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SLUBlog

Kategorie: Kunst

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Großes Kino ganz kurz – am 21.12. in der SLUB, Eintritt frei

Die Nachspieltour des FILMFEST DRESDEN zu Gast in der SLUB

Am 21. Dezember ist bekanntlich Wintersonnenwende – wir nehmen den kürzesten Tag des Jahres zum Anlass, unseren Vortragssaal in ein Kino zu verwandeln. Damit beteiligen wir uns erstmals am bundesweiten Kurzfilmtag, der seit 2012 teils ungewöhnliche Orte wie Marktplätze und Hinterhöfe, Schaufenster oder Hauswände in Kinos und Projektionsflächen verwandelt.

 

Die SLUB präsentiert mit der „Nachspieltour“ die Preisträgerfilme des FILMFEST DRESDEN. Das FILMFEST DRESDEN ist eines der wichtigsten internationalen Festivals für Animations- und Kurzfilme in Deutschland. 1989 gegründet, wollte es in der DDR verbotene oder selten aufgeführte Filme der Öffentlichkeit zugänglich machen, kurz vor Beginn des Festivals wurden mehr als die Hälfte der Filme zensiert. Durch die lange Tradition des DEFA-Trickfilmstudios in Dresden war der Schwerpunkt schnell auf Animations- und Kurzfilme gesetzt. Die Zeiten staatlicher Zensur in Deutschland sind glücklicherweise Geschichte, aber Krisensituationen, politische, gesellschaftliche und historische Sachverhalte sind auch Sujet der Filme des aktuellen 90-minütigen Preisträgerprogramms.
Dabei geht es unter anderem  um zerbrochene Liebe, fragile Weiblichkeit oder eine ungewöhnliche Geiselnahme.

 

 

Mittwoch, 21.12.2016 um 18.30 Uhr
im Vortragssaal der SLUB
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich

 

Programm

Amélia & Duarte
R: Alice Guimarães, Mónica Santos,
Deutschland/Portugal, 2015, 8 min, Animation

In diesem Erinnerungs-Archiv werden wir durch die Geschichte von Amélia und Duarte geführt. Sie lieben sich nicht mehr und versuchen, mit den Gefühlen klarzukommen, die nach dem Ende einer Beziehung entstehen. Hier geht's zum Teaser.

 

 

Over
R: Jörn Threlfall, GB, 2015, 14 min, Spielfilm

Ein Tatort: Mittels neun Aufnahmen aus der Totale in umgekehrter Reihenfolge entfaltet sich eine fesselnde Geschichte. Was ist in dieser ruhigen Gegend geschehen?
Ein Mord? Fahrerflucht? Ein Unfall? Hier geht's zum Trailer.

 

 

Daphné or the lovely specimen
R: Sébastien Laudenbach, Sylvain Derosne,
Frankreich, 2014, 15 min, Animation

Daphné sprießt, erblüht, duftet und verliert Blätter, wie jede andere hübsche Pflanze. Aber sie darf nicht gepflückt werden. Das Portrait einer freizügigen und sensiblen Frau, die offen über ihren Körper und ihre Gefühle redet. Hier geht's zum Teaser.

 

Die Weite suchen
R: Falk Schuster, Deutschland, 2015, 30 min,
Animation

Diese animinierte Dokumentation begleitet eine ostdeutsche Familie 1987 in ein kleines Ferienhaus an der Ostsee nahe der Grenze zu Westdeutschland. Wir erhalten einen Einblick in die ungewöhnliche Realität und den normalen Alltag eines Urlaubs im grenznahen Ostdeutschland. Hier geht's zum Trailer.

 

On air
R: Robert Nacken, Deutschland, 2015, 21 min, Spielfim

Zwei Lebenskünstler kapern eine Live-Radio-Sendung samt Moderatorin und Studiogast, um ihre politische Meinung kund zu tun. Ihr Versuch die Welt zu verbessern entwickelt dabei allerdings eine eher unerwartete Eigendynamik. Hier geht's zum Trailer.

 

 

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Tonlagen 2016: Klangspaziergänge an der SLUB und TU Dresden

Bitte vormerken

"Neue Musik im Gespräch" mit dem Konzert des Ensemble "El Perro andaluz" und Studierenden der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" findet am 2. November im Vortragssaal statt.

 

Zuvor besucht am Dienstag das Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik die SLUB. Denn derzeit finden in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden wieder die Tonlagen 2016 statt.

 

 

 

Marco Scarassati, Komponist und Erziehungswissenschaftlicher aus Minas Gerais/Brasilien lädt zu Klangspaziergänge ein, mit Hörhelmen aus PVC-Rohren, Schläuchen, Hörnern und Dämpfern, die als akustische Filter dienen, um die Stadt auf neue Art zu durchqueren und sich von Höreindrücken leiten zu lassen:

 

Einem Hören, das den Körper mobilisiert, so als ob sich der ganze Körper in ein großes Ohr verwandelt, das Räume auf neue Weise begreift.

 
 
Situationistische Psychogeographie

Marco Scarassati ließ sich für seine Dériva Sonora von den Situationisten um Guy Debord und seiner ‚Theorie des Umherschweifens’ inspirieren, die in den 1960er Jahren das ziellose sich Treiben lassen in urbaner Umgebung als experimentelle Technik praktizierten, um mit der Rationalität der vorherrschenden Raumgestaltung zu brechen.

 

Der Helm ist dabei ein Gerät, man hört damit weder besser noch schlechter, er ist ein Beziehungsobjekt, das man aufsetzt, um die Wahrnehmung zu verändern. Beim gemeinsamen Umherwandern geht es darum, Eindrücke auszutauschen und durchquerte Räume im Vorbeigehen - nicht statisch - auf komplexe Weise festzuhalten.

 

 

 

Fotos: Klaus Gigga, Klangspaziergang vom 19. Oktober 2016 mit den Dozenten der Fakultät Sozialpädagogik. Marco Scarassati ist der Herr mit grünem Helm.

 

Termine der Klangspaziergänge
  • 25. Oktober, Beginn 12 Uhr vor der Zeltmensa, Nürnbergerstraße, kostenfrei
  • 25. Oktober, Beginn 14 Uhr, Start: Foyer SLUB-Zentralbibliothek, kostenfrei
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Fragen Sie den Künstler! Einladung zu einer Zeitreise

Mit einer Ausstellung ist der Berliner Künstler Dieter Goltzsche in seine Heimatstadt Dresden zurückgekehrt. Warum schenkt er anlässlich seines 80. Geburtstags der SLUB zahlreiche seiner Zeichnungen zur Literatur? Was hat ihn 1958 nach Berlin gezogen? Wie war seine Zusammenarbeit mit den Verlagen, für die er seit 1960 rund 60 Bücher illustrierte? Welche Vorhaben sind gescheitert?


Dieter Goltzsche ist am Mittwoch, 7. Oktober, Gast und Gastgeber in der SLUB-Ausstellung über sein buchkünstlerisches Werk. Um 17 Uhr beginnt ein einstündiger Rundgang. Er beantwortet gerne Ihre Fragen. Der Eintritt ist frei.

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Ein deutscher Hausschatz der besonderen Art. SLUB präsentiert Künstlerbücher von Andreas Dress und Claus Weidensdorfer

In der Zeit der Wende 1989 bis 1994 schufen die Künstler Andreas Dress (Sebnitz) und Claus Weidensdorfer (Radebeul) einen Deutschen Hausschatz, ein satirisch-kreatives Künstlerbuch in 16 Exemplaren mit jeweils 19 übermalten Grafiken. Als Grundstoff dienten ihnen die bizarren Volkserzählungen, die von den Brüdern Grimm zu zauberhaften Kinder- und Hausmärchen umgeformt wurden. Doch Dress und Weidensdorfer teilen die Welt nicht in Gut und Böse, sie zeichnen, malen, texten über vermeintliche Gewissheiten, erotische Begierden und menschliche Abgründe und nehmen dabei deutsch-deutsche Befindlichkeiten aufs Korn. Im kreativen Hick-Hack malten und zeichneten beide gemeinsam bis 2009 weiter, mit Ernst und großer Formkunst, mit Leichtigkeit und herrlichen Drolerien: Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

 

Am Donnerstag, dem 3. April, 19 Uhr, wird mit einer Lesung der Schauspieler Hannelore Minetti-Koch und Ahmad Mesgarha eine Ausstellung von drei der Künstlerbücher und von einer Auswahl der übermalten Grafiken eröffnet. Diese erhält die SLUB als eine Schenkung, die ihre Sammlung der originalgrafischen Künstlerzeitschriften exzellent ergänzt. Um die Vielschichtigkeit und den Detailreichtum der Kunstwerke besser sehen zu können, wurden sie digitalisiert.  Zur Ausstellungseröffnung sind alle Kunstfreunde herzlich eingeladen.

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Seltene Künstlerzeitschriften der DDR ersteigert

Die Sammlung originalgrafischer Künstlerzeitschriften der DDR und Wendezeit in der SLUB ist seit kurzem um einige interessante Stücke reicher. Bei der Sonderauktion "25 Jahre Mauerfall" des Berliner Auktionshauses Jeschke van Vliet konnten die letzte noch im Bestand fehlende Ausgabe des Mail-Art-Projekts UNI/vers(;) sowie vier Bodensatzbücher von Wolfgang Henne ersteigert werden.

 

 

Die Sammelmappen von UNI/vers(;)Visual and Experimental poetry portfolio, in Halle herausgegeben von dem chilenisch-deutschen Künstler Guillermo Deisler (1940-1995), enthalten Originalgrafiken vieler internationaler Künstler. Der Neuzugang Ausgabe Nr. 8 (1990) enthält vor allem Collagen, z. B. von G. & A. Wendelberger, J. Kowalski, U. Tarlatt, G. Deisler, B. Capatti, R. Vitale oder S. Nishumura.

 

Wolfgang Hennes Bodensatzbücher sind geprägt durch Serigraphien, Farblitografien und Linolschnitte. Ergänzt werden sie durch Seiten aus gemustertem Geschenkpapier und Collagen, z. B. unter Verwendung von Formularen oder Alltagsobjekten. Meist ist lediglich eine handschriftliche Textseite pro Heftedition enthalten, die collagiert und überzeichnet sein kann. Das neu erworbene Bodensatzbuch VIII enthält u. a. Fotodokumente einer Aktion, die Henne kurz vor Eröffnung der X. Kunstausstellung der DDR vor dem Dresdner Albertinum gemeinsam mit Michael Kunert durchführte.

 

Wolfgang Henne: Bodensatzbuch VII, Februar 1988, Ex. Nr. 13 von 25, Serigrafie

 

Seit den frühen 1980er Jahren entstanden solche Kleinzeitschriften in der DDR, vor allem in Dresden, Berlin und Leipzig. Schriftsteller, Maler und Graphiker, die den starren Forderungen der sozialistischen Kulturpolitik nicht mehr zu folgen bereit und aus der offiziellen Kulturförderung ausgeschlossen waren, schufen sich mit diesen originalgraphischen Heften Kommunikationsplattformen, über die sie Kontakte zu Gleichgesinnten pflegen und experimentelle Formen kreativer Zusammenarbeit aufbauen konnten. Bemerkenswert daran ist: Diese subversiven Künstlernetzwerke ähneln unseren heutigen sprichwörtlich "sozialen Netzwerken" in mancherlei Hinsicht. Sie arbeiteten kollaborativ und prozessorientiert – auch ohne Internet und Digitalisierung. In der DDR waren diese Aktivitäten jenseits des offiziellen Kulturbetriebs politisch nicht erwünscht und erforderten Risikobereitschaft. Einige mitwirkenden Künstler wurden inhaftiert oder ausgewiesen.

 

Die SLUB wird im Rahmen des DFG-geförderten Fachinformationsdienstes Kunst in den kommenden zwei Jahren neben den schon in arthistoricum.net digital erschlossenen Künstlerzeitschriften weitere originalgrafische, im Eigenverlag herausgegeben Materialien zur DDR-Kunst für die Forschung verfügbar machen. Durch ihre niedrige Auflagenhöhe besitzen sie heute einen außergewöhnlichen Seltenheitswert.