1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog

SLUBlog

Kategorie: arthistoricum

Ansichten: 140
0

Zwei Tage im Zeichen von Smart Libraries: Kunst- und Museumsbibliotheken tagen in der SLUB

Bild: Teilnehmer der Tagung im Workshop3D-Scanning, Augmented und Virtual Reality, Beacons … Digitale Technologien verändern unsere Lebenswirklichkeit und Arbeitswelt, auch in der Bibliothek. Wie nutzen speziell Kunst- und Museumsbibliotheken diese neuen Technologien, um ihre kulturellen Objekte und Bestände virtuell und zugleich erlebnisorientiert zu präsentieren? Und welche medialen Raumkonzepte entwickeln sie, um den virtuellen Raum und den physischen Ort der Bibliothek als Einheit im smARTplace erfahrbar zu machen?

 

Diese Fragen beantworten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken (AKMB), die heute in der SLUB zu ihrer alljährlichen Herbstfortbildung zusammenfinden. Das in Zusammenarbeit mit der Initiative Fortbildung e.V. und der SLUB entwickelte Programm der zweitägigen Veranstaltung bietet einen Mix aus Vorträgen und Workshops rundum die „smart libraries“ und den offenen Zugang zu digitalen Kollektionen.

 

Bild: Teilnehmer der Tagung im WorkshopSo erläutert Johannes Pommeranz, Leiter der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums, in seinem Vortrag zunächst die eigene Open Access-Strategie, um anschließend gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem Workshop die ersten Schritte zu deren eigener OA-Strategie zu entwickeln. Paul Schwanse aus dem Team des SLUB-Makerspace wird diesen in einer Führung vorstellen, Marc Rohrmüller und Annika-Valeska Walzel präsentieren die smarten Services der SLUB aus der Deutschen Fotothek und arthistoricum.net, dem Fachinformationsdienst für Kunst, Fotografie und Design. Wir wünschen allen Beteiligten gutes Gelingen und fruchtbaren Austausch!

Ansichten: 175
0

Frauenpower! Neues digitales Quellenmaterial zu Möbelentwürfen der Designerin Gertrud Kleinhempel

Bild: Entwurfsskizze für fünf Schränke, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.100, Foto: DDZ/ SLUB DresdenWie sahen in den 1910er Jahren Entwürfe für Sitzmöbel, Schränke oder Waschtische aus? Wie waren in den 1920ern die Vorstellungen von Mode? Aufschluss darüber gibt der durch den FID Kunst, Fotografie, Design im letzten Jahr digitalisierte und erschlossene zeichnerische Nachlass von Gertrud Kleinhempel (1875–1948). Kleinhempel zählt zu den frühen Entwerferinnen, die bereits um die Jahrhundertwende unter anderem für die Deutschen Werkstätten Hellerau tätig waren, und zwar nicht nur im traditionell weiblich besetzten Bereich der Textilgestaltung, sondern auch im Möbeldesign. Damit zählt sie zu den Protagonist(inn)en der Kunstgewerbebewegung, die sich für künstlerische Gestaltung und Materialgerechtigkeit des industriell gefertigten Produktes einsetzte.

 

Bild: Studie eines Schreibtisches, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.186, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

 

Bild: Exlibris für Dr. Carl Gewinner. 1898/1920, Inv.-Nr. 05.449, Foto: DDZ/ SLUB DresdenUnter den rund 2.300 Skizzen und Zeichnungen finden sich nicht nur zahlreiche Entwürfe für Möbel, sondern auch Zeichenstudien, Modeentwürfe und gebrauchsgrafische Arbeiten. Sie spiegeln somit die ganze Bandbreite von Gertrud Kleinhempels Schaffen. Schon zu Beginn ihrer Tätigkeit wurde die Gestalterin in der zeitgenössischen Presse äußerst positiv wahrgenommen. Als deutschlandweit erfolgreiche und gefragte Designerin erreichte ihre Karriere 1921 ihren Höhepunkt mit der Ernennung zur Professorin an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld, wo sie seit 1907 lehrte.

 

Aus dem Schatten heraus: Entwerferinnen

 

Bild: Zwei weibliche Figuren, 1922/35, Inv.-Nr. 04.001, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

Die nun öffentlich zugänglichen Skizzen aus Privatbesitz erlauben einen breiten Einblick in den kunstgewerblichen Entwurfsprozess und sind damit wertvolles Quellenmaterial zur Designgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts. Dass diese schon in den Anfangsjahren mit zahlreichen, heute zumeist – und zu Unrecht – im Schatten ihrer männlichen Kollegen stehenden Entwerferinnen verbunden ist, wird nicht zuletzt an Gertrud Kleinhempel deutlich. Die Deutschen Werkstätten Hellerau spielten dabei eine wichtige Rolle, fanden hier doch zahlreiche Frauen Anstellung im kunstgewerblichen Bereich, auch jenseits des Textils. Diese frühen Designerinnen waren damit wesentlich an der Herausbildung einer neuen Ästhetik im Industriedesign beteiligt.

 

In den Zeichnungen können Sie ab sofort digital auf arthistoricum.net und in der Deutschen Fotothek stöbern. Und wer mehr zu den Entwerferinnen und den Deutschen Werkstätten erfahren und das ein oder andere Möbelstück im Original sehen möchte, dem sei die Ausstellung des Kunstgewerbemuseums (SKD) »Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938« ab 3. November 2018 im Japanischen Palais in Dresden empfohlen.

Ansichten: 150
0

Wohnst du schon? Musterkataloge für Möbel und Hausrat der Deutschen Werkstätten Hellerau erworben

Bild: Bände 1-5 (SLUB Dresden/Deutsche Fotothek)Jüngst konnte die SLUB/Deutsche Fotothek einen Satz Musterkataloge der Deutschen Werkstätten Hellerau aus den 1920er Jahren erwerben. Im Gegensatz zu den gut bekannten gedruckten Angebotskatalogen des Dresdner Unternehmens scheinen die nun angekauften, opulent gestalteten Kataloge mit über 1.000 Originalfotografien der Forschung bislang nahezu unbekannt zu sein. Somit erweisen sich die in Samt gebundenen Bände im Großfolio-Format als wahre Rarität.

Angekauft wurde ein Satz aus fünf Bänden, in denen auf ein bis zwei Fotografien pro Seite die Produkte des Unternehmens vorgestellt werden. Den damaligen Gepflogenheiten der Raumgestaltung entsprechend wurde das Angebot in unterschiedliche Funktionalitäten unterteilt: Band 1 widmet sich dem »Empfangs-, Damen-, Musik, Wohnzimmer«, Band 2 ist mit »Hallen, Speisezimmer« tituliert, während Band 3 dem »Herrenzimmer« und den »Bibliotheken« vorbehalten ist. Mit »Schlafzimmer, Ankleidezimmer, Küchen« (Band 4) werden die praktischen Räumlichkeiten abgedeckt. Schlussendlich wird mit »Verschiedenes« im Band 5 auch der ganze nützliche und hübsche Hausrat – Spiegel, Lampen, Wohntextilien, Glaswaren – angeboten, der das Interieur erst wohnlich macht. Der dritte Band liegt doppelt vor, wobei die Bildauswahl nicht deckungsgleich ist. Das heißt, es müssen ursprünglich mindestens zwei Sätze der Kataloge existiert haben.

Über den Verwendungszweck der wohl gegen Ende der 1920er Jahre entstandenen Musterkataloge lässt sich derzeit nur spekulieren. Alle Bände sind mit einer schließbaren Bindung versehen, die es erlaubt Einzelblätter zu entnehmen. Denkbar ist, dass die sorgfältig arrangierten Fotografien für die Kundenberatung eingesetzt wurden, sind doch die meisten Abbildungen in Katalogmanier sorgfältig mit Produktnummer, Kurztitel und Entwerfer bezeichnet.

Gerade diese Beschriftungen sind aus heutiger Sicht von unschätzbarem Wert für die Forschung, helfen sie doch bei der Erstellung von Konkordanzen und Zuordnungen der Hellerauer (Möbel-) Produktion aus der Zwischenkriegszeit. Erste Gespräche mit den Deutschen Werkstätten Hellerau  und dem Hauptstaatsarchiv Dresden, das das Werksarchiv als Depositum verwahrt, ergaben reges Interesse an den Bänden, so dass nun die Idee eines gemeinsamen Projektes weiterverfolgt wird. Am Ende einer solchen Erschließungs- und Forschungsarbeit könnte eventuell die Frage nach Sinn und Zweck der Bände geklärt und vor allem ein digital unterstütztes Netzwerk zu den überlieferten, teils noch unzureichend erschlossenen Materialien vorgelegt werden, das der Forschung wertvolle Rückschlüsse ermöglicht und neue Forschungsfragen generiert.

 

Zum ausführlichen Beitrag auf arthisoricum.net

Ansichten: 120
0

Frisch ausgepackt! Bedeutende Ergänzung der Sammlung Vloemans

Aus der Erbschaft Pietzner konnten wir in der letzten Woche unsere bedeutende Sammlung zur tschechischen Avantgardebuchgestaltung nochmals erheblich erweitern. Über ein Prager Antiquariat waren 163 Bände erhältlich, die den vorhandenen Bestand hervorragend ergänzen und unsere Dokumentation der international beachteten tschechischen klassischen Moderne in Umschlaggestaltung, Typographie und Literatur noch besser machen. Wie auch die Stücke der Sammlung Vloemans befinden sich alle Exemplare in einem sehr gutem Zustand.

 

 

Die hier gezeigten Schnappschüsse mögen einen ersten Eindruck der Sammlungsergänzung geben, die von großer Bedeutung ist.


Im Frühjahr nächsten Jahres werden Objekte aus der Sammlung Vloemans zum Buchmesseschwerpunkt "Tschechien" im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig ausgestellt, außerdem soll ein Ausschnitt der Sammlung auch in Brno gezeigt werden. Relevanz besitzt die Sammlung obendrein für den Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie, wo wir speziell den lange etwas vernachlässigten Bereich "Design und Gebrauchsgraphik" seit einigen Jahren sinnvollerweise größer buchstabieren.

 

   

Ansichten: 255
2

Frau im Mond. Neuerwerbung Illustrierter Film-Kurier

Eine umfassende Sammlung von über 2.000 großformatigen Filmprogrammen der Serie ILLUSTRIERTER FILM-KURIER (Berlin 1924-1943) gehört seit kurzem zu den Sonderbeständen der SLUB.
Die meist achtseitigen Programmhefte waren einst an der Kasse der Filmpaläste erhältlich. Versehen mit kurzen Inhaltsangaben und vor allem den seitenfüllenden Fotomontagen gaben sie dem Publikum die Möglichkeit, das "Kino mit nach Hause" zu nehmen. Heute sind sie Zeugnis der vitalen Kinokultur der Zwanziger bis Vierziger Jahre in Deutschland und geben Einblick in die deutsche und internationale (Stumm-) Filmwelt, ihre Geschichten, ihre Entwicklung und nicht zuletzt ihre Stars wie Louise Brooks (Tagebuch einer Verlorenen) und Buster Keaton.


Neben den Film-Kurieren zu Klassikern des Weimarer Kinos wie Fritz Langs Science Fiction Film „Frau im Mond“, dessen Titelblatt das berühmte Plakatmotiv von Alfred Hermann zeigt, dokumentieren die Programmhefte auch heute vergessene, teils nicht überlieferte Filme und sind damit nicht nur für Werbestrategien und Aufführungspraxis, sondern auch für die Filmgeschichtsschreibung wichtiges Quellenmaterial.

 

Ähnlich wie die illustrierten Publikumsmagazine der Weimarer Zeit sind die Film-Kuriere wichtige Artefakte des Medienwandels und der damaligen (Alltags-)kultur. In seiner Gestaltung ist der ILLUSTRIERTE FILM-KURIER aus fotografischen und gebrauchsgrafischen Gesichtspunkten als eines der wichtigen Werbemittel der Filmverleihe hochinteressant und für den Sammelschwerpunkt „Gebrauchsgrafik“ im Fachinformationsdienst Kunst-Fotografie-Design  eine bemerkenswerte Bereicherung.

 

Derzeit liegen die losen Programmhefte in Ordnern vor und werden nun Stück für Stück eingearbeitet. Eine spätere Digitalisierung der Sammlung soll nach Möglichkeit erfolgen.

 

 

Wir werden Sie an dieser Stelle über den weiteren Fortschritt der Arbeiten auf dem Laufenden halten.