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SLUBlog

Kategorie: Forschung

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musiconn.publish: Ein Platz für musikwissenschaftliche Forschung

Fachinformationsdienste (kurz FID) dienen dazu, Forschenden in allen Fachrichtungen einen möglichst schnellen und direkten Zugriff auf Spezialliteratur und forschungsrelevante Informationen zu ermöglichen.

 

Ab jetzt steht in diesem Rahmen auch die Plattform musiconn.publish zur Verfügung, in der die Open access-Angebote des FIDs Musikwissenschaft musiconn zusammengeführt werden.

 

Unter der neu eingeführten Marke des FID "musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft" betreut die SLUB gemeinsam mit der BSB München die Einführung und Etablierung von innovativen Services zur Unterstützung der musikwissenschaftlichen Spitzenforschung. Die Arbeitspakete der SLUB umfassen die Bereitstellung eines Open access-Fachrepositoriums, den Aufbau eines zentralen Rechercheinstruments für Music Performance Ephemera (Programme, Konzertankündigungen, Rezensionen etc.), sowie die Qualifizierung der RISM-Datenbank für die Aufnahme früher Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts.

 

 

 

Die Plattform musiconn.publish

Auf der soeben in neuem Design veröffentlichten Plattform musiconn.publish werden künftig sowohl monographische Inhalte als auch das über musiconn veröffentlichte Zeitschriftenangebot zusammengeführt: Der neu aufgesetzte Service dient demnach der kostenfreien elektronischen Publikation, dem Nachweis und der langfristigen Archivierung von musikwissenschaftlicher Fachliteratur und steht allen Autorinnen und Autoren des Fachgebiets kostenfrei zur Verfügung. Möglich sind alle Formen des Open access - aufgenommen werden sowohl Erst- als auch Zweitpublikationen; hybride Formen sind möglich. Am 19./20. März wurde musiconn.publish auf dem Beiratstreffen des FIDs vor wichtigen Fachvertretern präsentiert.

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Heimatforschung in der SLUB: 14. Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten

Wie passen eine Ausstellung zur Aquarellmalerei und die Militärakademie Friedrich Engels als Lehreinrichtung der NVA zusammen? Oder Briefmarken aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und Luftbilder militärhistorischer Gebäude und Anlagen in Dresden? Der "Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten" bringt diese Themenbereiche am kommenden Wochenende in der SLUB zusammen und rückt das Thema "Die Militärgeschichte der Stadt Dresden" in den Vordergrund.

Heimatforscherinnen und -forscher gewähren dabei einen Einblick in ihre historischen Dokumente und Sammlungen. In zehn Vorträgen werden ausgewählte Themen wie z.B. "Zeugnisse sächsischer Militärgeschichte im Militärhistorischen Museum" (Dr. Gerhard Bauer, Kurator Militärhistorisches Museum der Bundeswehr) oder "Die Albertstadt - Entstehung und Entwicklung bis 1914" (Götz Krüger, Historiker und Publizist) vorgestellt. Außerdem zeigen 43 Stände als Ausstellung die Ergebnisse der Heimatforscherinnen und -forscher. Führungen durch die Ausstellung, die SLUB, das Buchmuseum oder das Kartenmagazin runden das Programm ab. Unter den Ausstellern sind neben zahlreichen Hobbyhistorikern beispielweise auch der Dresdner Verein für Genealogie e.V. und der Verein Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V.

Thema des Marktes

Anlass für diese Themenwahl war der einhundertste Jahrestag des 11. November 1918, als mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den Westmächten und Deutschland, dem Sturz des deutschen Kaisers und der Ausrufung der Republik der erste der beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts beendet wurde. Unter den 142.000 gefallenen und 19.000 vermissten sächsischen Soldaten waren auch 13.880 Dresdner Bürger. Zehn Jahre später veröffentlichte der Schriftsteller Ludwig Renn, 1889 als Arnold Friedrich Vieth von Golßenau in Dresden geboren, mit "Krieg" seinen ersten Antikriegsroman und erlangte Weltruhm.

 


Weitere Informationen

  • Veranstaltungsort: Vortragsaal der SLUB
  • Öffnungszeiten: Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 15 Uhr
  • Eintritt: 2 Euro für Besucher ab 16 Jahre (Freien Eintritt haben Vereinsmitglieder, geladene Gäste, Sponsoren, Aussteller, die einen Ausstellerausweis vorweisen können und Inhaber des Dresden-Passes.)
  • Programm: Eine detaillierte Auflistung der Aussteller, Vorträge und Führungen finden Sie auf der Website des Vereins "Dresdner Geschichtsmarkt" e.V.

 


Bilder oben: Geschichtsmarkt 2016 (Klaus Brendler) / unten: SLUB mit Banner zum Geschichtsmarkt (Ramona Ahlers-Bergner\SLUB)

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Mit Schreibtischyoga zu guten Texten: Lange Nacht des Schreibens in der SLUB

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.
Mark Twain

Auch in diesem Jahr ist die SLUB wieder Gastgeber der Langen Nacht des Schreibens (LNdS), die vom Schreibzentrum der TU Dresden in Kooperation mit der Graduiertenakademie der TU Dresden, dem Zentrum für fachübergreifende Bildung an der HTW Dresden und natürlich der SLUB veranstaltet wird. Dieses Jahr sollt ihr vor allem ermutigt werden, vor Ort zu schreiben, denn das ist die ursprüngliche Idee dieser Veranstaltung. Wusstet Ihr eigentlich schon, dass die LNdS im englischsprachigen Raum „long night against procrastination“ heißt und an Schreibzentren weltweit immer am 1. Donnerstag im März stattfindet? Schaut doch mal unter: https://schreibnacht.wordpress.com/.

 

Im großen Lesesaal der SLUB sind deshalb zur LNdS Plätze für alle Schreibenden und ihre Schreibprojekte reserviert. Lasst Euch vom Geist des Schreibens in Gemeinschaft mitreißen und schlagt den inneren Schweinehund für diese Nacht gemeinsam in die Flucht! Falls doch eine Schreibflaute eintritt, kann man sich durch Schreibberatung, Impulsworkshops, Schreibtischyoga, Plausch bei Suppe u. v. m. inspirieren lassen oder in dieser Nacht eine passende Lern- und Schreibgruppe finden.

 

Konzentriertes Schreiben, kreative Pausen und fachübergreifender Austausch – so macht wissenschaftliches Schreiben am Ende noch Spaß… und auch 2018 müsst ihr nicht mit leerem Magen schreiben: Es wird wieder Kaffee, Kuchen und Suppe geben.

 

 

Das Programm zur Langen Nacht des Schreibens am 1. März 2018 findet ihr hier als Download und in der Event-App.

 

 

Für eine bessere Planung der LNdS freuen wir uns immer noch über Anmeldungen unter: www.slubdd.de/lnds18. Die Anmeldung zu den Impulsworkshops erfolgt beim gemeinsamen Start der LNdS um 18 Uhr im Vortragssaal der SLUB. Unter anderem stellen wir hier auch unsere neu erschienene Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten vor.

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Mit Feuer und HighTech Draht kurz vorm Ziel: Finale der Smart³Academy im SLUB Makerspace

Sogenannte "Smart Materials" passen sich selbstständig an veränderte Umweltbedingungen an. Dadurch ermöglichen sie trotz vereinfachter Strukturen eine hohe Funktionalität und somit völlig neue Perspektiven im Produktdesign. Kreative Tüftler, die mit solchen intelligenten Werkstoffen experimentieren wollten, trafen sich in den letzten vier Monaten regelmäßig zur Smart³Academy im SLUB Makerspace unter dem Motto „Smart Materials anwenden –  Erfinde dein intelligentes Produkt“. Welche Erkenntnisse die knapp 20 Teilnehmer gewonnen haben, stellen Sie morgen im Finale vor. In einem Pitch stellen sich die Teams der Jury.

 

 

Das Finale der Smart³Academy findet morgen (21.02.2018) um 17.00 Uhr im SLUB Makerspace statt und ist öffentlich.

 

Die Smart³Academy

Idee der semesterbegleitenden Smart³Academy ist es, die Teilnehmer in praktischen und vielseitigen Sessions mit Smart Materials und den Werkzeugen im SLUB Makerspace vertraut zu machen und dabei gleichzeitig eine neue Anwendung, einen Prototyp, zu entwickeln. Nach einem Meetup im Oktober tüftelten die TU und HTW Studierenden in sieben Teams an neuen Ideen für die Nutzung von smarten Materialien. Sie arbeiteten an intelligenter Verschattung, neuartigen Schlössern bis hin zu Formgedächtnislegierungen (FGL-Mechaniken) für Flugzeuge oder flexiblen Zelten.

Viele Ideen wurden erdacht, einige wieder verworfen und neu gestartet. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Künstlern (the Constitute), Lernprogrammen zur Makerspace Technik (z.B. Geräteführerscheine), aber auch Impulstreffen zur Ideenfindung mit der Wissensarchitektur der TU oder Workshops zu Themen wie "Innovative Geschäftsmodelle" mit Dr. Schiedgen von der Fachhochschule Dresden rahmte die Academy. Input gab es auch von den Teilnehmern der Aktionswoche "Physical Computing". Hier hatten lokale Maker und Studenten zusammen in einer Intensivwoche die Smart Materials mit Arduino kombiniert. Was bei der Arbeit im #Rosenwerk und im SLUB Makerspace herausgekommen ist, fand ebenfalls Eingang in die Projekte der Smart³Academy Teams.

Was ist dabei herausgekommen?

Ziel der Smart³Academy war neben einem intensiven, fächerübergreifenden Austausch zwischen den Teilnehmer zunächst zu lernen, wie genau die Smart Materials funktionieren und dimensioniert werden und dann eine eigene Idee möglichst weit voran zu bringen. Die Projekte sollten ursprünglich schon Ende Januar final präsentiert werden. Da den Teams aber noch etwas Zeit fehlte, um ihre Modelle zu perfektionieren, wurde die erste Smart³Academy um vier Wochen verlängert. Morgen findet nun das Finale im SLUB Makerspace statt, bei dem Teams ihre Prototypen und Projekte vorstellen. Die Jury entscheidet schließlich über das beste Projekt und verleiht danach den "Smart³Academy Award". In der Jury sitzen Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, d.h. von der TU Dresden, der HTW Dresden, aber auch von Dresden Exists und vom Technologie Zentrum Dresden.

Kooperationspartner

Die Veranstaltungsreihe wurde gemeinsam mit unseren Makerspace Kooperationspartnern Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, dem Innovationsnetzwerk smart³ und der Wissensarchitektur der TU Dresden durchgeführt.

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Auseinandersetzung mit der Geschichte: Sächsische NS-Tageszeitung „Der Freiheitskampf“ digital zugänglich

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens. Schwierige Aspekte der Vergangenheit aufzuarbeiten und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart kennenzulernen, ist unerlässlich für ein demokratisches Miteinander. Dazu gehört es auch, das Gedankengut der NS-Zeit für Wissenschaft und Forschung verfügbar zu machen und in seinen Folgen zu untersuchen. Im Rahmen des DFG-Projekts Digitalisierung historischer Zeitungen hat die SLUB Dresden die Ausgaben der sächsischen NS-Zeitung „Der Freiheitskampf“ von 1930 bis 1945 digitalisiert; das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung erschließt diese inhaltlich in Form einer Online-Datenbank, um die Zeitungen leichter recherchierbar und für wissenschaftliche Zwecke effektiver nutzbar zu machen. Sowohl in der Bibliothek des HAIT als auch an einem passwortgeschützten Spezial-Arbeitsplatz in der SLUB kann "Der Freiheitskampf" eingesehen werden. Aktuell sind die Jahrgänge 1930 bis 1935 fertig bearbeitet und in der Datenbank verzeichnet.

 

Zum Hintergrund

Die nationalsozialistische Zeitung „Der Freiheitskampf“ erschien vom 1. August 1930 bis 8. Mai 1945. Neben Artikeln aus den Bereichen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erhielt sie auch wichtige Informationen zu Daten, Ereignissen und Personen von regionaler Bedeutung. Nach dem kriegsbedingten Verlust zahlreicher NS-Akten stellt die Zeitung eine der zentralen Quellen zur Geschichte des Nationalsozialismus in Sachsen dar. Der jetzt freigeschaltete Jahrgang 1935 soll hier beispielhaft herausgegriffen werden: Knapp zwei Monate vor der Verkündung der Nürnberger Gesetze auf dem Reichsparteitag der NSDAP erschien am 18. Juli 1935 auf der Titelseite des „Freiheitskampf“ eine Liste mit Personen, die seit Ende 1934 in Sachsen wegen „Rassenschande“ verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenburg verschleppt wurden. Allein ein Liebesverhältnis zwischen „arischen“ und „jüdischen“ Personen genügte, um namentlich und mit Wohnort in der Tageszeitung an den Pranger gestellt und bedroht zu werden.

 

 

 

Dies ist einer von vielen antisemitischen Artikeln, die sich im Jahrgang 1935 der sächsischen NS-Zeitung „Der Freiheitskampf“ finden lassen. Mit ihnen sollte der „Volkszorn“ angeheizt werden. In Dresden konnte die Bevölkerung die Stimmungsmache gegen die jüdischen Bürger kaum übersehen. So finden sich Zeitungsberichte über große Banner mit antisemitischen Parolen, die in mehreren Stadteilen sichtbar angebracht wurden. Das Besuchsverbot der städtischen Bäder für Juden verbuchte der „Freiheitskampf“ als direkten Erfolg, da dies die Zeitung bereits mehrfach von der Stadtverwaltung gefordert hatte. Andererseits finden sich auch vereinzelte Hinweise auf Gegenaktionen und solidarisches Verhalten mit den Verfolgten. 

Im Jahrgang 1935 ist außerdem viel über die neue nationalsozialistische Gemeindeordnung, über die Organisation der NSDAP in Sachsen oder über Strafverfahren gegen Kommunisten zu finden.

 

Lesetipp
Thomas Widera, Martin Munke und Matti Stöhr (2017).
"Der Freiheitskampf" – Digitalisierung und Tiefenerschließung einer NS-Zeitung.

 

Autoren: Christoph Hanzig (HAIT) unter Mitarbeit von Cynthia Meißner und Martin Munke (beide SLUB)