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Kategorie: DFG

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… mit Feder, Pinsel und Bleistift. Architektur- und Ingenieurzeichnungen aus fünf Jahrhunderten

Seit dem heutigen Tag präsentieren wir im Portal für Architektur- und Ingenieurzeichnungen in der Bilddatenbank der Deutschen Fotothek auch die digitalisierten Zeichnungen und Pläne aus der Sammlung des Architekturmuseums der Technischen Universität München. Mehr als 38.000 Blatt ergänzen nun das bereits vorhandene Angebot. In diesem Bestand enthalten sind u.a. auch Zeichnungen der beiden bedeutendsten Baumeister der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Königreich Bayern: Leo von Klenze (1784-1864) und Friedrich von Gärtner (1791-1847). Alle Blätter konnten im Rahmen des DFG-Projektes DigitAM  bearbeitet werden, welches das Architekturmuseum in Kooperation mit der Universitätsbibliothek der TU-München realisiert hat. Insgesamt stehen jetzt 107.000 Pläne und Zeichnungen in unserem Portal online zur Verfügung. Neben den Münchner Blättern, die des Architekturmuseums der TU Berlin sowie Zeichnungen der Renaissancezeit aus mehr als zwei Dutzend deutschen Sammlungen, selbstverständlich der Bestand der SLUB und in Auswahl Blätter des Sächsischen Staatsarchivs Dresden.

 

Die Zeichnungen als Primärquellen spiegeln auf eindrucksvolle Weise sowohl die Entwicklung des Bau- und Ingenieurwesens wider, als auch die sich wandelnden Nutzungsanforderungen. Sie präsentieren architektonische Idealentwürfe verschiedener Epochen, aber auch die Zeichnung als Mittel der Dokumentation historischer Architekturen. Am weiteren Ausbau des Fachportals arbeiten wir.

 

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Archiv der Stimmen. Digitalisierung von historischen Tonaufnahmen an der SLUB

In den letzten Wochen erhielt die SLUB im Bereich der Musik interessante neue Drittmittelbewilligungen. Neben einem Projekt zur Digitalisierung des Notenmaterials der Dresdner Hofoper (1765-1900) können wir mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft unser digitales "Archiv der Stimmen" umfangreich ausbauen. Sukzessive online verfügbar werden rund 17.000 Aufnahmen auf über 8.000 Schellackplatten aus der Zeit von 1896 bis 1960. Die überwiegend sehr seltenen Tonträger stammen aus dem rund 55.000 Exemplare umfassenden Schellackplattenbestand der SLUB, einer der bedeutendsten öffentlichen Sammlungen.

 

Viele der Einspielungen sind ausschließlich auf diesem Medium überliefert. Bearbeitet werden Werke bekannter Komponisten wie Brahms, Liszt, Mozart, Schumann, Verdi und Wagner, aber auch äußerst selten gehörte Musikstücke. An InterpretInnen vertreten sind neben seinerzeit internationalen Gesangsstars wie Marcella Sembrich, Enrico Caruso oder Richard Tauber auch SängerInnen wie die russische Sopranistin Maria Alexandrowna Michailova (1866-1943), die allein durch ihre Plattenaufnahmen zu Weltruhm gelangte. Andere KünstlerInnen, wie die Altistin Therese Rothauser, sind heute kaum noch bekannt, da sie ab 1933 verfemt oder gar ermordet wurden.

 

Auch diese "verstummten Stimmen" werden wir in den nächsten Monaten orts- und zeitunabhängig wieder hörbar machen. Für die Sicherung des deutschen audiovisuellen Kulturerbes ist dieses Projekt ein Meilenstein. Schauen und hören Sie bei uns rein.

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A.W. Schlegel digital. Neues DFG-Kooperationsprojekt an der SLUB

"Mit zunehmendem Alter wuchs Schlegels Eitelkeit, so dass er immer öfter Ziel des Spottes wurde", schreibt Wikipedia über August Wilhelm Schlegel (1767-1845). Vielleicht ein Grund, weshalb Schlegels vielfältige historische Leistungen heute kaum noch bekannt sind. Der Bruder Friedrich Schlegels gilt unter anderem als Mitbegründer der Romantik, bedeutender Literaturkritiker und Shakespeare-Übersetzer sowie erster deutscher Professor der Indologie (1818 an der Universität Bonn). Mit zahlreichen Geistesgrößen seiner Zeit stand er in engem Kontakt. Entsprechend umfangreich ist seine überlieferte Korrespondenz, die als Teil des Nachlasses 1873 und 1998 durch die SLUB erworben wurde.

 

In einem gemeinsamen Projekt mit den Universitäten Marburg und Trier werden die rund 3.000 Schlegel-Briefe aus unserem Bestand und 2.000 Briefe aus 80 weiteren Einrichtungen digitalisiert, transkribiert und elektronisch ediert. Die auf diesem Weg hergestellte wissenschaftliche Editionsumgebung soll für ähnliche Projekte wegweisend sein. Das Projekt startet am 1. März, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist auf fünf Jahre angelegt. Zwischenergebnisse, zum Beispiel die 3.000 digitalisierten Briefe, werden deutlich früher verfügbar sein.

 

Von Friedrich Schlegel, der die letzten Lebensjahre in Dresden verbracht hat, gibt es in unseren Sammlungen übrigens auch das eine oder andere interessante Stück; zum Beispiel ein Widmungsgedicht für Clara Schumann. Friedrich Schlegels Grab befindet sich auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden.

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Arbeiterfotografie. Dresdner Projekt im DFG-Forschungsmagazin

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Dresdner Drittmittelprojekt die Titelseite des Magazins der Deutschen Forschungsgemeinschaft ziert. Die Arbeiterfotografie, ein gemeinsames Projekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und unserer Deutschen Fotothek, hat es in der letzten Ausgabe geschafft. Die Familie aus dem Erzgebirge, die auf dem Bild in Heimarbeit Pfeifenreiniger produziert, hätte sich dergleichen noch viel weniger vorstellen können. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten. Informationen zum Projekt und alle Fotos finden Sie hier.


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Digitalisate aus der SLUB - zu Gehör gebracht. Neues zum Projekt "Dresdner Hofkapelle"

Im Rahmen eines DFG-Projekts wird an der SLUB der Bestand des berühmten „Schranck No. II“ mit Noten des 18. Jahrhunderts aus dem Repertoire der Dresdner Hofkapelle wissenschaftlich aufbereitet und digitalisiert. Die Projektmitarbeiter können sich regelmäßig über begeisterte Reaktionen aus Musikforschung und -praxis freuen, da  der Zugriff auf die rund 1.700 Manuskripte in den Digitalen Sammlungen der SLUB mühelos von jedem (heimischen) Computer aus möglich ist.

Ganz aktuell wurde von der Chursächsischen Capelle Leipzig anhand der Digitalisate ein reines Schrank-II-Programm zusammengestellt. Unter dem Titel „Ein Fest am Dresdner Hof“ wird es am 25. Juni um 16 Uhr bei den „Konzerten im Schloss Schönefeld“ zu hören sein. Ausgewählt wurden nicht nur die „Klassiker“ des Bestands wie Telemann, Vivaldi und Händel, sondern auch gänzlich unbekannte Komponisten: Pickel, Rutha, Höckh… 
     

Wer Musik aus Schrank II lieber auf dem eigenen CD-Player anhören möchte, dem sei die neueste Einspielung der Batzdorfer Hofkapelle mit Ouvertüren und Konzerten von Johann Pfeiffer (1697-1761) empfohlen. Erschienen bei ACCENT, 2011, ACC 24218. Die glückliche Kombination von Musikwissenschaft und musikalischer Praxis sichert dem Projekt "Dresdner Hofkapelle" immer wieder klang-volle Erlebnisse  und motiviert für die weitere Arbeit. Sie sind herzlich eingeladen.