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Web-Geschichte: Von der Sonntagsschule zur Digitalen Stickerei

Historische Textilfachliteratur mit Spitzen, Stickereien und Dekoren aus der ehemaligen Webschule in Reichenbach wurde im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms digitalisiert und steht nun online zur Verfügung.

 

 Französische Dekore aus historischer Textilfachliteratur

 

Als wirtschaftliches, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum Westsachsens verfügt Zwickaus höhere Bildung über eine lange Tradition. Schon die erste Blütezeit der Stadt durch den Silberbergbau in Schneeberg führte im 15. Jahrhundert zur Gründung einer damals weithin bekannten Griechisch- und Lateinschule. Durch die Erschließung der Zwickauer Steinkohlevorkommen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Region rasch zu einem bedeutenden Industriezentrum. Dazu trug auch die durch August Horch gegründete und bis heute ansässige Automobil- und deren Zulieferindustrie entscheidend bei. Heute bietet die Westsächsische Hochschule Zwickau eine breit gefächerte Palette von Studienmöglichkeiten auf den Gebieten Technik, Wirtschaft und angewandte Kunst. Sie beherbergt unter ihrem Dach rund 5000 Studierende in 40 Studiengängen und 160 Professoren an neun Fakultäten.

 

Doch auch die Außenstellen der Hochschule blicken auf eine langjährige Geschichte zurück. So wurde 1830 in Reichenbach die Sonntagsschule gegründet, aus der die Höhere Web- und später die Textilfachschule hervorgingen, während sich in Schneeberg die Königliche Spitzenklöppelmusterschule etablierte. Erst in den frühen 1990er Jahren wurden die beiden Textilfachschulen als Außenstellen an die Westsächsische Hochschule angebunden.


In der Kollektion Historische textiltechnische Fachliteratur finden Sie nun die umfangreichen Bestände, die im Laufe des vergangenen Jahres in der Außenstelle Reichenbach der Westsächsischen Hochschule Zwickau digitalisiert wurden. Darunter befinden sich zahlreiche bunt illustrierte Mappenwerke mit Spitzen und Stickereien, Webmustern, französischen Dekoren sowie japanischen Stoffmustern. Das Projekt startete im vergangenen Jahr mit der Aufbereitung der bibliographischen Metadaten und führte über die Scantechnik zur Präsentation der Digitalisate im Katalog bis hin zu deren Langzeitarchivierung.

 

Als ersten Erfolg der Digitalisierung verbucht die Hochschulbibliothek bereits eine intensivere Nutzung der Bestände für die Forschung. Als weiteren Projekterfolg nennt sie die neu gewonnene Transparenz des historischen wissenschaftlichen Altbestandes, der nun orts-, zeit- und personalunabhängig nutzbar sei. Über die regionalen Zugriffe durch die sächsischen, insbesondere die vogtländischen Industrie-, Volkskunde- und Heimatmuseumsvereine hinaus stehen die Zeugnisse sächsischer Industriekultur nun auch weltweit frei zur Verfügung. Dies erhöht die Außenwirksamkeit der Hochschule sowie der Region insgesamt und fördert die Wirtschaft und den Tourismus. Die Bibliothek selbst profitiert von der Langzeitarchivierung ihrer kostbaren Bestände, die durch das Landesdigitalisierungsprogramm ebenfalls gewährleistet wird.

 

Mögen sich die zukünftigen Modedesigner und Textilingenieure, die heute an der Westsächsischen Hochschule Zwickau studieren, von den digitalisierten historischen Bestände inspirieren lassen und in Anlehnung an die Tradition neue Materialien, Muster und Stoffe entwickeln!

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