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Ausstellungsherbst – Aktuelle Präsentationen der Deutschen Fotothek

Nach dem dichten Ausstellungsprogramm, das die Deutsche Fotothek 2024 anlässlich ihres 100jährigen Bestehens im Buchmuseum der SLUB und andernorts realisiert hat, gehen die kuratorischen Aktivitäten auch in diesem Jahr weiter.

Loungeaffairs #7. Evelyn Krull. Mode und Experiment

Im September laufen gleich drei Ausstellungen, mit ganz unterschiedlichen Positionen aus der Sammlung der Fotothek. In der Reihe loungeaffairs sind in der Bib-Lounge – der Cafeteria der SLUB – unter dem Titel Mode und Experiment Werbeaufnahmen der Fotografin Evelyn Krull (*1942 in Breslau) zu entdecken. Nach einer Ausbildung in einem Dresdner Studio für Porträt- und Theaterfotografie konnte sich Evelyn Krull gleich zu Anfang ihrer Karriere erfolgreich als Werbefotografin etablieren. 1968 gründete sie zusammen mit ihrem Mann Dieter Krull (1936–2024) das GFF-Studio in Dresden und entwickelte große Werbekampagnen. Die Ausstellung präsentiert einen Werkausschnitt aus den 1960er und frühen 1970er Jahren. Gekonnt werden fotografische Mittel wie harte Schwarz-Weiß-Kontraste und extreme Nahaufnahmen eingesetzt, um Damenmode mit einem Fokus auf Texturen und Muster innovativ in Szene zu setzen. Kokettes Rollenspiel wechselt sich in Krulls Portfolio ab mit raffinierten Kompositionen, in denen die Figuren abstrahiert werden.

Loungeaffairs #7. Evelyn Krull. Mode und Experiment ist bis Anfang Dezember 2025 zu sehen.
Ort: Bib-Lounge in der SLUB, Zellescher Weg 18, 01069 Dresden
Öffnungszeiten: Montag–Freitag, 10–18 Uhr
Eine Publikation ist im publish&print Verlag Dresden erschienen und zum Preis von 10 € zu erwerben hier
Evelyn Krull auf der Webseite der Deutschen Fotothek​​​​​​​

TREFFER! Lieblingsbilder aus der Deutschen Fotothek

Eine Ausstellung, die letztes Jahr in der Bib-Lounge zu sehen war, wird aktuell in erweiterter Form im Ausstellungsraum bautzner69 in der Dresdner Neustadt präsentiert: TREFFER! Lieblingsbilder aus der Deutschen Fotothek. Das Jubiläum war Anlass, Nutzerinnen und Nutzer sowie Kolleginnen und Kollegen nach einem Lieblingsbild aus der Sammlung der Fotothek zu fragen. Das Konzept des „Lieblingsbilds“ fungierte dabei als ein Ansatzpunkt für eine Suche in einer Sammlung, die mit über 2,4 Millionen online recherchierbaren Fotografien einen schier unendlichen Bilderpool darstellt.

Die Bildauswahl, die über diesen Aufruf zustande kam, erzählt nicht nur von den vielfältigen Interessen der Nutzenden, sondern legt, obgleich das Ergebnis zufallsbasiert ist, erstaunlicherweise auch bestimmte Charakteristika der Sammlung offen, etwa das Geschlechterverhältnis oder den Anteil von Schwarzweißfotografie. Begleitet werden die Bilder von einem Statement, in dem erklärt wird, warum gerade dieses oder jenes Bild der persönliche „Treffer“ ist. Thematisiert wird in diesen Texten alles, was Fotografie kann: festhalten, erinnern, anrühren, zum Lachen bringen, aber auch zum Nachdenken anregen. Die Präsentation in Form von Neuprints soll inhaltliche wie formale Verbindungslinien zwischen den Bildern sichtbar machen, aber vor allem Lust machen, in den Tiefen und Weiten der Sammlung der Fotothek das eigene Lieblingsbild zu entdecken.

TREFFER! Lieblingsbilder aus der Deutschen Fotothek läuft bis zum 13. September 2025.
Ort: bautzner69/publish&print, Bautzner Straße 69, 01099 Dresden
Öffnungszeiten: Donnerstag–Samstag, 16–19 Uhr (und nach Vereinbarung)
www.publishandprint.de
Alle „Lieblingsbilder“ sind unter diesem Stichwort auf der Website der Deutschen Fotothek zu finden.
Haben auch Sie ein „Lieblingsbild“? Einsendungen an: news.fotothek@slub-dresden.de

 

Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist

Die große Retrospektive zu Dirk Reinartz (1947–2004), die zusammen mit der Stiftung F.C. Gundlach in Hamburg und dem LVR-Landesmuseum Bonn erarbeitet wurde, wird nach Bonn im letzten Jahr ab dem 7. September in der Kunsthalle Erfurt zu sehen sein. Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist stellt einen der bedeutendsten Fotojournalisten und Bildautoren der späten Bundesrepublik und des wiedervereinigten Deutschlands mit seinen zentralen Themen vor.

Dazu zählen die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, den deutsch-deutschen Beziehungen, Fragen nach sozialer Ungleichheit oder dem Fremden im Eigenen bzw. vice versa. Aus seinem Werk ragt wohl als eindrücklichste Arbeit die Beschäftigung mit den deutschen Konzentrationslagern heraus, publiziert und vielfach ausgestellt unter dem Titel totenstill. Die Ausstellung präsentiert nicht nur Dirk Reinartz’ große Werkgruppen wie Kein schöner Land, Deutschland durch die Bank oder Innere Angelegenheiten, sondern auch die wichtigsten Reportagen aus seiner Zeit als Stern-Reporter und später für das ZEIT-Magazin. Neben bislang unveröffentlichtem Bildmaterial aus dem Nachlass, etwa von einem Road Trip in den USA 1976, wird auch Quellenmaterial zu Dirk Reinartz’ fotografischer Praxis wie auch zur Produktion seiner Fotobücher – für ihn ein wichtiges Medium des Zeigens seiner Aufnahmen – vorgestellt.

Dirk Reinartz. Fotografieren, was ist läuft vom 7. September bis zum 16. November 2025.
Die Eröffnung findet am Samstag, den 6. September, um 18 Uhr, statt.
Ort: Kunsthalle Erfurt, Fischmarkt 7, 99084 Erfurt
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 11–18 Uhr sowie Donnerstag, 11–22 Uhr
Zur Ausstellungsseite der Kunsthalle Erfurt
Dirk Reinartz auf der Website der Deutschen Fotothek

Zum Schluss noch ein Ausblick: Vom 4. Oktober bis zum 29. November 2025 wird die Deutsche Fotothek in Kooperation mit bautzner69 zu Gast im Fotohof in Salzburg sein. Mit Photographing Photography – Ein Bildessay aus der Deutschen Fotothek wird anhand von Motiven, die das Fotografische selbst zum Thema haben, ein Querschnitt durch die Sammlung geboten.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier:
https://fotohof.at/
https://publishandprint.de/vorschau-raum

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