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Kategorie: Kunst

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Ist das Kunst – oder kann das weg? Vortrag zur Rolle des Buches für die tschechische Avantgarde

Das Buch als höchstes Produkt der Kultur: Nach Ansicht des tschechischen Kunsttheoretikers und Publizisten Karel Teige verkörpert das Buch die ideale Synthese einzelner Kunstformen. Insbesondere die tschechische Zwischenkriegsavantgarde – in Form der Künstlergruppe Devětsil in den 20er Jahren und mit der Prager Surrealistengruppe in den 30er Jahren – fand diverse neue Zugänge zu einer künstlerischen Ausgestaltung und ästhetischen Wahrnehmung von Büchern. Experimente mit Bildgedichten, surrealistische Collagen, Fotomontagen und Artifizialismus galten als Hoffnung für ein poetisches Aufblühen der gelangweilten, tschechischen bildenden Kunst.

 

Am Abend des 14. Juni widmet sich Lenka Bydžovská der spannenden Frage „Gebrauchsgegenstand oder Kunstobjekt? Das Buch in Händen der tschechischen Avantgarde“. Im Mittelpunkt ihres Vortrags stehen die konkreten Auffassungen markanter Persönlichkeiten zum Buchschaffen – seien es nun Karel Teige oder Otakar Mrkvička, Toyen, Josef Šíma oder Jindřich Štyrský. Lenka Bydžovská forscht an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften zur Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts.

 

Die Ausstellung „Tschechische Avantgardebuchkunst. Die Sammlung Vloemans.“ ist bis 31. August 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr im Buchmuseum der SLUB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Anfang 2016 erwarb die SLUB die Sammlung Vloemans von dem gleichnamigen, international renommierten holländischen Antiquar und Sammler. Seine weltweit geschätzte Kollektion umfasst über 400 Bücher und Periodika aus der Zeit von 1918 bis 1938, darunter viele Widmungs- und Vorzugsausgaben in bestem Erhaltungszustand. Diese werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern und mit der Förderung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

 

„Das Buch in Händen der tschechischen Avantgarde: Gebrauchsgegenstand oder Kunstobjekt?“ - Vortrag von Lenka Bydžovská
14. Juni 2017, 19:00 Uhr, im Vortragssaal der SLUB
Eintritt frei

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Frühe Konzeptkunst aus Dresden – zum Tode von A. R. Penck

Gestern Abend wurde veröffentlicht, dass Ralf Winkler, besser bekannt unter dem Künstlernamen A. R. Penck, am 2. Mai im Alter von 77 Jahren in Zürich verstorben ist. Geboren am 5. Oktober 1939 in Dresden entwickelte er seinen eigenen, unverwechselbaren Stil unabhängig von einer akademischen Künstlerausbildung, die ihm mehrfach verwehrt wurde. Besonders die für viele seiner Werke charakteristischen Strichmännchen, oft schmal und lang, mit expressiv zu Gesten erhobenen Armen, dürften einer Vielzahl von Menschen als erstes bei dem Namen A.R. Penck in den Sinn kommen. Diesen wählte Winkler bereits 1967, kurz vor seiner ersten Einzelausstellung in der westdeutschen Galerie Werner (Köln) im Folgejahr.

 

Was die Malerei betrifft, kann ich sagen, dass der Name [A.R. Penck] ein Symbol für ein Konzept ist, das ich erstmals entwickelt hatte, und zwar für ein Konzept, das mit Information zu tun hat. Ich habe gewisse Analogien gesehen zwischen abgelagerter Information und Geologie … Damals musste ich mich durch viele Schichten von Informationen durchfressen, durch die gesamte Kunstgeschichte, und stieß dann auf die Eiszeit und Höhlenmalerei. […]


Dieser archäologische Rückgriff hat meine Malerei wesentlich befruchtet und beeinflusst. Mit Hilfe dieses Konzepts konnte ich meine Bilder malen, die dann in der ersten Ausstellung hier im Westen bekannt geworden sind: diese Systembilder, diese Strichmännchen, die Signale und Informationen aussenden. Andererseits sollte das Pseudonym natürlich auch eine Tarnung sein, zumindest für den Anfang.

 

(Ralf Winkler zu seinem Pseudonym, Interview Schön 1980, zitiert nach Lucius Grisebach: A.R: Penck, Berlin 1988, S. 32.)

 

Dieses nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858-1945) gewählte Pseudonym sollte nicht der einzige Name bleiben, unter welchem der von 1969 bis zu seiner Ausreise nach Westdeutschland 1980 im „Untergrund“ arbeitende Künstler auftrat und Werke auch zu Ausstellungen in den Westen schickte; bekannt sind unter anderem TM, Mike Hammer, oder auch Tancred Mitchel.

 

Das umfangreiche künstlerische Werk A.R. Pencks umfasst neben Zeichnungen und Skulpturen, Objekten und Malereien auch Texte, Gedichte, Bücher und Musik. Publikationen, Interviews und Videoaufnahmen des Künstlers können in großem Umfang in unserem Schwerpunkt Zeitgenössische Kunst recherchiert werden. Als besonders interessant sei hier zunächst ein originalgraphisches Plakat zu einer Ausstellung in Dresden aus dem Dezember 1985 (http://katalogbeta.slub-dresden.de/id/0012671662/#detail) erwähnt.

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Bücher zum Sehen – Vortrag zu Fotografie in der tschechischen Avantgardebuchkunst am 3. Mai

Am Mittwoch, den 3. Mai 2017, ist ein weiterer Experte zur tschechischen Avantgardebuchkunst zu Gast in der SLUB: Jindřich Toman, Professor für slawische Sprachen und Literatur an der University of Michigan (USA).

 

Sein Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Tendenzen, die sich im Design des tschechischen Buchs der zwanziger Jahre abzeichnen. Die Rolle der verschiedenen Formen der Photographie, der Einfluss der abstrakten Kunst und neue Entwicklungen in der Typographie werden dargestellt. Der internationale Kontext dieser Tendenzen wird dabei betont – das Projekt des Buchs zum Sehen ging weit über die nationalen Grenzen hinaus.

Im Anschluss an den Vortrag führt Kuratorin Anne Hultsch durch die Ausstellung im Buchmuseum.

 

Die Ausstellung „Tschechische Avantgardebuchkunst. Die Sammlung Vloemans.“ ist bis 31. August 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr im Buchmuseum der SLUB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Anfang 2016 erwarb die SLUB die Sammlung Vloemans von dem gleichnamigen, international renommierten holländischen Antiquar und Sammler. Seine weltweit geschätzte Kollektion umfasst über 400 Bücher und Periodika aus der Zeit von 1918 bis 1938, darunter viele Widmungs- und Vorzugsausgaben in bestem Erhaltungszustand. Diese werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern und mit der Förderung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

 

Jindřich Toman „Bücher zum Sehen: Photographie, Photomontage und Neue Typographie im Buch der tschechischen Avantgarde“
3. Mai 2017, 19:00 Uhr im Vortragssaal der SLUB
Eintritt frei

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Maria Sibylla Merians Kupferstichwerke in der SLUB

Vor 370 Jahren, am 2. April 1647, wurde die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian als Tochter des berühmten Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian des Älteren in Frankfurt am Main geboren und vor 300 Jahren, am 13. Januar 1717 starb sie in Amsterdam. Schon in ihrer Jugend beschäftigte sie sich intensiv mit Pflanzen und studierte die zu ihrer Zeit als Teufelsbrut angesehenen Insekten, wobei sie besonders fasziniert von deren Entwicklungsstadien war. Unterrichtet von ihrem Stiefvater Jacob Marrel und dessen Schüler Abraham Mignon, die Stillleben holländischer Art malten, lernte sie, ihre Naturbeobachtungen minutiös zu zeichnen, zu aquarellieren und in Kupfer zu stechen.

 

Als erstes Werk veröffentlichte sie 1675 bis 1680 im Verlag ihres Ehemannes Johann Andreas Graff in Nürnberg das dreiteilige „Neue Blumenbuch“. Es besteht aus 36 Kupfertafeln, die als Vorlagen für angehende Künstler und als Muster für stickende Damen gedacht waren. Die SLUB besitzt eines von drei nachweisbaren Exemplaren, welche Merian selbst koloriert hat. Das Original ist in der Ausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ vom 7. April bis zum 2. Juli 2017 im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und vom 11. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 im Städel-Museum Frankfurt am Main zu sehen. Ein vollständiges Digitalisat dieser Kostbarkeit kann ortsunabhängig jederzeit online in den Digitalen Sammlungen der SLUB betrachtet werden.

 

 

SLUB: M. S. Gräffin, M. Merians des Eltern seel: Tochter. Neües BlumenBuch

 

Im Bestand der SLUB sind auch die beiden Werke vorhanden, auf denen Merians Ruhm als erste Entomologin (Insektenkundlerin) gründet: Erstens das Raupenbuch, das 1779 und 1783 in zwei Teilen mit 100 Kupfertafeln und 1717 in erweiterter lateinischer Ausgabe erschien, zweitens das 1705 im Selbstverlag in Amsterdam veröffentlichte Insektenbuch mit 60 großformatigen Kupfertafeln, auf denen Merian die von ihr in der holländischen Kolonie Surinam beobachteten Insekten, hauptsächlich Schmetterlinge und ihre Wirtspflanzen meisterhaft abgebildet und  im Dresdner Exemplar sogar persönlich koloriert hat.

 

Diese beiden Meisterwerke sind ab 2. Mai 2017 in der Schatzkammer der SLUB im Original zu sehen. Ausführliche Informationen dazu folgen.

Zahlreiche Literatur über Maria Sibylla Merian ist im Freihandbereich der Zentralbibliothek aufgestellt sowie im SLUB-Katalog recherchierbar.

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Eröffnung am 5. April: Tschechische Avantgardebuchkunst. Die Sammlung Vloemans

Die Texte konnte ich nicht lesen, aber die Gestaltung der Bücher verstand ich, die witzigen Illustrationen und originellen Einfälle, das Neue und Besondere begeisterte mich

 

so blickt der deutsche Antiquar und Sammler Jürgen Holstein auf seine Begegnung mit Büchern der tschechischen Avantgarde zurück.

 

 

Sein niederländischer Kollege John Vloemans ließ sich in den 1970er Jahren von dieser Begeisterung anstecken und wurde bald zum "kenntnisreichsten Händler auf dem Gebiet der tschechischen Avantgarde" (Roland Jaeger). Handel und Sammelleidenschaft gingen schnell Hand in Hand. Im Laufe der Jahre entstand seine weltweit geschätzte Sammlung, die über 400 Bücher und Periodika aus der Zeit von 1918 bis 1938 umfasst, darunter viele Widmungs- und Vorzugsausgaben, sämtlich in bestem Erhaltungszustand.

 

2016 konnte die SLUB diese einmalige Sammlung erwerben und zeigt sie vom 6. April bis 31. August 2017 im Buchmuseum erstmals der Öffentlichkeit. Die Ausstellungseröffnung findet am 5. April 19:00 Uhr in Anwesenheit des tschechischen Botschafters im Vortragssaal der SLUB statt, Eintritt frei. Das tschechische Orchestr Ježkovy stopy begleitet die Eröffnung musikalisch.