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Autor: Julia Meyer

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Film ab! Südfilmtage / South film days in Dresden vom 1. bis 4.12.2016

Die ersten Dresdener Südfilmtage entspringen einer Initiative, in der Kulturschaffende mit und ohne Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Der ägyptische Autor und Filmkritiker Diaa Soliman konzipierte das Filmfestival und legte den Schwerpunkt auf Austausch und Perspektivwechsel. Die Südfilmtage möchten Wissen über die Kultur(en) des Nahen Ostens und Nordafrikas in Dresden verbreiten und dadurch zur besseren Verständigung, Toleranz und Weltoffenheit beitragen.

 

 

Jenseits von Krisenberichterstattung und Flüchtlingsdebatte öffnet das Festival Zugang zur kulturellen Vielfalt, Geschichte und Kunst in der Region Nordafrika und Naher Osten. Die Filme brechen dabei den in Deutschland vorherrschenden Diskurs über Krieg, Terrorismus, Diktatur und Flucht auf und zeigen das alltägliche, das "normale" Leben der Menschen dieser Region. Ein Workshop zum Thema "Perspektiven der Jugend in Nahost und Nordafrika" ergänzt das viertägige Programm. Zu Diskussionsrunden laden die palästinensische Regisseurin Suha Arraf, die ihren preisgekrönten Film VILLA TOUMA vorstellen wird, sowie Karim Hanafy mit seinem Film THE GATE OF DEPARTURE aus Kairo.

 

Der Gründer der Südfilmtage Diaa Soliman unterstützte die SLUB in diesem Jahr bei vielfältigen Aufgaben, unter anderem beim Aufbau des neuen Referenzbestandes Interkulturalität mit zeitgenössischer arabischer und persischer Literatur sowie bei der Gestaltung des Begegnungsfestes „Rundum Buch“.

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It ain't me, babe - Literaturnobelpreis für Bob Dylan

Dylan wurde bereits mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt, heute gewann er ihn endlich. Wen wundert's? Der Literaturwissenschaftler und Dylan-Experte Heinrich Detering beleuchtet in seiner aktuellen Studie Die Stimmen aus der Unterwelt das Spätwerk des Künstlers, das mit dem Album Love and theft im Jahre 2001 einsetzte. Die darauf versammelten apokalyptischen Songs brachten dem heutigen Literaturnobelpreisträger den Vorwurf des Plagiats ein. Die Kritik bemängelte, er montiere lediglich Versatzstücke aus der amerikanischen Musiktradition sowie aus der Weltliteratur von Homer und Ovid über Shakespeare bis F. Scott Fitzgerald, und das ohne Nachweis!  Was als Inspirationsmangel eines alternden Künstlers erschien, interpretiert Detering hingegen als das Kernstück einer zeitgenössischen und höchst produktiven Poetik: Bei Dylan hat Ovid den Blues!  Es ist eine alte Geschichte: Bereits Heinrich Heine verteidigte seinen Dichterkollegen Dumas: "Aber nichts ist thörigter als dieser Vorwurf des Plagiats, es giebt in der Kunst kein sechstes Gebot, der Dichter darf überall zugreifen, wo er Material zu seinen Werken findet, und selbst ganze Säulen mit ausgemeißelten Kapitälern darf er sich zueignen, wenn nur der Tempel herrlich ist, den er damit stützt." (Heinrich Heine: Über die französische Bühne. In: ders.: Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke, Bd. 12/1. Hg. von Manfred Windfuhr. Hamburg: Hoffmann und Campe 1980, S. 260f.)

 

Bob Dylan hat wunderbare Tempel geschaffen! Also höchste Zeit, mal wieder eine alte Platte aufzulegen. Wer jetzt keinen Plattenspieler hat, baut sich keinen mehr, sondern verbringt den Herbsttag mit Dylan in der SLUB.

 

Bild: Duncan Hull

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Gorke online – wertvolle Musikaliensammlung des Bach-Archivs Leipzig wird digitalisiert

Das Bach-Archiv Leipzig beginnt mit der Digitalisierung der rund 700 Musikhandschriften umfassenden Sammlung Manfred Gorke. Das für Musiker und Forscher gleichermaßen wichtige Projekt wird im Rahmen des sächsischen Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur realisiert und von der SLUB gesteuert. Die bisher wenig beachtete Sammlung konnte die Stadt Leipzig 1935 von dem schlesischen Musikliebhaber Manfred Gorke (1897–1956) erwerben und dem Bach-Archiv 1952 zur dauerhaften Aufbewahrung übergeben.


 

Zu den wertvollsten Stücken der Sammlung zählen mehrere Handschriften Johann Sebastian Bachs, darunter das Mühlhäuser Hochzeitsquodlibet (BWV 524), seine Abschrift eines Konzerts von Tomaso Albinoni (BWV Anh. 23) sowie zwei Teilautographe: sowohl die von Bach und seiner Frau Anna Magdalena angefertigte Niederschrift der Sonate G-Dur (BWV 1021) als auch die Abschrift eines Concerto grosso von Pietro Locatelli. Weitere Manuskripte stammen u. a. aus dem Umfeld der Leipziger Kirchen, darunter Originalhandschriften mehrerer Bach-Schüler und das eigenhändige Choralbuch von Johann Friedrich Doles.

 

Für die musikwissenschaftliche Forschung bietet die Sammlung neben den Musikhandschriften eine Reihe von Textdokumenten zur sächsisch-thüringischen Musikgeschichte, darunter Archivalien zur barocken Eisenacher Hofkapelle und Briefbestände zur Bach-Rezeption im 19. Jahrhundert. Mit der Digitalisierung der Sammlung Manfred Gorke und der Bereitstellung im Open Access erhofft sich das Bach-Archiv neue Impulse sowohl für die Erforschung der Sammlung als auch für die Aufführungspraxis der hier überlieferten Werke.

 

Bildnachweise: Sonata per il Violino e Cembalo di J. S. Bach. Abschrift der Violinsonate BWV 1021 von der Hand Anna Magdalenas mit autographen Eintragungen Johann Sebastian Bachs aus dem Bach-Archiv Leipzig.

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    Najem Wali über den Buchpreis 2016 – Longlist im Bestand der SLUB

    Najem Wali nennt die Longlist für den Buchpreis 2016 einen „auszeichneten Jahrgang“. Um zu diesem Urteil zu kommen, hat der irakisch-stämmige Autor und einzige Schriftsteller in der Jury sämtliche 156 nominierten Bücher gelesen. „Das war harte Arbeit“, gestand er im Interview mit dem Deutschlandradio Berlin. Dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ihn als Schriftsteller für die Jury ausgewählt habe, sei ein besonderer Fall. Da er nicht auf Deutsch, sondern in seiner Muttersprache Arabisch schreibe, stelle er keine Konkurrenz für die nominierten Autoren dar und urteile unbefangen. Zudem habe der Börsenverein ein Zeichen setzen wollen – auch er selbst habe sein Leben in Deutschland vor 35 Jahren als Flüchtling begonnen, sagte der studierte Germanist.

    Die SLUB hält nicht nur die 20 Titel der Longlist für Sie bereit, wie beispielsweise von Joachim Meyerhoff oder Thomas von Steinaecker, sondern auch die Bücher des Jurors Najem Wali. Er selbst wurde 2014 für sein Buch „Bagdad … Marlboro“ mit dem Bruno-Kreisky-Preis ausgezeichnet. Die Jury argumentierte: „In diesem Roman macht der aus dem Irak stammende und in Berlin lebende Autor Najem Wali die nationalen Traumata der kriegsgeschädigten Iraker zum Thema. Er erzählt die Geschichte zweier Soldaten, die zum Töten gezwungen werden [...]. In seiner doppelten Perspektive – aus irakischer und amerikanischer Sicht – strebt der Roman nach einer gerechten Perspektive auf die Vorgänge im Irak.“

     

    Am 17. Oktober wird der renommierte und mit 25.000€ dotierte Buchpreis verliehen. Sie dürfen sich schon vorab Ihr Urteil bilden und die in Kürze erscheinenden Titel als Erstausleihe vormerken.

     

    Foto: Ekko von Schwichow

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    Neu: SLUB-Schreibwerkstatt

    Wissenschaftliche Texte mit Methoden des kreativen Schreibens ins Rollen bringen

     

    Kaum ist die Klausurenphase abgeschlossen, folgt schon die Phase der schriftlichen Hausarbeiten. Die SLUB bietet mit einem neuen Service Unterstützung an.

     

    Wer kennt ihn nicht, den zähen Anfang von Schreibprojekten? Hausarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit - man sitzt vor dem leeren Blatt oder Bildschirm und findet keine geeigneten Formulierungen. Ziel des Workshops ist es, diesen Anfangsschwierigkeiten mit Methoden des kreativen Schreibens zu begegnen und spielerisch zu erproben, wie man den Schreibfluss ankurbeln kann. Darüber hinaus sollen die Transfermöglichkeiten des kreativen Schreibens auf das wissenschaftliche Schreiben diskutiert werden.

     

    Der fächerübergreifende Workshop am 18./19.8.2016 vermittelt in einem Einführungs- und einem Vertiefungskurs vielfältige Schreib- und Kreativitätstechniken, die in Einzel- und Gruppenarbeiten durchgeführt werden.