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Kategorie: Ausstellungen

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Wichtig ist "Der eigene Antrieb". Design und Kultur in Pillnitz

Es kommt nicht oft vor, dass eine neue Ausstellung innerhalb von drei Tagen von sieben verschiedenen Menschen empfohlen wird, bevor sie überhaupt eröffnet ist. Das Dresdner Kunstgewerbemuseum trifft offenbar gerade mehr als einen Nerv. Zum Saisonstart am 30. April 2016 zeigt das Museum in Schloss Pillnitz unter dem Titel „Der eigene Antrieb — oder wie uns das Rad bewegt“ Fahrraddesign und Fahrradkultur.

 

Der eigene Antrieb – Ausstellungssignet (SKD)

 

Was liegt für uns näher, als zum Saisonstart hier einmal mehr für die Sammlung historischer Tourenbücher und Radfahrerkarten zu werben, die in der SLUB und immer mehr europäischen Bibliotheken digitalisiert wurden und werden.

 

Auch in New York. Dort wurde 1898 dieses kleine Europareisehandbuch herausgegeben und später in der University of California digitalisiert: "Why not cycle abroad yourself? What a bicylce trip in Europe costs, how to take it, how to enjoy it, with a narrative of personal tours, illustrations and maps."

 

Ein zeitloser Buchtitel! Der eigene Antrieb ist demnach wohl eine Natur- und Kulturkonstante des Menschen, nicht erst ab 30. April in Dresden.

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95 Originalhandschriften der Reformation – Online-Ausstellung

Wie sah Luthers Handschrift aus? Was hat ihn und seine Weggefährten bewegt? Sind die 500 Jahre alten Dokumente noch verstehbar, sind sie überhaupt noch von Bedeutung?

Bis zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 stellen wir jede Woche Reformationsquellen online jeweils eine Originalhandschrift aus unserem Fundus vor: reformation.slub-dresden.de.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel protestiert und eine umfassende Reformation von Kirche und Staat ausgelöst. Wie kaum ein anderer hat der Mönch und Seelsorger, der Rebell und Reformer die Welt verändert. Theologie und Kirche, die deutsche Sprache, die Medien, die Musik, Bildung und Kultur, die politische Ordnung in Deutschland und Europa und sehr viel mehr hat Martin Luther grundlegend reformiert. Wie Kolumbus und Kopernikus zählt Martin Luther deshalb zu den Begründern unserer „Neuzeit“. 

Luther hatte mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen, einem leidenschaftlichen Reliquiensammler im Geiste der katholischen Kirche, einen frühen Beschützer und Förderer gefunden. Aber erst nach zwei Jahrzehnten harter Auseinandersetzungen konnte 1539 die Reformation in ganz Sachsen durchgesetzt werden. Die 1556 im Dresdner Schloss gegründete kurfürstliche Bibliothek sammelte seither in großem Umfang Zeugnisse des Reformators, darunter mehr als 2000 reformatorische Flugschriften. Luthers Handschrift seiner Vorlesungen über die Psalmen aus den Jahren 1513 bis 1516 wurde Ende 2015 als ein Schlüsseldokument der Reformation in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Alle digitalisierten Dokumente werden zu einer digitalen Bibliothek der Reformation zusammengefügt. Im Oktober 2017, zum großen Jubiläum, werden die Originalhandschriften in der Schatzkammer der SLUB präsentiert werden.

 

Link zur Online-Ausstellung: reformation.slub-dresden.de

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Ausstellung Gebrauchsgraphik 1924-1944. Eine Zeitschrift als Schaufenster zur Werbewelt

Werbe- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts in der SLUB: Mondäne Damen und gestählte Sportler, kühne Designs und moderne Anmutung – die schillernden Werbeikonen der Weimarer Jahre sind längst Teil unseres visuellen Gedächtnisses geworden. Die Ausstellung „Gebrauchsgraphik 1924–1944. Eine Zeitschrift als gedrucktes Schaufenster zur Werbewelt“ lässt die berühmten Bilder  wieder aufleben. Sie sind eingeladen zur Ausstellungseröffnung am 9. März, 19 Uhr in den Vortragssaal, 1. OG.

 

Die Schau entstand vor dem Hintergrund des 90-jährigen Bestehens der Zeitschrift „Gebrauchsgraphik“. Die seit 1924 herausgegebene "Monatsschrift zur Förderung künstlerischer Reklame" berichtet über herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Grafikdesigns  und gilt als eine der bedeutendsten Quellen der Werbe- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Herbert Bayer, A. M. Cassandre, Ludwig Hohlwein, E. McKnight Kauffer, Georg Salter und viele andere hatten in der "Gebrauchsgraphik“ ihren Auftritt. Auch fotografische Arbeiten von John Heartfield, Sasha Stone, El Lissitzky oder Martin Muncasci wurden präsentiert.

 

Neben umfangreichen, überwiegend schwarzweißen Abbildungen der Entwürfe zu allen Arbeitsgebieten der Gebrauchsgrafik enthalten die Hefte eine Vielzahl eindrucksvoller, bunter Beilagen, die die Leistungsfähigkeit des damaligen Druckgewerbes unter Beweis stellen. Auch Prägedrucke oder verschiedene Papierqualitäten und –farben sind anhand dieser Proben erfahrbar.

 

In Kooperation mit der Universität Erfurt und dem Münchner Stiebner-Verlag, in dessen Haus die Zeitschrift „novum“ als Rechtsnachfolger der alten „Gebrauchsgraphik“ bis heute erscheint, hat die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) alle 240 Ausgaben der Zeitschrift digitalisiert und erschlossen. Auf der Plattform www.illustrierte-presse.de stehen ab Ausstellungsbeginn alle Hefte online zur Verfügung.

 

Die von Prof. Dr. Patrick Rössler, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Erfurt, kuratierte Ausstellung ist vom 10. März 2016 bis zum 16. Juni 2016 täglich von 10-18 Uhr im Buchmuseum der SLUB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Zu Ausstellung und Digitalisierungsprojekt erschien ein gleichnamiges Buch zur Geschichte der Zeitschrift, das unter anderem Inhaltsangaben und Künstlerregister für alle Hefte enthält.

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Führung durch Buchkunst-Ausstellung mit Matthias Flügge

Am Donnerstag, 17. September, 17 Uhr, führt Matthias Flügge, Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden, durch die Ausstellung „Unerreichte Übertragung. Dieter Goltzsche: Blätter zur Literatur“. Flügge war 1968 für kurze Zeit Schüler Goltzsches, mit, wie er selbst meint, überwältigendem Misserfolg. Umso größer ist seine Bewunderung für den Berliner Künstler, dessen Buchillustrationen aus 50 Jahren in einer repräsentativen Übersicht präsentiert werden können.

 

Goltzsche hatte Mühe, in den gleichgeschalteten Verlagen der DDR seine Arbeiten zu platzieren. Wie es ihm dennoch gelang, Bücher von Schnitzler bis Arno Schmidt, von Celan bis Sarah Kirsch mit der ihm eigenen ironisch-kritischen Distanz und Jean Paul´scher Fabulierlust buchkünstlerisch zu gestalten, wird Matthias Flügge erläutern.  

 

Matthias Flügge führt durch die Ausstellung nicht nur als Experte, sondern spricht auch als Wegbegleiter und Freund über seine persönlichen Begegnungen mit Dieter Goltzsche. Treffpunkt ist 17 Uhr im Buchmuseum, der Eintritt ist frei.    

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'Wahnhaftes Erfinden' im DrePunct: Die technischen Visionen des Karl Hans Janke

Hochfliegende Raumfahrt-, Atom- und Automatisierungsvisionen revitalisierten seit den 1950er Jahren die Popularisierung von Zukunftstechnik. Selbst die Psychiatrische Landesanstalt Hubertusburg blieb von diesen Zeitströmungen nicht unberührt:

 

Karl Hans Janke (1909–1988) entwarf in den fast vier Jahrzehnten, die er in Wermsdorf wegen "chronisch paranoider Schizophrenie" verbrachte, tausende Fahr- und Flugzeuge, Raumschiffe und Triebwerke, Energiekonzepte und elektrische Geräte. Der begabte Zeichner und Konstrukteur bastelte zahlreiche Modelle und arbeitete an einer alternativen Entwicklungsgeschichte des Menschen, die er in seine Kosmologie einbettete. Dazu hielt er Vorträge und korrespondierte mit Betrieben und staatlichen Stellen.

 

Ausstellungseröffnung am 18. November 2014, 17 Uhr

 

In ihrem Janke-Archiv verwahrt die Deutsche Fotothek etwa 3500 Digitalisate der Janke-Zeichnungen und produziert daraus auf Anfrage hochwertige Drucke. Die studentische Ausstellung "Wahnhaftes Erfinden: Die technischen Visionen des Karl Hans Janke", die ab morgen im DrePunct der SLUB gezeigt wird, nutzt diesen Fundus. Sie wurde im Sommersemester 2014 im Rahmen eines Praxisseminars am Institut für Geschichte der TU Dresden erarbeitet und will Schlaglichter auf das faszinierende Werk Karl Hans Jankes werfen. Dabei soll die Breite seines Schaffens deutlich werden und weniger nach der Umsetzbarkeit technischer Ideen gefragt, als vielmehr auf die zahlreichen Anregungen hingewiesen werden, die Janke aus seinem Dialog mit einer Gesellschaft bezog, die ihn ausschloss.