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SLUBlog

Kategorie: Allgemein

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100.000er-Marke in den Digitalen Sammlungen geknackt

 

 

Diese Woche hat der 100.000ste Titel Einzug in die Digitalen Sammlungen der SLUB gehalten. Damit finden Sie in unseren digitalen Kollektionen aktuell 100.147 Titel und über 1,8 Millionen grafische Medien (Fotografien, Karten, Zeichnungen) – von der Arbeiterfotografie bis zur Uhrmacherzeitschrift. Die Jubiläumswerke haben wir passend zum Frühling für Sie ausgesucht: historische Wanderführer aus dem Bestand der SLUB. Wer Lust hat, das gerade frisch ergrünende Sachsen zu Fuß zu erkunden, kann sich also nun – jederzeit und überall – von unseren Wanderheften inspirieren lassen und beispielsweise eine Tour durch Dresden und Umgebung, das Osterzgebirge und die Dahlener Heide planen oder einen Tagesausflug zur Johanniskirche in Zittau oder zur Burg Stolpen anvisieren. Das Besondere: Diese im 20. Jahrhundert herausgegebenen Wanderführer zählen zu den sogenannten vergriffenen Werken – Druckwerke, die zwar noch dem Urheberrecht unterliegen, über den Buchhandel aber nicht mehr zu beziehen sind. Umso wichtiger, diese Werke wieder allgemein zugänglich zu machen!

 

Digitalisiert und veröffentlicht werden dürfen vergriffene Werke, die vor dem 1. Januar 1966 erschienen sind und sich im Bestand einer öffentlichen Einrichtung befinden, sofern die Lizenzierung über die Verwertungsgesellschaften erfolgt ist und der Urheber nicht widerspricht. In den letzten drei Jahren hat sich die SLUB intensiv um die Lizenzierung solcher Werke bemüht. So kommt es, dass Sie in den Digitalen Sammlungen neben den wertvollen alten Beständen, wie mittelalterlichen Handschriften oder Drucken des 15. bis 18. Jahrhunderts, nun auch zahlreiche Werke jüngeren Datums finden.

 

Über das von der SLUB koordinierte Landesdigitalisierungsprogramm wurden bisher rund 4.000 vergriffene Werke aus dem SLUB-Bestand digitalisiert und online zugänglich gemacht. Im Fokus standen dabei Saxonica und Drucke aus Dresdner Verlagen mit den Schwerpunkten Kunst und Germanistik. Falls das Aprilwetter einmal nicht zum Wandern einlädt, sind Sie herzlich eingeladen, auf der heimischen Couch in den über 100.000 Titeln unserer Digitalen Sammlungen zu stöbern. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Und last but not least: ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen, die an dieser Leistung mitgewirkt haben!

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Hauptsache gute Kunst – Hedwig Döbele vermacht der SLUB ihr Galeriearchiv

Ein Wintertag in Dresden-Blasewitz. Wir sitzen gemeinsam mit Hedwig Döbele in ihrer Galerie und blättern durch deren Gästebücher. Dabei erzählt sie Anekdote um Anekdote: von Ausstellungen, Starkünstlern und den alltäglichen Stolpersteinen im Galeriebetrieb.

 

Thomas Stern, Referatsleiter Handschriften, Seltene Drucke und Kartensammlung an der SLUB, mit Hedwig Döbele in deren Galerie.

 

Hedwig Döbele ist Galeristin – mit Leib und Seele. Seit über 40 Jahren hat sie ihr Leben der Kunst verschrieben. 1976 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann in Ravensburg die Galerie Döbele und bietet seitdem ein außergewöhnliches Programm. Außergewöhnlich, weil in der schwäbischen Galerie neben anderem der Schwerpunkt von Anfang an auch auf ostdeutscher, vornehmlich Dresdner Kunst lag: Hermann Glöckner, Ernst Hassebrauk, Josef Hegenbarth, Curt Querner, Albert Wigand, Otto Dix, Willy Wolff, aber auch die damals jüngere Generation: Herta Günther, Wilhelm Müller, Carlfriedrich Claus, Hubertus Giebe, Eberhard Göschel, Angela Hampel, Ralf Kerbach, Siegfried Klotz, A.R. Penck, Max Uhlig, Gerhard Kettner, Werner Stötzer. Die Liste der Künstler liest sich wie ein ›Who is Who‹ ostdeutscher Kunstgeschichte. Nun übergibt Hedwig Döbele das Galeriearchiv, Zeugnis deutsch-deutscher Kunstgeschichte, der SLUB.

 

»Ich wollte immer unter Beweis stellen, dass Dresden schon damals ein Zentrum der Bildenden Kunst war. Der deutsche Osten war kein kulturelles Niemandsland«

 

Hedwig Döbele sah das Potential ostdeutscher Kunst auch für den westdeutschen Kunstmarkt. Damit hatte sie sich kein einfaches Feld ausgesucht. Ostdeutsche Kunst im Westen auszustellen und zu handeln, das hieß, man musste kreativ werden. Nichts ging ohne den Staatlichen Kunsthandel der DDR. Und der hatte im Allgemeinen eine andere Vorstellung als die Döbeles, was im Westen gezeigt werden sollte. Mit Hartnäckigkeit und Überzeugung fanden sie dennoch Mittel und Wege, die Künstler auszustellen, deren Kunst sie überzeugte und die in der DDR im offiziellen Kunstbetrieb nicht selten durchs Raster fielen. Es ging immer um Qualität. Und gute Kunst fand sich eben auch im Osten.

 

Gewidmete Zeichnung in einem Gästebuch der Galerie Döbele

 

Nach der Wende blieb Hedwig Döbele der Dresdner Kunst treu. Seit 1995 hat die Galerie, nun von ihr allein geführt, ihren Hauptsitz in der Elbestadt. Bis heute ist dort auch die Dresdner Kunst zu sehen. Nun beginnt die Galeristin, langsam an ein Leben nach der aktiven Galeriezeit zu denken. Dass das Galeriearchiv einen einzigartigen Einblick in deutsch-deutsche Kunstbeziehungen gewährt, ist ihr dabei bewusst. Die tiefe Verwurzelung in der Kunstszene Dresdens ließ die SLUB als geeigneten Ort erscheinen und so übergibt sie nun die Unterlagen und Korrespondenzen zu den Ausstellungen und Messeauftritten, zahllose Fotos und die Gästebücher mit gewidmeten Zeichnungen, Telegrammen und Medienberichten der Bibliothek, wo sie künftig für die kunsthistorische Forschung zugänglich sind. Ergänzend erhält die SLUB auch die Materialien, die nicht unmittelbar Dresden betreffen. Sie sind nicht weniger ergiebig und vermitteln ein Gesamtbild der seit 1976 aktiven Galerie in Deutschland.

Hedwig Döbele ist überzeugt, dass das Galeriearchiv in der SLUB gut aufgehoben ist.

 

»Wichtig war mir, dieses Stück Zeitgeschichte bestmöglich für die Nachwelt zu erhalten und zugänglich zu machen.«

 

Die Ausstellungs- und Messe-Ordner stehen bereits im Magazin am Zelleschen Weg. Nun beschriftet und sortiert Hedwig Döbele noch die Fotografien. Und auch darin ist sicher die ein oder andere Erkenntnis und Anekdote verborgen.

 

Text: Annemarie Grohmann und Simone Fleischer

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Die Bibliothek im 21. Jahrhundert - Diskussion mit Stararchitekt Rem Koolhaas in der SLUB

Eine Veranstaltung der MSAO FUTURE FOUNDATION in Kooperation mit der SLUB in der Reihe COMMUNITY BUILDING

 


Alle Bilder: Nationalbibliothek Katar © Claudia Lux

 

Welche Rolle spielen Bibliotheken, ihre Räumlichkeiten und Architektur im digitalen Zeitalter? Der Lesesaal war über Jahrhunderte das Herzstück einer Bibliothek. Als Studierzimmer mit streng geordneten Bankreihen, in denen sich jeder für sich (allein) seiner Bücherauswahl widmet und liest. „Leise, still und sehr akademisch“ - dafür stand die Aura einer Bibliothek, ein Ort der konzentrierten Ruhe, geordnet, mit klar getrennten Funktionen.

 

Bibliotheken haben sich in den letzten 20 Jahren stark verändert. Mehr als je zuvor sind sie Publikumsmagneten, haben sich früh und bewusst auf die Veränderungen der Digitalisierung eingestellt, die veränderten Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer nach Arbeiten in Gemeinschaft erkannt und dafür neue Raumkonzepte entworfen. Ein Beispiel dafür: die neu errichtete Nationalbibliothek in Katar. Im April 2018 eröffnet, bietet sie einen offenen Raum mit vielen Angeboten: Ein Museum, ein offenes Buchregale-Magazin, ein Co-Working-Space, ein Auditorium - mal Kino, mal Theater -, Studierzimmer, Lounges, Café und mehr fügen sich aneinander, frei im Raum gestaltet.

 

An diesem Beispiel diskutieren wir mit den Architekten Rem Koolhaas und Georg Gewers sowie der Bibliothekarin Claudia Lux (Nationalbibliothek Katar) und SLUB-Direktor Achim Bonte neue Raum- und Nutzungskonzepte für die Bibliothek von morgen.

 

Rem Koolhaas, niederländischer Architekt und ein renommierter Vertreter zeitgenössischer Architektur, entwarf mit seinem Office for Metropolitan Architecture die neue Nationalbibliothek in Katar, Claudia Lux hat den Prozess als Projektleiterin begleitet.

Haben wir Ihr Interesse an dieser Veranstaltung geweckt? Dann kommen Sie vorbei und diskutieren mit uns!

 

Die Bibliothek im 21. Jahrhundert - wie sie unsere Gemeinschaft und die Architektur verändert

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19:00 Uhr
Klemperer-Saal
der SLUB Dresden
Eintritt frei

Podium: Rem Koolhaas, Georg Gewers, Prof. Dr. Claudia Lux, Dr. Achim Bonte
Moderation: Cornelius Pollmer (Süddeutsche Zeitung)

 

Veranstaltungstipp zur Einstimmung
Form, Funktion und Design - Ausstellung und Filmpremiere
Donnerstag, 17. Januar 2019, 17:00 Uhr
Bereichsbibliothek DrePunct
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SLUB unterstützt DEAL-Verhandlungen – Vertrag mit Wissenschaftsverlag Elsevier nicht verlängert

Am 31. Dezember 2018 lief der Vertrag zwischen dem Erwerbungskonsortium sächsischer Hochschulbibliotheken und dem Verlag Elsevier zum Bezug von Zeitschriften aus. In Absprache mit dem Rektorat der TU Dresden hat sich die SLUB wie zahlreiche andere Einrichtungen in Deutschland entschlossen, die Elsevier-Lizenzen aus wissenschaftspolitischen Gründen nicht zu erneuern. Wir werden damit die Verhandlungen der DEAL-Verhandlungsgruppe unterstützen, deren Ziel ist, eine angemessene Literaturversorgung von Forschung und Lehre auf nationaler Ebene langfristig abzusichern. Dazu gehört Preistransparenz ebenso wie die planvolle Transformation hin zu Open-Access-Publikationsmodellen. Zu den besonderen Schwierigkeiten mit dem Großverlag Elsevier informieren wir in diesem Brief. Informationen zum gegenwärtigen Stand der Verhandlungen finden Sie auf den Webseiten der DEAL-Gruppe, insbesondere in deren Blog: https://www.projekt-deal.de/aktuelles-blog-start/

 

 

Die Versorgung unserer Nutzerinnen und Nutzer  mit Artikeln aus Elsevier-Zeitschriften ist auch vor dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen  gewährleistet. Die SLUB besitzt das Archivrecht für einige Elsevier-Journals bis zum 31. Dezember 2015. Sie sind nach wie vor über ScienceDirect zugänglich. Darüber hinaus steht Ihnen das Open Archive von Elsevier zur Verfügung, in dem Aufsätze nach dem Moving-Wall-Prinzip verfügbar sind. Neuere Literatur aus Elsevier-Zeitschriften beschaffen wir Ihnen über unseren Fernleihservice. TU-Angehörigen sowie registrierten SLUB-Nutzern vor Ort standen die lizenzierten Elsevier-Zeitschriften bislang zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Um die Einschränkungen für Sie so gering wie möglich zu halten, setzen wir die Fernleihgebühren von 1,50 € pro Bestellung für alle angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer der SLUB Dresden daher bis auf weiteres aus.

 

Bitte bestellen Sie Ihren gewünschten Artikel über unser Fernleihportal (https://slubdd.de/fernleihe). Die Lieferzeit für Fernleihbestellungen beträgt grundsätzlich ein bis zwei Wochen. Elsevier-Artikel, die aus e-Only-Zeitschriften stammen, können wir deutlich schneller zur Verfügung stellen. Bei Bestellungen, die aus Print-Zeitschriften bedient werden können und deren Umfang mehr als 20 Seiten beträgt, kommen Kosten auf Sie zu. Details zum Fernleihverfahren entnehmen Sie bitte unserer Webseite zur Fernleihe.

 

Wir hoffen, dass wir und viele andere Wissenschafts- und Informationseinrichtungen in Deutschland den Verlag Elsevier mit unserem Verzicht auf die weitere Lizenzierung seiner Produkte zu wissenschaftsfreundlicheren Vertriebsmodellen bewegen können. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

 

Mehr zum Thema Open Access und entsprechenden Service-Angeboten der SLUB lesen Sie hier.

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Zwischen Nutzerfragen, Katalogisierung und Unterstützung bei Veranstaltungen: Ausbildung in der SLUB

Der Jahreswechsel steht kurz bevor: Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf das Neue zu werfen. Gemeinsam mit Anica Edmond aus dem 2. Lehrjahr schauen wir auf ihre Erlebnisse des letzten Jahres als Azubi zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMi).

 

Warum haben Sie sich zur Ausbildung als FaMI entschieden?

Bild: Anica Edmond in der Zentralbibliothek der SLUB>>AE: Es hat etwas Zeit gebraucht bevor ich mich dafür entschieden habe, denn ich wusste zunächst nicht, dass eine Ausbildung in einer Bibliothek möglich ist und brachte den Ort Bibliothek mit alten Damen in Verbindung, die penibel darauf achten, dass Stille herrscht und mit Staub, sehr viel Staub. Ich hatte die typischen Vorurteile. Schließlich habe ich mich viel im Internet belesen und Praktika in diese Richtung gemacht, u.a. in einem Archiv und in einer Stadtbibliothek. Dort habe ich gemerkt, dass der Beruf richtig für mich ist und nichts mit meinen Vorurteilen zu tun hat. Die Abwechslung macht die Arbeit interessant: Einen Tag tritt man in direkten Kontakt mit den Nutzern und am nächsten kann man für sich allein oder im Team arbeiten oder unterstützt am Abend bei einer Veranstaltung. Mir gefällt zudem die Bandbreite an Bereichen, von wertvollen Handschriften bis zur Arbeit mit einem Lasercutter im Makerspace, mit denen ich in Berührung komme. Das macht die Ausbildung spannend.

 

Welche Aufgaben haben Ihnen während der Ausbildung im letzten Jahr besonders viel Spaß gemacht?

>>AE: Die Aufgaben in den Abteilungen der SLUB sind sehr individuell. In jedem Bereich gibt es Herausforderungen, denen man sich stellen muss. In der Pflichtabteilung muss man z.B. recherchieren und herausfinden, welche Bücher in Sachsen publiziert wurden. Im Bereich der Katalogisierung habe ich mich um die Aufnahme der Medien in unseren Online-Katalog gekümmert. Dies sind Arbeiten, die hauptsächlich im Hintergrund stattfinden. Ansonsten gehört die Arbeit an der Servicetheke dazu, an der ich z.B. Bücher für die Nutzer bereitstelle und verschiedene Anfragen wie die Verlängerungen der Medien oder der Benutzerkarte bearbeite. Der Kontakt mit den Nutzern und die vielseitigen Fragen, die die Nutzer mitbringen, lassen keine Langeweile aufkommen. Es macht Spaß, weiterhelfen zu können.

 

Bitte beenden Sie den Satz. Meine größte Herausforderung in der SLUB war...

>>AE: ... mein Orientierungssinn. Denn der ist eindeutig gefragt in einem so großen Gebäude wie dem der SLUB. Viele Gänge und Etagen sehen gleich aus, was mich zu Anfang wirklich verwirrt hat. Mittlerweile sehe ich das aber als Vorteil, nun muss ich mir nur noch merken, in welcher Etage ich mich gerade befinde.

Eine Herausforderung für die Zukunft werden meine Aufgaben als Mitglied der Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (HJAV) sein, die ich seit Dezember 2018 übernehme.

 

Was waren die schönsten Momente in Ihrer Ausbildung in den vergangenen 12 Monaten?

>>AE: Es ist immer sehr schön für mich, wenn die Kollegen meine Arbeit, bzw. das Endergebnis einer erledigten Arbeit wertschätzen, für die Unterstützung in der Abteilung danken und ihr Lob aussprechen. Dieses positive Feedback sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe, die richtige Ausbildung gewählt zu haben.

 

Wenn Sie die SLUB in drei Worten beschreiben müssten, dann wären das...?

>>AE: zukunftsorientiert, kollegial, unterstützend

 

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin bei Ihrer Ausbildung!