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Kategorie: Service

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SLUB-Geschichten: Von einer Adress-Recherche zur Ausstellung

Tagtäglich erreichen uns viele Nutzeranfragen am Telefon, per Mail oder auch postalisch - von der Nachfrage zu Öffnungszeiten, über die Auskunft wo ein bestimmtes Buch zu finden ist, oder wie man zur Fotothek gelangt. So unscheinbar diese Anfragen auch scheinen mögen, erfährt jede volle Beachtung und eine Antwort. Oftmals ist die Frage nach der ersten Antwort erledigt, manchmal aber entwickeln sich daraus kleinere oder größere SLUB-Geschichten - teilweise amüsant, manche hochinteressant und hin und wieder entwickeln sich daraus langjährige Kooperationen.

 

SLUB-Mitarbeiterin Bärbel Krause ist eine dieser Geschichten besonders im Gedächtnis geblieben und daran wollen wir Sie teilhaben lassen:

 

"Im Januar 2013 erhielten wir einen Brief aus Burscheid (Nähe Köln). Gesucht wurden Adressen von Georg Lührig und seiner Frau Else. Der Hinweis auf unsere digitalen Dresdner Adressbücher war einfach – doch dann kam die Recherche in Fahrt. Georg Lührig (1868-1957) war ein bedeutender Dresdner Künstler - Maler und Grafiker - und Professor an der Kunstakademie. Seine Werke wurden bei zahlreichen Ausstellungen, nicht nur in Dresden gezeigt und seine Nachfahren wollten sein Leben nun nachzeichnen und aufarbeiten.Über fünf Jahre habe ich mit Inge Knoblauch, verschwägert mit der Familie von Georg Lührig, Kontakt gehalten, sie bei der Recherche nach Rezensionen und Zeitungsartikeln, in denen Lührigs Werke und Ausstellungen besprochen wurden, sowie biografischen Notizen unterstützt. Ergebnis der langjährigen Aufarbeitung ist eine Ausstellung zum künstlerischen Schaffen Georg Lührigs, der in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden wäre, in den Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk. Auf der Vernissage zur Sonderausstellung im Mai diesen Jahres konnte ich Frau Knoblauch und die Familie von Georg Lührig kennenlernen.

 

 

Zur Ausstellung erschien ebenso ein Katalog, der als Pflichtexemplar sicher den Weg in die SLUB findet und schon bald unseren Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stehen wird."

 

 

Gut zu wissen...

Das heutige Gymnasium Cotta ziert ein Fresko, das einst Lührig schuf und den Berggeist des Riesengebirges Rübezahl darstellte. Nach dessen Zerstörung im Krieg, wurde es 1949 beim Wiederaufbau der Schule von einem anderen Künstler in Sgraffito-Technik gestaltet. Im Volksmund aber weiter trägt sich daher der Name »Rübezahlschule«, der also eigentlich auf Lührig zurückgeführt werden kann.

 

Ausstellung "Georg Lührig (1868 - 1957) - Natur und Symbol"

Freital Schloss Burgk, Dienstag - Freitag 13:00 - 16:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Bild 1: Georg Lührig, Selbstbildnis (SLUB/Deutsche Fotothek)

Bild 2: Ausstellungskatalog zu "Georg Lührig (1868 - 1957) - Natur und Symbol" (SLUB Dresden)

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5 Tipps für eine angenehme Prüfungszeit

Der Platz vor der Zentralbibliothek der SLUB gleicht in den letzten Tagen vor allem am Nachmittag meist einer "Blechwüste". Jedes freie Plätzchen wird zum Abstellen von Fahrrädern genutzt. Ein klares Indiz dafür, dass wieder Prüfungszeit ist.

 

Damit das Arbeiten in unserer Bibliothek für Sie trotzdem gut erträglich ist, haben wir gemeinsam mit der Leiterin des Referates Informationsservice der SLUB, Sylvia Schöne, 5 Tipps für Sie zusammengestellt.

 

1. Platz für alle

Weil es in der Zentralbibliothek wieder gut gefüllt ist, haben wir unsere roten Klappstühle aus dem Lager geholt. Damit können Sie auch bequem neben oder zwischen den Regalen lesen oder recherchieren. Und wie in jeder Prüfungszeit gilt auch jetzt wieder: zeitiges Kommen sichert gute Plätze.

Sollte es doch einmal eng werden, halten auch unsere weiteren Standorte viele ruhige Arbeitsplätze bereit – warum also nicht einfach mal „Fremdgehen“? Das kann auch der Konzentration gut tun.

 

2. Mach mal Pause

Da jede gute Arbeit mal eine Verschnaufpause und sprichwörtlich „frischen Wind“ braucht, empfehlen wir Ihnen dringend an die frische Luft zu gehen - unsere Liegestühle laden zu einer entspannten Pause oder auch einem kleinen Powernap ein. Kleiner Geheimtipp: Liegestuhl nehmen und hinter den zweiten Gebäudeteil gehen - dort ist es besonders ruhig und es gibt immer ein Stückchen Schatten.

 

Damit Ihr Arbeitsplatz in der Zeit nicht besetzt wird, stehen Ihnen wieder unsere Pausenscheiben zur Verfügung.

 

 

3. Sie sind nicht allein

Nicht nur zahlreiche Kommilitonen teilen mit Ihnen das gleiche Schicksal, zu recherchieren, zu lesen, zu schreiben und zu lernen – auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SLUB sind für Sie da und beraten Sie gerne individuell zu Ihren Schreib-/Forschungsvorhaben in unserer Wissensbar. Machen Sie einen Termin zur Beratung aus: egal ob für den Forschungsbericht oder die Hausarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Natur- oder Ingenieurwissenschaften, Fragen zur Recherche oder zum wissenschaftlichen Arbeiten allgemein.

 

4. Hauptsache kein Plagiat

Zentraler Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens ist das Belegen von Quellen. Dass das nicht immer einfach ist, ist wohl jedem bekannt, der schon einmal eine solche Arbeit geschrieben hat. Auf unserem YouTube-Kanal bringen wir Licht ins Dunkel und erklären Ihnen in der Reihe SLUBcast, kurz und bündig beispielsweise warum Zitieren notwendig ist, welche Arten von Zitaten es gibt und wie man sich für den richtigen Zitierstil entscheidet.

 

5. Besser schmeckt es draußen

Für alle entspannter wird die Prüfungszeit, wenn Sie darauf verzichten, Lebensmittel und Getränke wie Mate mit in die SLUB zu bringen: Knackende Äpfel, der Geruch von Käsebroten oder Nudelsalat und das Zischen der Cola-Flasche sind für keinen angenehm. Besser schmeckt es außerdem in entspannter Atmosphäre jenseits des Schreibtisches. Bitte bringen Sie daher nur Ihre Wasserflasche mit an den Arbeitsplatz - Ihre Kommilitonen und unsere Medien werden Ihnen dankbar sein!

 

 

Haben auch Sie noch den einen oder anderen Geheimtipp – dann verraten Sie ihn uns und Ihren Mitstreitern – hier als Kommentar oder auf unserem Twitter-Kanal.

 

Vom 9. Juli bis 10. August 2018 haben wir am Sonntag wieder bis 20 Uhr für Sie geöffnet.

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Unser Vortragssaal bekommt einen Namen: Klemperer-Saal

Die Architekten des Neubaus der neuen Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek hatten mit Voraussicht auch einen Saal für Veranstaltungen für das Haus geplant: einen Saal, der seit der Eröffnung 2002 nach dem gängigen Veranstaltungsformat "Vortrag"-ssaal benannt ist. Vorträge finden dort immer noch zuweilen statt, mittlerweile ist der Vortragssaal aber auch Heimat von Konzerten, Filmaufführungen, Empfängen, Lesungen und sogar Tanzveranstaltungen geworden. Mit der Umbenennung unseres größten Veranstaltungsraumes im Haus bekommen wir die Gelegenheit, Personen zu würdigen, die mit der SLUB in besonderer Beziehung stehen, weshalb die Benennung in "Klemperer-Saal" nahe lag.

 

 

Mit der neuen Bezeichnung wird gleich an mehrere verdiente Persönlichkeiten erinnert:

 

Victor Klemperer (1881-1960), Sohn eines Rabbiners, hatte ab 1920 bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten 1935 den Lehrstuhl für Romanistik an der Technischen Universität Dresden inne. Eine der vielen Repressalien während der Diktatur war ein Benutzungsverbot der Sächsischen Landesbibliothek. Seit 1977 konnte die SLUB die Tagebücher Klemperers sowie weitere Dokumente der Familie übernehmen. Die Tagebücher 1933-1945 wurden in viele Sprachen übersetzt, dienten als Filmstoff und sind ein Standardwerk im Geschichts- und Deutschunterricht.

 

Nicht näher verwandt mit dem Romanisten war der Dresdner Bankier Victor Klemperer von Klemenau (1873-1943), dessen 1938 beschlagnahmte Büchersammlung, darunter 549 wertvolle Inkunabeln, in die Bibliothek gelangte. Aus den Ausweichdepots kamen nach Kriegsende lediglich 12 Inkunabeln zurück. 1991 wurde der verbliebene Rest der Sammlung Klemperer an seine Erben restituiert. Victor Klemperers Vater Gustav (1852-1926), Direktor der Dresdner Bank und ebenfalls ein bedeutender Sammler, war Förderer und Ehrensenator der Technischen Universität Dresden.

 

Bild 1: SLUB Dresden/Cynthia Meißner

Bild 2: Porträtaufnahme des Schriftstellers Victor Klemperer (SLUB Dresden/Deutsche Fotothek)

 

 

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Fast bis zum Morgengrauen: Das war die LNdW in der SLUB

Mit einem bunten Programm aus Führungen, Informationsständen und Angeboten zum Selbermachen und Forschen sowie der ersten Harlem Swing Night im Vortragssaal ging die Lange Nacht der Wissenschaften hier im Haus am Freitag erfolgreich und schwungvoll zu Ende. Etwa 1.300 Gäste durften wir begrüßen. Wir bedanken uns für neugierige Fragen, nette Gespräche und zahlreiche gute Ideen. Natürlich interessiert uns aber auch: Was war Ihr Programmhighlight in der SLUB? Was hat Ihnen besonders gefallen und was würden Sie sich für eine kommenden Lange Nacht der Wissenschaften noch wünschen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

 

Wer es am Freitag nicht geschafft hat uns zu besuchen, dem sei in den folgenden Bildergalerien ein Einblick gegeben.

 

Wie im Ballsaal der 20er und 30 Jahre fühlten sich unsere Gäste der Harlem Swing Night

 

Viele kleine, vielleicht künftige YouTube-Stars haben sich mit Legetrick-Filmen und Stopmotion-Produktionen vertraut gemacht

 

Zugucken, Ausprobieren und Experimentieren hieß es im SLUB Makerspace

 

Faszinierende Einblicke in die Welt der Restaurierung und Bestandserhaltung

 

Der Familiengeschichte auf die Spur ging es im virtuellen Kartenforum und in Datenbanken wie Ancestry oder historischen Adressbüchern

Für weitere Eindrücke schauen Sie gerne auch auf unserem Twitter-Kanal oder unserer Facebook-Seite vorbei.

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Bürger machen Wissenschaft! Was braucht Citizen Science von der SLUB?

Citizen Science“ ist Bürgerwissenschaft und als solche ein wichtiges Thema für die SLUB. Aber warum überhaupt? Sie, unsere Nutzerinnen und Nutzer, schaffen Wissen!

Denn der Begriff Citizen Sciences „beschreibt einen Ansatz, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse von Personen, die nicht hauptberuflich in der fachzugehörigen Wissenschaft tätig sind, mit oder ohne Beteiligung von hauptamtlich Forschenden, gewonnen werden.“ (L. Pettibone u.a.: Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte, S. 6).

 

 

 

Das heißt: Verfolgen Sie als Bibliotheksnutzer eine Forschungsfrage oder Recherche zu einem Thema, mit dem Sie nicht institutionell an die Universität oder eine andere forschende Einrichtung gebunden sind, zählt das zu diesem Bereich. Auch studierte Wissenschaftler können Bürgerwissenschaftler sein, wenn sie auf einem fachfremden Gebiet aktiv werden. Wie in der institutionellen Forschung gibt es in den Bürgerwissenschaften viele Communities, die unsere Angebote nutzen: Heimat- und Ahnenforscherinnen, Ornithologen, Entomologen, Wikipedia- und Regionalwiki-Autoren und viele mehr. Zwei Beispiele: Freiwillige stellen auf dem Wikipedia-Schwesterprojekt Wikisource Digitalisate von historischer Forschungsliteratur ein, die die SLUB angefertigt hat, und ergänzen in Handarbeit den Volltext. So wurden z. B. mehrere Bände des "Albums der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen" bearbeitet. Der Link auf den Volltext wird dann in unsere Datenbanken eingepflegt. Im Virtuellen Kartenforum 2.0 können Freiwillige historische Karten aus Sachsen georeferenzieren.

 

 

Video: Georeferenzierung im Virtuellen Kartenforum 2.0

 

Wir unterstützen Sie bei Ihren Forschungsfragen – mit der Bereitstellung von Literatur (gedruckt und digital), mit Datenbanken wie den Historischen Adressbüchern oder der Sächsischen Bibliografie, mit Auskünften, Beratung, Recherchekursen, Angeboten für die Literaturverwaltung und bei elektronischen Publikationen mit dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver Qucosa. Sind Sie mit diesen Angeboten zufrieden? Wo brauchen Sie mehr (oder andere) Unterstützung? Welche Wünsche haben Sie an die SLUB, um Ihrer Tätigkeit als Bürgerwissenschaftler besser nachgehen zu können? Wir freuen uns auf Ihre Antworten – hier im Blog als Kommentar, über unseren Twitterkanal oder per Mail an sachsen@slub-dresden.de.

 

Mehr zum Thema:
Martin Munke (2018). Citizen Science/Bürgerwissenschaften. Projekte, Probleme, Perspektiven (am Beispiel Sachsen).