Sie sind hier

  1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog

SLUBlog

Kategorie: Kartenforum

Ansichten: 258
0

Wo haben meine Vorfahren gelebt? Antworten geben die Bestände der SLUB

Wohl jeder von uns kennt es: Als Kind bei den Großeltern zu Besuch, machte es Spaß, nach alten Schätzen zu suchen. Bei der Großmutter auf dem Schoss mit einem verstaubten Karton in der Hand – darin vergilbte Postkarten, Fotos mit weiß gebogenem Rand, alte Briefe, Zeitungsartikel, Kartenausschnitte, ein alter Stammbaum – erzählte sie an langen Herbstabenden die Geschichten, die sich hinter diesen Stücken verbargen: den Anlass des Fotos, wer die Personen mit Hut waren, die keine Miene verzogen und wie der kleine Hund hieß, der der Familie zu Füßen liegt. Dies alles faszinierte uns als Kind und ließ uns in längst vergangenen Tagen schwelgen.

 

Jahrzehnte später beim Aufräumen des Kellers oder Dachbodens finden wir die Kisten und Kästchen mit den Schätzen und den damit verbundenen Erinnerungen unserer Kindheit wieder. Doch der Zusammenhang fehlt. Wer war das doch nochmal auf dem Bild? Die handschriftliche Notiz in Sütterlinschrift auf der Rückseite verrät uns nur die Namen und das Jahr. Doch in welchem familiären Verhältnis stehen wir selbst zu diesen Personen und wie sah die Stadt damals aus, in der diese, unsere Vorfahren gelebt haben? Die Geschichte ist für uns sehr lückenhaft und doch lässt sie sich erzählen: mit Recherchen in genealogischen Quellen.

 

Familienforschung vorgestellt

Im Rahmen der Kooperation der SLUB mit dem Dresdner Verein für Genealogie e.V. laden wir Sie diesen Donnerstag in die SLUB ein und möchten mit Ihnen auf die Frage "Wo haben meine Vorfahren gelebt?" Antwort finden. Zunächst stellt Dr. Georg Zimmermann, Leiter der Kartensammlung der SLUB, dazu das ‚Kartenforum‘ und das ‚Virtuelle Kartenforum 2.0‘ vor. Neben wertvollen historischen Objekten enthält die Kartensammlung vor allem Karten von Sachsen sowie topographische Kartenwerke von Deutschland und Europa und zahlreiche Ortsansichten, die hochauflösend digitalisiert und im Kartenforum angeboten werden. Das Virtuelle Kartenforum 2.0 bietet Zugriff auf die alten Karten und ermöglicht den Nutzern diese auf aktuelle Pläne zu projizieren und damit auf anschauliche Weise die topografischen Gegebenheiten zu vergleichen.

 

 

Andreas Löser, stellvertretender Vorsitzender des Dresdner Vereins für Genealogie e.V. erläutert im Anschluss an einem praktischen Beispiel die Recherche in ausgewählten genealogischen Quellen der SLUB. Neben den Historischen Adressbüchern aus Sachsen wird kurz die Datenbank Ancestry vorgestellt.

 

Sind auch Sie Ihrer Vergangenheit auf der Spur? Dann freuen wir uns über Ihren Besuch!

 

Vortrag "Wo haben meine Vorfahren gelebt?"

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18:30 Uhr im Klemperer-Saal der SLUB, Zellescher Weg 18, 1. Etage

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Ansichten: 157
0

Die Vögel zwitschern vom Radeln und Flachsen: Preisträger des Coding da Vinci Ost

Mit der Preisverleihung am vergangenen Samstag ist der erste Kultur-Hackathon Coding da Vinci Ost in Leipzig erfolgreich zu Ende gegangen. Dieser Hackathon stellt sich den Fragen, welche Schätze sich in den frei verfügbaren Kulturdaten der Region verbergen und wie diese mit Fantasie zu etwas gänzlich Neuem kombiniert werden können. Am vergangenen Wochenende wurden die besten Projekte gekürt. Gleich zwei der ausgezeichneten Projekte basieren dabei auf Datensätzen aus der SLUB und der Deutschen Fotothek.

 

Nachgeradelt

Aus der Bereitstellung unserer Fahrrad-Kollektion entstand im größten Team des Wettbewerbs nachgeradelt.de eine Webanwendung, die historische Radtouren in die heutige Zeit übersetzt und erlebbar macht. Dazu wurden die Digitalisate historischer Tourenbücher für Radfahrer u.a. von "Das Fahrrad" mit Daten aus Wikipedia, Wikisource und Wikidata, digitalisierten sächsischen Adressbüchern und Karten verknüpft. Das Projektteam sammelte dazu alle digitalisierten Touren im Umfeld von Leipzig zwischen 1880 und 1930, um eine ausgewählte Strecke testweise zu befahren und Stationen entlang des Weges digital mit Details und Zusatzinformationen anzureichern.

 

 

 

In der Urteilsbegründung zum Sieg des Projektes in der Kategorie "most useful" lobte die Jury besonders die gelungene Verbindung von digital und analog, sowie die große Motivation des Teams, das die Realisierbarkeit der Touren unter Einsatz eigener Muskelkraft zu überprüfen.

 

Haben auch Sie Lust einmal auf historischer Strecke zu radeln, zum Beispiel auf der Route Leipzig - Dessau - Wörlitz oder auf der Route Leipzig - Altenburg - Werdau? Auf den nachgeradelt.de finden Sie Karten, Streckenverläufe und Wegbeschreibungen. Wir freuen uns dann über Ihren Bericht!

 

Die virtuelle Mittagsfrau

Als bestes Projekt in der Kategorie "out of competition" wurde Die Virtuelle Mittagsfrau ausgezeichnet - für die gelungene Einbindung des Nutzers zum Storytelling und der Vermittlung von Geschichte und Geschichten nach den Prinzipien der Oral History. Basierend auf der sorbischen Sage der Mittagsfrau werden die Nutzer mithilfe von drei per Zufallsgenerator zusammengestellten Fotos zur Flachsherstellung animiert, selbst zu "flachsen" und eine Geschichte anhand dieser Bilder zu spinnen. Das kreative Schreibwerk wird direkt auf der Seite des Projektes veröffentlicht. Dabei ist es egal, in welcher Sprache der Text formuliert wird - auf Deutsch, Nieder- oder Obersorbisch. Damit ein multilinguales Geschichtenportal entsteht, werden die Beiträge in die jeweils anderen Sprachen übersetzt. Datengrundlage bilden hier Bestände zur Flachsherstellung des Sorbischen Instituts Bautzen und über die Deutsche Fotothek bereitgestelltes Bildmaterial zum Thema.

 

Wenn Sie selbst einmal "flachsen" wollen, freuen wir uns über einen kleinen Hinweis auf Ihre Geschichte als Kommentar unter diesem Blogbeitrag.

 

Glückwunsch den weiteren Gewinnern

Auch die weiteren Projekte sind absolut sehenswert und finden sich auf den Webseiten von Coding da Vinci – viel Spaß beim Stöbern und Ausprobieren. Testen Sie beispielsweise die weiteren Siegerprojekte:

  • Sammeln & erkennen Sie Vogelstimmen mit JibJib, der prämierten App in den Bereichen Publikumsliebling und "most technical"
  • Vergleichen Sie "Äpfel und Birnen" mit dem "funniest hack"
    oder
  • Erstellen Sie ein Schnecken-Selfie mit Snailsnap, dem Sieger der Kategorie "best design".

 

Zum Hintergrund: Coding da Vinci Ost

Insgesamt wurden in diesem Jahr 14 Projekte aus den Daten von 31 Datengebern eingereicht. Neun Wochen Zeit hatten die Teilnehmer, um ihr Projekt umzusetzen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass vielfältig digitalisierte Sammlungen in der Öffentlichkeit noch sichtbarer werden.

 

Bild 1: Standbild aus dem Film "Nachgeradelt: auf den Spuren historischer Fahrradwege und -touren" (Min 0:25)
Bild 2: Bild aus der Projektbeschreibung "Die virtuelle Mittagsfrau"

Ansichten: 235
0

Fast bis zum Morgengrauen: Das war die LNdW in der SLUB

Mit einem bunten Programm aus Führungen, Informationsständen und Angeboten zum Selbermachen und Forschen sowie der ersten Harlem Swing Night im Vortragssaal ging die Lange Nacht der Wissenschaften hier im Haus am Freitag erfolgreich und schwungvoll zu Ende. Etwa 1.300 Gäste durften wir begrüßen. Wir bedanken uns für neugierige Fragen, nette Gespräche und zahlreiche gute Ideen. Natürlich interessiert uns aber auch: Was war Ihr Programmhighlight in der SLUB? Was hat Ihnen besonders gefallen und was würden Sie sich für eine kommenden Lange Nacht der Wissenschaften noch wünschen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

 

Wer es am Freitag nicht geschafft hat uns zu besuchen, dem sei in den folgenden Bildergalerien ein Einblick gegeben.

 

Wie im Ballsaal der 20er und 30 Jahre fühlten sich unsere Gäste der Harlem Swing Night

 

Viele kleine, vielleicht künftige YouTube-Stars haben sich mit Legetrick-Filmen und Stopmotion-Produktionen vertraut gemacht

 

Zugucken, Ausprobieren und Experimentieren hieß es im SLUB Makerspace

 

Faszinierende Einblicke in die Welt der Restaurierung und Bestandserhaltung

 

Der Familiengeschichte auf die Spur ging es im virtuellen Kartenforum und in Datenbanken wie Ancestry oder historischen Adressbüchern

Für weitere Eindrücke schauen Sie gerne auch auf unserem Twitter-Kanal oder unserer Facebook-Seite vorbei.

Ansichten: 500
5

Bürger machen Wissenschaft! Was braucht Citizen Science von der SLUB?

Citizen Science“ ist Bürgerwissenschaft und als solche ein wichtiges Thema für die SLUB. Aber warum überhaupt? Sie, unsere Nutzerinnen und Nutzer, schaffen Wissen!

Denn der Begriff Citizen Sciences „beschreibt einen Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse von Personen, die nicht hauptberuflich in der fachzugehörigen Wissenschaft tätig sind, mit oder ohne Beteiligung von hauptamtlich Forschenden, gewonnen werden.“ (L. Pettibone u.a.: Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte, S. 6).

 

 

 

Das heißt: Verfolgen Sie als Bibliotheksnutzer eine Forschungsfrage oder Recherche zu einem Thema, mit dem Sie nicht institutionell an die Universität oder eine andere forschende Einrichtung gebunden sind, zählt das zu diesem Bereich. Auch studierte Wissenschaftler können Bürgerwissenschaftler sein, wenn sie auf einem fachfremden Gebiet aktiv werden. Wie in der institutionellen Forschung gibt es in den Bürgerwissenschaften viele Communities, die unsere Angebote nutzen: Heimat- und Ahnenforscherinnen, Ornithologen, Entomologen, Wikipedia- und Regionalwiki-Autoren und viele mehr. Zwei Beispiele: Freiwillige stellen auf dem Wikipedia-Schwesterprojekt Wikisource Digitalisate von historischer Forschungsliteratur ein, die die SLUB angefertigt hat, und ergänzen in Handarbeit den Volltext. So wurden z. B. mehrere Bände des "Albums der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen" bearbeitet. Der Link auf den Volltext wird dann in unsere Datenbanken eingepflegt. Im Virtuellen Kartenforum 2.0 können Freiwillige historische Karten aus Sachsen georeferenzieren.

 

 

Video: Georeferenzierung im Virtuellen Kartenforum 2.0

 

Wir unterstützen Sie bei Ihren Forschungsfragen – mit der Bereitstellung von Literatur (gedruckt und digital), mit Datenbanken wie den Historischen Adressbüchern oder der Sächsischen Bibliografie, mit Auskünften, Beratung, Recherchekursen, Angeboten für die Literaturverwaltung und bei elektronischen Publikationen mit dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa. Sind Sie mit diesen Angeboten zufrieden? Wo brauchen Sie mehr (oder andere) Unterstützung? Welche Wünsche haben Sie an die SLUB, um Ihrer Tätigkeit als Bürgerwissenschaftler besser nachgehen zu können? Wir freuen uns auf Ihre Antworten – hier im Blog als Kommentar, über unseren Twitterkanal oder per Mail an sachsen@slub-dresden.de.

 

Mehr zum Thema:
Martin Munke (2018). Citizen Science/Bürgerwissenschaften. Projekte, Probleme, Perspektiven (am Beispiel Sachsen).

Ansichten: 145
0

Wissen kommt von Machen: Die ganze SLUB als Makerspace zur LNdW

Zur Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag (15.6.18) zeigt sich die SLUB von ihrer dem einen oder anderen Nutzer sicher (noch) eher unbekannten Seite: als die neue Bibliothek, die nicht nur der Ort zum Lesen und Lernen ist, aber vor allem ein Ort des Machens, des Miteinanders und der Interaktion. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, aber sind auch in den letzten Zügen, sodass Sie sich auf ein spannendes Programm in unserem Haus freuen können.


Im Vorfeld berichtet uns Veranstaltungsmanagerin Christina Schneider über das, was Sie im Haus Besonderes erwartet und wo Sie überall MITMACHEN können.

 

Die Programmpunkte der SLUB sind in diesem Jahr sehr bunt gemischt - gibt es dennoch einen roten Faden?

 

CS: Wir sind in diesem Jahr von der Idee des Makerspaces ausgegangen und wollten diesen "Macher-Gedanken" auf die ganze Bibliothek übertragen. Dabei sind wir schnell auf viele Ideen gekommen, denn tatsächlich bieten wir an vielen Ecken Angebote, die die Nutzer gut zuhause oder für ihre Arbeit gebrauchen können. Ob das reines immaterielles Wissen ist, das sie mitnehmen oder die Datei einer Schallplatte, die sie an unserem M3 digitalisiert haben, ist dabei zweitrangig. Wir möchten hier in der SLUB unsere Nutzer befähigen, ihr Projekt, ihre Hausarbeit, ihre wissenschaftliche Fragestellung anzugehen und sie dann mit unseren Mitteln bestmöglich unterstützen; Ihnen quasi das Werkzeug dazu reichen. Und dieser Gedanke soll sich auch in unserem Programm widerspiegeln.

 

 

Welche Programmpunkte kann der Besucher erwarten, bei denen er selbst zum Macher werden kann?

 

CS: Wie gesagt haben eigentlich alle Programmpunkte im Kern ein Angebot zum Selbstmachen. Das kleine Macher-Zentrum wird sich aber im SLUB-Makerspace befinden, der in mehreren Programmpunkten zum Mitmachen animiert und seine Angebote präsentiert. In der Zentralbibliothek helfen die Kollegen zum Beispiel bei allen Fragen und Problemen bei der Foto-Digitalisierung. Das kennt man vielleicht: Da gibt es eine Kiste mit alten Fotos von Oma und Opa, die man gern digital verfügbar hätte. Aber wo anfangen, wo aufhören und worauf achten?

Die jüngeren Besucher können am Lege-Trick-Stand erfahren wie man kleine Videos dreht und tatsächlich auch direkt loslegen. Die Trickfilmerin Mandy Müller wird ihnen dabei zur Hand gehen. Die älteren Besucher interessiert es vielleicht, den eigenen Familienstammbaum nachzuvollziehen oder zu vervollständigen. Der Dresdner Verein für Genealogie und Kollegen der SLUB beraten Sie gern zu diesen Fragen und machen Sie so im Handumdrehen zum Ahnenforscher.

 

 

Haben Sie einen persönlichen Geheimtipp?

 

CS: Ich würde mir, wenn ich an diesem Abend nicht arbeiten müsste, wahrscheinlich die Touren zur Mikroskopiertechnik in der Restaurierung und zu unserem Makerspace 3, also den Medienarbeitsplätzen nicht entgehen lassen, denn diese Führungen bieten auch Einblicke in den alltäglichen Bibliotheksbetrieb hinter die Kulissen. Ich bin aber auch ein großer Fan vom Virtuellen Kartenforum. Wer sich das von den Kollegen einmal demonstrieren lässt, kann damit auch noch die Großeltern beeindrucken, die wahrscheinlich denken, sie würden Dresden oder Sachsen in- und auswendig kennen. Und natürlich wäre ich zu späterer Stunde nicht von der Tanzfläche zu kriegen.

 

 

Damit sprechen Sie ein Highlight des SLUB-Programmes an: die Harlem Swing Night. Aber passen Charleston & Co. in eine Bibliothek?

 

CS: Da wären wir wieder beim Macher-Gedanken: Mitmachen, Selbstmachen, Spaß haben. Das passt sehr gut zu uns. Wir bieten bei der Harlem Swing Night auch nicht "nur" die Möglichkeit zum Tanz sondern lassen immer wieder kleine Kurse miteinfließen, so dass man sich da auch wirklich ausprobieren kann. Und normalerweise sitzen die Menschen in einer Bibliothek ja sehr viel. Da ist dieses Angebot der perfekte Ausgleich bei drohenden Rückenschmerzen!

 

Vielen Dank für das Gespräch  - Wir freuen uns auf eine spannende lange Nacht!

 

Von 18 - 1 Uhr sind wir zur LNdW für Sie da - das Programm der LNdW in der SLUB finden Sie hier.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: mit einem Grillstand auf der Wiese und der geöffneten BibLounge.