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Kategorie: Restaurierung

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Originale erhalten!

Dieses Motto stand in zweierlei Hinsicht auf dem diesjährigen Sächsischen Werkstatttag für Bestandserhaltung im Mittelpunkt des Interesses von ca. 90 Vertretern aus Archiven, Bibliotheken und Museen, die sich vergangene Woche im Klemperer-Saal der SLUB Dresden zu einem Fachaustausch trafen.

Papierfischchen und Museumskäfer

Unerwünschte Gäste, wie Papierfischchen oder Museumskäfer finden an und in Archiv-, Museums- und Bibliotheksgut durchaus attraktive Nahrungsquellen und können daran erhebliche Schäden anrichten. Dieses Problem ist zwar so alt, wie es diese Kultureinrichtungen gibt, der spürbare Klimawandel und einwandernde Schädlingsarten tragen aber zu völlig neuen Herausforderungen bei. Durchdachte Konzepte, um Schädlinge fernzuhalten oder das Spektrum und die Häufigkeit einzelner Spezies genau zu überwachen sind deshalb gefordert. Um auch solche Themen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, bietet der Werkstatttag eine anerkannte Plattform. Der jährlich von der Landesstelle für Bestandserhaltung organisierte Werkstatttag ist seit Jahren eine feste Größe im Fortbildungsprogramm sächsischer Bibliotheken und darüber hinaus.

 

Zum anderen präsentierten sächsische Kultureinrichtungen die Ergebnisse ihrer im Jahr 2017 vom Bund und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) geförderten Projekte zum Originalerhalt: So regt die vom Stadtarchiv Chemnitz vorgestellte konservatorische Bearbeitung von Bau- und Brückenplänen des sächsischen Maschinenfabrikanten und Eisenbahnpioniers Richard Hartmann dazu an, die mit interessanten Details aufwartenden Originale vor Ort zu betrachten und nun in einem nächsten Schritt zu digitalisieren. Außerdem informierte die Leiterin der KEK, Dr. Ursula Hartwieg ausführlich zur aktuellen Förderung im Jahr 2018, stehen doch in diesem Jahr 2,5 Mio. Euro des Bundes für Mengenverfahren der Bestandserhaltung  wie Massenentsäuerung, Trockenreinigung und Schutzverpackungen zur Verfügung. Vier sächsische Projekte konnten dafür eine Förderzusage erhalten.

 

 

 

Seite der Landesstelle für Bestandserhaltung in der SLUB

Programm des Werkstatttages 2018

 

 

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SLUB-Tipp: Wenn Bücher ihre Geschichte erzählen könnten...

...dann hätten einige von einem sehr bewegten, dramatischen "Leben" zu berichten. Doch oftmals bekommen genau diese Werke, die nicht mehr "schön" sind, nicht die Aufmerksamkeit, die es ihnen eigentlich zu zollen gälte.

In der aktuellen Ausstellung "Museum of Untold Stories", die derzeit im Japanischen Palais in Dresden stattfindet, schenkt man nun genau diesen, oft übersehenen Objekten, Beachtung. Weniger, indem man sie ausstellt, sondern vorrangig, indem man ihre Geschichte erzählt. Denn manchmal sind es erst die kleinen und gr0ßen Begebenheiten um die Dinge, die diese interessant werden lassen. So basiert das "Museum of Untold Stories" auf Geschichten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit Ausstellungsobjekten unterschiedlicher Art und Herkunft erlebt haben. 81 individuelle Geschichten wurden so zusammengetragen, darunter eine, die auch die Historie der SLUB und ihrer Bestände nachzeichnet.

 

"Nr. 17 - Das Japanische Palais und die Bücher" lautet der Titel der Geschichte von Gilbert Lupfer, Leiter der Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation in den SKD,  die er in diese Ausstellung eingebracht hat.

In Vitrine 16 wird sie veranschaulicht: Bücher mit fehlenden Einbänden, Ruß auf den Seiten, angebrannten und verkohlten Rändern. Es sind im Krieg durch Feuer bzw. Wasser zerstörte Werke, die einst aus der Ruine des Japanischen Palais geborgen werden konnten. Tausende von Büchern wurden damals in jener Bombennacht im Februar 1945 vollständig zerstört und gingen verloren - einige konnten gerettet werden. Diese eindrucksvollen Zeugnisse sind noch heute im Bestand der SLUB. 2018 kommen nun einige von ihnen noch einmal an den Ort zurück, wo einst die kurfürstliche Landesbibliothek (1786-1945) ihren Sitz hatte und in jenen Raum, in dem sie 1945 beinahe zerstört worden wären.

Deutlich sind auf ihnen beispielsweise die Bucheignerzeichen der Privatbibliotheken von Heinrich von Bünau und Heinrich von Brühl zu sehen, die im 18. Jahrhundert für die damals noch kurfürstliche Bibliothek erworben wurden. Brand-, Schmutz und Wasserschäden, ja sogar eine Glasscherbe von zersprungenen Fenstern kam zum Vorschein. Viele dieser Bände waren im Keller des ehemaligen Bibliotheksgebäudes untergebracht. Zwar hatten sie zunächst die Bombenangriffe überstanden, waren dann aber dem Wetter schutzlos ausgesetzt, weil die Kellerfenster durch den Luftdruck der explodierenden Bomben zersplittert waren.

Nr. 17 – Die Geschichten von 16 Büchern, die Teil der Geschichte der SLUB sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zur Ausstellung: Museum of Untold Stories (noch bis 26. August 2018), Japanisches Palais
Geöffnet: täglich 10 - 20 Uhr, So 10-18 Uhr, Montag geschlossen, Eintritt frei

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Wissen kommt von Machen: Die ganze SLUB als Makerspace zur LNdW

Zur Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag (15.6.18) zeigt sich die SLUB von ihrer dem einen oder anderen Nutzer sicher (noch) eher unbekannten Seite: als die neue Bibliothek, die nicht nur der Ort zum Lesen und Lernen ist, aber vor allem ein Ort des Machens, des Miteinanders und der Interaktion. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, aber sind auch in den letzten Zügen, sodass Sie sich auf ein spannendes Programm in unserem Haus freuen können.


Im Vorfeld berichtet uns Veranstaltungsmanagerin Christina Schneider über das, was Sie im Haus Besonderes erwartet und wo Sie überall MITMACHEN können.

 

Die Programmpunkte der SLUB sind in diesem Jahr sehr bunt gemischt - gibt es dennoch einen roten Faden?

 

CS: Wir sind in diesem Jahr von der Idee des Makerspaces ausgegangen und wollten diesen "Macher-Gedanken" auf die ganze Bibliothek übertragen. Dabei sind wir schnell auf viele Ideen gekommen, denn tatsächlich bieten wir an vielen Ecken Angebote, die die Nutzer gut zuhause oder für ihre Arbeit gebrauchen können. Ob das reines immaterielles Wissen ist, das sie mitnehmen oder die Datei einer Schallplatte, die sie an unserem M3 digitalisiert haben, ist dabei zweitrangig. Wir möchten hier in der SLUB unsere Nutzer befähigen, ihr Projekt, ihre Hausarbeit, ihre wissenschaftliche Fragestellung anzugehen und sie dann mit unseren Mitteln bestmöglich unterstützen; Ihnen quasi das Werkzeug dazu reichen. Und dieser Gedanke soll sich auch in unserem Programm widerspiegeln.

 

 

Welche Programmpunkte kann der Besucher erwarten, bei denen er selbst zum Macher werden kann?

 

CS: Wie gesagt haben eigentlich alle Programmpunkte im Kern ein Angebot zum Selbstmachen. Das kleine Macher-Zentrum wird sich aber im SLUB-Makerspace befinden, der in mehreren Programmpunkten zum Mitmachen animiert und seine Angebote präsentiert. In der Zentralbibliothek helfen die Kollegen zum Beispiel bei allen Fragen und Problemen bei der Foto-Digitalisierung. Das kennt man vielleicht: Da gibt es eine Kiste mit alten Fotos von Oma und Opa, die man gern digital verfügbar hätte. Aber wo anfangen, wo aufhören und worauf achten?

Die jüngeren Besucher können am Lege-Trick-Stand erfahren wie man kleine Videos dreht und tatsächlich auch direkt loslegen. Die Trickfilmerin Mandy Müller wird ihnen dabei zur Hand gehen. Die älteren Besucher interessiert es vielleicht, den eigenen Familienstammbaum nachzuvollziehen oder zu vervollständigen. Der Dresdner Verein für Genealogie und Kollegen der SLUB beraten Sie gern zu diesen Fragen und machen Sie so im Handumdrehen zum Ahnenforscher.

 

 

Haben Sie einen persönlichen Geheimtipp?

 

CS: Ich würde mir, wenn ich an diesem Abend nicht arbeiten müsste, wahrscheinlich die Touren zur Mikroskopiertechnik in der Restaurierung und zu unserem Makerspace 3, also den Medienarbeitsplätzen nicht entgehen lassen, denn diese Führungen bieten auch Einblicke in den alltäglichen Bibliotheksbetrieb hinter die Kulissen. Ich bin aber auch ein großer Fan vom Virtuellen Kartenforum. Wer sich das von den Kollegen einmal demonstrieren lässt, kann damit auch noch die Großeltern beeindrucken, die wahrscheinlich denken, sie würden Dresden oder Sachsen in- und auswendig kennen. Und natürlich wäre ich zu späterer Stunde nicht von der Tanzfläche zu kriegen.

 

 

Damit sprechen Sie ein Highlight des SLUB-Programmes an: die Harlem Swing Night. Aber passen Charleston & Co. in eine Bibliothek?

 

CS: Da wären wir wieder beim Macher-Gedanken: Mitmachen, Selbstmachen, Spaß haben. Das passt sehr gut zu uns. Wir bieten bei der Harlem Swing Night auch nicht "nur" die Möglichkeit zum Tanz sondern lassen immer wieder kleine Kurse miteinfließen, so dass man sich da auch wirklich ausprobieren kann. Und normalerweise sitzen die Menschen in einer Bibliothek ja sehr viel. Da ist dieses Angebot der perfekte Ausgleich bei drohenden Rückenschmerzen!

 

Vielen Dank für das Gespräch  - Wir freuen uns auf eine spannende lange Nacht!

 

Von 18 - 1 Uhr sind wir zur LNdW für Sie da - das Programm der LNdW in der SLUB finden Sie hier.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: mit einem Grillstand auf der Wiese und der geöffneten BibLounge.

 

 

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Zum 500. Reformationsjubiläum: Luther digital+

Vom Bibliothekstresor ins Netz: Unser neuer Film zeigt, wie Originalhandschriften der Protagonisten der Reformation von der SLUB restauriert, digitalisiert und verfügbar gemacht werden.

 

In der Online-Ausstellung "95 Autographe der Reformationszeit" präsentieren wir seit Januar 2016 jede Woche ein neues Dokument. Die Digitalisate werden zu einer Bibliothek der Reformation zusammengefügt, und im Oktober 2017 – zum 500. Jubiläum der Reformation – werden sämtliche Originale in der Schatzkammer der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 

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Denkmalschutz im Dresdner Rathaus: mit dem Wissen aus der Deutschen Fotothek

Die Installation der rekonstruierten Leuchten in der Kuppelhalle des Dresdner Rathauses erfolgte auch auf der Grundlage von Fotografien aus der Deutschen Fotothek.

 

Neues Rathaus. Foto: Walter Möbius. SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Aufnahmen von Walter Möbius, dem Fotografen der damaligen Landesbildstelle Sachsen, aus dem Jahr 1935 halfen den beauftragten Historiker-, Techniker- und HandwerkerInnen die Rekonstruktion möglichst originalgetreu auszuführen. So berichtet die Sächsische Zeitung von dem aufwändigen Projekt: 

 

Die Spezialanfertigungen der Lampen war eine Herausforderung. Die Leipziger Kunsthistorikerin Silke Rohmer zeichnete sie zunächst und schuf ein 1:1-Modell aus Holz und Pergamentpapier. Als Vorbild verwendete sie alte Fotos. Die Firma Dotzauer aus Österreich erhielt schließlich den Auftrag. Die Mitarbeiter mussten Konstruktionszeichnungen anfertigen, eine Technologie entwickeln und eine Musterleuchte bauen. Diese wurde im Kuppelsaal montiert und mit den Aufnahmen der Fotothek Dresden verglichen. Wieder gab es Änderungen und Anpassungen.

 

Leuchten der Kuppelhalle des Dresdner Rathauses – Bildausschnitt