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Kategorie: Ausstellungen

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Bücher zum Sehen – Vortrag zu Fotografie in der tschechischen Avantgardebuchkunst am 3. Mai

Am Mittwoch, den 3. Mai 2017, ist ein weiterer Experte zur tschechischen Avantgardebuchkunst zu Gast in der SLUB: Jindřich Toman, Professor für slawische Sprachen und Literatur an der University of Michigan (USA).

 

Sein Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Tendenzen, die sich im Design des tschechischen Buchs der zwanziger Jahre abzeichnen. Die Rolle der verschiedenen Formen der Photographie, der Einfluss der abstrakten Kunst und neue Entwicklungen in der Typographie werden dargestellt. Der internationale Kontext dieser Tendenzen wird dabei betont – das Projekt des Buchs zum Sehen ging weit über die nationalen Grenzen hinaus.

Im Anschluss an den Vortrag führt Kuratorin Anne Hultsch durch die Ausstellung im Buchmuseum.

 

Die Ausstellung „Tschechische Avantgardebuchkunst. Die Sammlung Vloemans.“ ist bis 31. August 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr im Buchmuseum der SLUB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Anfang 2016 erwarb die SLUB die Sammlung Vloemans von dem gleichnamigen, international renommierten holländischen Antiquar und Sammler. Seine weltweit geschätzte Kollektion umfasst über 400 Bücher und Periodika aus der Zeit von 1918 bis 1938, darunter viele Widmungs- und Vorzugsausgaben in bestem Erhaltungszustand. Diese werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern und mit der Förderung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

 

Jindřich Toman „Bücher zum Sehen: Photographie, Photomontage und Neue Typographie im Buch der tschechischen Avantgarde“
3. Mai 2017, 19:00 Uhr im Vortragssaal der SLUB
Eintritt frei

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Der Natur auf der Spur - Maria Sibylla Merians Kupferstichwerke in der SLUB

Anlässlich des 300. Todesjahres der Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (SLUBlog am 11. April 2017) sind ihre beiden faszinierenden Werke über die Entwicklung europäischer und südamerikanischer Schmetterlinge und anderer Insekten und über deren Futterpflanzen in der Schatzkammer der SLUB zu sehen.

 

Merian scheute keine Mühe und keine Kosten, um ihre Beobachtungen an den von ihr gesammelten und gehaltenen Tierchen genauestens in Wort und Bild festzuhalten und zu publizieren. So wurde sie zur ersten allseits anerkannten Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Entomologie (Insektenkunde). Wie den ebenfalls ausgestellten alten Bibliothekskatalogen zu entnehmen ist, stammen die in der SLUB vorhandenen Exemplare aus den Sammlungen Johann Heinrich von Heuchers, Leibarzt August des Starken, und des Grafen Heinrich von Brühl, darunter ein von Merian selbst koloriertes Exemplar des Prachtwerkes über die Insekten von Surinam.

 

Der Natur auf der Spur - Maria Sibylla Merians Kupferstichwerke in der SLUB
Schatzkammer des Buchmuseums
2. Mai bis 19. Juni 2017, täglich 10 bis 18 Uhr
Eintritt frei

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Willy Gehler. Karrieren eines deutschen Bauingenieurs: Studentische Ausstellung im DrePunct

Stahlbeton ist heute ein omnipräsentes Baumaterial, das die Druckfestigkeit des Betons mit der Zugfestigkeit des Stahls kombiniert. Graue Betonoberflächen, die versteckte Metallkerne umhüllen, gestalten weite Teile des menschlichen Technotops und werden allenfalls aus ästhetischen Gründen abgelehnt. Die Funktionalität steht dagegen nicht mehr infrage. Vor hundert Jahren war es keineswegs selbstverständlich, Bauten in Stahlbeton zu konstruieren. Vielmehr blieb es einer kleinen Avantgarde von Bauingenieuren vorbehalten, das Fundament für die heute fest etablierte Stahlbetonbauweise zu legen. Studierende aus einem Praxisseminar am Institut für Geschichte konzipierten eine Ausstellung, die sich einem von ihnen widmet: dem Ordinarius der Technischen Hochschule Dresden Willy Gehler (1876–1953). Er studierte, lehrte und forschte in Dresden und hinterließ mit seinen Bauten auch im Stadtgebiet Spuren.

 

 

Die Ausstellung wird im Rahmen des Workshops "Willy Gehler – Versuch einer Einordnung" am 11. April 2017, 16:30 Uhr in der SLUB in der Bereichsbibliothek DrePunct eröffnet. Sie basiert auf den Ergebnissen des von der DFG gefördeten Forschungsprojekts "Willy Gehler (1876–1953) – Spitzenforschung, politische Selbstmobilisierung und historische Rezeption eines bedeutenden Bauingenieurs und Hochschullehrers im ‚Jahrhundert der Extreme‘".

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Eröffnung am 5. April: Tschechische Avantgardebuchkunst. Die Sammlung Vloemans

Die Texte konnte ich nicht lesen, aber die Gestaltung der Bücher verstand ich, die witzigen Illustrationen und originellen Einfälle, das Neue und Besondere begeisterte mich

 

so blickt der deutsche Antiquar und Sammler Jürgen Holstein auf seine Begegnung mit Büchern der tschechischen Avantgarde zurück.

 

 

Sein niederländischer Kollege John Vloemans ließ sich in den 1970er Jahren von dieser Begeisterung anstecken und wurde bald zum "kenntnisreichsten Händler auf dem Gebiet der tschechischen Avantgarde" (Roland Jaeger). Handel und Sammelleidenschaft gingen schnell Hand in Hand. Im Laufe der Jahre entstand seine weltweit geschätzte Sammlung, die über 400 Bücher und Periodika aus der Zeit von 1918 bis 1938 umfasst, darunter viele Widmungs- und Vorzugsausgaben, sämtlich in bestem Erhaltungszustand.

 

2016 konnte die SLUB diese einmalige Sammlung erwerben und zeigt sie vom 6. April bis 31. August 2017 im Buchmuseum erstmals der Öffentlichkeit. Die Ausstellungseröffnung findet am 5. April 19:00 Uhr in Anwesenheit des tschechischen Botschafters im Vortragssaal der SLUB statt, Eintritt frei. Das tschechische Orchestr Ježkovy stopy begleitet die Eröffnung musikalisch.

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Unser Tipp für den Weihnachtsspaziergang: wertvoller Sachsenspiegel noch bis 29.01.2017 in der SLUB zu sehen

Ob Diebstahl, Mord oder Totschlag – im Mittelalter wurden solche Delikte nicht nach einem einheitlichen staatlichen Gesetzbuch geahndet, sondern nach dem regional praktizierten Gewohnheitsrecht. Es war der rechtskundige Sachse Eike von Repgow, der zwischen 1220 und 1235 erstmals  das im östlichen Harzvorland mündlich tradierte Gewohnheitsrecht zunächst in lateinischer Sprache aufzeichnete und es dann ins Deutsche übertrug. So entstand der Sachsenspiegel, das bedeutendste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters – mit Vorbildfunktion für weitere mittelalterliche Rechtsbücher bis hin zum heutigen Bürgerlichen Gesetzbuch.

 

 

Von insgesamt ca. 470 nachweisbaren Handschriften des Sachsenspiegels haben sich nur vier durchgehend bebilderte Handschriften aus dem 14. Jahrhundert erhalten, die heute in Heidelberg, Oldenburg, Dresden und Wolfenbüttel aufbewahrt werden. Die Dresdner Bilderhandschrift ist mit 924 Bildstreifen auf 92 Blättern die vollständigste und künstlerisch qualitätvollste.  Bereits zu Zeiten des Kurfürsten August (1553 bis 1586) befand sich die Handschrift in der Dresdner Bibliothek. Bei der Zerstörung des Bibliotheksgebäudes 1945 erlitt sie einen schweren Wasserschaden und wurde 1989 bis 1999 in Wolfenbüttel restauriert. Aus konservatorischen Gründen wird die Originalhandschrift nur sechs Wochen im Jahr gezeigt. Aktuell ist der Dresdner Sachsenspiegel noch bis 09. Januar 2017 in der Schatzkammer des Buchmuseums zu sehen - und ein schönes Ausflugsziel für den Weihnachtsspaziergang.

 

Zusätzlich digitales 3D-Erlebnis im Foyer der SLUB

Seit 2008 ist der Sachsenspiegel auch rund um die Uhr in den Digitalen Sammlungen der SLUB zugänglich. Aktuell können Sie die digitale Version der Bilderhandschrift zudem im Foyer der SLUB in 3D betrachten und durchblättern. Dort testen wir mit dem ZED 10 der Firma Zeutschel ein neues Präsentationssystem. Die Bedienung erfolgt per Gestensteuerung, durch einfache Handbewegungen können Sie das Buch drehen, zoomen und blättern.

 

 

Mit dem ZED 10 setzen wir unsere Tests verschiedener Technik zur attraktiven Präsentation digitaler Objekte fort. Wir suchen nach einer schönen Verbindung zwischen dem originalen Buch und dem digitalen Objekt, wünschen uns dabei eine ansprechende und informative Anzeige der digitalen Bücher. Probieren Sie es aus, wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte! Und vergessen Sie nicht, das digitale Erlebnis mit einem Besuch beim Original eine Etage weiter oben zu verbinden…

 

Der Sachsenspiegel in der Schatzkammer des Buchmuseums
Zellescher Weg 18, 01069 Dresden
Bis 29. Januar 2017, täglich 10 bis 18 Uhr

Bitte beachten Sie: Vom 24. bis 26.12. sowie am 31.12. und 01.01. bleibt das Buchmuseum geschlossen.

Eintritt frei