SLUBlog
Auf den Spuren Gret Paluccas in Quellen und Beständen der SLUB
"Es gibt eine innere Notwendigkeit zu tanzen, woher sie kommt, wissen wir nicht. Ist sie vorhanden, so bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Zwang zu folgen."
~ Gret Palucca
Gibt man den Namen „Gret Palucca“ in die Suchmaske des SLUB-Kataloges ein und drückt auf „Suchen“, merkt man sofort: Wer mehr über die Tanzikone herausfinden möchte wird hier fündig! Zahlreiche Bücher darunter Biografien, Bilder, Videos, Audios, Artikel, Aufsätze als auch Sammlungen und Nachlässe bilden den Bestand rund um Palucca.
Das älteste zuordenbare visuelle Medium ist ein Bild aus dem Bestand der Deutschen Fotothek von 1920, welches die junge Tänzerin ganz am Anfang ihrer Karriere im zarten Alter von 18 Jahren zeigt. Zum Aufnahmezeitpunkt des Bildes lernte Gret Palucca noch als eine der ersten Schülerinnen bei Mary Wigman – einer Ausdruckstänzerin, die die junge Gret, die zuvor dem klassischen Tanz skeptisch gegenüberstand, maßgeblich auf ihrem Weg zum modernen Tanz hin inspirierte und prägte. Der weitere Werdegang Paluccas, von der Etablierung als Solotänzerin bis hin zur Gründung ihrer eigenen Schule und der Zeit danach lässt sich ebenfalls aufgrund des großen Bestandes an Aufnahmen gut nachvollziehen. Nicht zuletzt der Nachlass (mehr als 350.000 Aufnahmen) des vielfach ausgezeichneten DDR-Pressefotografen Erich Höhne, der teilweise mit seinem Kollegen Erich Pohl zahlreiche Aufnahmen von Palucca und ihrer Schule machte, illustriert das spätere Geschehen rund um die Tänzerin und Tanzpädagogin lebhaft.
Machen Sie sich gern selbst ein Bild VOm bestand der Deutschen Fotothek um GRET Palucca

Neben den Fotobeständen der Deutschen Fotothek finden sich in der Handschriftensammlung der SLUB auch Teile des Briefverkehrs von Palucca. Er zeigt, wie gut sie in der damaligen Kunst- und Kulturwelt vernetzt war. Sie korrespondierte mit zahlreichen interessanten Persönlichkeiten ihrer Zeit, eine nennenswerte Vertreterin ist bspw. die Übersetzerin Eva Schumann, welche nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Freital lebte und mehrere bekannte Werke übersetzte. Dazu gehört unter anderem die Edition der Briefe Vincent van Goghs oder einzelne Werke Romain Rollands, Theodore Dreisers und Theun de Vrieses.
Ebenfalls erhalten geblieben sind Briefe Paluccas an den Kunsthistoriker Werner Schmidt, der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und später Präsident der Sächsischen Akademie der Künste war. Gret Palucca selbst war 1950 in die Gründung der Deutschen Akademie der Künste in Ostdeutschland in Berlin involviert, sowie im Zeitraum von 1965 bis 1970 als Vizepräsidentin im Amt.

Außerdem sind Autographe wie beispielsweise Autogramme oder Gästebucheinträge im Handschriftenbestand der SLUB zu finden.
Aufgrund der wachsenden Popularität sowohl um ihre Person als auch um ihre Schule und dem damit verbundenen öffentlichen Interesse wurden ab dem Jahr 1934 viele Interviews, Reportagen und Filme über Palucca aufgenommen und produziert. Ein Teil davon wird ebenfalls in den SLUB-Archiven verwahrt. Einige Filme des Bestandes können an den Sichtplätzen am Infopunkt Musik und im Bereich der Mediathek angeschaut werden.
Abschließend lässt sich der Bücherbestand der Bibliothek über Palucca sehr empfehlen. Mein Lesetipp für alle Interessierten ist das Buch „Gret Palucca: Tanzausbildung hinter dem »Eisernen Vorhang«“. Es gibt durch die detailreichen Beschreibungen der ehemaligen Schülerinnen Cornelia Richter-Dorndeck und Krista Bernewitz, sowie durch die Fotografien des Fotografen Rainer Dorndeck, einen genauen Einblick in die Tanzausbildung der Palucca-Schule in der DDR.
Jubiläum Palucca-Hochschule
Auch nach ihren Lebzeiten wird ihre tänzerische Philosophie gemäß dem Motto: „Ich möchte nicht hübsch und lieblich tanzen“, mit Blick auf den einzelnen Tänzer als individuellen, ausdrucksvollen Künstler an ihrer Schule weitergeführt, welche dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Palucca-Schule.
Von Biografien bis hin zu spannenden Artikeln: Wer etwas über das Leben der Dresdner Künstlerin herausfinden möchte, wird in der SLUB fündig werden. Stöbern Sie gern dazu im Katalog!
Noch ein Tipp für alle Tanzinteressierten:
Das Semperoper Ballett feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Jubiläum, schauen Sie dazu gerne auch auf deren Seiten vorbei.
Zur Verfasserin: Maja Burlacov absolviert seit dem 1.9.2024 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Team Öffentlichkeitsarbeit der SLUB. Dieser SLUBlog ist ihr Jahres- und zugleich Abschlussprojekt im Rahmen ihres FSJ.

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