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SLUBlog

Kategorie: International

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Kriegsbedingt verlagertes Kulturgut: Deutschland gibt spätmittelalterliche Handschrift an Polen zurück

Das Auswärtige Amt und der Freistaat Sachsen sind übereingekommen, eine lateinische Handschrift von Predigten aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an Polen zurückzugeben. Das Werk wird seit 1958  in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) aufbewahrt. Die Modalitäten der Rückgabe werden zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Polens abgestimmt.

 

Bei der Handschrift handelt es sich um einen theologischen Sammelband polnischer Herkunft mit dem Titel "Sermones de tempore", der noch im 15. Jahrhundert in die Sammlung der Vikariatsbibliothek beim Kollegiatstift Wiślica gehörte. Er wurde Ende 1944 von deutschen Stellen aus der Polnischen Nationalbibliothek in Warschau entnommen und nach Görbitsch bei Frankfurt/Oder verbracht. Dort beschlagnahmten sowjetische Truppen nach Kriegsende das Werk und verbrachten es nach Moskau. 1958 übergab die Sowjetunion die Handschrift zusammen mit einer Reihe von aus Dresden stammenden Sammlungen an die damalige DDR – wie sich nun herausgestellt hat irrtümlich.

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Zu Gast: boijeot.renauld.turon aus Frankreich

boijeot.renauld.turon sind drei Künstler, kommen aus Frankreich und besuchen bis voraussichtlich Sonntag die Zentralbibliothek der SLUB. Danach bewegen sie sich allmählich mit ihren Holzmöbeln durch die Stadt.

 

384 Stunden heißt ihr Beitrag zum STREET culture@HELLERAU - dem Festival für urbane Kultur und zeitgenössische Kunst. Sie sind herzlich eingeladen!

 

 

 

 

 

Nachtrag: Doppelseite der Aktion "Wegelagerer" mit einer Bildergalerie im Geschäftsbericht 2013 der SLUB, S. 54/55.

 

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SLUB übergibt NS-Raubgut an Nachkommen von Sigmund Waldes

Mehr als 70 Jahre nach der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten haben in der vergangenen Woche 159 Bücher mit ihrer Rückgabe an die Erben von Sigmund Waldes (geb. 1877 in Prag, gest. 1961 in Maspeth/Long Island - USA) ihren Weg zu den rechtmäßigen Eigentümern gefunden.

 

Die Brüder Sigmund und Heinrich Waldes waren als Fabrikanten von Knöpfen mit Werkstätten in Prag, Dresden, Long Island und der Schweiz über Deutschland hinaus tätig und angesehen. Sigmund Waldes war seit 1908 einer der Gesellschafter des Werkes in Dresden, in der Kleinen Plauenschen Gasse Nr. 37/43. Unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialistische Regierung in Deutschland war er nach Paris gegangen und später über Barcelona nach New York ausgewandert, wo er die dortige Filiale übernahm und zum Hauptsitz ausbaute. Sigmund Waldes starb 1961.

 

Begonnen hat der lange Weg der Bücher im Jahr 1938, als die Sammlung bibliophiler Drucke des 19. und 20. Jahrhunderts in Dresden beschlagnahmt und über einen Zwischenhändler im Jahr 1941 an die Sächsische Landesbibliothek verkauft wurde. Mehr als sechs Jahrzehnte später, im Jahr 2001, nutzte die SLUB das Portal www.lostart.de, um die Existenz der Sammlung in der Rubrik Fundmeldungen anzuzeigen, und berichtete in der Fachpresse über die Sammlung im Kontext schon erfolgter Rückgaben jüdischen Eigentums. 

 

Ein Kontakt zu den Erben kam erst Jahre später durch einen in Berlin lebenden amerikanischen Bürger zustande, der über diesen Aufsatz und den Eintrag in lostart.de aufmerksam wurde. Durch diesen Kontakt ist es der SLUB nunmehr möglich, in Entsprechung der Grundsätze der Washingtoner Konferenz aus dem Jahr 1998 in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden ("Washington Principles") diese Bücher aus dem jüdischen Eigentum von Sigmund Waldes zu restituieren. Die Übergabe fand in der vergangenen Woche an die Vertreter der Erben in den Räumen der SLUB statt. (Foto)

 

Näheres zur Provenienzforschung in der SLUB und zum Umgang mit NS-Raubgut erfahren Sie unter https://nsraubgut.slub-dresden.de/ns-raubgut/

 

Der Sammlungsleiter Frank Aurich und zwei Vertreter der Erben bei der Übergabe der Bände

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23.-25.6. Internationales musikwissenschaftliches Kolloquium in der SLUB

Musikwissenschaftler aus aller Welt werden sich in der nächsten Woche bei uns zum Internationalen Kolloquium "Das Instrumentalrepertoire der Dresdner Hofkapelle" treffen, das ein entsprechendes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Drittmittelprojekt begleitet.

Auch alle Musikliebhaber ohne Spezialkenntnisse sind herzlich eingeladen: Zu einem Konzert mit dem Ensemble "Les Amis de Philippe" am 23. Juni, 20 Uhr, sowie zum öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Silke Leopold am 24. Juni, 19.30 Uhr, jeweils im Vortragssaal der SLUB. Der Eintritt ist frei.

 

Die Hofkapelle, die heutige Sächsische Staatskapelle Dresden, ist eines der ältesten Orchester der Welt mit einer über 460 Jahre ununterbrochenen Musiktradition. Weitere Information zum DFG-Projekt und zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Projektseite.