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Archiv: Oktober 2015

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„… mit Leidenschaft“ puzzeln

„Nicht schnell, aber mit Leidenschaft“ überschrieb Robert Schumann im Sommer 1847 die ersten Takte eines neuen Werkes. Ein Klaviertrio sollte es werden – und damit Beitrag zu einer Gattung, die der 37-jährige, der sich die musikalischen Genres gern „en bloc“ aneignete, gerade  im Dialog mit seiner Frau, der Pianistin Clara Schumann schöpferisch erkundete. Clara hatte ihm zum Hochzeitstag am 12. September im Jahr zuvor ein Klaviertrio gewidmet und damit den künstlerischen Austausch neu angestoßen, war Robert doch zuvor schon vor allem von ihrer Interpretation Beethovenscher Klaviertrios beeindruckt. Ein sehr persönliches Werk also entstand hier – persönlich aber nicht nur im Hinblick auf die innere musikalische Gestalt, sondern persönlich auch in der Form. Kammermusik galt dem häuslichen Musizieren schließlich viel mehr als der öffentlichen Darbietung. Insofern ist das Werk beispielhaft für Schumanns Dresdner Zeit (er verbrachte von Dezember 1844 bis September 1850 immerhin fast sechs Jahre hier): im höfisch dominierten Konzertleben der Stadt fasste er kaum Fuß, die Konzentration auf das bürgerliche häusliche Musizieren ist so Kennzeichen der äußeren Bedingungen, wie möglicherweise auch der inneren Bedürfnisse.

Im Sommer 1847 jedenfalls notierte Clara:

 

„Robert ist jetzt sehr fleißig, er schreibt an einem Klaviertrio, das ein Opus mit dem ersten [den später so genannten Fantasiestücken für Pianoforte, Violine und Violoncello, Op. 88] werden soll; ich freue mich, daß er auch einmal wieder an das Klavier denkt. Er scheint selbst sehr zufrieden mit seiner Komposition.“

 

Zu Claras Geburtstag am 13. September, einen Tag nach dem nächsten Hochzeitstag, überreichte Robert Clara das fertige Werk, und es wurde noch am selben Abend uraufgeführt.

 

„Es klingt wie von einem, von dem noch vieles zu erwarten steht, so jugendfrisch und kräftig, dabei doch in der Ausführung so meisterhaft! […] Der erste Satz ist für mich einer der schönsten, die ich kenne“

 

begeisterte sich Clara. Einige Male noch wurde das Trio im privaten Kreis musiziert, mit Dresdner Musikern, vor allem den Brüdern Franz und Friedrich Schubert, aber auch mit alten Leipziger Freunden, den Gewandhausmusikern Ferdinand David und Johann Andreas Grabau. Es wurde immer wieder umgearbeitet und verändert. Im Sommer 1848 nahm es Breitkopf & Härtel schließlich in Verlag und begründete damit – beginnend mit der ersten öffentlichen Darbietung in einer Abendunterhaltung des Tonkünstlervereins am 13. November 1848 in Leipzig – eine bis heute ungebrochene Rezeption. Nach wie vor gehört das Trio zum Repertoire etlicher Ensembles und zählt zu den beliebtesten Klaviertrios. Grundlage für alle Aufführungen und Ausgaben ist jedoch in erster Linie die Erstausgabe von 1848 – denn die Skizzen, über die sich Clara im Jahr zuvor so gefreut hatte und auf denen die erste Fassung beruht, sind 1911 in den Handel und daraufhin in Privatbesitz gekommen – der Öffentlichkeit nicht zugänglich, für die Forschung nur in äußerst begrenztem Maße. Nun aber steht dieser erste Entwurf zum Verkauf. Die SLUB Dresden hat Gelegenheit das Autograph zu erwerben und es damit nicht nur dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten, sondern es auch einem Markt als Spekulationsobjekt zu entziehen, der mit einem musikhistorisch so wertvollen Objekt wie es ein vollständiger Entwurf zu einem wichtigen Werk unserer Kultur ist, v.a. wirtschaftliche Interessen verfolgen will. Volker Hagedorn hat in einer Kolumne jüngst darauf hingewiesen, wie die Entfaltung der den Manuskripten inne liegenden Bedeutung für Wissenschaft, Praxis und interessierte Öffentlichkeit durch das Einschließen der Unikate in private Tresore verhindert wird.

 

Um das Autograph zu erwerben, fehlen der SLUB trotz großzügiger öffentlicher Förderung noch 30.000 Euro. Dieser Betrag soll mit bürgerlichem Engagement zusammengetragen und damit der Ankauf ermöglicht werden. 150 „Teile“ der Handschrift werden für 200 Euro ausgelobt und können durch Musikliebhaber und Mäzene, individuell und gemeinsam mit anderen, institutionell und privat erworben werden – und die Handschrift wird Stück für Stück sichtbarer und öffentlicher. Einem Puzzle gleich ergibt sich so das Bild von Schumanns leidenschaftlicher Idee für Clara – und für uns ein unschätzbarer Einblick in den Schaffensprozess und die Werkstatt des Komponisten.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Testzugriff auf Datenbank Material ConneXion freigeschaltet

Bis einschließlich 9. November bieten wir einen Testzugang zur Datenbank Material ConneXion an.

 

Material ConneXion stellt mit über 7.000 Einträgen die weltweit größte Sammlung an einzigartigen, innovativen und nachhaltigen Materialien dar. Die Datenbank bietet Zugang zu umfangreichen Produktinformationen, technischen Spezifikationen, Anwendungsinformationen sowie Kontaktdaten zu Herstellern und Bezugsquellen.

 

Ein Videotutorial zum Inhalt und zur Benutzung finden hier.

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"Quality Content for Collaboration" – Qucosa.Journals

Haben Sie schon mal daran gedacht, eine eigene Zeitschrift herauszugeben?

Spätestens seit der Zeitschriftenkrise in den 90er Jahren, welche unter anderem durch den Druck der steigenden Preise für wissenschaftliche Publikationen und die gleichzeitig stagnierenden Etats an Bibliotheken ausgelöst wurde, überlegen Wissenschaftler immer häufiger, wie sie weltweit kostengünstig ihre wissenschaftlichen Publikationen verbreiten können. Seit 2013 bietet die SLUB die Möglichkeit, über ihre Plattform Qucosa. Journals elektronische Open Access Zeitschriften herauszugeben.

 

Wissenschaftlergruppen der TU Dresden bekommen mit ihren Instituten, Lehrstühlen und Projektaufgaben eine Grundlage, gemeinsam regelmäßig zu publizieren und/oder auch wichtigen wissenschaftlichen Nischenthemen ein Gesicht zu verleihen. Gleichzeitig können sie die internationale Fachcommunity einladen, ihr Journal zur Veröffentlichung von Beiträgen zu nutzen. Hinter Qucosa. Journals steht die freie Software Open Journal Systems (OJS). Mit weltweit ca. 7000 Journals gehört OJS zu den am meisten verwandten Publikationsmanagementsystemen. An der SLUB bündeln wir das Wissen für Interessenten der TU Dresden, um mit Herausgeberinnen und Herausgebern die ersten Schritte zur Einrichtung einer solchen Zeitschrift zu gehen und diese dauerhaft technisch zu betreuen.

 

Möchten Sie mit uns Ihre Journalideen umsetzen und uns persönlich kennenlernen, dann haben Sie am 19.10. 2015 , ab 18:30 Uhr zu unserer Auftaktveranstaltung anlässlich der OA-Week 2015 die Möglichkeit, mit erfahrenen Journalbetreibern, der SLUB und Interessenten, welche kurz vor der Herausgabe einer solchen Zeitschrift stehen, zu diskutieren. Herr Dr. Catalin Stephan (Technische Universität Dresden, Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft) wird an diesem Tag im Rahmen eines Werkstattberichtes über seine jahrelangen Erfahrungen als Editor-in-Chief vom „Journal of Vietnamese Environment“ sprechen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns,  Sie während unseres World-Cafés am Thementisch „Qucosa-Journal – to the world“  kennenzulernen.

 

 

 

Informieren Sie sich über das gesamte OA Week-Programm und melden Sie sich gerne zu den Veranstaltungen an. Hier die aktuellen Termine:

 

  • Mo 19. Oktober 2015, 18:30 Uhr, Vortragssaal in der Zentralbibliothek, Auftaktveranstaltung mit World Café
  • Di 20. Oktober 2015, 15:00 Uhr, Makerspace M2 im DrePunct, Kurs in deutscher Sprache
  • Di 20. Oktober 2015, 16:45 Uhr, Makerspace M1 im DrePunct, Führung
  • Do 22. Oktober 2015, 14:00 Uhr, Makerspace M2 im DrePunct, Kurs in englischer Sprache

 

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf unserer Webseite: www.slubdd.de/oaw2015

 

 

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„Quality Content for Collaboration“ - Qucosa

Die SLUB bietet den Angehörigen der TU Dresden passgenaue Werkzeuge für das Open Access-Publizieren. Eines davon ist der Sächsische Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa, über dessen Entwicklung und Services hier im SLUBlog schon häufiger berichtet wurde.

 

 

Qucosa - “Quality Content of Saxony” und das Motto der diesjährigen internationalen Open Access Week „Open for Collaboration“ lassen sich im wörtlichen wie im inhaltlichen Sinne ausgezeichnet miteinander verbinden: „Quality Content for Collaboration“. Mit einer Veröffentlichung auf Qucosa können Artikel, Preprints, Forschungsberichte, Konferenzberichte, Bücher, Zeitschriften und Qualifikationsarbeiten orts- und zeitunabhängig verfügbar gemacht werden. Das sorgt für eine schnelle, unverzögerte Verbreitung von Forschungsergebnissen, womit wissenschaftliche Diskurse und Kooperationen in globalem Maßstab ermöglicht und gefördert werden. Bereits Gebrauch davon gemacht haben zum Beispiel Prof. Katja Kanzler (Lehrstuhl für Literatur Nordamerikas) und Prof. Christian Beste (Bereichsleiter der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, FR Psychologie). Beide werden im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Open Access Week am 19. Oktober 2015 über Ihre Erfahrungen mit Open Access berichten.

 

Wir laden Sie zu dieser Veranstaltung herzlich ein, bei der Sie sich u.a. auch mit unserem Qucosa-Team über die Publikationsmöglichkeiten auf dem Dokumentenserver austauschen können. Wir werden Auskunft zu ganz praktischen Fragen wie beispielsweise zum Ausfüllen des Eingabeassistenten und der Einverständniserklärung geben. Besonders freuen wir uns darauf, mit Ihnen über Ihre Open Access-Veröffentlichungsvorhaben zu sprechen – von der Dissertation bis zum Konferenzband incl. aller einzelnen Beiträge. Stellen Sie uns Ihre Ideen vor – wir unterstützen Sie bei der Umsetzung!

 

 

 

Informieren Sie sich über das gesamte OA Week-Programm und melden Sie sich gerne zu den Veranstaltungen an. Hier die aktuellen Termine:

 

  • Mo 19.Oktober 2015, 18:30 Uhr, Vortragssaal in der Zentralbibliothek, Auftaktveranstaltung mit World Café
  • Di 20.Oktober 2015, 15:00 Uhr, Makerspace M2 im DrePunct, Kurs in deutscher Sprache
  • Di 20.Oktober 2015, 16:45 Uhr, Makerspace M1 im DrePunct, Führung
  • Do 22.Oktober 2015, 14:00 Uhr, Makerspace M2 im DrePunct, Kurs in englischer Sprache

 

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf unserer Webseite: www.slubdd.de/oaw2015

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Berliner Philharmoniker hören und sehen. Jederzeit!

Die SLUB beteiligt sich am Beta-Test für Institutionen der Digital Concert Hall 

Konzerte der Berliner Philharmoniker live erleben, in einer großen Konzertbibliothek musikalische Ereignisse der letzten fünfzig Jahre anschauen, herausragende Musikfilme oder Künstler-Interviews sehen – das und einiges mehr ist ab sofort über den Test-Zugang der SLUB zur Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker möglich.

 

 

 

Als eines von nur wenigen Konzerthäusern weltweit stellt die Berliner Philharmonie regelmäßig dort stattfindende Konzerte auf ihrer Online-Plattform im HD-Videoformat zur Verfügung. Sie können direkt im Live-Stream verfolgt oder auch zeitversetzt angesehen werden. Von Konzerten mit Mstislaw Rostropowitsch und Herbert von Karajan am Pult aus den Sechzigerjahren bis hin zum jüngst dort stattgefundenen Auftritt der Jungen Deutschen Philharmonie unter Jonathan Nott.

Darüber hinaus finden sich zu vielen Konzerten „Pausengespräche“, mit Mitgliedern des Orchesters, auftretenden Solisten, Dirigenten oder Komponisten. So ist etwa die Sopranistin Barbara Hannigan im Gespräch mit der Komponistin Unsuk Chin zu erleben. Hannigen übernahm kürzlich den Solopart bei der Uraufführung eines von Unsuk Chins Werken in der Philharmonie.

Des Weiteren bietet die Digital Concert Hall eine breite Palette hochkarätiger Musikfilme, so etwa Dokumentationen über die Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker, Opernmitschnitte oder Kinoerfolge wie „Kathedralen der Kultur“ (2014) in dem Wim Wenders die Berliner Philharmonie porträtiert.

 

So funktioniert der Zugang für Nutzerinnen und Nutzer SLUB:

  • Anhand des IP-Bereichs werden Sie automatisch auf eine extra für SLUB-Nutzerinnen und SLUB-Nutzer eingerichtete Willkommensseite geleitet.
  • Hier werden Sie gebeten, sich mit einer individuellen E-Mail-Adresse und einem Passwort zu registrieren.
  • Nach der Registrierung haben Sie Zugang zu allen Konzerten, Filmen und Interviews auf der Digital Concert Hall.
  • Durch die Registrierung werden Sie der SLUB zugeordnet und können das Angebot mittels Ihres individuellen Logins auch außerhalb der SLUB auf allen von der Digital Concert Hall unterstützen Geräten und Apps nutzen.
  • Alle vier Wochen muss die Zugehörigkeit zur SLUB verifiziert werden. Dies erfolgt durch ein erneutes Login innerhalb des Netzwerks der SLUB (in den Räumlichkeiten der SLUB).

 

 

Wir freuen uns über eine rege Nutzung der Digital Concert Hall und sind auf die Evaluation dieses neuen Angebots sehr gespannt. Sollten Sie Fragen zu diesem neuen Daten-Angebot haben, wenden Sie sich gerne an mediathek@slub-dresden.de.

Viel Vergnügen, Erkenntnisse und Inspiration in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmonie wünscht Ihre SLUB.

 

 

Kommentare

Ein interessanter Abend
22.11.2017 08:50
hak
20.11.2017 10:31
Mastodon
17.11.2017 13:10
Seid ihr auch auf Mastodon (ev...
17.11.2017 12:12
Zukunft?
08.11.2017 11:00

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