ist Leiter des Open Science Lab der Technischen Informationsbibliothek (TIB). Außerdem arbeitet er beratend in den Bereichen Digitales Publizieren, Open Access, Forschungsinformationssysteme und Literaturverwaltung mit. Dieser Text steht unter der CC BY-Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International und erschien zuerst im Blog der TIB.

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Komfortable Recherche und 3D-Darstellung: Neue Perspektiven für historische Karten im Virtuellen Kartenforum 2.0

Die Darstellung historischer Karten im Virtuellen Kartenforum 2.0 und ihre Informationsvernetzung wurde mit der Einarbeitung zahlreicher Stadt- und Festungspläne u. a. von Dresden auf eine neue Stufe der raum-zeitlichen Bestandsrecherche gestellt. So ist es nun möglich, die georeferenzierten Karten im Virtuellen Kartenforum aus verschiedenen Epochen, mit unterschiedlichen Maßstäben und Themen digital übereinander zu legen und zu vergleichen. Zeitliche Aspekte können mit dem Zeitschieber und verschiedene Kartenarten mit dem neuen Filter auf der linken Seite eingeschränkt werden.

 

Mit dem Button in der Kartennavigationsleiste können Sie zwischen 2D- und 3D-Ansicht wechseln. In der 3D-Ansicht lassen sich die historischen Karten auf einem 3D-Geländemodell - hier "STK World Terrain" - darstellen.

 

Durch das gleichzeitige Drücken von STRG- und linker Maustaste sowie der Bewegung der Maus in der 3D-Ansicht können Sie nun auch die Perspektive verändern. Der Button mit dem Kreuz ermöglicht die Erstellung eines Links, mit welchem die aktuelle Kartensicht mit anderen Nutzern geteilt werden kann. Probieren Sie es einfach aus.

 

Über 7.000 Karten wurden im Virtuellen Kartenforum 2.0 mittlerweile georeferenziert und stehen für alte und neue Forschungsfragen zur Verfügung. Weitere 2.147 Karten sind noch zu bearbeiten, um sie zu referenzieren. Für deren Georeferenzierung sind wir auf Unterstützung angewiesen. Auch dafür hat das Virtuellen Kartenforum 2.0 nun einen verbesserten Georeferenzierungsklienten bekommen.

 

Das Virtuelle Kartenforum 2.0 entstand im DFG-geförderten Projekt "Virtuelles Kartenforum 2.0" als serviceorientierte virtuelle Forschungsumgebung in der Deutschen Fotothek. Die Weiterentwicklung zu einer virtuellen Forschungsumgebung für individualisierbare Recherchen, für die Einbindung multimedialer Elemente und für systemübergreifenden Austausch und Abgleich von Metadaten ist vorgesehen, aber noch nicht terminiert. Der Quellcode der bisher für das Virtuelle Kartenforum entwickelten Open Source-Software wurde auf Github für die Nachnutzung und Weiterentwicklung dokumentiert. Bitte arbeiten Sie damit weiter.

 

 

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Offenheit zeigen, vertreten und entwickeln – die SLUB erhält Open Library Badge 2016

Bibliotheken stehen seit jeher für den (möglichst) freien Zugang zum Wissen. Mit dem Internet sind viele neue Möglichkeiten hinzugekommen, Wissen frei und - abgesehen von einem Rechner mit Internetzugang - weitgehend voraussetzungslos verfügbar und auffindbar zu machen.

 

In der digitalen Welt sind Open Access, Open Source und Open Data seit Jahren Thema. Es gibt kaum eine (wissenschaftliche) Bibliothek, die sich nicht öffentlich dafür einsetzt, hat Felix Lohmeier - er war bis April diesen Jahres Leiter der IT-Abteilung der SLUB - in seinem Vorschlag einer Openness-Checkliste im Frühjahr 2016 konstatiert. Es mangle oft an der nötigen Konsequenz, denn BibliothekarInnen werben beispielsweise am Campus für Open Access, publizieren aber selbst oft genug noch in Zeitschriften, die nicht unter einer freien Lizenz stehen. Zusammengetragen von ihm und anderen Interressierten aus der Bibliothekscommunity entstand daher eine Liste von kleinen, praktikablen Empfehlungen, die Bibliotheken umsetzen können, um für offene Inhalte einzutreten und die eigenen Angebote offen weiter zu entwickeln. Offenheit umfasst dabei in Anlehnung an Don Tapscott die Aspekte Zusammenarbeit, Transparenz, Teilen und Ermöglichung von Selbstbestimmung, wie Lohmeier in seinem Vortrag auf der Inetbib-Tagung 2016 in einer Folie ausführt:

 

  • Zusammenarbeit: "Offenheit, die entsteht, wenn die Grenzen von Organisationen poröser, fließender und offener werden"
  • Transparenz: "Hier geht es um die Vermittlung relevanter Informationen an die Interessensvertreter von Organisationen: Angestellte, Kunden, Geschäftspartner, Aktionäre und so weiter."
  • Teilen: "Bei Transparenz geht es um den Austausch von Informationen. Teilen ist das Aufgeben von Besitz, von intellektuellem Eigentum."
  • Ermächtigung: "Es geht mir nicht um ein Gefühl von Mutterschaft. Wissen und Intelligenz sind Stärke und weil sie immer besser verteilt sind, kommt es zu einer gleichmäßigen Verteilung, Dezentralisierung und Machtzerfall in unserer heutigen Welt."

 

Offenheit kann in der Wissenschaft konkret auf verschiedenen Ebenen erfolgen:

 

"The range of ‘Opens‘" von Lilian van der Vaart u.a.; unter CC BY-SA 3.0

 

Aus der Checklisten-Idee ist schließlich im vergangenen Sommer die Initiative Open Library Badge entstanden. Auf der Website heißt es:

 

Ziel der Initiative Open Library Badge (OLB) ist es, ein Anreizsystem für Bibliotheken zu schaffen, die das Konzept der Offenheit verfolgen. Der Badge soll entsprechende Aktivitäten und Angebote von Bibliotheken sichtbar machen. Er richtet sich sowohl an die Fachöffentlichkeit als auch an die eigenen NutzerInnen und soll eine Belohnung für den bibliothekarischen Einsatz für mehr Offenheit in Wissenschaft und Gesellschaft sein.

 

Die SLUB hat sich im Rahmen der diesjährigen Open Access Week erfolgreich um den neuen Open Library Badge 2016 beworben. Sie erhält das "Abzeichen" 2016 für die Erfüllung von vier der zehn Kriterien mit folgenden Aktivitäten:

 

 

Mit der Ehrung ist, ähnlich eines Zertifikats, das Recht verbunden, das Badge-Logo auf der SLUB-Website zu führen.

 

Die Badge-Verleihung ist Anerkennung und Ansporn zugleich, die SLUB-Dienstleistungen sukzessive weiter zu entwickeln. Es gibt noch viel zu tun. Wer mehr zum Hintergrund zu "Offenheit und Bibliotheken" aus SLUB-Perspektive erfahren möchte, hier zwei Lektüretipps:

 

  • Lohmeier, Felix, und Jens Mittelbach. „Offenheit statt Bündniszwang“. Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 61, Nr. 4–5 (14. Oktober 2014): 209–14. doi:10.3196/1864295014614554     
  • Mittelbach, Jens. „Modernes Datenmanagement: Linked Open Data und die offene Bibliothek“. o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 2, Nr. 2 (14. Juli 2015): 61–73. doi:10.5282/o-bib/2015HS61-73