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Kategorie: Landesdigitalisierungsprogramm

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„Retten – bergen – helfen!“ Historische Quellen zur Geschichte der sächsischen Feuerwehren digital

Täglich stehen die Kameradinnen und Kameraden der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren Sachsens für uns bereit, um Menschen zu retten, Brände zu löschen, uns vor Auswirkungen von Naturkatastrophen zu schützen und vieles anderes mehr. Der Gefahrenprävention kommt ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Vor allem im ländlichen Raum leisten die Feuerwehrvereine zudem wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

Als Dank für diesen Einsatz und als vorfristiges Geburtstagsgeschenk zum 150-jährigen Bestehen des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen im Jahr 2019 – gegründet wurde er im Juni 1869 in Chemnitz – stellen wir eine große Anzahl digitalisierter historischer Drucke zum sächsischen Feuerwehrwesen in einer eigenen Kollektion bereit. Besonders in Sachsen ist das Bewusstsein für die Geschichte der Feuerwehren stark ausgeprägt und daher die Zahl der Feuerwehrhistoriker groß. Nach 1990 sind mehr als 170 Chroniken und Festschriften zu sächsischen Ortsfeuerwehren erschienen, die das breite Interesse am Thema zeigen sowie seine Geschichte und Tradition darstellen. Wie die Historie des Dachverbandes reicht auch diejenige der örtlichen Wehren oft bis weit in das 19. Jahrhundert zurück. Nachgewiesen und erschlossen sind diese Veröffentlichungen in unserer Sächsischen Bibliografie und auch im SLUB-Katalog recherchierbar.

 

In unserer neuen digitalen Kollektion zum sächsischen Feuerwehrwesen finden Sie historische Zeitschriften und Bücher, die Sie bei der historischen Forschung unterstützen sollen. Dafür ergänzen wir auch gedruckte Quellen aus andere Einrichtungen, z.B. der Universitätsbibliothek Chemnitz.

Bild: Bild nach Sächsischer Feuerwehr-Kalender, 1907, bearbeitet von Henrik AhlersIn kleineren Orten kämpfen die Freiwilligen Feuerwehren wie andere Vereine auch mit Nachwuchsproblemen. Vielleicht hilft die Beschäftigung mit ihrer Geschichte, Menschen für den aktiven Dienst zu begeistern.



Die Kollektion wird laufend erweitert. Falls Sie noch geeignete Quellen zu Digitalisierung haben, kommen Sie gern auf uns zu.

 

 

Autoren: Konstantin Hermann / Martin Munke

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Bücher und Joghurt - Literatur vermarkten. Börsenblatt und Neue Bücherschau online

Im Frankfurter Römer knallen die Sektkorken. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gibt bekannt, dass der Roman Archipel von Inger-Maria Mahlke den diesjährigen Deutschen Buchpreis erhält. Mit der Auszeichnung läutet der Börsenverein zugleich die von ihm veranstaltete Frankfurter Buchmesse ein. Wer nicht vor Ort ist, kann die Preisverleihung im Livestream verfolgen oder ein Video zur Shortlist mit Interviews der sechs Finalisten anschauen. In ihrer Rede dankt Mahlke ihrer Verlegerin Barbara Laugwitz, die Ende August vom Holtzbrinck-Konzern abgesetzt wurde, und unterstreicht den Unterschied zwischen Büchern und Joghurt. Warum tut sie das?

 

Der Erfolg der Literatur hängt entscheidend von ihrer Vermarktung ab, die Verlage, Buchhandel, Buchkritik und nicht zuletzt die Autorinnen und Autoren selbst mit vereinten Kräften im Literaturbetrieb forcieren. Selten spricht ein literarischer Text für sich, stattdessen lenken seine Paratexte unsere Rezeption. Mir fällt es zugegebenermaßen schwer, die literarischen Neuerscheinungen zu lesen, wenn ich das Exemplar in der SLUB ausleihe, denn ohne die auf dem Schutzumschlag präsentierten Paratexte kommt das Buch nackt daher. Mir fehlen neben der Aufmachung des Covers die Klappentexte zum Inhalt und zur Autorbiografie sowie das Autorenfoto, um den Text auf meiner literarischen Landkarte zu verorten. Nun könnte ich dankbar sein, die Lektüre unvoreingenommen beginnen zu dürfen, stattdessen fühle ich mich auf den ersten Seiten unsicher, denn ich habe mich an die durch die Aufmerksamkeitsökonomie gelenkte Rezeption gewöhnt. Wer nun denkt, es handle sich bei der literarischen Markenbildung um eine neumodische Erscheinung, den belehrt das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel eines Besseren.

 

Die SLUB digitalisiert für die Historische Kommission des Börsenvereins dessen 1834 erstmalig erschienenes Verbandsorgan, sodass sich die historische Entwicklung des Buchmarktes und seiner Werbung nachverfolgen und digital auswerten lässt. Damit stellen wir der Literatur- und Buchwissenschaft eine wichtige Quelle für die Analyse von Autorschaftsinszenierungen zur Verfügung. Das Börsenblatt versammelt im bibliografischen Teil sämtliche Neuerscheinungen und präsentiert im Anzeigenteil die typografisch individuell gestalteten Werbeanzeigen der Verlage. In den Zwanzigerjahren erlebt die Werbetypografie nach Hyperinflation und Währungsreform eine Blütezeit, sodass der Anzeigenteil einer Ausgabe bis zu 70 Seiten umfasst. Listet der bibliografische Teil die Neuerscheinungen urteilsfrei in alphabetischer Folge, zeigt sich deren Wertigkeit hingegen in der unterschiedlichen Ausstattung der Anzeigen.

 

Im Gegensatz dazu unterbreiten Literaturzeitschriften wie Die Neue Bücherschau ihren Leserinnen und Lesern Bemerkenswerte Neuerscheinungen, nehmen also eine eigene Bewertung vor und treffen eine qualitative Auswahl. Dafür entwickeln sie Kriterien, die ihren ästhetischen und kulturpolitischen Maßstäben entsprechen und vom herausgebenden Verlag durch Werbeanzeigen finanziert werden. Die zwischen 1919 und 1929 erschienene Neue Bücherschau zählt zu den politisch linksgerichteten illustrierten Literaturzeitschriften der Weimarer Republik und ist der jüngste Neuzugang in unserem Portal Illustrierte Presse. Als literaturkritisches Blatt stellt sie eine ergänzende Quellenedition zum Verbandsorgan des Börsenvereins dar, um die Autorschaftsinszenierungen in der Literatur der Zwischenkriegszeit umfassend analysieren zu können.

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470 Jahre Hof- und Staatskapelle Dresden: Herzlichen Glückwunsch!

Am 22. September 1548, seinem Namenstag, unterzeichnete Kurfürst Moritz von Sachsen eine Cantoreyordnung, die der Musik am Dresdner Hof eine neue Wertigkeit bescheinigte. Mindestens elf „große Personen zum Baß, Alt und Tenor“ und neun „Knaben zum Diskant“ sollten fortan unter anderem Gottesdienste, Tafel- und Hoffeste musikalisch ausschmücken.

Damit verfügte das territorialpolitisch ambitionierte albertinische Haus über ein ausstrahlungskräftiges Instrument zur Demonstration seiner Macht und Herrschaftsansprüche nach außen und innen. Über alle - z.T. katastrophalen - Zeitläufe hinweg, wurde dieses Ensemble erhalten und diente der kulturellen Repräsentation des Hofes und später des Landes bis heute.

Die Beurkundung der Dresdner Hof- (heutigen Staats-)kapelle durch Moritz jährt sich nun zum 470. Mal und gibt damit Zeugnis über die älteste ununterbrochen aktive Kapelle – der wir alles Gute zum Geburtstag zurufen und wünschen, die nächsten Jahrhunderte mögen von ebenso viel Vitalität und Engagement für die jeweils aktuelle Musik geprägt sein, wie die vergangenen. Diese Geschichte der Staatskapelle lässt sich in ihren Quellen, die zum Bestand der SLUB gehören, auf das Beste nachvollziehen: Auch wenn ein großer Teil der älteren Kapellmusikalien 1763 zerstört worden sind, ist das Repertoire in Abschriften überliefert (die übrigens anzeigen, wie weit das Dresdner Musikleben als Vorbild reichte). Die jüngeren Notenbestände sind in mehreren Etappen in die Königliche Bibliothek, die Vorgängereinrichtung der SLUB, gelangt. Die Musikalien des sogenannten Schrank II oder des Opernarchivs belegen, digital zugänglich, beredt die Qualität der Kapelle, die Heinrich Schütz als „Liecht unter [anderen] Capellen“ pries, die Jean Jaques Rousseau 1767 in seinem Dictionnaire de musique als „das vollendetste und am besten zusammengesetzte Ensemble“ bezeichnete, von der Beethoven schrieb, „man hört allgemein, dass die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey“, die Richard Strauss als „das beste Opernorchester der Welt“ rühmte, und deren hervorragenden Leumund man beliebig bis in die Gegenwart zitieren könnte.

Die Musikabteilung der SLUB als Aufbewahrungsort ihrer musikalischen Quellen bietet nicht nur optimale Bedingungen zur Bestandserhaltung dieses Erbes, sie kann durch ihre Infrastruktur auch den bestmöglichen Zugang zu den Zeugnissen der Musikgeschichte bieten. So werden derzeit beispielsweise die Aufführungsmaterialien des frühen 20. Jahrhunderts im Rahmen des LDP digitalisiert und geben demnächst über sachsen.digital jedem Interessierten neue Auskünfte zu Fragen der Interpretations-, Institutions- und Sozialgeschichte der Musik in Dresden. Unserem Glückwunsch zum Geburtstag schließen wir deshalb einen Dank für die gute Zusammenarbeit an und freuen uns auf die nächsten Projekte zur gemeinsamen Dokumentation der facettenreichen Kapellgeschichte.

 

Musikalien der Kapelle aus dem Schrank II und dem Opernarchiv hofmusik.slub-dresden.de

Die Deutsche Fotothek bietet zahlreiche Bilddokumente der Sächsischen Staatskapelle

 

 

Der Beitrag wurde von Katrin Bicher und Cynthia Meißner verfasst.

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Meistersinger digital: Hans-Sachs-Nachlass ist online

Einbandvon Hans Sachs: Das ander puech mit meyster gesang Hans Sachsen gedicht in zwayen Jaren volent got sey lob meins alters im 34 Jar„… so hab ich Hans Sachs angefangen mit hilff gottes zw tichten vnd zw schreiben …“  – Wer genauer wissen möchte, was der Nürnberger Schuhmacher Hans Sachs (1494-1576) gedichtet und geschrieben hat, hat seit Neuestem die Möglichkeit, sich zahlreiche handschriftlich überlieferte Werke des bedeutenden Meistersingers, Dichters und Dramatikers jederzeit auf Sachsen.digital anzusehen.

 

Hans Sachs als Meistersinger

Bekanntheit erlangte Hans Sachs vor allem als Meistersinger. Er verfasste insgesamt über 4000 Meisterlieder und war seit Beginn der 1520er Jahre maßgeblich am erneuten Aufschwung der Nürnberger Meistersingerschule beteiligt. Den Meistergesang, der sich traditionell mit religiösen Themen beschäftigte, stellte er dabei in den Dienst der Reformation. Schon früh hatte sich Sachs mit den Schriften des Reformators Martin Luther auseinandergesetzt. Sein Spruchgedicht über die „Wittenbergisch Nachtigall“, welches 1523 gleich mehrfach im Druck erschien und zur Popularisierung des Gedankenguts Luthers beitrug, ist das wohl bekannteste Zeugnis seines Engagements für die lutherische Lehre. Neben etwa 2000 geistlichen schuf Sachs auch weltliche Meisterlieder, die Fabeln, Schwänke und Historien beinhalteten und in denen er verschiedene Themen, beispielsweise aus der antiken Mythologie aufgriff. Außerdem verfasste er rund 80 Fastnachtsspiele und fast 130 Komödien und Tragödien.

 

Abbildung: Portrait Hans Sachs

Hans-Sachs-Nachlass

Erschienen Sachs‘ andere Texte auch als Einzeldrucke, so fanden seine Meisterlieder – entsprechend der damaligen Singschulordnungen, die einen Druck der Lieder verboten, – nur handschriftliche Verbreitung. Bis heute liegen nicht alle Meisterlieder veröffentlicht vor. Umso interessanter ist es, dass nun der Teil des handschriftlichen Hans-Sachs-Nachlasses, der heute im Stadtarchiv Zwickau aufbewahrt wird, im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms digitalisiert und im Internet frei zugänglich gemacht worden ist. 15 Bände, deren Entstehungszeit zwischen 1528 und 1573 liegt und die Meistergesänge, Spruchgedichte sowie ein Generalregister enthalten, können nun dauerhaft von der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit auf Sachsen.digital eingesehen und genutzt werden. In Ergänzung des Projekts wird auch die Meisterliedersammlung der SLUB Dresden mit Hans-Sachs-Autographen und zeitgenössischen Abschriften über das Landesdigitalisierungsprogramm digitalisiert.

 

Ein Großteil unserer Kenntnisse zu Sachs‘ Biografie stammt aus seinen Dichtungen. Auch die jetzt über das Landesdigitalisierungsprogramm online gestellten Dokumente sind nicht nur für diejenigen lesenswert, die sich mit Sachs‘ Werk auseinandersetzen möchten. Den an der Person des Hans Sachs Interessierten bieten die Bände gleichermaßen spannende Einblicke. So lässt sich beispielsweise der Vorrede zum Register seiner Meisterlieder entnehmen, dass Sachs nach dem Tod seiner Ehefrau am 17. März 1560 „gleich hernach dichtens vnd schreibens vertrossen“ geworden sei.

 

Die Meistersinger von Nürnberg

Wer sich eher für Rezeptionsgeschichte begeistern kann, dem sei an dieser Stelle noch die Kollektion zu Richard Wagner in den Digitalen Sammlungen der SLUB ans Herz gelegt. In seiner 1868 uraufgeführten Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ ließ Wagner den Meistersinger Hans Sachs als eine der Hauptfiguren auftreten und rief ihn damit einer breiteren Öffentlichkeit wieder ins Gedächtnis.

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SACHSEN.digital – Sachsens Schätze weltweit und rund um die Uhr

Haben Sie es schon entdeckt? Seit einiger Zeit ist SACHSEN.digital online – das neue Portal für digitalisierte Kulturgüter aus Sachsen.

 

 

Virtuell vereinigt wird an dieser Stelle ein stetig wachsender Bestand an kulturellen Schätzen des Freistaates, die vorrangig im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms digitalisiert und bereitgestellt werden. Die bislang 25 beitragenden Institutionen vertreten ein breites inhaltliches Spektrum und decken den gesamten sächsischen Raum ab. Die Nutzer haben so die einzigartige Möglichkeit, virtuell in den Beständen von verschiedenen Museen, Bibliotheken und Archiven aus zum Beispiel Plauen, Zwickau, Leipzig, Dresden, Bautzen, Görlitz oder Freiberg zu blättern, weltweit und rund um die Uhr. Die freien Lizenzen erlauben eine unkomplizierte Weiternutzung und sollen so zum kreativen Umgang mit dem Material und damit zur Verbreitung der Inhalte anregen. Erst kürzlich dienten beispielsweise Fotografien des Sorbischen Instituts Bautzen als Grundlage für ein preisgekröntes Projekt im Rahmen des Kulturhackathons Coding da Vinci Ost.

 

Wer sachsen.digital schnell und unkompliziert kennenlernen möchte, kann sich im neuen Film zum Portal einen ersten Überblick verschaffen.

 

 

 

Und wiederkommen lohnt sich: Allein in diesem Jahr ist der Bestand bereits um ca. 1,5 Millionen digitalisierte Seiten gewachsen, weitere Projekte sind in der Vorbereitung. Gerade abgeschlossen wurde beispielsweise die Digitalisierung der Frauen-Zeitung der berühmten Leipziger Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters, kurz vor dem Start steht die Bereitstellung von wertvollen Notenmaterialien zu Dresdner Ur- und Erstaufführungen von Opern Richard Wagners aus dem Bestand der Sächsischen Staatskapelle / Staatsoper Dresden.

 

Egal, ob Citizen Scientist, Lehrer, Wissenschaftler oder Ahnenforscher, interessiert an Technik, Geschichte, Kunst oder Musik: Unter den bislang verfügbaren 18 Kollektionen mit rund 5 Millionen digitalisierten Seiten werden Sie mit Sicherheit das ein oder andere für Sie Unbekannte und Überraschende entdecken.

 

Wir laden Sie herzlich ein zum Stöbern und Entdecken – spannende Geschichte(n) warten auf Sie!