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Kategorie: DFG

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Deutsche Fotothek und Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen stellen 8.000 anthropologische Portraits online

Wer waren diese Menschen? Die Frau vom Volk der Groß-Andamaner, die Frau der Swahili, der Mann der Bamum oder die alten Männer der Ainu? In Vorder- und Seitenansicht, oft im Halbprofil, in festem Bildausschnitt und vor möglichst neutralem Hintergrund wurden sie von europäischen Wissenschaftlern fotografiert, um ihre systematische Vermessung und Klassifizierung zu ermöglichen.

 

Egon von Eickstedt, Frau der Groß-Andamaner, 1927/28
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museum für Völkerkunde Dresden, SLUB/Deutsche Fotothek

 

Über 8.000 solcher anthropometrischer Fotografien können ab sofort im Portal „Weltsichten“ der Deutschen Fotothek recherchiert werden. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Bilder aus den Sammlungen der Deutschen Fotothek, des Museums für Völkerkunde Dresden und des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig ist Teil des im August 2015 begonnenen Projekts „Weltsichten – Digitalisierung und Erschließung fotografischer Archive bedeutender Forschungsreisender“, das von der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Rahmen der Initiative DRESDEN-concept mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt wird. Insgesamt werden im Rahmen des Projekts rund 86.000 historische Aufnahmen aus den beteiligten Sammlungen online gestellt.

 

 

Mehr dazu im Blogeintrag Die Klassifizierung des Menschen auf arthistoricum.net.

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Nun für Archivgut optimiert: Neue Version des DFG-Viewers verfügbar

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts haben die SLUB, das Landesarchiv Baden-Württemberg sowie das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen den DFG-Viewer, ein digitales Werkzeug für die Präsentation von Archivalien, optimiert.

 

Neben einer verbesserten Darstellung archivischer Medienarten wie Fotografien, Amtsbüchern und Akten, ist es nun auch möglich, Großformate wie Urkunden und Karten mit höherer Performanz zu präsentieren. Dafür wurde das MODS-Anwendungsprofil des DFG-Viewers um archivfachliche Elemente erweitert.

 

Um insbesondere schwer lesbare Materialien im DFG-Viewer besser erkennbar zu machen, wurde zudem die Anzeige um eine Reihe visueller Funktionen ergänzt. Sie können nun Kontrast und Helligkeit der Digitalisate selbst bearbeiten, um z.B. die Papierstruktur und andere physische Oberflächenmerkmale sichtbar zu machen. Das ist auch bei der Betrachtung qualitativ schwächerer Scans nützlich.

 

 

Zusätzlich ist es möglich, die Invertierung des vollständigen Farbspektrums eines Digitalisats darzustellen, was insbesondere für die Lesbarkeit von Mikrofilmdigitalisaten entscheidend ist. Um beispielweise Randbemerkungen, quer gedruckte Tabellen oder Abbildungen richtig ausrichten zu können, können Sie das Digitalisat nun auch stufenlos drehen. Darüber hinaus wurde der Viewer in den letzten Monaten umfassend grafisch überarbeitet und für Mobilgeräte optimiert, wobei auf eine weitgehende Barrierearmut und international verständliche Symbolsprache geachtet wurde. Die beschriebenen Funktionen stehen auch für alle im DFG-Viewer betrachteten Digitalisate zur Verfügung.

 

Der Browser-Webdienst verfügt über eine OAI-PMH-Schnittstelle zum Austausch von Meta- und Strukturdaten im METS/MODS- und METS/TEI-Format. Mithilfe dieser Daten wird die Anzeige eines digitalen Mediums angereichert und dessen innere Struktur korrekt abgebildet. Die neue Version des DFG-Viewers wird nun bereits von mehreren Archiven und im Archivportal-D eingesetzt.

 

Mehr Informationen erhalten Sie unter DFG-Viewer oder Landesarchiv Baden-Württemberg. Beispiele sind hier abrufbar.

 

Nadine Seidu (M.A), Landesarchiv Baden-Württemberg

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SLUB-Schätze auf Reisen: Aufbruch ins romantische Universum

Am 5. September jährte sich der Geburtstag von August Wilhelm Schlegel (1767–1845) zum 250. Mal. Die SLUB hat besonderen Grund zum Gedenken an den namhaften romantischen Philologen, Literaturwissenschaftler, Kritiker und Übersetzer, besitzt sie doch seit 1873 den größten Teil seines umfangreichen schriftlichen Nachlasses, darunter rund 650 Briefe von und 3.100 Briefe an Schlegel sowie Manuskripte zu Gedichten, Übersetzungen, Vorlesungen, Kritiken und wissenschaftlichen Beiträgen.

 

19 Stücke sind seit 5. September und noch bis zum 12. November 2017 in der Sonderausstellung „Aufbruch ins romantische Universum – August Wilhelm Schlegel“ im Frankfurter Goethehaus des Freien Deutschen Hochstifts zu sehen. Beispielsweise einer der beiden Kartons, in denen 1925 auf Schloss Coppet am Genfer See, dem Wohnsitz der Madame de Staël, 585 Briefe aufgefunden worden sind, die 1998 mit Sondermitteln des Freistaates Sachsen für die SLUB ersteigert werden konnten. Auf die Reise nach Frankfurt haben sich zudem einige Briefe von und an Schlegel sowie die Manuskripte zur Übersetzung von Shakespeares „Romeo und Julia“ und zu Vorlesungen über das akademische Studium begeben.

 

Nicht nur die ausgestellten Briefe, sondern die gesamte überlieferte Korrespondenz Schlegels wird derzeit samt Transkription in einer digitalen Edition online zugänglich gemacht, die in einem mehrjährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt in Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität Marburg und dem Trier Center for Digital Humanities entsteht.

 

 

 

Kalliope-Verbund: Übersicht über den Nachlass und Ergänzung 1998

literaturkritik.de: Romantiker, Wissenschaftler, Europäer: August Wilhelm Schlegel zum 250. Geburtstag

Ausstellungskatalog: Aufbruch ins romantische Universum – August WilhelmSchlegel / hrg. von Claudia Bamberg und Cornelia Ilbrig. Göttinger Verlag der Kunst GmbH 2017.

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Workshop: Digitale Altkarten für die Raum-Zeit-Forschung

Scanqualität, Georeferenzierung, Schnittstellen, freie Lizenzen, Vernetzung und die Nachnutzung von neuen Softwareentwicklungen waren die Themen des Workshops "Digitale Altkarten als Basis raumzeitlicher Forschung" am 15. Januar 2015 in der SLUB. 80 Besucher waren dazu aus ganz Deutschland und Nachbarländern nach Dresden gekommen.

 

Am Vormittag standen die Präsentation und Georeferenzierung historischer Kartensammlungen im Fokus. Für die SLUB präsentierte Jacob Mendt Ergebnisse des DFG-Projekts "Virtuelles Kartenforum 2.0" und Dienstearchitekturen als ein technisches und organisatorisches Hilfsmittel zur Veröffentlichung digitaler Altkartensammlungen. Anschließend gab Prof. Ralf Bill von der Universität Rostock (Geodäsie und Informatik) einen Einblick (PDF) in die im Projekt neu entwickelten Georeferenzierungswerkzeuge, wobei er die automatische Bilderkennung und durch Crowdsourcing ermittelten Georeferenzierungsparameter verglich: Wer georeferenziert besser, der Mensch oder die Maschine? Der Mensch gewinnt nach aktuellen Stand ganz knapp, so sein Fazit.

 

Im Anschluss präsentierte Dr. Andreas Christoph von der Universität Jena das Projekt "Kartenarchiv Plus" und dessen Anforderungen und Entwicklungen zur Präsentation digitaler Altkarten. Dr. Petr Pridal und Hynek Pridal von Klokan Technologies zeigten in einen Überblick ihre Erfahrungen, Werkzeuge und neue Ideen zur Georeferenzierung und Recherche digitaler Altkarten. Guten Nachrichten gab es dabei auch für das Kartenforum der SLUB: Unsere digitalen Kartenbeständen sind nun auch in die internationale Suchplattform www.oldmapsonline.org integriert.

 

Um Ortsnamensverzeichnisse ging es im Detail am Nachmittag. Dr. Kristin Casemir von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen startete mit einem Einleitungsvortrag (PDF), in dem sie Anwenderseite und Nutzungsszenarien der Ortsnamensforschung diskutierte. Im letzten Vortrag des Tages präsentierte Dr. Jesper Zedlitz das Projekt Genealogische Ortsverzeichnis (GOV), das neben Informationen und Relationen zu Ortsnamen auch deren Georeferenzen und zahlreiche Metadaten erfasst und nutzt. Wir danken allen Referentinnen, Referenten und Gästen.

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Historische Zeitungen werden digitalisiert - DFG fördert zweijährige Pilotphase in fünf Bibliotheken

Deutschland besitzt eine besonders reiche historische Presselandschaft. Seit 1605 wurden erste Zeitungsblätter gedruckt, 1650 erschien in Leipzig die erste regelmäßige Tageszeitung. Längst ist die freie Presse ein Fundament der Demokratie. Heute konkurriert die Zeitung mit Radio, Fernsehen und Internet und sucht neue Wege in der digitalen Medienwelt.

 

Für die historischen Zeitungen, die nicht für die Ewigkeit gedruckt wurden, bietet die Digitalisierung neue Chancen. Fragile, vom Papierzerfall bedrohte Ausgaben können gesichert und vergessene, für Bildung und Wissenschaft wichtige Inhalte frei verfügbar gemacht werden. Zwischen 1609 und 1945 gab es nicht weniger als 16.000 verschiedene Zeitungstitel. Viele, vor allem in Umbruch- und Revolutionszeiten, waren kurzlebig, manche Leitmedien prägten die öffentliche Meinung über Jahrhundertgrenzen hinweg.

 

Im Unterschied zu anderen Ländern steht in Deutschland die Zeitungsdigitalisierung noch am Anfang. Deshalb fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 1 Mio. EUR gleich mehrere Projekte an den Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken Berlin, Bremen, Dresden, Halle und München. In der Pilotphase wird der frei verfügbare DFG-Viewer  für Digitalisate an die Erfordernisse des Zeitungsformats angepasst. Gleichzeitig erhält die nationale Zeitschriftendatenbank (ZDB) eine spezielle Zeitungen-Ansicht mit Informationen über die in Deutschland überlieferten Zeitungen.

 

Innerhalb von zwei Jahren werden ausgewählte Zeitungen des 17. bis frühen 20. Jahrhunderts mit verschiedenen technischen Verfahren und Erschließungsstandards digitalisiert. Sie repräsentieren verschiedene Regionen und politische Richtungen, darunter auch die angesehene Cotta´sche Allgemeine Zeitung (später Augsburger Allgemeine Zeitung). Am Ende der zweijährigen Pilotphase, für die die SLUB Dresden die Federführung übernommen hat, sollen interessierte Einrichtungen die entwickelten Verfahren nachnutzen können. Ein Expertengremium der DFG wird nach einer erfolgreichen Pilotphase entscheiden, ob und wie viele Zeitungen mit Fördermitteln der DFG in den Folgejahren digitalisiert werden.

Kommentare

Ein interessanter Abend
22.11.2017 08:50
hak
20.11.2017 10:31
Mastodon
17.11.2017 13:10
Seid ihr auch auf Mastodon (ev...
17.11.2017 12:12
Zukunft?
08.11.2017 11:00

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