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Der Regisseur, Kameramann und Filmsammler Ernst Hirsch wird 90 – wir bewahren sein Erbe!

Die Filmsammlung von Ernst Hirsch dokumentiert das umfassende Lebenswerk des 1936 geborenen Dresdner Kameramanns und Regisseurs. Foto: Oliver Killig

Was diese Sammlung ganz besonders macht: Sie vereint nicht nur Hirschs fertige und veröffentlichte Werke, sondern auch seine privaten Aufnahmen, unveröffentlichtes dokumentarisches Material und unvollendete Filmwerke, genauso wie historische Filmaufnahmen von Dresden, die Hirsch mit Hingabe sammelte. Durch die Sammlung erhalten wir so einen umfassenden und wertvollen Einblick in den kreativen Prozess eines Filmemachers, in die Bilder, die ihn inspirierten, in das, was er ausprobierte ohne es zu veröffentlichen und in die Bedingungen, unter denen er arbeitete.
Aber was bedeutet es eigentlich, ein solches Erbe zu bewahren?
Neben einer fachgerechten Lagerung, die ein langes Überleben der analogen Originale absichert, ist ein wichtiger Teil der Arbeit an der SLUB die Digitalisierung. Indem wir digitale Kopien unserer Filme anfertigen, machen wir sie nicht nur niedrigschwellig und von überall in der Digitalen Mediathek nutzbar, wir schonen so auch das Ausgangsmaterial vor Abnutzung.

Bei der Digitalisierung wird gleichzeitig auch der Zustand der Filme geprüft und notiert. Wenn uns kleinere Schäden auffallen, können wir diese meist direkt reparieren, bei größeren und komplexeren Schadensbildern müssen wir aber meist auf externe Expertise zurückgreifen. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Glücksfund innerhalb der Sammlung: ein stark beschädigter Film von ca. 1903, der bei Übernahme der Hirsch Sammlung bei einer in Dresden erfundenen Amateurfilmkamera – der Kretzschmar – gefunden wurde. Der Film ist ein besonderes, aber sehr fragiles Stück der Dresdner Filmgeschichte; helfen Sie uns die fachgerechte Restaurierung zu finanzieren, indem Sie Filmpat:in werden!
Durch die Digitalisierung werden die Filme nicht nur für Sie, unsere Nutzenden, sichtbar, auch unser bibliothekarisches Personal nutzt die Digitalisate, um Inhalte beschreiben zu können und die Filme so über unseren SLUB-Katalog auffindbar zu machen. Bei der Hirsch-Sammlung fühlt sich dieser Schritt dabei oft wie eine Spurensuche an. In der Sammlung finden sich nämlich nicht nur vollendete, klar abschließbare Werke, mit Titel und Produktionsjahr, sondern auch unvollendete Werke, private Aufnahmen und dokumentarisches Material, das es nie in Berichterstattungen geschafft hat. Bei diesen Filmen müssen wir genauer hinschauen, um alle wichtigen Informationen zu bestimmen und alle Filmrollen korrekt zuzuordnen. So wird es für unsere Nutenden umso leichter, Filme zu finden und den Bestand zu verstehen!
Einige der Hirsch Filme haben diesen Prozess bereits durchlaufen und sind in unserer Digitalen Mediathek verfügbar – schauen Sie vorbei!
Tipp: Viele Schätze der Sammlung Ernst Hirsch können Sie darüber hinaus noch bis 1. November 2026 in der Sonderausstellung der Technischen Sammlungen Dresden sehen:
Ausstellung UNIVERSUM Dresden - der Filmemacher und Filmsammler Ernst Hirsch
Schon gewusst? Seit 2015 unterstützt der Freistaat Sachsen über das Landesdigitalisierungsprogramm für Wissenschaft und Kultur (LDP) und das Programm zur Sicherung des audio-visuellen Erbes in Sachsen (SAVE) die Digitalisierung sächsischen Kulturguts und sorgt damit für Sichtbarkeit, Vermittlung, Erforschung und Sicherung des kulturellen und historischen Erbes. Im Rahmen von SAVE konnten bereits 2020/2021 mehr als 50 unikale Filmrollen von Ernst Hirsch digitalisiert und online bereitgestellt werden. Mit einer Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft kann nun die gesamte Filmsammlung erschlossen und digitalisiert werden.

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