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Kategorie: Vortrag

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Bundesweite Nachlasstagung in der SLUB: KOOP-LITERA Deutschland 2019 - ein Rückblick

 

Archive sind staubig und Bibliothekare lesen den ganzen Tag. Stimmt? Stimmt nicht! Auf der KOOP-LITERA Tagung wird man eines Besseren belehrt. Von Magic Boxes, mit denen Sie auch jetzt noch in der Ausstellung “Was bleibt?! – Nachlässe in der SLUB”, Ausstellungsobjekte selbst erkunden können, bis zu einem gastronomischen Ausflug in den Nachlass des Restaurantkritikers Wolfram Siebeck, wird so einiges geboten, aber verstaubt ist es nie. Zum ersten Mal in Sachsen und erst zum zweiten Mal in den neuen Bundesländern, richtet die SLUB die 8. Tagung von KOOP-LITERA, dem Kompetenznetzwerk für Nachlässe, aus. Im Zentrum des abwechslungsreichen Tagungsprogramms stehen Nachlässe und ihre Bedeutung für die Nachwelt. Die SLUB ist ein passender Gastgeber, denn das Sammeln von Nachlässen hat hier Tradition. Mit ungefähr 500 Nachlässen von Künstlern, Literaten und Wissenschaftlern hat sich die Bibliothek deren Bewahrung, Erschließung und Bereitstellung zur Aufgabe gemacht.

 

 

 

Der erste Tag steht ganz im Zeichen der IT - ein wichtiges Schlagwort dabei: Linked Open Data. Um leichter an relevante Informationen zu kommen, werden Daten verlinkt. Ein kurzes Video zum Thema von der virtuellen Bibliothek Europeana.eu gibt es hier. Am zweiten Tag geht es dann um einzelne Nachlässe - von der Digitalen Briefedition A. W. Schlegels über den Nachlass des Gastronomiekritikers Wolfram Siebeck bis zu den Künstlerarchiven Gerhard Richters und Carlfriedrich Claus’ und dem Deutschen Exilarchiv. Das es neben Nachlässen (posthum), auch Vorlässe gibt (zu Lebzeiten eines Kunstschaffenden) und sammelnde Forschungsarchive, macht die Sache spannend. Das Gerhard Richter Archiv, ein Vertreter des letzteren Typs, zeigt zudem die Vielfältigkeit von Nachlassobjekten auf: Briefe, Kassetten, Videos, Esspapier!, Monographien, Ausstellungskataloge, Einladungen, Romancover, Kinderspiele, DVDs, Fotos, u.v.m. Die nationale Datenbank Kalliope ist dabei eine wesentliche wissenschaftliche Informationsinfrastruktur für Autographen und Nachlässe und bietet Digitalisierungs- und Editionsprojekten eine nachhaltige Datengrundlage. Angeregte Diskussionen gibt es zum Thema Recht. Dabei spielen Entwicklungen im Bereich Datenschutz-, Urheber-, und Archivrecht eine wesentliche Rolle. Als Fazit bleibt, dass die Balance zwischen wissenschaftlichem Interesse und den oben genannten Rechten manchmal eine feine Linie ist. Bei rechtlichen Entscheidungen ist Bibliotheksgeschäft manchmal auch ein Risikogeschäft – wer hätte das gedacht?


Was meinen Sie? Welche Bedeutung haben Nachlässe für Sie? Schreiben Sie uns gern!

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Über Flucht schreiben: der Sommer der Migration 2015 in der österreichischen Literatur

2015 kamen hunderttausende Flüchtlinge nach Europa. Nicht nur in Deutschland, sondern z. B. auch in Österreich fanden sie Aufnahme und begannen bald, ihre Erlebnisse literarisch zu verarbeiten. Die Wiener Literaturwissenschaftlerin Wiebke Sievers stellt solche Stimmen und ihre Texte am 23. Mai in der SLUB vor. Der Vortrag wird sich damit befassen, mit welchen ästhetischen Mitteln die literarischen Texte über Krieg, Flucht und die politischen Entwicklungen in Europa reflektieren. Oder mit den Worten Oskar Walzels: „Poesie und Realität: beiden will ich gerecht zu werden suchen“.

 

 

 

Im "Sommer der Migration" stießen die Flüchtlinge nicht nur in der Zivilgesellschaft, sondern auch in der Politik vielfach auf Solidarität. Für einen kurzen Moment entwickelten all diese Menschen gemeinsam ein Bild von einem anderen Europa, in dem globale Ungleichheiten nicht mehr als selbstverständlich hingenommen werden. Seitdem hat sich manches geändert. Oft artikuliert sich im öffentlichen Diskurs eine Politik, die Asylsuchende genauso wie jene, die sie unterstützen, kriminalisiert. Gleichzeitig erscheinen die ersten literarischen Werke über den Krieg in Syrien, die Flucht nach Europa und die Möglichkeiten und Grenzen zivilgesellschaftlichen Engagements. Hamed Abboud nutzt in Der Tod backt einen Geburtstagskuchen (2017) die Form des Grotesken, um uns die Grausamkeit von Krieg und Flucht vor Augen zu führen. Omar Khir Alanam entwirft in seinem Gedicht „Heimatlos“, mit dem er 2017 den dritten Platz bei den österreichischen Poetry Slam Meisterschaften belegte, und in seiner autobiographischen Erzählung Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde (2018) die Heimat als einen Ort, der ihm nicht nur Zuflucht, Frieden und Liebe bietet, sondern auch die Freiheit, seine Stimme zu erheben. Vladimir Vertlib schließlich zeichnet in Viktor hilft (2018) eine Welt, die sich nicht so einfach in Gutmenschen und Rassisten unterteilen lässt. Vielmehr werden die Figuren, die den Flüchtlingen helfen, von ähnlichen Träumen und Enttäuschungen angetrieben, wie jene, die die Grenzen schließen wollen. 

 

Der Veranstaltung findet - in Kooperation mit dem MitteleuropaZentrum der TU Dresden (MEZ) - statt im Rahmen der KOOP-LITERA Deutschland 2019 (8. Arbeitstagung der deutschen Literaturarchive und verwandter Institutionen), die vom 22. bis 24. Mai in der SLUB durchgeführt wird. Moderiert wird der Abend von MEZ-Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Schmitz und von SLUB-Mitarbeiter Martin Munke.

Die Referentin

 

Dr. Wiebke Sievers studierte Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und der Université Stendhal in Grenoble und promovierte im Fach Translation Studies an der University of Warwick. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit der Übersetzung deutscher Literatur in Großbritannien und Frankreich. Seit 2003 ist sie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig. Seit 2013 ist sie zudem Gastwissenschaftlerin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, wo sie an einer Habilitation zum Thema Migration und Literatur in Österreich arbeitet. Zu ihren aktuellen Publikationen zählen die Sammelbände Immigrant and ethnic minority writers since 1945: fourteen national contexts in Europe and beyond (mit Sandra Vlasta, 2018) und Grenzüberschreitungen: Ein literatursoziologischer Blick auf die lange Geschichte von Literatur und Migration (2016) sowie der Interviewband „Ich zeig dir, wo die Krebse überwintern”: Gespräche mit zugewanderten Schriftstellerinnen und Schriftstellern (mit Holger Englerth und Silke Schwaiger, 2017).

 

Donnerstag, 23.05.2019 18:00 Uhr
Klemperer-Saal in der Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18

 

 

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Noch bis 26. Mai! Ausschreibung der Henry Arnhold Summer School endet bald

Der Kampf um die Wahrheit. Kulturinstitutionen im Fokus gesellschaftlicher Polarisierungen

 

Der öffentliche Diskurs ist zu einem Kampfplatz um Wahrheit geworden. Wahrheitsansprüche werden in Form des wechselseitigen Vorwurfes verhandelt, jeweils die falsche Wahrheit zu vertreten. Vokabeln wie postfaktisch, Fake News oder alternative Fakten machen die differenzierte Verständigung über unterschiedliche Welterklärungen und divergierende Interessen schwierig. Das geschieht vor dem Hintergrund einer wachsenden Skepsis nicht nur gegenüber den Eliten des Staates, sondern auch gegenüber Institutionen, die sich traditionell als Produzenten und Repräsentanten bestehender Wissens- und Gesellschaftsordnungen verstehen.

Hier setzt die Henry Arnhold Dresden Summer School 2019 an. Das zehntägige Programm möchte dabei Fragen von Handlungsspielräumen, Kompetenzen und Verantwortung nachgehen: Wie agieren Museen und Bibliotheken, wenn sie ins Zentrum gesellschaftlicher Polarisierungen geraten? Welche Rolle kommt ihnen als Schauplatz und Austragungsort gesellschaftlicher Debatten zu? Und wie verhalten sie sich selbst als Akteure angesichts polarisierender Themen?

 

Diese Fragen sollen im Zentrum eines intensiven Austauschs mit den beteiligten Institutionen stehen. Die Themen einzelner Diskussionen und Workshops werden entlang aktueller Arbeitsschwerpunkte der jeweiligen Häuser entwickelt und haben daher einen hohen Aktualitätsbezug. So soll im Deutschen Hygiene-Museum vor dem Hintergrund der Neugestaltung des Ausstellungsbereichs „Sexualität“ das Museum als gesellschaftlicher Diskursraum untersucht werden. Konflikte um Deutungsmacht sollen im Militärhistorischen Museum thematisiert werden – beispielhaft einerseits anhand der Geschichte des eigenen Hauses, andererseits mit Blick auf die Deutung historischer Ereignisse wie das Attentat des militärischen Widerstandes auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944, das sich 2019 zum 75. Mal jährt. Die SLUB als eine Institution, die Wissen kuratiert und Zugang zu vielfältigen Quellen bietet, wird Techniken der Unterscheidung zwischen Fakten und Fake News bzw. Fake Science vermitteln. In den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden werden schließlich multiperspektivische Objektgeschichten diskutiert, was insbesondere in Hinblick auf den Umgang von Museen mit der Herkunft der Objekte und vor allem im Zusammenhang mit kolonialzeitlichen Beständen hochaktuell ist.

 

Als gemeinsames Projekt der Technischen Universität Dresden, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bietet die Henry Arnhold Dresden Summer School 2019 die einzigartige Möglichkeit, theoretische wie praktische Konzepte gleichermaßen in den Blick zu nehmen. Dabei werden in einzelnen Ausstellungsbesuchen und interdisziplinären Workshops konkrete Fragestellungen diskutiert und Handlungsvorschläge erarbeitet. Das Programm bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit den beteiligten Institutionen und ihren VertreterInnen sowie zu intensiven Diskussionen mit renommierten ExpertInnen und WissenschaftlerInnen.

 

Die Henry Arnhold Dresden Summer School 2019 findet vom 23.9-2.10.2019 statt. Eingeladen zur Bewerbung sind NachwuchswissenschaftlerInnen (v.a. Promovierende, Post-Docs) der einschlägigen Fachrichtungen sowie junge Museums-, Archiv- und Bibliotheksfachleute.  -> Zur Ausschreibung!

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Neues Programm: Unsere Veranstaltungshighlights im Mai und Juni

Es stimmt: Alles neu macht der Mai! Auch unser Veranstaltungsprogramm ist neu und frisch erschienen und bietet eine große Themenvielfalt. Wir hoffen, auch Ihr Interesse ist geweckt und wir sehen Sie zu der einen oder anderen Veranstaltung.

 

 

So beleuchten wir die Künstliche Intelligenz (KI) in drei Veranstaltungen im Mai und fragen: Was ist KI eigentlich? Und kann KI tatsächlich besser werden als ihr Erschaffer, der Mensch? Kommt es wirklich zum Kampf zwischen Mensch und Maschine oder sind wir schon mittendrin? Zu dieser Diskussion laden wir gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung ein.

 

 

Ebenfalls Anfang Mai befragt Literaturkritiker Michael Hametner vier LyrikerInnen aus Sachsen zum Stand der sächsischen Poesie. Wir freuen uns auf Franziska Wilhelm, Kerstin Preywuß, Roza Domasczyna und Thomas Rosenlöcher, ihre Texte und ihre Meinungen zum aktuellen Literaturgeschehen.

 

 

Auch im Juni gehen uns die Fragen nicht aus. Zusammen mit Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, möchten wir herausfinden, warum sich Ostdeutsche zum Teil so wenig mit der jetzigen, gesamtdeutschen Gesellschaft identifizieren können. Brauchen wir Integrationsprogramme für den Osten?

 

 

Zwischen Europawahl und Landtagswahl befassen wir uns zudem mit den sogenannten Fake News: "What the fake?!" heißt die Veranstaltungsreihe, in der wir wissen wollen, was wir dafür tun können, damit wir selbst nicht auf "alternative Fakten" hereinfallen und ob es Möglichkeiten gibt, falsche Nachrichten zu verhindern. In vier Podiumsdiskussionen und Workshops bietet sich die Gelegenheit, diese Thematik zu ergründen.

 

Wenn Sie schon immer einmal einen Blick hinter die Kulissen der SLUB werfen wollten, dann bekommen Sie zur Langen Nacht der Wissenschaften am 14. Juni Gelegenheit dazu. Das gesamte Programm finden Sie bereits auf den Seiten der LNDW.

 

Waren Ihre Fragen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht dabei? Welche Veranstaltung würden Sie gern bei uns sehen? Welches Thema diskutieren? Ihr Feedback nehmen wir gern unter oeffentlichkeitsarbeit@slub-dresden. de entgegen. Oder sprechen Sie uns einfach bei der nächsten Veranstaltung direkt an. Wir freuen uns auf Sie!

 

Schon gewusst? Der aktuelle Programmflyer der SLUB steht immer hier zum Download bereit. Sie möchten gern zuverlässig per E-Mail über unsere Veranstaltungen informiert werden? Dann kurze Nachricht an: oeffentlichkeitsarbeit@slub-dresden. de und wir nehmen Sie in unseren Verteiler auf.

 

Der Eintritt zu unseren Veranstaltungen ist frei.

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Genealogische Spurensuche in Böhmen und Mähren – Infoabend zur Familienforschung am 25.4. in der SLUB

 

Woher komme ich? Was haben meine Vorfahren geleistet, erlebt und erlitten? Wie und vor allem wo haben sie gelebt? Für alle, die mehr über die eigene Familiengeschichte erfahren möchten, bietet die SLUB gemeinsam mit dem Dresdner Verein für Genealogie e.V. regelmäßig Veranstaltungen und Beratungen an. Am Donnerstag, dem 25.4.2019, steht die Frage nach dem Wo im Mittelpunkt – es geht auf genealogische Spurensuche nach Böhmen und Mähren. In Tschechien lassen sich viele Fragen nach der eigenen Herkunft relativ leicht online beantworten, ohne dass man an der fremden Sprache scheitert. Experten zeigen, wie und vermitteln die wichtigsten Tipps und Tricks für Familienforscherinnen und –forscher und alle, die es werden möchten.

 

Dr. Karl Köblitz und Peter Wilschek vom Dresdner Verein für Genealogie e.V. geben einen Überblick zu Recherchemöglichkeiten im Nachbarland und verfügbaren Quellen. Im Mittelpunkt stehen die Kirchenbücher als Hauptquelle der Familienforschung. Die beiden Experten zeigen anhand von Beispielen Methodik, Möglichkeiten und Grenzen dieser Quellen auf. Die staatlichen Gebietsarchive, in denen die digitalisierten Kirchenbücher und viele andere Quellen lagern, werden online vorgestellt und ihre Besonderheiten erläutert. Die tschechischen Archive können rund um die Uhr und kostenlos vom heimischen Computer aus besucht werden. Eine Suche im Nachbarland vor Ort dient dann als Ergänzung, um noch nicht digitalisierte Unterlagen einzusehen.

 

Genealogische Spurensuche in Böhmen und Mähren - Veranstaltung im Rahmen der Kooperation der SLUB mit dem Dresdner Verein für Genealogie e.V.
25.4.2019 um 18:00 Uhr
Klemperer-Saal der SLUB
Eintritt frei