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Kategorie: Deutsche Fotothek

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Deutsche Fotothek trifft Markenspezialisten und Design-Newcomer

Am vergangenen Donnerstag fand im Soho House Berlin die Design Gala 2018 statt. Der Rat für Formgebung/German Design Council bringt in diesem 2013 eingeführten exklusiven Format Markenspezialisten verschiedenster Produktgattungen und junge Designtalente zusammen und bietet vielfältige interessante Vernetzungsmöglichkeiten - auch für die SLUB.


Newcomer Finalisten des German Design Award 2019: Luzia Hein, Luisa Rubisch (They Feed off Buildings), Gabriel Müller,
Rasa Weber (They Feed off Buildings), Frauke Zoë Taplik und
Essi Johanna Glomb (v.l.n.r.)


Das gemeinsame Interesse für Design - insbesondere für fotografische Produktpräsentationen - hat den Rat für Formgebung, die Stiftung Deutsches Design Museum und die Deutsche Fotothek der SLUB zusammengeführt und zu Kooperationspartnern werden lassen. Im April 2018 fiel der Startschuss für das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Die Gute Form. Digitalisierung und Erschließung herausragender Fotografien zum Produktdesign 1950-1990“.  Erste Projektergebnisse können Sie in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek betrachten. Die ästhetisch inszenierte Sachfotografie wird im Rahmen des Projekts sowohl auf der Ebene des Fotomediums als auch auf der Ebene der dargestellten Objekte tiefgehend erschlossen. In diesem Zusammenhang sei überdies auf zwei soeben erschienen Publikationen hingewiesen, die Sie in Kürze über den SLUB-Katalog bestellen können:

  • Band 6 der Reihe „Die große deutschen Marken“, herausgegeben vom Rat für Formgebung, der dieses Jahr ganz im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums steht (mit Grußworten von Peter Altmeier und Heiko Maas)
  • der Tätigkeitsbericht der Stiftung Deutsches Designmuseum 2017 (darin 16 Seiten zu den gemeinsamen Projekten mit der Deutschen Fotothek) - bereits online unter: www.deutschesdesignmuseum.de/publikationen.html

 
Band 6 der Reihe „Die großen deutschen Marken“

 

Der Rat für Formgebung wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet, um die Designkompetenz der deutschen Wirtschaft zu stärken. Die SLUB betreut seit 2014 den Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design. Dieser bietet hochspezialisierte Literaturbestände, digitale Angebote und fachspezifische Services für die Fachgemeinschaft(en) an.


Prof. Dr. h.c. Peter Pfeiffer (Präsident des Rat für Formgebung) Andrej Kupetz (Hauptvorstand des Rat für Formgebung), MinRat Bernd-­Wolfgang Weismann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Ref. VIA6: Kultur- und Kreativwirtschaft)

 

 

(Quellen: Rat für Formgebung / Fotos: Christoph Hengelhaupt)

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SLUB-Schätze unterwegs: Hugo Erfurth in Köln

Vom 7. September 2018 bis 27. Januar 2019 zeigt die Kölner SK Stiftung Kultur die Ausstellung „Blick in die Sammlungen: Hugo Erfurth – Bildnisse“ mit Aufnahmen aus ihrer Photographischen Sammlung und aus dem LVR-LandesMuseum Bonn.

Mit dem Erwerb des Palais Lüttichau im Jahre 1906 entwickelte sich Hugo Erfurths (1874–1948) Dresdner Atelier zu einem repräsentativen Zentrum des städtischen Kulturlebens. Er portraitierte Mitglieder der Bürgerschaft und des Adels, Militärs und Künstler. So werden in der aktuellen Ausstellung etwa ausdrucksstarke Bildnisse von Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz oder Richard Riemerschmid gezeigt. Erfurths Portraits folgen der Auffassung der Kunstphotographie: erlesen gestaltete, in Edeldruckverfahren umgesetzte Kompositionen, die einen malerischen Duktus erlaubten und überdies höchst aufwendig in der Herstellung waren. Anleihen in der Malerei und große Formate verhalfen der Fotografie zum großen Auftritt.

Mit welchen Mitteln Erfurth vor allem im Öldruck meisterliche Leistungen erreichte, veranschaulichen in der Ausstellung mehrere Leihgaben aus der Deutschen Fotothek: bislang unbekannte, gewachste, großformatige und von Erfurth retuschierte Papiernegative.

Außerdem aus der Deutschen Fotothek gezeigt werden sechs Silbergelatine-Abzüge der 1980er Jahre aus der Serie „Flug in die Vergangenheit“ von Christian Borchert. Diese aus dem um 1926 von Bruno Wiehr gedrehten Dokumentarfilm "Hugo Erfurth, der Lichtbildner bei der Arbeit" herauskopierten Standbilder lassen den aufwendigen Arbeitsprozess Hugo Erfurths nachvollziehbar werden.



Abb.: Christian Borchert: Szenen aus dem Dokumentarfilm "Hugo Erfurth, der Lichtbildner bei der Arbeit", um 1985. (Deutsche Fotothek)


Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln,
www.photographie-sk-kultur.de

Ausstellung geöffnet täglich außer mittwochs von 14 bis19 Uhr.
Eintritt und Führungen siehe Website.

 

 

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Aus der Deutschen Fotothek: Ein Hauch New York beim Hamburger Staatsballett

Wenn sich am kommenden Sonntag (9.9.2018) in der Hamburger Staatsoper der Vorhang öffnet, werden im Hintergrund Fotografien aus New York das reduzierte Bühnenbild für die Wiederaufnahme des Balletts "Bernstein Dances" prägen. 

 

Szenenbild "Bernstein Dances" (Hamburger Ballett John Neumeier, Quelle: Website)

 

Die Fotografien stammen von dem früh verstorbenen Fotografen Reinhart Wolf (1930-1980), dessen rund 13.000 Diapositive umfassender fotografischer Nachlass sich seit 2013 im Bestand der Deutschen Fotothek befindet.

 

Reinhart Wolf besaß ein besonderes Auge für Architektur. Im Jahre 1979 richtete er sein Objektiv auf einige der höchsten Gebäude der Welt. In New York gelang es ihm, die oftmals kunstvoll gestalteten Spitzen der Wolkenkratzer des Big Apple in Szene zu setzen und sie fast portraithaft abzubilden. Wolfs berühmtes Buch "New York" von 1980, das auch ein Gespräch zwischen Reinhart Wolf und Andy Warhol enthält, hat der Taschen-Verlag auf Grundlage der Diapositive aus der Deutschen Fotothek 2016 in opulenter Ausstattung neu aufgelegt.

 

Einen kleinen Einblick möchten wir mit den nachfolgenden Bildern geben.

Nun bilden sie den Hintergrund für die Ballett-Revue "Bernstein Dances", die in diesem Jahr anlässlich des 100. Geburtstages des US-amerikanischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Leonard Bernstein (1918–1990) wieder ins Programm aufgenommen wurde. "Bernstein Dances" beruht auf kleineren und größeren Werken des Komponisten, wie beispielsweise Songs aus den beiden Musical Comedies "Wonderful Town", 1953 und "On the Town", 1944.

 

Choreograf John Neumeier erklärt auf der Website des "Hamburg Ballet John Neumier", weshalb Wolfs New York Bilder die perfekte Kulisse für seine Choreografie darstellt, v.a. für den Teil "the City" - die Stadt der Städte:

 

Bild: John Neumeier " "The City" ist natürlich New York, die Stadt, in der sich der junge Bernstein behaupten und mit ‘Jobs’ durchschlagen musste. New York ist zugleich die Stadt, die ihm später dann die ganz großen Erfolge brachte, festgehalten in den wunderbaren Fotografien von Rainhard Wolf, die ich in mein Bühnenbild einbezogen habe."

 

 

Schauen Sie sich gerne weitere New York Bilder von Reinhart Wolf in der Deutschen Fotothek an. Wir sind gespannt, welches Ihr Lieblingsbild ist. Verlinken Sie dieses gerne in den Kommentaren.

 

 

Informationen über Reinhart Wolf
Hamburger Ballett John Neumeier: Bernstein Dances

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Gut, Besser - im Kasten: Zum 85. Geburtstag von Jacques Schumacher

Die Deutsche Fotothek in der SLUB gratuliert Jacques Schumacher, dem „stillvergnügten Grandseigneur“ der deutschen Fotografie, zu seinem 85. Geburtstag.

 

Jacques Schumacher: Die Bürste, 1997Der Fotograf, seit 1963 in Hamburg lebend, prägt mit seinen phantasievollen und amüsanten Arbeiten seit Jahrzehnten die Bildwelten von Magazinen und Werbung. Internationale Anerkennung erfährt Schumacher auch für sein künstlerisches Werk, zuletzt für die Ausstellung „Every thing is a Life“. Wegen seines Talents, Dinge zu kombinieren und neue überraschende Bedeutungszuammenhänge zu inszenieren, die eine schier unerschöpfliche Fantasie erkennen lassen, wird er auch als „Dadaist des neuen Jahrtausends“ bezeichnet.

 

Zum Anlass des Geburtstages hat die Deutsche Fotothek die Fotografien Jacques Schumachers aus ihrem Bestand digitalisiert und online gestellt.

 

 Jacques Schumacher: Wassersport, in: Sternkalender 1974

Jacques Schumacher: Wassersport, in: Sternkalender 1974

 

Bild1: Jacques Schumacher: Die Bürste, 1997

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Von Florida zur SLUB: Ein Fundstück zur Familiengeschichte in der Illustrierten Presse

Auch wenn es zunächst schwer vorstellbar scheint: Mithilfe der Digitalen Sammlungen der SLUB lässt sich durchaus die eigene Familiengeschichte vervollständigen.
So zumindest ging es Peter Kent.

 

Bild: Dora Lagersen mit ihrem Sohn Peter KentEr, geboren in Berlin, ist mittlerweile 86 Jahre alt und lebt nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1953 nun in Port Charlotte, Florida. In unseren Digitalen Sammlungen der Illustrierten Presse, genauer in der Zeitschrift Uhu, fand er ein Bild von seiner Mutter und sich selbst als Kleinkind und ließ uns daran teilhaben.
So die Kurzform der Geschichte.

 

Doch warum genau war seine Mutter in der Zeitschrift UHU, 9.1932/99, Heft 1 abgebildet? In diesem Heft erschien der Artikel "Vom Sportmädl zur Sportmutter. Besuch bei glücklichen Müttern, die als Sportlerinnen aufwuchsen" von Edith v. Lölhöffel. Darin vorgestellt wurde auch Peter Kents Mutter Dora Kantorowicz-Lagersen, eine erfolgreiche Leichtathletin der 30er Jahre. Sie wurde Deutsche Meisterin im Kugelstoßen und mit der 4x100m Staffel, zunächst für die Berliner Turnschaft (1926-1934), nach ihrem Umzug nach Kiel 1927 dann für den Kieler Turnverein (KTV). Zudem spielte sie, genau wie ihr Mann Hans Kantorowicz, Feldhandball.

 

Titel des Artikels "Vom Sportmädl zur Sportmutter" in der Zeitschrift UhuZeitschriftenseite, auf der Peter Kent seine Mutter und sich erkannt hat

 

Das auf der Seite unten rechts abgebildete Foto von Peter Kent und seiner Mutter hat den Krieg und mehrere Umzüge überlebt, irgendwann jedoch sei es verschwunden, erzählt Peter Kent. Umso größer war die Freude bei ihm als er es online in unseren Sammlungen wiederfand:

 

Foto von Peter Kent (Foto: privat)"Beim Herumsuchen im Computer tippte ich ein: "Dora Lagersen" und fand zu meiner Überraschung zwei Bilder von ihr, eines als Kugelstoßerin und eines mit ihrem 11 Monte alten Sohn (ich), der jetzt mit Riesenschritten auf seinen 87-ten Geburtstag los geht. Ich hatte das Originalbild (mit Sohn), das den Krieg überlebt hat."

 

 

Vom gleichen Fotografen, dem Sportfotografen Gerhard Riebicke, hat Peter Kent noch mehr Bilder seiner Mutter als aktive Sportlerin in seiner privaten Sammlung, die er uns gerne zeigte.

 

Bilder des Fotograf G. Riebicke von Dora Lagersen

 

Über die Illustrierten Magazine

Illustrierte Magazine der Klassischen Moderne stellen heute eine überaus reichhaltige und ästhetisch herausragende Quelle zur Alltags-, Kultur-, Kommunikations-, Design- und Fotografiegeschichte der Weimarer Republik dar. In Zusammenarbeit mit der Universität Erfurt wurden bereits 2012-2013 in dem gleichnamigen DFG-Projekt zehn der wichtigsten deutschsprachigen Titel mit mehr als 650 Ausgaben erstmals virtuell zusammengeführt, tief erschlossen und für alle Interessierten online zur Verfügung gestellt - darunter der "Querschnitt", der "UHU", das "Jüdische Magazin" oder das "Auto-Magazin". Seit 2017 sind Hefte weiterer Zeitschriften der Ära hinzugekommen, wie etwa "Kokain" oder "Das Neue Russland".

 Die digitalisierten Zeitschriften finden Sie hier.

 

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