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Archiv: September 2016

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Neue Saxonica-Vorlage: Literaturverweise einfach in Wikipedia-Artikel einbinden

Fast zwei Millionen Artikel, durchschnittlich mehr als 2,4 Millionen Aufrufe der Startseite pro Tag, von fast 80 Prozent der Internetanwender ab 14 Jahren in Deutschland genutzt – das Onlinelexikon Wikipedia ist im Internet für viele eine der ersten Anlaufadressen zur Information über und weiteren Recherche zu Themen aus allen Wissensgebieten. In Einträgen zu sächsischen Themen können die Nutzer nun direkt auf Angebote der SLUB verwiesen werden, dank der neuen Vorlage zur Einbindung von Daten aus der Sächsischen Bibliographie.



Entstanden ist die Vorlage im Referat Saxonica, das auch die Bibliographie betreut. Sie beruht auf einem ähnlichen Hilfsmittel wie demjenigen zur Verlinkung von Wikipedia-Artikeln mit der Deutschen Nationalbibliographie. Zur Verknüpfung werden die Normdaten der GND bzw. des SWB-Kataloges verwendet – Personen-, Orts- und Sachschlagworte, die über die "Pica-Produktions-Nummer" (PPN) eindeutig zugeordnet werden können. So wird zum Beispiel aus dem Quellcode {{SächsBib|160123801}} im Bereich "Weblinks" eines Artikels automatisiert der Eintrag "Literatur von und über August II. in der Sächsischen Bibliographie". Über einen Link gelangen die Nutzer zu den mehr als 1.700 Titeln, die über Sachsens bekanntesten Herrscher August den Starken – in der Wikipedia mit seinem Namen als polnischer König erfasst – in der Bibliographie verzeichnet sind. Diese Verknüpfung war bereits in der ersten Version der Vorlage möglich und wurde vor allem in Artikel zu Wissenschaftlern wie dem Direktor der Königlichen Öffentlichen Bibliothek in Dresden, Friedrich Adolf Ebert, oder dem Archivar am Hauptstaatsarchiv Dresden, Otto Posse, eingebunden. Eine zweite Fassung ermöglichte dann nach Rückmeldungen aus der Community auch die Aufnahme von Geographika wie der Massenei.

Die Nutzer des Online-Lexikons und die im landeskundlichen Bereich Beschäftigten an der SLUB können so gegenseitig voneinander profitieren. Die Vorlage kann mittlerweile dreistellige Verwendungszahlen aufweisen, Tendenz steigend. Die Einarbeitung erfolgt zumeist durch die an sächsischen Themen interessierten Autoren der Enzyklopädie, die die Mitarbeiter der Sächsischen Bibliographie dabei auf fehlende Normdatensätze oder nicht erfasste Publikationen zu einem Thema hinweisen können. So steigen Qualität und Nutzbarkeit der Wikipedia-Artikel wie der "SäBi" gleichermaßen, wird genuine fachbibliothekarische Arbeit durch bürgerschaftliches Engagement ergänzt und bereichert. Hier findet sich ein Beispiel dafür, warum die Wikipedia für den Experten wie den Wissenschaftstheoretiker Peter Finke ein "fantastisches Beispiel für Citizen Science", also die Generierung wissenschaftlich gesicherten Wissens unter Beteiligung von interessierten Laien und gesellschaftlichen Akteuren, ist.

Der Wert solcher Ansätze, die im Deutschen unter den Begriffen "Bürgerwissenschaften" oder "Bürgerforschung" gefasst werden, zeigt sich auch und vor allem im regionalkundlichen Bereich. Hoch spezialisierte Fragestellungen und lokale Besonderheiten, die an keiner Universität behandelt werden, erfahren hier ihre Berechtigung und werden von enthusiastischen Heimatforschern untersucht. Erfasst werden solche Vorhaben und die daraus erwachsenden Publikationen in Landes- und Regionalbibliographien wie der Sächsischen Bibliographie, die als Literaturdatenbank mit aktuell mehr als 409.000 Nachweisen einen Einstieg in die regionalkundliche Spezialforschung bietet und laufend erweitert wird. Sie ist damit für Studierende und landeskundlich Interessierte außerhalb der Universität gleichermaßen ein wichtiges Hilfsmittel – ein Hilfsmittel, das zukünftig noch stärker mit den sächsischen Themen in der Wikipedia verknüpft werden wird. Nach den ersten beiden Wikipedia-Sprechstunden an der SLUB bietet sich hier eine weitere Kooperationsmöglichkeit mit der Community, die wir gerne ausbauen wollen.

 

 

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Gorke online – wertvolle Musikaliensammlung des Bach-Archivs Leipzig wird digitalisiert

Das Bach-Archiv Leipzig beginnt mit der Digitalisierung der rund 700 Musikhandschriften umfassenden Sammlung Manfred Gorke. Das für Musiker und Forscher gleichermaßen wichtige Projekt wird im Rahmen des sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur realisiert und von der SLUB gesteuert. Die bisher wenig beachtete Sammlung konnte die Stadt Leipzig 1935 von dem schlesischen Musikliebhaber Manfred Gorke (1897–1956) erwerben und dem Bach-Archiv 1952 zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben.


 

Zu den wertvollsten Stücken der Sammlung zählen mehrere Handschriften Johann Sebastian Bachs, darunter das Mühlhäuser Hochzeitsquodlibet (BWV 524), seine Abschrift eines Konzerts von Tomaso Albinoni (BWV Anh. 23) sowie zwei Teilautographe: sowohl die von Bach und seiner Frau Anna Magdalena angefertigte Niederschrift der Sonate G-Dur (BWV 1021) als auch die Abschrift eines Concerto grosso von Pietro Locatelli. Weitere Manuskripte stammen u. a. aus dem Umfeld der Leipziger Kirchen, darunter Originalhandschriften mehrerer Bach-Schüler und das eigenhändige Choralbuch von Johann Friedrich Doles.

 

Für die musikwissenschaftliche Forschung bietet die Sammlung neben den Musikhandschriften eine Reihe von Textdokumenten zur sächsisch-thüringischen Musikgeschichte, darunter Archivalien zur barocken Eisenacher Hofkapelle und Briefbestände zur Bach-Rezeption im 19. Jahrhundert. Mit der Digitalisierung der Sammlung Manfred Gorke und der Bereitstellung im Open Access erhofft sich das Bach-Archiv neue Impulse sowohl für die Erforschung der Sammlung als auch für die Aufführungspraxis der hier überlieferten Werke.

 

Bildnachweise: Sonata per il Violino e Cembalo di J. S. Bach. Abschrift der Violinsonate BWV 1021 von der Hand Anna Magdalenas mit autographen Eintragungen Johann Sebastian Bachs aus dem Bach-Archiv Leipzig.

    Kommentare

    Ein interessanter Abend
    22.11.2017 08:50
    hak
    20.11.2017 10:31
    Mastodon
    17.11.2017 13:10
    Seid ihr auch auf Mastodon (ev...
    17.11.2017 12:12
    Zukunft?
    08.11.2017 11:00

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