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Kategorie: Polen

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Nachrichten haltbar machen – Die internationale IFLA-Satellitenkonferenz findet in Dresden statt

Am 16. und 17. August richtet die SLUB Dresden die IFLA-Satellite Conference zum Thema Nachrichtenmedien aus. Die Tagung befasst sich unter dem Titel „Relying on News Media. Long Term Preservation and Perspectives for Our Collective Memory“ in 19 Präsentationen und Vorträgen vor allem mit den Aussichten und Herausforderungen der Langzeitarchivierung von Nachrichtenmedien. Das Programm finden Sie hier.

 

Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch, alle Vorträge werden auch per Livestream über das Internet übertragen (www.slubdd.de/ifladay1 bzw. www.slubdd.de/ifladay2). Die Wissenschaftler und Teilnehmer erwartet darüber hinaus ein kulturelles Rahmenprogramm, welches verschiedene Anlässe zum kreativen Austausch bietet. Der diesjährige Weltkongress der IFLA findet anschließend vom 19. bis 25. August in Wroclaw, Polen, unter dem Motto „Libraries. Solidarity. Society.“ statt.

 

Die IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) ist die internationale Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen, die derzeit mit 1.700 Mitgliedern aus 150 Ländern etwa 500.000 Bibliotheken repräsentiert. Sie vertritt die Interessen des Bibliotheks- und Dokumentationswesens und setzt sich für die Entwicklung qualitativer Bibliotheks- und Informationsdienste sowie die Förderung des freien Zugangs zu Informationen ein.

 

Dem jährlichen Weltkongress, den die IFLA organisiert, sind mehrere Satellitenkonferenzen in verschiedenen Ländern vorangestellt. Neben Deutschland als Tagungsland gibt es in diesem Jahr weitere Satellitenkonferenzen in Litauen, Rumänien, der Schweiz und der Slowakei.

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Nicht nur für Radfahrer: Digitale Ideen mit Geschichte im Kartenforum

Fast einhundert neu digitalisierte Karten wurden im Virtuellen Kartenforum noch kurz vor Weihnachten veröffentlicht. Für Radfahrerinnen und Radfahrer sind fünf digitale Karten dabei – für die Gegenden um Prag, Chemnitz und Zwickau, Görlitz, Ostpreussen und für die Hauptrouten von Mitteleuropa.

 

Hauptroutenkarte von Mitteleuropa für Radfahrer : Blatt 2, 1:1 500 000. SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Lohnende Ziele für Touren in 2016 finden Sie darin bestimmt über die Feiertage. Außerdem lohnt ein Blick in die alten Tourenbücher für Radfahrer. Die Sammlung wächst weiter, da in den vergangenen Monaten nicht nur in der SLUB, sondern auch in anderen Bibliotheken historische Radfahrerliteratur digitalisiert wurde. "Historische Radreisen" sind als Sammelgebiet ein verstreutes Puzzle regionaler Wegweiser, Radwanderführer, Fahrten- und Tourenbücher sowie länderüberschreitender Radreiseberichte. Die Autoren - Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend Männer - schufen als Verbandsfunktionäre, Verleger und "Sportfreunde" eine Vielzahl regionaler Reiseführer, die immer noch nützliches Material für die Heimatforschung sind - und Ausgangspunkt für Reisepläne.

 

Von wem stammen diese Karten? Ein Dresdner Kartograf und Verleger war Robert Mittelbach in Kötzschenbroda, der mit seinen Verlagen dort und in Leipzig verschiedenste Landkarten schuf, unter anderem für Rad- und Automobilfahrer. In Leipzig erschienen damals auch die Universal-Radsport-Karten von Eduard Gaebler und Wolf's Radfahrer-Karten in verschiedenen Verlagen. Der Schweizer Theophil Weber gründete in Leipzig den Sächsischen Radfahrer-Bund, den es heute noch gibt, und verlegte Tourenbücher für Radfahrer, die in der SLUB schon digitalisiert wurden. Ist diese Häufung ein Zufall? Allein die individuellen Geschichten der Verlage und ihrer Verleger, die Radtourenbücher und -karten veröffentlichten, sind höchst spannend. Die Vermutung liegt nahe, dass die geschäftlichen Interessen radelnder Verleger mit deren privaten Interessen als Radsportler und Radreisende um 1900 zusammentrafen. Mehr Freizeit, sinkende Anschaffungskosten und damit steigende Fahrradbegeisterung schufen Nachfrage nach Radreiseliteratur. Geschäftstüchtige Verlage bedienten diese Nachfrage gern und druckten diese Fahrradbücher – verschleißanfällige Gebrauchsliteratur, die inzwischen weit verstreut in unzähligen europäischen und amerikanischen Regionalbibliotheken, Antiquariaten und Digitalen Sammlungen darauf wartet, für neue Reisen wieder entdeckt zu werden.

 

Studentinnnen und Studenten der Technikgeschichte erforschen nun an der TU Berlin Fahrradgeschichte anhand digitalisierter Tourenbücher und bloggen ihre Erkenntnisse. Für HistorikerInnen - mit und ohne Fahrrad - bieten die Radfahrerbücher viel, auch alltägliche Auswirkungen der Weltgeschichte. Im Begleitwort der zweiten Auflage des Wanderbuchs des Bundes Deutscher Radfahrer Band für Ostdeutschland schrieb der Fahrradpionier und Radsportfunktionär Gregers Nissen 1925: "Die zweite Auflage von Ost-Deutschland umfasst das selbe Gebiet wie die I. Auflage, obgleich unserem Vaterland grosse Gebietsteile entrissen wurden und der Korridor uns von Ostpreussen trennt. Ich habe die Hauptstrassen durch die abgetrennten Teile aufgenommen, in der Hoffnung, dass es auch mal wieder anders kommen kann." Ältere digitale Radfahrerkarten für Polen, Sachsen und Böhmen finden Sie jetzt im Kartenforum in der Deutschen Fotothek.

 

Ergänzung: Die Karte vom "Gebiet des Deutschen Radfahrer-Bundes mit Gau - Eintheilung" von 1892 wurde von der Nationalbibliothek in Warschau digitalisiert.

 

 

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Kriegsbedingt verlagertes Kulturgut: Deutschland gibt spätmittelalterliche Handschrift an Polen zurück

Das Auswärtige Amt und der Freistaat Sachsen sind übereingekommen, eine lateinische Handschrift von Predigten aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an Polen zurückzugeben. Das Werk wird seit 1958  in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) aufbewahrt. Die Modalitäten der Rückgabe werden zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Polens abgestimmt.

 

Bei der Handschrift handelt es sich um einen theologischen Sammelband polnischer Herkunft mit dem Titel "Sermones de tempore", der noch im 15. Jahrhundert in die Sammlung der Vikariatsbibliothek beim Kollegiatstift Wiślica gehörte. Er wurde Ende 1944 von deutschen Stellen aus der Polnischen Nationalbibliothek in Warschau entnommen und nach Görbitsch bei Frankfurt/Oder verbracht. Dort beschlagnahmten sowjetische Truppen nach Kriegsende das Werk und verbrachten es nach Moskau. 1958 übergab die Sowjetunion die Handschrift zusammen mit einer Reihe von aus Dresden stammenden Sammlungen an die damalige DDR – wie sich nun herausgestellt hat irrtümlich.

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