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Kategorie: Vortrag

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Fluch oder Segen? Wie uns die Digitalisierung verändert. – Ein Fazit der Diskussionsreihe

Volles Haus an vier Abenden im Vortragssaal der SLUB - so kann man wohl das erste Fazit unserer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) ziehen, in der die Vor- und Nachteile der Digitalisierung insbesondere unter den vier Gesichtspunkten Gesellschaft, Verhalten, Sprache und Wissen diskutiert wurde. Dabei kamen zahlreiche Experten aus Dresden aber auch aus ganz Deutschland zu Wort.

Rückblick auf die Veranstaltungsreihe

Den Anfang machten der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow sowie die Informatikerin und Chaos-Computer-Club-Sprecherin Constanze Kurz, die sich beide vor allem mit der IT-Sicherheit auseinandersetzten und dort großen Nachholbedarf sahen. Justizminister Gemkow sieht sich diesbezüglich vor allem in Hinblick auf die Einführung der E-Akte konfrontiert. Die IT-Sicherheit war auch ein immer wiederkehrendes Thema in den Publikumsfragen.

 

 

Das größte Publikumsinteresse konnte Prof. Manfred Spitzer mit seinem Vortrag zum Thema "Digitalisierung und Verhalten" für sich verbuchen. Spitzer, der Bestsellerautor und Leiter einer psychiatrischen Klinik ist, mahnt stets, insbesondere kleine Kinder vor zu frühem Kontakt mit digitalen Medien zu schützen und trifft damit den Nerv vieler besorgten Eltern und Lehrer. Gleichzeitig musste er sich aber auch kritische Fragen zu seinen Darstellungen gefallen lassen.

 

 

Sehr unterhaltsam und informativ war der Abend mit Prof. Ludwig Eichinger, der noch bis Ende Juli das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim leitet. Er bescheinigte der Digitalisierung eine ähnlich revolutionäre Auswirkung auf die Sprache wie die Erfindung des Buchdrucks, geht aber davon aus, dass sich für jedes Medium eine adäquate Sprache ausbilden wird, so dass es weniger zu einer befürchteten "Sprachverschlechterung" sondern eher einer breiteren Varietät kommen wird.

 

 

Den Abschluss unserer Reihe bestritten der Dresdner Informatik-Professor Gerhard Weber und der Nürnberger Kommunikationswissenschaftler Prof. Volker Banholzer, die hinterfragten, wie die Digitalisierung unser Wissen beeinflusst. Banholzer ging dabei vor allem auf die sich verändernde Rolle der Medien ein und die Tatsache, wie sich das Publikationsverhalten der Menschen geändert hat. Weber appellierte an das Publikum, an den immer neuen und sich weiterentwickelnden Techniken dranzubleiben - denn nur so können diese ihren Nutzen für uns voll entfalten und verlieren bei der Beschäftigung damit auch ihren "Schrecken".

 

 

Zwei Statements zum Abschluss

 

Prof. Dr. Thomas Bürger

Der Generaldirektor der SLUB, Prof. Dr. Thomas Bürger, resümiert:

 

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche trägt zur Gereiztheit aktueller gesellschaftlicher Debatten bei. Die Diskussionen haben gezeigt, dass das Interesse an guter Information und Wissen größer ist als die Lust am Krawall. Wie kann ich den Datenschutz mit größtmöglicher Datenfreiheit vereinbaren? Bis zu welchem Lebensalter sind Smartphones schädlich, ab welcher Lebensstufe ist der Erwerb von Medienkompetenz notwendig? Zwei von vielen Zukunftsfragen, die nur sachlich und gelassen beantwortet werden können. Eine schöne Erkenntnis der Reihe: Jung und Alt können und wollen miteinander ins Gespräch kommen. Und sie sind sich der Verantwortung bewusst, dass mit Vernunft und Mitwirkung auch so große Themen wie Digitalisierung und Globalisierung lösbar sind.

 

 

Dr. Joachim Klose

Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen, wie es Dr. Joachim Klose (Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Politisches Bildungsforum Sachsen) sich in seinem Fazit wünscht:

 

Wir bewundern den Fortschritt und die heutigen Möglichkeiten der Technik. Gleichzeitig müssen wir diese Entwicklung mit unseren menschlichen Begabungen intensiv begleiten und auch kritisch hinterfragen. Die Darstellung und Diskussion dieses Spannungsfeldes ist in der Debattenreihe sehr gut gelungen. Die SLUB ist dafür auch ein wunderbarer Ort, steht sie doch gleichzeitig für das Bewahrende und den Blick nach vorne. An der Resonanz des Publikums hat sich gezeigt, dass Jung und Alt sowohl "Fluch" als auch "Segen" erkennen und die Auseinandersetzung mit dem Thema schätzen. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Fortsetzung dieses Veranstaltungsprojekts mit der SLUB!

 

Bilder von den Veranstaltungen: SLUB Dresden / Christina Schneider und Cynthia Meißner

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Faszination Chaos: Ausstellung im DrePunct eröffnet

Egal ob es um die Länge der Küstenlinie von England, die Entstehung von Verkehrsstaus oder die Entwicklung von Börsenkursen geht: Chaos und Fraktale spielen in vielen Bereichen eine wichtige Rolle.

Im Alltag hören wir Begriffe wie "Schmetterlingseffekt" und finden Dinge "chaotisch". Aber was ist das eigentlich genau? Was ist so besonders am Magnetpendel und was macht aus einem schönen, regelmäßigen Muster ein Fraktal? Warum kann man die Länge einer Grenze oder einer Küstenlinie schwer beziffern?

 

 

Diese und andere Fragen beantwortet die gestern eröffnete Ausstellung "Chaos und Fraktale" in der Bereichsbibliothek DrePunct und zeigt einerseits allgemein verständlich, aber mit Bezug zur aktuellen Forschung sowohl, wo Chaos und Fraktale im Alltag auftreten und stellt andererseits auch verschiedene Forschungsgruppen vor, die in Dresden an diesen Themen arbeiten. Von Polymerforschung zu der Frage, ob unser Sonnensystem stabil ist, von der Mandelbrotmenge bis zum Verhalten chaotischer Billards: die Ausstellung gibt einen Einblick in die verschiedensten Themen der Physik. Außerdem kann mit einem Magnetpendel experimentiert und so das Entstehen von Chaos nachvollzogen werden.

 

 

Organisiert wurde die Ausstellung von der Regionalgruppe Dresden der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Beteiligt sind auch das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden mit Prof. Sommer und das Institut für Theoretische Physik der TU Dresden sowie die Professur Computerphysik mit Prof. Bäcker und Prof. Ketzmerick, der zur Eröffnung  zum Thema "Faszination Chaos" sprach.

 

Die Ausstellung "Chaos und Fraktale" ist bis Ende des Jahres in der Bereichsbibliothek DrePunct zu sehen.

 

Bilder: SLUB Dresden/Cynthia Meißner

 

 

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SLUB gedenkt Jahrestag der Bücherverbrennungen: Ausstellung im Foyer

Als am 10. Mai 1933 die Werke Erich Kästners, Alfred Döblins oder Heinrich Manns in einen lodernden Scheiterhaufen aus Büchern geworfen worden, war dies nicht das erste Mal, dass in Dresden Bücher brannten. Bereits kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten kam es in der Stadt am 7. und 8. März 1933 zu scheinbar spontanen Bücherverbrennungen. Die deutschlandweiten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 waren eine konzertierte Aktion der Deutschen Studentenschaft unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, die mit der Veröffentlichung von „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ am 12. April 1933 ihren Anfang nahm. Diese „Thesen“ wurden deutschlandweit an Universitäten plakatiert und in Zeitungen abgedruckt.

Gedenklesung

Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung fand gestern eine Gedenklesung im Foyer der Zentralbibliothek statt, bei der sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB als auch Gäste Textstellen aus Werken der damals verfolgten Autoren vortrugen. So standen beispielsweise Auszüge aus Victor Klemperers Tagebüchern, Erich Kästners „Fabian“, Alex Weddings „Ede und Unku“ und Tucholskys „Lerne lachen ohne zu weinen“ auf dem Programm der etwa 2-stündigen Lesung.

 

 

Ausstellung

In zwei Vitrinen im Foyer der Zentralbibliothek zeigen wir derzeit außerdem Erstausgaben und frühe Ausgaben der damals verbrannten Werke aus einer Dresdner Privatsammlung. Ausgestellt sind beispielsweise "Hiob" von Joseph Roth, "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin, "Fabian" von Erich Kästner und Anna Seghers "Aufstand der Fischer von St. Barbara" in ihren originalen Umschlägen mit Hintergrundinformationen zu den Autoren.

 

 

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Mai 2018 im Foyer der Zentralbibliothek zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.

 

Bilder: SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner

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Veranstaltungsreihe zum Thema Digitalisierung von Konrad-Adenauer-Stiftung und SLUB startet am 3. Mai

Die Digitalisierung erobert unser Leben: Jegliche Information ist dank Internet nur einen Klick entfernt, der moderne Kühlschrank versendet Erinnerungen, sobald ein Lebensmittel knapp wird, selbstfahrende Autos sollen uns in Zukunft den stressigen Weg zur Arbeit erleichtern. Der technologische Wandel ist allgegenwärtig und begegnet uns in allen Lebensbereichen. Fast immer empfinden wir den technischen Fortschritt als Verbesserung – doch ist das tatsächlich so?

 

Welche Chancen, Herausforderungen und Risiken sind mit einer digitalisierten Gesellschaft verbunden? Wie digital soll unser Leben in Zukunft aussehen? Wo liegen die Grenzen der Digitalisierung und wo weitere Potenziale? In vier Themenblöcken wird sich die Veranstaltungsreihe "Segen oder Fluch? Wie die Digitalisierung uns verändert den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft, das menschliche Verhalten, unsere Sprache und unser Wissen widmen.

 

 

Zum Auftakt am 03. Mai 2018 diskutieren der Sächsische Justizminister Sebastian Gemkow und die Informatikerin und F.A.Z.-Kolumnistin Constanze Kurz zum Thema: "Bitcoin, E-Akte, WannaCry – Wie Digitalisierung unser Zusammenleben verändert". In ihren Kurzvorträgen geben sie zunächst einen Einblick, wie die zunehmende Digitalisierung unser gesellschaftliches Zusammenleben verändert. Danach gibt es für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich so in die Diskussion mit einzubringen. Es moderiert der Generaldirektor der SLUB, Prof. Dr. Thomas Bürger. Beginn ist 18.30 Uhr.

 

Weitere Veranstaltungen der Reihe

 

  • 17.05.2018
    Digitalisierung und Verhalten: Smartphone, Laptop, Google, Facebook – Verlernen wir, zu denken?

    Mit Prof. Dr. Manfred Spitzer, Psychiater, Ulm


  • 31.05.2018
    Digitalisierung und Sprache: #, @, :) – Verstehen wir uns noch?

    Mit Prof. Dr. Ludwig M. Eichinger, Direktor des Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim
  • 14.06.2018
    Digitalisierung und Wissen: Siri, Wiki, Google – Wie die Digitalisierung unser Weltbild verändert

    Mit Prof. Dr. Gerhard Weber, TU Dresden und Prof. Dr. Volker Banholz, TU Dresden/ TH Nürnberg

 

 

Alle Veranstaltungen finden im Vortragssaal der SLUB statt. Beginn ist jeweils 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Um sich einen Platz zu sichern, empfiehlt sich eine Reservierung/Anmeldung unter kas-sachsen@kas.de

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Wo sind meine Wurzeln? Vortrag zur Datenbank 'Ancestry' für Familienforscher

 

Wir alle wollen wissen, wer wir sind und woher wir kommen.

Alex Haley (1921-1992)

 

 

Sie wollten schon immer wissen, ob Ihr Ururgroßvater vielleicht Auswanderer war, wann Ihre Urgroßmutter geheiratet hat und vielleicht sogar, wie sie aussahen. Verschiedenste digitalisierte und erschlossene Dokumente aus längst vergangenen Zeiten geben darüber Aufschluss. Doch wie kommt man ausgehend von einem Schuhkarton mit Bildern und Postkarten zur systematischen Erschließung der eigenen Vergangenheit und der der Familie?

 

 

Am Mittwoch stellt Lars Thiele hierzu 'Ancestry', eine der weltweit führenden genealogischen Datenbanken vor. Diese Datenbank bietet Millionen von Personendaten und -fotos, Auswandererlisten, Einträge aus Kirchenbüchern u.v.m. an und ist innerhalb des Campusnetzes für registrierte Besucher der SLUB nutzbar. Der Referent ist Recherchedienstleister, Berufsgenealoge und Blogger. Als „Archivbegleiter“ hilft er Familiengeschichtsforschern beim Finden von Informationen in sächsischen Archiven und Bibliotheken. Als Mitglied im Dresdner Verein für Genealogie e.V. und als (Online-)Berater gibt er Tipps und Hinweise für die genealogischen Forschungen. Im Anschluß an die Veranstaltung, die in Kooperation der SLUB Dresden mit dem Dresdner Verein für Genealogie e.V. stattfindet, besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären.

 

Der Vortrag findet um 18.00 Uhr im Vortragssaal der SLUB statt.
Um Anmeldung wird gebeten.

 
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