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Kategorie: Kunst

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Frauenpower! Neues digitales Quellenmaterial zu Möbelentwürfen der Designerin Gertrud Kleinhempel

Bild: Entwurfsskizze für fünf Schränke, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.100, Foto: DDZ/ SLUB DresdenWie sahen in den 1910er Jahren Entwürfe für Sitzmöbel, Schränke oder Waschtische aus? Wie waren in den 1920ern die Vorstellungen von Mode? Aufschluss darüber gibt der durch den FID Kunst, Fotografie, Design im letzten Jahr digitalisierte und erschlossene zeichnerische Nachlass von Gertrud Kleinhempel (1875–1948). Kleinhempel zählt zu den frühen Entwerferinnen, die bereits um die Jahrhundertwende unter anderem für die Deutschen Werkstätten Hellerau tätig waren, und zwar nicht nur im traditionell weiblich besetzten Bereich der Textilgestaltung, sondern auch im Möbeldesign. Damit zählt sie zu den Protagonist(inn)en der Kunstgewerbebewegung, die sich für künstlerische Gestaltung und Materialgerechtigkeit des industriell gefertigten Produktes einsetzte.

 

Bild: Studie eines Schreibtisches, 1898/1930, Inv.-Nr. 02.186, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

 

Bild: Exlibris für Dr. Carl Gewinner. 1898/1920, Inv.-Nr. 05.449, Foto: DDZ/ SLUB DresdenUnter den rund 2.300 Skizzen und Zeichnungen finden sich nicht nur zahlreiche Entwürfe für Möbel, sondern auch Zeichenstudien, Modeentwürfe und gebrauchsgrafische Arbeiten. Sie spiegeln somit die ganze Bandbreite von Gertrud Kleinhempels Schaffen. Schon zu Beginn ihrer Tätigkeit wurde die Gestalterin in der zeitgenössischen Presse äußerst positiv wahrgenommen. Als deutschlandweit erfolgreiche und gefragte Designerin erreichte ihre Karriere 1921 ihren Höhepunkt mit der Ernennung zur Professorin an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld, wo sie seit 1907 lehrte.

 

Aus dem Schatten heraus: Entwerferinnen

 

Bild: Zwei weibliche Figuren, 1922/35, Inv.-Nr. 04.001, Foto: DDZ/ SLUB Dresden

Die nun öffentlich zugänglichen Skizzen aus Privatbesitz erlauben einen breiten Einblick in den kunstgewerblichen Entwurfsprozess und sind damit wertvolles Quellenmaterial zur Designgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts. Dass diese schon in den Anfangsjahren mit zahlreichen, heute zumeist – und zu Unrecht – im Schatten ihrer männlichen Kollegen stehenden Entwerferinnen verbunden ist, wird nicht zuletzt an Gertrud Kleinhempel deutlich. Die Deutschen Werkstätten Hellerau spielten dabei eine wichtige Rolle, fanden hier doch zahlreiche Frauen Anstellung im kunstgewerblichen Bereich, auch jenseits des Textils. Diese frühen Designerinnen waren damit wesentlich an der Herausbildung einer neuen Ästhetik im Industriedesign beteiligt.

 

In den Zeichnungen können Sie ab sofort digital auf arthistoricum.net und in der Deutschen Fotothek stöbern. Und wer mehr zu den Entwerferinnen und den Deutschen Werkstätten erfahren und das ein oder andere Möbelstück im Original sehen möchte, dem sei die Ausstellung des Kunstgewerbemuseums (SKD) »Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938« ab 3. November 2018 im Japanischen Palais in Dresden empfohlen.

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Wohnst du schon? Musterkataloge für Möbel und Hausrat der Deutschen Werkstätten Hellerau erworben

Bild: Bände 1-5 (SLUB Dresden/Deutsche Fotothek)Jüngst konnte die SLUB/Deutsche Fotothek einen Satz Musterkataloge der Deutschen Werkstätten Hellerau aus den 1920er Jahren erwerben. Im Gegensatz zu den gut bekannten gedruckten Angebotskatalogen des Dresdner Unternehmens scheinen die nun angekauften, opulent gestalteten Kataloge mit über 1.000 Originalfotografien der Forschung bislang nahezu unbekannt zu sein. Somit erweisen sich die in Samt gebundenen Bände im Großfolio-Format als wahre Rarität.

Angekauft wurde ein Satz aus fünf Bänden, in denen auf ein bis zwei Fotografien pro Seite die Produkte des Unternehmens vorgestellt werden. Den damaligen Gepflogenheiten der Raumgestaltung entsprechend wurde das Angebot in unterschiedliche Funktionalitäten unterteilt: Band 1 widmet sich dem »Empfangs-, Damen-, Musik, Wohnzimmer«, Band 2 ist mit »Hallen, Speisezimmer« tituliert, während Band 3 dem »Herrenzimmer« und den »Bibliotheken« vorbehalten ist. Mit »Schlafzimmer, Ankleidezimmer, Küchen« (Band 4) werden die praktischen Räumlichkeiten abgedeckt. Schlussendlich wird mit »Verschiedenes« im Band 5 auch der ganze nützliche und hübsche Hausrat – Spiegel, Lampen, Wohntextilien, Glaswaren – angeboten, der das Interieur erst wohnlich macht. Der dritte Band liegt doppelt vor, wobei die Bildauswahl nicht deckungsgleich ist. Das heißt, es müssen ursprünglich mindestens zwei Sätze der Kataloge existiert haben.

Über den Verwendungszweck der wohl gegen Ende der 1920er Jahre entstandenen Musterkataloge lässt sich derzeit nur spekulieren. Alle Bände sind mit einer schließbaren Bindung versehen, die es erlaubt Einzelblätter zu entnehmen. Denkbar ist, dass die sorgfältig arrangierten Fotografien für die Kundenberatung eingesetzt wurden, sind doch die meisten Abbildungen in Katalogmanier sorgfältig mit Produktnummer, Kurztitel und Entwerfer bezeichnet.

Gerade diese Beschriftungen sind aus heutiger Sicht von unschätzbarem Wert für die Forschung, helfen sie doch bei der Erstellung von Konkordanzen und Zuordnungen der Hellerauer (Möbel-) Produktion aus der Zwischenkriegszeit. Erste Gespräche mit den Deutschen Werkstätten Hellerau  und dem Hauptstaatsarchiv Dresden, das das Werksarchiv als Depositum verwahrt, ergaben reges Interesse an den Bänden, so dass nun die Idee eines gemeinsamen Projektes weiterverfolgt wird. Am Ende einer solchen Erschließungs- und Forschungsarbeit könnte eventuell die Frage nach Sinn und Zweck der Bände geklärt und vor allem ein digital unterstütztes Netzwerk zu den überlieferten, teils noch unzureichend erschlossenen Materialien vorgelegt werden, das der Forschung wertvolle Rückschlüsse ermöglicht und neue Forschungsfragen generiert.

 

Zum ausführlichen Beitrag auf arthisoricum.net

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Deutsche Fotothek trifft Markenspezialisten und Design-Newcomer

Am vergangenen Donnerstag fand im Soho House Berlin die Design Gala 2018 statt. Der Rat für Formgebung/German Design Council bringt in diesem 2013 eingeführten exklusiven Format Markenspezialisten verschiedenster Produktgattungen und junge Designtalente zusammen und bietet vielfältige interessante Vernetzungsmöglichkeiten - auch für die SLUB.


Newcomer Finalisten des German Design Award 2019: Luzia Hein, Luisa Rubisch (They Feed off Buildings), Gabriel Müller,
Rasa Weber (They Feed off Buildings), Frauke Zoë Taplik und
Essi Johanna Glomb (v.l.n.r.)


Das gemeinsame Interesse für Design - insbesondere für fotografische Produktpräsentationen - hat den Rat für Formgebung, die Stiftung Deutsches Design Museum und die Deutsche Fotothek der SLUB zusammengeführt und zu Kooperationspartnern werden lassen. Im April 2018 fiel der Startschuss für das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Die Gute Form. Digitalisierung und Erschließung herausragender Fotografien zum Produktdesign 1950-1990“.  Erste Projektergebnisse können Sie in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek betrachten. Die ästhetisch inszenierte Sachfotografie wird im Rahmen des Projekts sowohl auf der Ebene des Fotomediums als auch auf der Ebene der dargestellten Objekte tiefgehend erschlossen. In diesem Zusammenhang sei überdies auf zwei soeben erschienen Publikationen hingewiesen, die Sie in Kürze über den SLUB-Katalog bestellen können:

  • Band 6 der Reihe „Die große deutschen Marken“, herausgegeben vom Rat für Formgebung, der dieses Jahr ganz im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums steht (mit Grußworten von Peter Altmeier und Heiko Maas)
  • der Tätigkeitsbericht der Stiftung Deutsches Designmuseum 2017 (darin 16 Seiten zu den gemeinsamen Projekten mit der Deutschen Fotothek) - bereits online unter: www.deutschesdesignmuseum.de/publikationen.html

 
Band 6 der Reihe „Die großen deutschen Marken“

 

Der Rat für Formgebung wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet, um die Designkompetenz der deutschen Wirtschaft zu stärken. Die SLUB betreut seit 2014 den Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design. Dieser bietet hochspezialisierte Literaturbestände, digitale Angebote und fachspezifische Services für die Fachgemeinschaft(en) an.


Prof. Dr. h.c. Peter Pfeiffer (Präsident des Rat für Formgebung) Andrej Kupetz (Hauptvorstand des Rat für Formgebung), MinRat Bernd-­Wolfgang Weismann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Ref. VIA6: Kultur- und Kreativwirtschaft)

 

 

(Quellen: Rat für Formgebung / Fotos: Christoph Hengelhaupt)

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SLUB-Schätze unterwegs: Hugo Erfurth in Köln

Vom 7. September 2018 bis 27. Januar 2019 zeigt die Kölner SK Stiftung Kultur die Ausstellung „Blick in die Sammlungen: Hugo Erfurth – Bildnisse“ mit Aufnahmen aus ihrer Photographischen Sammlung und aus dem LVR-LandesMuseum Bonn.

Mit dem Erwerb des Palais Lüttichau im Jahre 1906 entwickelte sich Hugo Erfurths (1874–1948) Dresdner Atelier zu einem repräsentativen Zentrum des städtischen Kulturlebens. Er portraitierte Mitglieder der Bürgerschaft und des Adels, Militärs und Künstler. So werden in der aktuellen Ausstellung etwa ausdrucksstarke Bildnisse von Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz oder Richard Riemerschmid gezeigt. Erfurths Portraits folgen der Auffassung der Kunstphotographie: erlesen gestaltete, in Edeldruckverfahren umgesetzte Kompositionen, die einen malerischen Duktus erlaubten und überdies höchst aufwendig in der Herstellung waren. Anleihen in der Malerei und große Formate verhalfen der Fotografie zum großen Auftritt.

Mit welchen Mitteln Erfurth vor allem im Öldruck meisterliche Leistungen erreichte, veranschaulichen in der Ausstellung mehrere Leihgaben aus der Deutschen Fotothek: bislang unbekannte, gewachste, großformatige und von Erfurth retuschierte Papiernegative.

Außerdem aus der Deutschen Fotothek gezeigt werden sechs Silbergelatine-Abzüge der 1980er Jahre aus der Serie „Flug in die Vergangenheit“ von Christian Borchert. Diese aus dem um 1926 von Bruno Wiehr gedrehten Dokumentarfilm "Hugo Erfurth, der Lichtbildner bei der Arbeit" herauskopierten Standbilder lassen den aufwendigen Arbeitsprozess Hugo Erfurths nachvollziehbar werden.



Abb.: Christian Borchert: Szenen aus dem Dokumentarfilm "Hugo Erfurth, der Lichtbildner bei der Arbeit", um 1985. (Deutsche Fotothek)


Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln,
www.photographie-sk-kultur.de

Ausstellung geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis19 Uhr.
Eintritt und Führungen siehe Website.

 

 

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Musik, Kunst, Mobilität: Drei Fachinformationsdienste vorgestellt

Forschungsrelevante Informationen zu liefern, Spezialliteratur für einen bestimmten Fachbereich und geeignete Forschungswerkzeuge bereitzustellen, sind die Hauptaufgaben von Fachinformationsdiensten (FID). Sie ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unabhängig von ihrem Standort einen möglichst schnellen und direkten Zugriff auf diese Informationen.

Drei dieser Fachinformationsdienste - alle von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert - sind an der SLUB als Kooperationen mit anderen Bibliotheken in Deutschland ansässig. In den folgenden Steckbriefen werden diese kurz vorgestellt.

 

Haben auch Sie unsere FIDs schon genutzt und ggf. Informationen gefunden? Was haben Sie als besonders hilfreich erachtet? Was würden Sie sich als Service noch wünschen?

 

arthistoricum.net - Kunst, Fotografie, Design

 

Steckbrief FID arthistoricum.net

Bereits seit 1993 betreut die SLUB das Sondersammelgebiet "Zeitgenössische Kunst ab 1945, Fotografie, Industriedesign und Gebrauchsgrafik". Im Rahmen des von der DFG geförderten, kooperativen Systems der überregionalen Literaturversorgung wurden gedruckte und digitale Medien zu diesem Fachgebiet möglichst vollständig gesammelt, mit Schwerpunkt auf ausländischer Literatur. Seit 2014 baut die SLUB Dresden zusammen mit der Universitätsbibliothek Heidelberg (Schwerpunkt Kunst bis 1945 und allgemeine Kunstwissenschaften) ihre bestehenden Angebote zu dem gemeinsamen Fachinformationsdienst arthistoricum.net aus, um maßgeschneiderte Angebote für die kunsthistorische Fachcommunity zu entwickeln.

 

FID Mobilitäts- und Verkehrsforschung

 

Steckbrief FID Mobilitäts- und Verkehrsforschung

Der Fachinformationsdienst richtet sich an alle Forschenden der Mobilitäts- und Verkehrsforschung. Als ein Ziel soll die Auffindbarkeit von und Versorgung mit Spezialliteratur verbessert werden. Dies erfolgt zum einen durch den Aufbau einer neuen Rechercheplattform sowie der damit in Verbindung stehenden Optimierung der interdisziplinär ausgerichteten Recherche und zum anderen durch die Verbesserung der Literaturversorgung mit Schwerpunkt im Ausbau von Open Access-Strukturen. Darüber hinaus zielt der FID auf eine Erhöhung der Verfügbarkeit nachnutzbarer Forschungsdaten ab. Zusätzlich soll durch den Aufbau eines neuen Recherchewerkzeuges für Forschungsnetzwerke die Vernetzung und der Austausch in dem interdisziplinären Wissenschaftsgebiet unterstützt werden.

 

musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft

 

Steckbrief FID musiconn

Unter der neu eingeführten Marke des FID "musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft" betreut die SLUB gemeinsam mit der Bayrischen Staatsbibliothek München die Einführung und Etablierung von innovativen Services zur Unterstützung der musikwissenschaftlichen Spitzenforschung. Die Arbeitspakete der SLUB umfassen die Bereitstellung eines Open access-Fachrepositoriums (musiconn.publish), den Aufbau von musiconn.performance - einem zentralen Rechercheinstrument für Music Performance Ephemera (Programme, Konzertankündigungen, Rezensionen etc.) -, sowie die Qualifizierung der RISM (Répertoire International des Sources Musicales)-Datenbank für die Aufnahme früher Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts.

 

 

Die Steckbriefe zu den FIDs wurden erstmalig in der Jahrespublikation der Bibliotheken in Sachsen, "Kooperation", 2018 veröffentlicht.

Eine Übersicht über die an der SLUB ansässigen FIDs finden Sie auch auf dieser Seite.