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Kategorie: Digitale Bibliothek

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Im Gespräch: Sächsischer Umweltminister Schmidt zum Thema Nachhaltigkeit in Tharandt

Gestern besuchte der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt gemeinsam mit dem Generaldirektor der SLUB Prof. Thomas Bürger die Zweigbibliothek Forstwesen.
Grund des Besuches ist die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen.
Im über 300 Jahre alten Buch „Sylvicultura oeconomica“ des sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz über das Forstwesen, das in der Zweigbibliothek zum Bestand gehört, wurde 1713 erwähnt, "daß es eine continuierliche beständige und „nachhaltende Nutzung gebe". Damit fand das bis dahin namenslose Konzept der Ressourcenschonung im Sinne der forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit erstmalig eine eindeutige Bezeichnung.

Hans Carl von Carlowitz "Sylvicultura oeconomica", Leipzig 1713, S. 105

In der Zweigbibliothek Forstwesen ist ein wertvoller Altbestand an forstwissenschaftlichen Schriften aus dem 16. bis 19. Jahrhundert vorhanden. Vor allem die Sammlung forstwissenschaftlicher Literatur und die Literatur zum Jagdwesen gehört zu den größten und umfassendsten historischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum.

Im Rahmen seines Besuches informierte sich der Staatsminister zudem über Mehrwerte und Nachhaltigkeit der Digitalisierung für Kultur, Wissenschaft und eine breite Öffentlichkeit. Denn auch in der SLUB spielt Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle, indem Quellen wie oben genannte digitalisiert und nachhaltig verfügbar gemacht werden.
Prof. Bürger erläuterte während des Besuches das Landesdigitalisierungsprogramm, bei dem die SLUB eine wichtige Koordinierungs- und Dienstleistungsfunktion für die Bibliotheken im Freistaat Sachsen übernimmt.

„Qualität, freier Zugang und Nachhaltigkeit von Information und Wissen sind das Fundament gesellschaftlichen Zusammenhalts“, so Thomas Bürger.

 

Der Besuch von Staatsminister Schmidt in Tharandt bildet den Auftakt zu einem Online-Beteiligungsverfahren der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.


(Fotos: SMUL/Ronald Bonß)

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musiconn.publish: Ein Platz für musikwissenschaftliche Forschung

Fachinformationsdienste (kurz FID) dienen dazu, Forschenden in allen Fachrichtungen einen möglichst schnellen und direkten Zugriff auf Spezialliteratur und forschungsrelevante Informationen zu ermöglichen.

 

Ab jetzt steht in diesem Rahmen auch die Plattform musiconn.publish zur Verfügung, in der die Open access-Angebote des FIDs Musikwissenschaft musiconn zusammengeführt werden.

 

Unter der neu eingeführten Marke des FID "musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft" betreut die SLUB gemeinsam mit der BSB München die Einführung und Etablierung von innovativen Services zur Unterstützung der musikwissenschaftlichen Spitzenforschung. Die Arbeitspakete der SLUB umfassen die Bereitstellung eines Open access-Fachrepositoriums, den Aufbau eines zentralen Rechercheinstruments für Music Performance Ephemera (Programme, Konzertankündigungen, Rezensionen etc.), sowie die Qualifizierung der RISM-Datenbank für die Aufnahme früher Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts.

 

 

 

Die Plattform musiconn.publish

Auf der soeben in neuem Design veröffentlichten Plattform musiconn.publish werden künftig sowohl monographische Inhalte als auch das über musiconn veröffentlichte Zeitschriftenangebot zusammengeführt: Der neu aufgesetzte Service dient demnach der kostenfreien elektronischen Publikation, dem Nachweis und der langfristigen Archivierung von musikwissenschaftlicher Fachliteratur und steht allen Autorinnen und Autoren des Fachgebiets kostenfrei zur Verfügung. Möglich sind alle Formen des Open access - aufgenommen werden sowohl Erst- als auch Zweitpublikationen; hybride Formen sind möglich. Am 19./20. März wurde musiconn.publish auf dem Beiratstreffen des FIDs vor wichtigen Fachvertretern präsentiert.

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Ein Hoch auf den Schlaf zum heutigen Welt-Schlaftag

Woran denken Sie als erstes, wenn Sie das Wort "Schlaf" oder "schlafen" hören? Vermutlich an Ihr gemütliches Bett, an das Ausschlafen am Wochenende oder vielleicht auch an das Gute-Nacht-Lied "Schlaf, Kindlein schlaf", dass Sie Ihren Kindern vorgesungen haben? Aus Anlass des heutigen Welt-Schlaftages stöbern wir einmal in unseren Beständen, in denen auch "Schlaf" eine große Rolle spielt.

 

Beginnen wir unsere Suche im klassischen Bibliothekskatalog. Zu finden sind hier medizinische Fachbücher, Fachliteratur zu Schlafstörungen aber auch zur Bedeutung des Schlafes in der Kunst. Doch es steckt viel mehr in den Beständen zum Tagesthema, als man vielleicht vermuten mag. In der Deutschen Fotothek ist z.B. das Digitalisat eines Holzschnitts von Ludwig Richters "Müde bin ich geh zur Ruh" aus dem Jahr 1855 verzeichnet.

 

 

 

 

 

 

In den Digitalen Sammlungen der SLUB lassen sich historische Antworten auf Fragen zum Schlaf finden: Im Buch "Das ist Hypnologia. Etliche Fragen und darauf gethane Antworten von dem Schlaf" von Georg Grau, 1688 wird geklärt "[...] nicht allein was der Schlaff sey, woher er entstehe, was vor Nutzen er bringe, sondern auch was noch mehr bey dem selben zu betrachten sey?"

 

 

 

Neben der Literatur zum Schlafen, spielen die Orte der Ruhe, die zum Schlafen aufgesucht werden, auch in der Innenarchitektur und im Möbeldesgin eine zentrale Rolle. Digitalisierte Fotosammlungen zur Ausstellung von Wohn- und Schlafmöbeln auf der Leipziger Herbstmesse 1981 geben einen Einblick, wie man sich vor knapp 30 Jahren bettete.

 

Auch in der Musik ist die Ruhe ein klassisches Thema, das immer wieder vertont und besungen wird. Warum also nicht mal die Schallplatte zum Wiegenlied-Klassiker Schlaf, Kindchen Schlaf ausleihen oder über die SLUB Mediathek in historische Musikaufnahmen hineinhören? Beispielsweise sind hier Volks-Kinder- und Wiegenlieder verzeichnet: das Lied Sandmännchen (Die Blümelein, sie schlafen), das von Johannes Brahms komponiert wurde und dessen Text Johann Wolfgang von Goethe stammt, in einer Aufnahme des Odeon-Kammer-Orchester von 1932, sowie "Schlaf wohl, du Himmelsknabe" als altdeutsches Weihnachts- und Wiegenlied, komponiert von Carl Borromäus Neuner, das in der gezeigten Fassung von den Comedian Harmonists interpretiert wurde.

 

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Gleichwohl lassen sich auch Notenschriften über den SLUB-Katalog finden, wie die Suche nach dem Stichwort "Schlaf" zeigt und zu Max Regers Komposition" Zum Schlafen. op 76 Nr, 59" führt oder zu einem Autograph von Ludwig van Beethoven zu den Klaviervariationen "Kind willst du ruhig schlafen". 

 

Aber nicht nur in den Beständen lässt sich einiges zum Welt-Schlaftag finden: Wie Schlafen in den Räumen der SLUB aussehen kann, zeigen Bilder, die 2009 im Rahmen eines Fotowettbewerbs in der SLUB entstanden sind.

 

 

 

 

In diesem Sinne geben wir Ihnen ein "Schlafen Sie gut" für heute Abend mit auf den Weg.
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Konrad Helbig - Am Mittelmeer: Ausstellung in Kooperation der Deutschen Fotothek im LVR-LandesMuseum Bonn

Unter dem Titel "Aus den Archiven III: Konrad Helbig - Am Mittelmeer, Fotografische Erkundungen 1954 - 1985" wird heute eine Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn eröffnet, die in Kooperation der Deutschen Fotothek und der Stiftung F.C. Gundlach im Rahmen des Archivs der Fotografen entstanden ist.

 

Für Konrad Helbig war Sizilien ein Sehnsuchtsort. Ausgehend von der Insel richtete er seinen Blick und sein Objektiv auf antike Architekturen, Skulpturen und Artefakte im Mittelmeerraum, auf mittelalterliche Kathedralen und barocke Prunkbauten ebenso wie auf die mediterranen Landschaften und die Menschen, die inmitten von Spuren vergangener Größe lebten und arbeiteten. Die Kombination von formaler Dokumentation und subjektivem Blick macht seine Fotografien zu eigenständigen Werken, die in ihrer wiedererkennbaren Bildsprache weit über bloße Ab-Bildungen hinausreichen. "Edle Einfalt und stille Größe", diese von Winckelmann Mitte des 18. Jahrhunderts für die klassische Schönheit der griechischen Skulptur beschriebene Ästhetik war dem Fotografen und Kunsthistoriker Wegweiser durch eine von antiken Kulturen geprägte Landschaft. Monatelang reiste er von archäologischer Stätte zu archäologischer Stätte und von Museum zu Museum, in hunderten Diavorträgen vermittelte der mitreißende Redner anschließend seine Eindrücke von der "Magie des Südens" in den Hörsälen und Kulturzentren des Nordens. "Huldigungen eines Nordländers an die Wunderwelt des tiefen Südens" oder "Sizilien – Geschichte, Kunst und Lebenswirklichkeit eines Inselreiches" betitelte er seine Vorträge.

 

Am Mittelmeer suchte und fand Konrad Helbig nicht nur Zeugnisse vergangener Epochen, sondern auch die unbeschwerte persönliche Freiheit: In der streng katholischen, noch archaische Züge tragenden Gesellschaft Siziliens begegnete man seiner Homosexualität, seinen Interessen und Neigungen wie bei anderen vor ihm auf erstaunliche Weise vorurteilsfreier als in der konservativ geprägten Bundesrepublik der Adenauer-Ära. Wie viele Fotografen der 50er und 60er Jahre arbeitete er mit zwei Kameras parallel in Schwarzweiß und in Farbe. Die Ausstellung fokussiert vor allem Helbigs Blick auf die Gegenwart, die er stets aus dem Blickwinkel der Kunstgeschichte betrachtete, und zeigt erstmals auch seine kaum bekannten Coloraufnahmen aus der Deutschen Fotothek. Seither haben sich die Landschaften und vor allem die Lebenswirklichkeit ihrer Bewohner noch einmal fundamental verändert, so dass Helbigs Fotografien ihrerseits als Zeugnisse einer vergangenen vorindustriellen Epoche erscheinen, die wir heute nicht weniger idealisierend und sehnsuchtsvoll als arkadisch zu betrachten geneigt sind.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.

 

 

Die Ausstellung findet von 1. März 2018 bis 10. Juni 2018 im LVR-LandesMuseum Bonn (Colmantstraße 14-16, 53115 Bonn) statt.

 

Bilder (1) Konrad Helbing: Kellner in Milazzo, 1958 (SLUB/ Deutsche Fotothek) (2) Konrad Helbig: ohne Titel, Straßenszene, 1950er Jahre (Stiftung F. C. Gundlach)

 

Bildlizenz: CC-BY-SA 4.0

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Bald 900 weitere Bände online: Architekturgeschichte, Mode und Design der Dresdner Kunsthochschule

Historische Bestände nachhaltig zu sichern und frei verfügbar zu machen, ist eine zentrale Aufgabe moderner Bibliotheken. Das Landesdigitalisierungsprogramm Sachsen, das seitens der SLUB koordiniert wird, bündelt Aktivitäten, um einen umfassenden Online-Zugang zu Informationen und Objekten der kulturellen und wissenschaftlichen Überlieferung des Freistaates Sachsen für Zwecke der Lehre und Forschung sowie für die breite Öffentlichkeit zu schaffen. Dies umfasst nicht nur die Erschließung von beispielsweise historischen Adressbüchern, Karten oder Handschriften, sondern auch Werke der Kulturgeschichte. Mit digitalisierten Werken der Kunstgeschichte, Architektur, Mode und Design beteiligt sich nun auch die Bibliothek der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), die zu den ältesten Kunstakademien in Deutschland zählt, daran.

 

Dort wurde im 18. Jahrhundert mit anfangs bescheidenen Mitteln der Ankauf von Büchern für die Architekturabteilung begonnen. Der Erwerb der Bibliothek des verstorbenen Oberlandmeisters Johann Gottlob Hauptmann im Jahre 1814 wird als erster bedeutender Zugang dieser Akademiebibliothek angesehen. Auch wenn die Bibliothek der HfBK durch die Bombardierung Dresdens 1945 einen großen Teil ihres Literaturbestands verlor, so blieben doch bedeutsame historische Bestände, insbesondere des Fachbereichs Architektur, erhalten.

 

In der Detailsuche unserer Digitalen Kollektionen können Sie die ersten Titel der „Hochschule für Bildende Künste Dresden“ bereits finden: Werke aus Paris, Rom, Brüssel, Weimar, Hamburg, Dresden, Braunschweig, Stuttgart & Tübingen sowie Leipzig, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen. Für die kürzlich begonnene Digitalisierung sind insgesamt rund 900 Bände vorgesehen. Sie werden in den kommenden Wochen online veröffentlicht. Weitere fast 1.000 Fotos und Bilder der HfBK finden Sie außerdem in den Beständen der Deutschen Fotothek.

 

Bildlizenz: CC-BY-SA 4.0