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SLUBlog

Autor: Antonie Muschalek

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Durch den Advent mit der SLUB

Advent, Advent, die erste Kerze brennt! Wir begleiten Sie mit unserem Adventskalender durch diese Zeit der Vorfreude und des Wartens. Hinter 24 Kalendertürchen präsentieren wir jeden Tag besondere Objekte unserer digitalen Sammlungen, der Mediathek und der Deutschen Fotothek. Lassen Sie sich überraschen und schauen Sie vorbei! Viel Spaß beim Entdecken und eine frohe Adventszeit wünscht Ihnen das Team der SLUB.

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Nachlassprojekt sucht Fans

Crowdsourcing für Veröffentlichung des Nachlasses von Alfred Ahner gestartet

 

Für eine Bibliothek ist es immer ein Glücksfall, wenn sich Forscher und Interessierte um Nachlässe kümmern und sie lebendig werden lassen. Dank der intensiven Recherche von Dr. Christina A. Anders ist nun der schriftliche Nachlass des Malers Alfred Ahner (1890-1973) wissenschaftlich erschlossen.

 

Dr. Christina A. Anders plant nun, die Briefe und Tagebücher des Thüringer Künstlers aus dem Dresdner Nachlass in einer kommentierten Auswahledition zu veröffentlichen. Um die Druckkosten anteilig zu finanzieren, startet sie ein Crowdfunding und ruft mit einem Video zu Spenden auf. Literatur und Briefe bleiben nur lebendig und wirksam, wenn sie auch gelesen werden können. Wir danken Dr. Christina A. Anders deshalb, dass sie diese zahlreichen Briefe nun für Lehre und Forschung, aber auch für eine breite interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

 

Alfred Ahner war ein unbestechlicher Chronist in Bild und Wort, der vier verschiedene Gesellschaftssysteme sowie zwei Weltkriege miterlebte. Erstaunlich hellsichtige Beschreibungen der politischen und sozialen Wirklichkeiten vor allem in Weimar prägen auch seine umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen und Briefe. Wie lebte ein Künstler in so verschiedenen Systemen, was bewegte, was motivierte ihn? Gerade im Gedenkjahr 2014, in dem Motive und das Selbstverständnis der ersten Weltkriegsgeneration anhand zahlreicher Einzelschicksale europaweit rekonstruiert werden, sind paradigmatische Veröffentlichungen zu einzelnen Persönlichkeiten notwendig und willkommen. Freilich, die wichtigsten Aussagen eines Künstlers finden sich in seinen Werken, im künstlerischen Gehalt seiner schöpferischen Arbeit. Ob Tagebücher und Briefwechsel seine Werke und die Zeit ihrer Entstehung erhellen, kann im Falle Alfred Ahners erst jetzt, nach der Vorlage dieser Auswahledition, erstmals beantwortet werden.


Mehr als 100 künstlerische Nachlässe werden in der SLUB Dresden aufbewahrt, viele warten auf ihre Wiederentdeckung. Erst nach ihrer Bearbeitung, nach der Transkription von Dokumenten, stehen sie tatsächlich der Öffentlichkeit zur Verfügung, können die Daten einfließen in Portale wie z.B. arthistoricum.net die die SLUB Dresden und die Universitätsbibliothek Heidelberg gemeinsam zu einem Kunstportal mit umfangreichen Diensten und digitalen Quellensammlungen ausbauen.

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SLUB übergibt spätmittelalterliche Handschrift an polnische Nationalbibliothek

Am Montag, 17. November 2014, übergab der Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Herr Prof. Dr. Thomas Bürger, die Handschrift "Sermones de tempore" an den Direktor der Nationalbibliothek in Warschau, Herrn Dr. Tomasz Makowski. Die Übergabe fand in der Nationalbibliothek im Krasiński-Palast in Gegenwart der Ministerin für Kultur und Nationales Erbe, Frau Prof. Dr. Małgorzata Omilanowska, und des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Herrn Rolf Nikel statt. Die Ministerin würdigte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen.

 

Bei der Handschrift handelt es sich um einen theologischen Sammelband polnischer Herkunft, der im 15. Jahrhundert der Kirchenbibliothek Wiślica gehörte. Nach einer sehr wechselvollen Überlieferungsgeschichte wurde er 1958 irrtümlich aus Moskau über Berlin nach Dresden gebracht.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Geistig jung bleiben: Die Angebote der SLUB machen`s möglich

Ob themenspezifische Schulungen für Senioren, Unterstützung bei der Literatursuche, Ausstellungen oder geführte Rundgänge durch die Bibliothek und die Schatzkammer des Buchmuseums, die SLUB hält vielfältige überraschende Angebote für Senioren bereit.

 

Man lernt nie aus


Jeden ersten Donnerstag im Monat finden Kurse für Senioren statt. Dabei steht jeder Termin unter einem anderen Thema. Seien es Schulungen zur Literatursuche oder thematische Diskurse zu Reiseliteratur oder Belletristik, historische Zeitungen, geografische Karten, Technikgeschichte, bekannte Persönlichkeiten oder Bauwerke Sachsens – bei uns finden Senioren spannende Veranstaltungsangebote sowie Unterstützung bei der Recherche.


Führungs-, Schulungs- oder Kurstermine können Interessenten bequem via E-Mail tour@slub-dresden.de oder telefonisch unter 0351/4677 374 oder 0351/4677 390 anfragen.


Die SLUB kooperiert außerdem mit der Dresdner Seniorenakademie. In der ersten Veranstaltung des Wintersemesters am 30. Oktober reflektiert Prof. Thomas Bürger die Berichterstattung über den ersten Weltkrieg in Dresdner Zeitungen. Das Programm finden Sie im Veranstaltungskalender der Seniorenakademie.


Führungen im Buchmuseum


Jeden Samstag von 14 bis 15 Uhr lädt die SLUB zu öffentlichen Führungen durch das Buchmuseum und die Schatzkammer ein. Die aktuelle Ausstellung "Gespräche mit der Erde“ lädt zu einer Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der Erde ein und zeigt Exponate aus der SLUB, den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und den Geologischen Sammlungen der TU Dresden, darunter historische geologische Bücher, Karten, Mineralien und Fossilien.


Die Ausstellung ist vom 15.10.2014 bis 19. Januar 2015 täglich von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt und die Führung sind kostenfrei.

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Familientreffen der besonderen Art – Nachfahren Victor Klemperers zu Gast in der SLUB

Die SLUB bewahrt eines der wichtigsten Zeugnisse zum Verständnis der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts – die Tagebücher Victor Klemperers (1881 – 1960). Dies war der Grund für einen besonderen und seltenen Besuch: Fünfzig Nachfahren der Familie Klemperer trafen am 20. September auf Einladung von Prof. Thomas Bürger, Generaldirektor der SLUB, zum bislang größten internationalen Familientreffen dieser Art in der SLUB zusammen.

 

 

Die Nachfahren Victor Klemperers wurden von Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen und Generaldirektor Prof. Thomas Bürger (im Bildhintergrund) in der SLUB begrüßt.

Victor Klemperers Geschwister waren in den 1930er Jahren aus Deutschland geflohen, um den Verfolgungen im Dritten Reich zu entkommen. Er selbst war überzeugt, dass der Nazi-Spuk im gebildeten Deutschland nicht ewig dauern könne und harrte in Dresden aus. Wie durch ein Wunder überlebten er und seine Frau Eva die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945. Und wie durch ein Wunder blieben seine Tagebücher erhalten, in denen er all seine Alltagsbeobachtungen festhielt und so den Zivilisationsbruch in Deutschland dokumentierte.

 

Nun wollten die Nachfahren der Geschwister Victor Klemperers das wieder aufgebaute Dresden kennen lernen, das Grab von Eva und Victor Klemperer besuchen und endlich die Tagebücher einmal im Original sehen. Aus sieben Ländern waren sie deshalb für ein Wochenende nach Dresden gereist, aus den USA, Uruguay, Spanien, Schweden, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz.

 

Dr. Peter Klemperer (Neffe Victor Klemperers) und weitere Familienmitglieder betrachten Dokumente der NS-Zeit aus dem Nachlass ihres berühmten Vorfahren.

 

Der Rektor der Technischen Universität Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, und Bibliotheksdirektor Prof. Thomas Bürger begrüßten die illustre Schar im Vortragssaal der SLUB, der Älteste 86 alt, der Jüngste 13 Jahre jung. Am Vorabend hatte sich viele erstmals kennen gelernt – und waren über Nacht zu einer fröhlichen Familiengesellschaft zusammengewachsen. Neugierig auf die Stadt, auf die Universität und die Bibliothek, neugierig auf die Spuren ihrer Vorfahren waren sie nun endlich beisammen. Stephan Klemperer, ein Großneffe Victor Klemperers, begrüßte die Familie und stellte die Verwandtschaft vor.

 

Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen erinnerte in seinem Grußwort an den Professor für romanische Philologie der damaligen Technischen Hochschule Dresden und an eines seiner bekanntesten Bücher, "LTI", in dem Klemperer die Sprache des Dritten Reiches untersuchte und entlarvte. Bis heute ist die TU Dresden Victor Klemperer verbunden und verleiht jährlich die Victor Klemperer-Urkunde an die besten Absolventen der Geisteswissenschaften. Die Nachfahren interessierten sich darüber hinaus und ganz besonders für die dynamische Entwicklung und die heutige Internationalisierung der Universität.

 

Thomas Bürger erläuterte kurz die Entwicklung der Bibliothek seit Klemperers Zeiten und las einige Passagen aus seinem Tagebuch vor. Am 3.12.1938 hatte er notiert: "Gestern Nachmittag auf der Bibliothek der Ausleihbeamte…: ich solle doch mit ihm in das hintere Zimmer kommen. So hatte er mir vor einem Jahr das Verbot des Lesesaals angezeigt, so zeigte er mir jetzt das gänzliche Verbot der Bibliothek, also die absolute Mattsetzung an. Aber es war anders als vor einem Jahr. Der Mann war in fassungsloser Erregung, ich musste ihn beruhigen. Er streichelte mir immerfort die Hand, er konnte die Thränen nicht unterdrücken…" Klemperers Tagebücher bestechen durch ihre Präzision und große menschliche Empathie. Obwohl er der Zerstörung Dresdens seine Rettung verdankte, war er der erste, der die Zerstörung der Stadt beklagte.

 

Als 1995 die Tagebücher der Jahre 1933 bis 1945 unter dem Titel "Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten" veröffentlicht wurden, bewegten sie die ganze Welt und wurden in fast alle Sprachen übersetzt. Nun konnten die Nachfahren der Familie Klemperer die Originale in die Hand nehmen. Beeindruckt und interessiert blätterten die jungen Familienmitglieder in den dicht beschriebenen Seiten und bewunderten die saubere Handschrift ihres Urururonkels. Ein lang gehegter Wunsch der Neffen Victor Klemperers wurde wahr.

 

"So geballte Aufmerksamkeit wie heute bekamen die Tagebücher Victor Klemperers noch nie", so Prof. Thomas Bürger, "doch genau das ist Teil unserer Aufgabe als Bibliothek. Und so etwas wie heute ist ein bewegender Moment, für den sich all´ unsere Mühe lohnt", so Bürger weiter.