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Kategorie: Lesen

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Über die Sehnsucht nach einer "konservativen Revolution" - ein Autorengespräch 'Zur rechten Zeit'

Vier renommierte HistorikerInnen betrachten die Wiederkehr des Nationalismus und begründen ihre damit zusammenhängende Sorge um das demokratische und aufklärerische Selbstverständnis der Bundesrepublik. Nächsten Mittwoch kommen sie in die SLUB und stellen ihr gemeinsames Buch vor!

 

 

 

Das Buch, das gerade erst im Ullstein Verlag erschienen ist, kommt hoffentlich "zur rechten Zeit"! Es handelt von der Sehnsucht nach einer „konservativen Revolution", welche die Autoren in der gesamten deutschen Nachkriegsgeschichte am Werk sehen und mit der sie sich die aktuelle "Rückkehr des Nationalismus" und die jüngsten Erfolge der Rechtspopulisten erklären.

Dass der Nationalismus - ein im 19. Jahrhundert entstandenes politisches Konzept - wieder derart attraktiv geworden sei, stelle "eine ebenso gefährliche wie erklärungsbedürftige Entwicklung dar", heißt es in der Einleitung, womit das wesentliche Anliegen dieses Buches bereits grob umrissen ist: Es geht darum, die neue alte Leidenschaft für nationale Identität im zeithistorischen Kontext plausibel zu machen und gleichzeitig präzise vor Augen zu führen, was dadurch auf dem Spiel steht - die liberale Demokratie und das Ideal einer menschenfreundlichen Gesellschaft.

 

Wir freuen uns auf das Buch und den Austausch mit Prof. Dr. Norbert Frei, PD Dr. Christina Morina, Dr. Franka Maubach und Dr. Maik Tändler! Moderieren wird Oliver Reinhard, Kultur-Redakteur der Sächsischen Zeitung, der sich kürzlich auf Facebook dazu bekannte, auf diesen Job "extrem gespannt" zu sein, was uns in der Gewissheit bestärkt, dass wir mit einer interessanten Diskussion rechnen dürfen!

 


Kommen Sie am 6. März um 19:00 Uhr in den Klemperer-Saal und seien Sie dabei: Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt wie üblich frei!

 

 

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SLUB.lit: Ein Aktenordner voller alter Briefe - Dokumente einer Flucht

Während Deutschland heute Zufluchts- und Hoffnungsort für Verfolgte aus verschiedenen Weltregionen ist, waren es vor achtzig Jahren Deutsche, die verzweifelt nach einer Perspektive in einem anderen Land suchten. Francis W. Hoebers "Deutsche auf der Flucht", das unter Mitwirkung von SLUB-Generaldirektor Dr. Achim Bonte entstanden ist, widmet sich einem dieser Flucht-Geschehen, das unter anderem auch bis nach Dresden und Wachwitz reicht. Es dokumentiert die Fluchtgeschichte eines jungen, regimekritischen Akademikerpaares, wie sie im nationalsozialistischen Deutsch­land zahllose Menschen zu bestehen hatten - eine kräftezehrende Flucht ohne die Perspektive zur Rückkehr.

 

Wir schreiben das Jahr 1938: Es ist die Zeit der Novemberpogrome.

Bild: Cover der Buches .Deutsche auf der Flucht. von Francis W. Hoeber und Dr. Achim BonteIn ihrer reichsweiten Organisation wie in ihrem Exzesscharakter stellen sie eine neue Eskalationsstufe der Ausgrenzung und Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die betroffenen Bürger werden schrittweise um alle Lebensgrundlagen und -perspektiven in Deutschland gebracht. In diesem Zeitraum beginnt die Fluchtgeschichte der Familie Höber: Dank eines glücklichen Zufalls kann Johannes Höber in die Vereinigten Staaten auswandern - das jedoch allein. Seine Frau Elfriede und die neunjährige Tochter Susanne können erst im September 1939, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, folgen.

 

Die Zeit dazwischen: anstrengend und nervenzehrend; ungewiss, wann man sich wieder sieht. Lediglich über Briefe kann der Kontakt gehalten werden.

Der Lukas Verlag, in dem "Deutsche auf der Flucht" erschienen ist, schreibt: "In diesen Briefen beschreibt Elfriede die sich zunehmend verschlech­ternde Situation in Deutschland und Johannes seine mühsamen Fortschritte, in Amerika Fuß zu fassen. Der Leser lernt zwei eloquente und leidenschaftliche und zugleich sehr unterschiedliche Menschen kennen. Johannes’ Schreiben sind sorgfältig organisiert und präzise, selbstbewusst und voll detaillierter Berichte von Menschen, Orten und Ereignissen, die sein tiefes Interesse am neuen Land widerspiegeln. Elfriedes Briefe wirken bisweilen leicht chaotisch, vermitteln aber so einen sehr unmittelbaren Eindruck der starken Emotionen, mit denen sie ihren Alltag meisterte, in einer Heimat, die ihr immer fremder wurde. Sie haben Witz, wenngleich der Humor oft ironisch, manchmal sogar sarkastisch ist. In der Summe öffnet die Korrespondenz nicht nur einen überaus lebendigen, unmittelbaren Blick in eine besondere Epoche, sondern auch in eine vielschichtige Beziehung."

 

Ende der 1980er Jahre entdeckt Sohn Francis diese Briefe, die seine Eltern niemals erwähnt hatten. In diesem Jahr nun hat Francis W. Hoeber den Briefwechsel seiner Eltern herausgegeben und bietet damit einen bemerkenswerten Einblick in eine Problematik, die heutzutage aktueller denn je ist.

 

Zur Lesung und Diskussion mit Francis W. Hoeber und Dr. Achim Bonte laden wir Sie herzlich ein!

 

Buchvorstellung und Zeitzeugengespräch: Deutsche auf der Flucht
14.11.2018 | 19:00 Uhr | Klemperer-Saal

Buch "Deutsche auf der Flucht" im SLUB-Katalog


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"Platzwechsel": Comedy-Autor und Slam-Poet André Herrmann liest aus seinem neuen Buch

Herrmann – so ist seinem Blog zu entnehmen – schreibt, liest vor und tritt seit 2007 auf Bühnen auf. Am 6.11. kommt er in die SLUB, und wir sagen Ihnen, warum es sich lohnt, dabei zu sein!

 

Bild: André Herrmann (Autorenbild © Enrico Meyer) Er schreibt Comedy fürs Fernsehen, unter anderem für so populäre Formate wie „Neo Magazin Royale“ (ZDF) und „Olaf macht Mut“ (ARD). Er ist konsequent und erfolgreich auf Twitter, Instagram und Facebook unterwegs und auf Youtube erzählt er einmal wöchentlich, warum er "Noch immer wütend" ist. Wem diese Referenzen nicht genügen, der vergegenwärtige sich, dass wir es hier mit dem André Herrmann zu tun haben, der mit dem Team Totale Zerstörung zweimal die deutschen Meisterschaften im Poetry Slam gewonnen hat!

 

Bild: Platzwechsel: Noch druckfrisch und schon im SLUB-Bestand!Im Frühjahr 2015 erschien sein Debüt „Klassenkampf“ und seit diesem Herbst liegt nun mit „Platzwechsel“ sein zweiter Roman vor. Wieder geht es um das Lebensgefühl in der Provinz Sachsen-Anhalts, aus der André in „Klassenkampf“ noch glaubte, den Absprung geschafft zu haben. In „Platzwechsel“ kehrt er zurück, und das nicht ganz freiwillig. Sein unvergleichlicher Kumpel Maik taucht in diesem Buch wieder auf, und diesmal kommt er auf die grandiose Idee, seinem Freund einen Job in der Heimat zu besorgen. „Handlungen, Orte und Personen dieses Romans sind frei erfunden“, beteuert Herrmann im Klappentext, aber: „Maik gibt’s natürlich. Das wäre zu krass, sich so etwas auszudenken.“

 

Nicht nur der Protagonist seiner Romane, sondern auch Herrmann selbst stammt ursprünglich aus Sachsen-Anhalt, lebt aber schon lange in Leipzig.

Bild: Logo Literaturforum

Deshalb wird er hier im Rahmen des Projekts „Literaturforum Bibliothek“ gefeatured, das sächsische Autoren zum Vorlesen in sächsische Bibliotheken bringt. 

 

Wir freuen uns auf André Herrmann und sein neues Buch! Kommen Sie nächsten Dienstagabend in die SLUB und planen Sie etwa 2 Stunden Spaß ein!

 

André Herrmann präsentiert sein neues Buch "Platzwechsel"
06. November 2018 | 19.30 Uhr | Klemperer-Saal
Der Eintritt ist frei

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5 Tipps für eine angenehme Prüfungszeit

Der Platz vor der Zentralbibliothek der SLUB gleicht in den letzten Tagen vor allem am Nachmittag meist einer "Blechwüste". Jedes freie Plätzchen wird zum Abstellen von Fahrrädern genutzt. Ein klares Indiz dafür, dass wieder Prüfungszeit ist.

 

Damit das Arbeiten in unserer Bibliothek für Sie trotzdem gut erträglich ist, haben wir gemeinsam mit der Leiterin des Referates Informationsservice der SLUB, Sylvia Schöne, 5 Tipps für Sie zusammengestellt.

 

1. Platz für alle

Weil es in der Zentralbibliothek wieder gut gefüllt ist, haben wir unsere roten Klappstühle aus dem Lager geholt. Damit können Sie auch bequem neben oder zwischen den Regalen lesen oder recherchieren. Und wie in jeder Prüfungszeit gilt auch jetzt wieder: zeitiges Kommen sichert gute Plätze.

Sollte es doch einmal eng werden, halten auch unsere weiteren Standorte viele ruhige Arbeitsplätze bereit – warum also nicht einfach mal „Fremdgehen“? Das kann auch der Konzentration gut tun.

 

2. Mach mal Pause

Da jede gute Arbeit mal eine Verschnaufpause und sprichwörtlich „frischen Wind“ braucht, empfehlen wir Ihnen dringend an die frische Luft zu gehen - unsere Liegestühle laden zu einer entspannten Pause oder auch einem kleinen Powernap ein. Kleiner Geheimtipp: Liegestuhl nehmen und hinter den zweiten Gebäudeteil gehen - dort ist es besonders ruhig und es gibt immer ein Stückchen Schatten.

 

Damit Ihr Arbeitsplatz in der Zeit nicht besetzt wird, stehen Ihnen wieder unsere Pausenscheiben zur Verfügung.

 

 

3. Sie sind nicht allein

Nicht nur zahlreiche Kommilitonen teilen mit Ihnen das gleiche Schicksal, zu recherchieren, zu lesen, zu schreiben und zu lernen – auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB sind für Sie da und beraten Sie gerne individuell zu Ihren Schreib-/Forschungsvorhaben in unserer Wissensbar. Machen Sie einen Termin zur Beratung aus: egal ob für den Forschungsbericht oder die Hausarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Natur- oder Ingenieurwissenschaften, Fragen zur Recherche oder zum wissenschaftlichen Arbeiten allgemein.

 

4. Hauptsache kein Plagiat

Zentraler Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens ist das Belegen von Quellen. Dass das nicht immer einfach ist, ist wohl jedem bekannt, der schon einmal eine solche Arbeit geschrieben hat. Auf unserem YouTube-Kanal bringen wir Licht ins Dunkel und erklären Ihnen in der Reihe SLUBcast, kurz und bündig beispielsweise warum Zitieren notwendig ist, welche Arten von Zitaten es gibt und wie man sich für den richtigen Zitierstil entscheidet.

 

5. Besser schmeckt es draußen

Für alle entspannter wird die Prüfungszeit, wenn Sie darauf verzichten, Lebensmittel und Getränke wie Mate mit in die SLUB zu bringen: Knackende Äpfel, der Geruch von Käsebroten oder Nudelsalat und das Zischen der Cola-Flasche sind für keinen angenehm. Besser schmeckt es außerdem in entspannter Atmosphäre jenseits des Schreibtisches. Bitte bringen Sie daher nur Ihre Wasserflasche mit an den Arbeitsplatz - Ihre Kommilitonen und unsere Medien werden Ihnen dankbar sein!

 

 

Haben auch Sie noch den einen oder anderen Geheimtipp – dann verraten Sie ihn uns und Ihren Mitstreitern – hier als Kommentar oder auf unserem Twitter-Kanal.

 

Vom 9. Juli bis 10. August 2018 haben wir am Sonntag wieder bis 20 Uhr für Sie geöffnet.

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SLUB gedenkt Jahrestag der Bücherverbrennungen: Ausstellung im Foyer

Als am 10. Mai 1933 die Werke Erich Kästners, Alfred Döblins oder Heinrich Manns in einen lodernden Scheiterhaufen aus Büchern geworfen worden, war dies nicht das erste Mal, dass in Dresden Bücher brannten. Bereits kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten kam es in der Stadt am 7. und 8. März 1933 zu scheinbar spontanen Bücherverbrennungen. Die deutschlandweiten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 waren eine konzertierte Aktion der Deutschen Studentenschaft unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, die mit der Veröffentlichung von „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ am 12. April 1933 ihren Anfang nahm. Diese „Thesen“ wurden deutschlandweit an Universitäten plakatiert und in Zeitungen abgedruckt.

Gedenklesung

Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung fand gestern eine Gedenklesung im Foyer der Zentralbibliothek statt, bei der sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB als auch Gäste Textstellen aus Werken der damals verfolgten Autoren vortrugen. So standen beispielsweise Auszüge aus Victor Klemperers Tagebüchern, Erich Kästners „Fabian“, Alex Weddings „Ede und Unku“ und Tucholskys „Lerne lachen ohne zu weinen“ auf dem Programm der etwa 2-stündigen Lesung.

 

 

Ausstellung

In zwei Vitrinen im Foyer der Zentralbibliothek zeigen wir derzeit außerdem Erstausgaben und frühe Ausgaben der damals verbrannten Werke aus einer Dresdner Privatsammlung. Ausgestellt sind beispielsweise "Hiob" von Joseph Roth, "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin, "Fabian" von Erich Kästner und Anna Seghers "Aufstand der Fischer von St. Barbara" in ihren originalen Umschlägen mit Hintergrundinformationen zu den Autoren.

 

 

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Mai 2018 im Foyer der Zentralbibliothek zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.

 

Bilder: SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner