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SLUBlog

Kategorie: Dresden

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Tech on Tour: Wikipedia-Stammtisch am 30. Mai 2017

Tech on Tour besteht aus Treffen an unterschiedlichen Orten zwischen Autorinnen und Autoren und Menschen aus der Softwareentwicklung bei Wikimedia Deutschland.

 

So wird der nächste Wikipedia-Stammtisch angekündigt, der am morgigen Dienstag wieder in der Zentralbibliothek stattfinden wird (Gruppenraum 0.47, 19-22 Uhr):

 

... ein spannendes Thema, unsere Software auch in vielen Fällen in der Nutzung einfacher zu gestalten und neue Wünsche zu äußern. Es ist vor allem auch für Nichttechniker spannend!

 

Bereits 2016 fanden Wikipedia-Treffen in der SLUB statt: mehrere Wikipedia-Sprechstunden seit April, eine Wikisource-Sprechstunde im Oktober und das WikiLibrary Barcamp im Dezember. Um Wissensaustausch geht es dabei, um persönliche Treffen mit anderen Autor- und AdministratorInnen, Tipps und Tricks, Unterstützung und um Projekte, die auch bei diesen Treffen neu erdacht werden.

 

Alle Treffen von Wikipedianern im deutschsprachigen Raum bietet eine übersichtliche Karte – demnächst in der näheren Nachbarschaft: Leipzig, Bautzen und Oberlausitz und Jedlová (Tschechien). In Dresden bietet "Tech on Tour" morgen in der Zentralbibliothek der SLUB eine Gelegenheit für den Blick unter die sprichwörtliche "Motorhaube" der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte.

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Noch drei Tage auf 'arte': Metropolen von unten – mit der Deutschen Fotothek

Millionen Bilddokumente in den Archiven der unterirdischen Deutschen Fotothek gehören zum visuellen Gedächtnis der Republik. Während Restauratoren und Kunsthistoriker dort an der Aktivierung der Fotografien arbeiten, "kämpfen Mediziner der Uniklinik mit ihrer Protonenstrahltherapie im elf Meter tiefen OncoRay-Zentrum um das Leben von Krebspatienten. ... Wer von Dresden überrascht werden will, muss in den Untergrund gehen", heißt es im Programm von arte.

 

 

 

 

Diese neue Folge der Reihe von arte ist dort im Archiv noch bis 26. Mai 2017 zu sehen. Ab Minute 18:42 führt Jens Bove durch die Räume und Werkstätten der Deutschen Fotothek der SLUB.

 

 

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Dresdner Operngeschichte in der SLUB

Weit zurück reichen die Belege einer herrschaftlichen Musikpflege am Dresdner Hof. Schon für das 15. Jahrhundert ist eine mehrstimmige Musikpraxis an der noch ungeteilten sächsischen Residenz der Wettinerbrüder Ernst und Albrecht belegt. Bekanntlich schlug dann 1548 mit der Gründung der Kantorei (wenig später schon Kapelle genannt) durch Herzog Moritz die institutionelle Geburtsstunde des bis heute aktiven Ensembles. Zu den Aufgaben der Hofkapelle gehörten seit Mitte des 17. Jahrhunderts auch die Aufführungen von Opern – einer noch jungen Gattung, die, gerade von Italien nach Sachsen übernommen, doch einen so hohen Rang im Musikleben des Hofes einnahm, dass ihr ein eigenes Gebäude am Taschenberg errichtet wurde. Am 27. Januar 1667 wurde es eröffnet.

 

Ehemaliges Opernhaus am Taschenberg. Inneres bei einer Ballettaufführung am 3. Februar 1678. SLUB/ Deutsche Fotothek

 

Zur heurigen 350. Wiederkehr dieses Ereignisses laden nun die Semperoper und der Dresdner Geschichtsverein zu einer Konferenz ein, auf der heute zwischen 11 und 16 Uhr Facetten der Dresdner Operngeschichte näher beleuchtet werden. Ende März erscheint ein Themenheft der Dresdner Hefte zur Dresdner Oper. Denn: Auch, wenn die lange Tradition der Kapelle für eine gewisse Stabilität spricht, wechselhaft war die Geschichte der Oper allemal: Kriege, finanzielle Schwierigkeiten, politische Eingriffe in die Kulturbelange, aber auch veränderte ästhetische Vorstellungen sind nur einige Stichworte für besondere Umstände, denen die Oper begegnen musste. Spuren dieser Herausforderungen sind uns nicht nur in den Archivalien überliefert, sondern auch durch die Musik selbst, den Noten. Auf ganz verschiedene Weise begegnen uns hier die Zeitläufte der Hofoper: notierte Aufführungsdaten oder Abnutzungen zeigen Geschmacksänderungen oder die Beliebtheit bestimmter Repertoirestücke an.

 

La fille du régiment - Mus.4864-F-513

 

Fehlstellen im überlieferten Material weisen auf Katastrophen hin. Meist waren es Brände, die mit den Theaterhäusern den Bestand vernichteten: beispielsweise 1760 durch die preußische Besetzung, 1849 während der Barrikadenkämpfe, 1869, 1945 im zweiten Weltkrieg. Überliefert werden konnte, was nicht mehr gespielt wurde und sich deshalb an anderen Orten befand – so gelangte einiges Notenmaterial 1896 gemeinsam mit anderen höfischen Musikalien in die Königliche Öffentliche Bibliothek. In den 1920er Jahren begann die Staatsoper systematisch, nicht mehr genutzte Musikalien an die sächsische Landesbibliothek abzugeben, nach 1945 folgte der überwiegende Teil. Heute werden etwa 1.200 Notenmanuskripte der Dresdner Oper in der SLUB aufbewahrt. Katalogisiert und digitalisiert, laden sie jeden ein, tiefer einzutauchen in die ihnen eingeschriebenen Kontexte. Und ergänzt durch die frühen Tonaufnahmen Dresdner Opernsänger im Archiv der Stimmen, lässt sich Operngeschichte nicht nur lesend erfahren, sondern auch hörend: beispielsweise durch die Stimme Irene Abendroths

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Geschichtsbilder in der musikalischen Gedenkkultur zum 13. Februar: Vortrag am 9.2.2017, 19 Uhr in der SLUB

In diesen Tagen mehren sich in der Stadt wieder Veranstaltungen, die an den 13. Februar 1945 erinnern. Als typische Dresdner Eigenart ist die Gedenkkultur stark durch musikalische Werke geprägt. So werden in hoher Kontinuität in den letzten 70 Jahren das Requiem und der Trauerhynmnus „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger aufgeführt.  Diesem  – gesellschaftlich durchaus brisanten – Phänomen nähert sich der Dresdner Musikwissenschaftler Wolfgang Mende in einem Vortrag zur musikalischen Gedenkkultur zum 13. Februar, der am Donnerstag den 9. Ferbuar 2017 um 19.00 Uhr im Vortragssaal der SLUB stattfindet. Der Eintritt ist frei.

 

Im Rahmen der Ausstellung „800 Jahre Kreuzchor?“ befragt Wolfgang Mende Kompositionen, die die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 thematisieren, auf ihre impliziten Geschichtsbilder und ihre Rolle in der städtischen Gedenkkultur hin. Wie verhalten sie sich gegenüber den zeitgenössischen politischen Bewertungen der traumatischen Ereignisse? Welche Formen emotionaler Katharsis und theologischer Deutung bieten sie? Welche gedenkpolitische Bedeutung kommt ihnen vor diesem Hintergrund zu? Für den Bereich der Musik sind diese Fragen, die andernorts oftmals kontrovers diskutiert werden, bislang kaum gestellt worden. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Werke von Rudolf Mauersberger, insbesondere sein emblematischer Trauerhymnus „Wie liegt die Stadt so wüst“ (1945) – für den Kreuzchor nach 1945 ebenso identitätsstiftend, wie Teil eines gesamt-gesellschaftlichen Dresdner „Erinnerungsrituals“ – außerdem Hans-Jürgen von Boses Oper Schlachthof V (1996) und Siegfried Matthus‘ Te Deum zur Neuweihe der Frauenkirche (2005).

 

Höhne, Erich & Pohl, Erich: Dresden, Kreuzkirche. Konzert des Kreuzchores anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche am 10. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, 13. Februar 1955. Deutsche Fotothek

 

Angesichts aktueller politischer Diskussionen um die deutsche Erinnerungskultur nehmen wir diese Gelegenheit gern wahr, um mit Ihnen über die gesellschaftliche Rolle von Musik ins Gespräch zu kommen und laden Sie ein, gemeinsam mit Wolfgang Mende einen differenzierten Blick auf kompositorische Reaktionen auf die Zerstörung Dresdens zu werfen und musikalische Beiträge und Mechanismen der Gedenkkultur zu "entdecken". Der Vortrag bietet auch einige Klangbeispiele. Um 17.00 Uhr findet eine zusätzliche Führung durch die Ausstellung "800 Jahre Kreuzchor? Fragen an die älteste Musikinstitution Dresdens" statt.

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Kreuzchor: Das Oeuvre ist weitgespannt. Adventskonzert am 14.12.2016

Dass Kreuzkantoren nicht nur als Chorleiter und Schulmeister tätig waren, sondern auch komponiert haben, belegen zahlreiche Handschriften und Drucke, die in der Musikabteilung der SLUB aufbewahrt werden.

 

Das Oeuvre ist weitgespannt. Für die Vespern und Gottesdienste in der Kreuz-, Frauen- und Sophienkirche vertonten sie zahlreiche Motetten, Psalmen, Oratorien und Kantaten. Bedeutende Kirchenkompositionen schufen sie beispielsweise auch zur Feier des Friedensfestes nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges, zur Grundsteinlegung und Einweihung Dresdner Kirchenbauten sowie für Reformationsjubiläen und Regierungsfeierlichkeiten sächsischer Herrscher.

 

Aus der Feder von Kreuzkantoren stammen zudem Opern, Widmungskompositionen für bekannte Dresdner Bürger, kammermusikalische Werke und weltliche Chorsätze. Ernst Julius Otto wurde vor allem durch seine humorvollen Liedertafeloperetten und Possen für Männergesang berühmt.

 

In unserem Adventskonzert „Machet die Tore weit“, das am 14. Dezember 2016, um 19.00 Uhr anlässlich der Ausstellung „800 Jahre Kreuzchor?“ im Vortragssaal der SLUB stattfindet, wird eine Auswahl aus diesen Kompositionen zu hören sein.

 

Lassen Sie sich einladen zu diesem Abend, der von Mitgliedern des Dresdner Bachchores, der Wurzener Jugendkantorei und den Professores Cantantes Dresdenses gestaltet wird.  Es erklingen Motetten, Psalmen und geistliche Konzerte von Michael Lohr, Samuel Rüling, Gottfried August Homilius, Theodor Christlieb Reinhold, Christian Ehregott Weinlig und Rudolf Mauersberger. Aufgeführt werden außerdem für den Weihnachtsfestkreis vertonte Lieder von Ernst Julius Otto und Oskar Wermann, die der Leiter der „Professores Cantantes Dresdenses", Prof. Dr. Reinhold Uhlig, eigens für diesen Abend bearbeitet hat. Kurzweiliges und informatives über „Das Zusammenwirken von Kreuzchor und Bachchor 1911-1971“ erfahren wir von OLKR i.R. Dr. Christoph Münchow. Er lässt uns teilhaben an den Tagebucheintragungen seines Großvaters, der gemeinsam mit dem damaligen Kreuzkantor Otto Richter am 13. Mai 1911 den „Dresdner Bachverein“ gründete. Dieser unterstützte den Kreuzchor insbesondere bei großen kirchenmusikalischen Aufführungen.

 

 

Adventskonzert mit Werken von Dresdner Kreuzkantoren

Mittwoch, 14.12.2016 um 19.00 Uhr
im Vortragssaal der SLUB
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich