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SLUBlog

Autor: Antonie Muschalek

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Kulturgut verpflichtet - SLUB nimmt Pergamentrestaurierungskammer in Betrieb

Die SLUB bewahrt zahlreiche Handschriften aus der Zeit des Mittelalters, der Renaissance und der Reformation, des 8. bis 16. Jahrhunderts. Ein Teil, etwa 150, der auf Pergament geschriebenen, zum Teil kostbar illustrierten Handschriften sind im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden. Sie waren in den Tiefkeller des Japanischen Palais umgelagert worden, der als bombensicher galt, jedoch nicht ausreichend gegen Grund- und Löschwasser gesichert war.

 

Viele der 150 damals vollständig durchnässten Pergamenthandschriften weisen so komplexe Schadensbilder auf, dass sie bis heute nicht restauriert werden konnten. Deshalb waren sie bislang weder benutzbar noch digitalisierbar. In den letzten Jahrzehnten hat die Restaurierungswerkstatt der SLUB schrittweise spezielle Restaurierungsverfahren für solche wassergeschädigten Pergamenthandschriften entwickelt,  die es ermöglichen, nun auch die am schwersten geschädigten Handschriften zu bearbeiten.

 

Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement eine begehbare Klimakammer zur Pergamentrestaurierung konzipiert und für rund eine halbe Mio. EUR gebaut. Die fertige Kammer erlaubt es, bei einer relativen Luftfeuchte von bis zu 95 % und einer konstanten Lufttemperatur von 20 Grad Pergamentblätter konservatorisch zu behandeln  und im sogenannten Angussverfahren Fehlstellen in den Handschriftenseiten zu schließen. Diese Pergamentkammer wurde heute nun durch die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva Maria Stange, für den Regelbetrieb übergeben.

 

Es ist geplant, schrittweise die Schäden an den Handschriften so weit zu beheben, dass diese digitalisiert und für die Forschung wieder zugänglich gemacht werden können. Unter diesen Handschriften befinden sich viele wertvolle Manuskripte aus mehreren europäischen Ländern, Zeugnisse für die kulturelle und wissenschaftliche Bildung Europas, die in Sachsen systematisch gesammelt wurden und zu unserem Kulturellen Erbe gehören.

 

Bildnachweis

Bild oben: Kai Burges

Bild unten: SLUB/Henrik Ahlers

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Lutherhandschrift der SLUB zum Weltdokumentenerbe ernannt

Anfang Oktober hat die UNESCO eine in der SLUB aufbewahrte Handschrift Martin Luthers in das UNESCO-Dokumentenregister »Memory of the World« aufgenommen. Das Autograph der vorreformatorischen Psalmenvorlesungen von 1513-17 hatte das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte zusammen mit 13 weiteren herausragenden Luther-Dokumenten aus Berlin, Dessau,  Gotha, Heidelberg, Jena, Weimar, Wittenberg, Wolfenbüttel und Worms zur Aufnahme in das Weltdokumentenerbe vorgeschlagen.

 

„Die SLUB verfügt über einen hervorragenden und großen Bestand an Manuskripten und Briefen Martin Luthers. Wir bewahren diesen Schatz der Reformationszeit mit Dankbarkeit und Stolz. Dabei sind wir uns der großen Verantwortung für den Originalerhalt der kulturellen Überlieferung bewusst und sorgen deshalb dafür, diese Zeitzeugen  sowohl zu schützen als auch gleichzeitig digital zugänglich zu machen“, so Prof. Dr. Thomas Bürger,  Generaldirektor der SLUB, heute bei einer Pressekonferenz mit Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, im Vortragssaal der SLUB.

 

Das zum Weltdokumentenerbe ernannte Autograph gehört zu den kostbarsten Handschriften der Bibliothek und ist ein eigenhändiges Manuskript Martin Luthers, das er als frisch promovierter Theologieprofessor für seine erste Vorlesung über die Psalmen in den Jahren 1513-1515 an der Universität Wittenberg verwendete. Luther kommentierte einzelne Verse in Auseinandersetzung mit antiken, kirchenväterlichen und mittelalterlichen Autoritäten sowie gängigen Bibelglossen. Die 1516 ausgearbeitete ausführliche Kommentierung des ersten und vierten Psalms lässt darauf schließen, dass Luther eine Veröffentlichung seines Kommentars beabsichtigte. Ein Druck kam zu seinen Lebzeiten jedoch nicht zustande.

 

Die Handschrift gelangte Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Zeitzer Kanoniker Johann Ernst Luther (1560-1637), Martin Luthers Enkel, in die Kurfürstliche Bibliothek zu Dresden.

 

Das Digitalisat des Autographs befindet sich in unseren digitalen Sammlungen.

 

Bildnachweis: SLUB/Henrik Ahlers

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Auf den Spuren musikalischer Schätze - Gespräch und Konzert mit Lee Santana

Im Rahmen des Heinrich-Schütz-Musikfestes begrüßt die SLUB den US-amerikanischen Lautenisten und Komponisten Lee Santana. Der Künstler und die Leiterin der Musikabteilung der SLUB, Dr. Barbara Wiermann, stellen am 6. Oktober um 17 Uhr Handschriften und alte Drucke der Schützzeit vor und tauchen unter dem Motto "Musikalische Schätze - Laute und mehr ..." in die wertvollen musikalischen Bestände der Bibliothek ein. Die Teilnehmerzahl für diese Veranstaltung ist auf 25 Personen begrenzt. 

 

Im Anschluss an das Gespräch veranstaltet der Verein Mitteldeutsche Barockmusik um 19.30 Uhr ein Konzert mit Lee Santana unter dem Titel "BILDER.BUCH.SAITEN - Im Kontext von Bild, musikalischer Bildhaftigkeit und bildhafter Symbolik"  im Vortragssaal der SLUB. Karten können für 12 Euro / Junior! 5 Euro an den Vorverkaufsstellen bzw. - falls noch verfügbar - an der Abendkasse erworben werden.

Anmeldungen für alle Veranstaltungen sind unter info@schuetzgesellschaft.de möglich. Das vollständige Programm der Heinrich-Schütz-Tage finden Sie hier.

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25 Jahre ist`s her: DDR-Alltag in Fotografien

Familienleben in Neubauwohnungen, fröhliche Pioniere, Soldaten an der innerdeutschen Grenze - im Bestand unserer Fotothek finden Sie zahlreiche Bilder, die den Alltag in der DDR zeigen und 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung Erinnerungen aufkommen lassen.

 

Einer, der die DDR-Wirklichkeit von Beginn der 1970er Jahre bis zur Gegenwart besonders umfassend dokumentierte und 1983 auf dramatische Weise aus der DDR floh, ist der Journalist und Fotograf Uwe Gerig, dessen umfangreiche Sammlung die SLUB 2007/2008 übernahm. Dazu gehören 75.000 Kleinbildfarbdias, 10.000 Mittelformatfarbdias, 25.000 schwarz/weiß Kleinbild-Negative und 25.000 Digitalaufnahmen, die das Zeitgeschehen in der DDR, an der innerdeutschen Grenze und an der Berliner Mauer dokumentieren.

 

Nach seiner Flucht, über die der Spiegel 2013 berichtete, dokumentierte Gerig die innerdeutsche Grenze bis über die Wiedervereinigung hinaus.

 

Darüber hinaus beinhaltet die Sammlung Porträts von Politikern und anderen Persönlichkeiten sowie Stadtansichten, Architekturaufnahmen, aber auch Straßenszenen, Märkte und Plätze mit Passanten, Straßenkünstlern, Bettlern und Touristen.

 

 

Bild oben: Aufnahme von 1986 an der innerdeutschen Grenze im Bereich Niedersachsen. Blick über die Mauer. Wenn der Mann (Ost) aus seinem Haus in den Garten tritt, steht er unmittelbar vor der letzten Mauer nach Westen. Uwe Gerig

2. Bild von oben: Aufnahme von 1985 in West-Berlin. Kinder im Stadtteil Spandau beim Spaziergang unmittelbar an der Mauer. Uwe Gerig

3. Bild von oben: Aufnahme von 1982. Im Zentrum von Erfurt befindet sich dieses "Seefischhaus", mit leeren Schaufenstern. Uwe Gerig

Bild unten: Aufnahme von ca. 1978: Die kriegszerstörte Frauenkirche mit dem Lutherdenkmal davor, Dresden. Uwe Gerig

 

 

 

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Wo ist der zweitbeste Platz zum Lernen? Ihre Tipps sind gefragt.

 "Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein." Diese Regel der klassischen Physik gilt auch in der SLUB, besonders in der Prüfungszeit.

 

 

 

Außer unseren bekannten Appellen, keine Plätze zu besetzen und rücksichtsvoll miteinander umzugehen wollen wir angesichts der Arbeitsplatznot in der SLUB erneut das große Engagement und die Kreativität von Ihnen allen bemühen: Bitte schreiben und kommentieren Sie hier im SLUBlog zweitbeste Orte für die Prüfungszeit - zum Lernen, Schreiben oder für Gruppen. Dass unsere Öffnungszeiten und die stetig wachsende Vielfalt an Arbeitsplätzen kaum zu toppen sind, setzen wir dabei einfach voraus. :)

 

In den heißen Prüfungswochen benötigen wir aber Ventile - Freiräume, die für alle bessere Lernbedingungen schaffen.

 

Mit einem (hoffentlich ergiebigen) Überblick nützlicher, ruhiger, kommunikativer und inspirierender Lernorte auf dem Campus und andernorts wollen wir helfen, passende Orte für Prüfungsvorbereitung, Recherche oder Abschlussarbeit zu finden. Manche Räume auf dem Campus sind nur zeitweise frei... Solche Details sind hilfreich. Bitte teilen Sie Ihr Wissen - hier und jetzt!