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Bibliotheken als Inspirationsorte für Geschäftsideen und Ausgründungen? Das Beispiel SLUB

In der Bürgeruni hat Jens Bemme eine interessante Frage formuliert: "Entwickeln Bibliotheken aus ihrer Arbeitspraxis heraus Ideen, Methoden und allgemein Kompetenzen, die im weitesten Sinne transferfähig wären - im Extremfall als Geschäftsmodell"?

 

Diese Frage habe ich mir offen gestanden noch nie gestellt. Für die SLUB lässt sie sich aber aus zwei Gründen durchaus bejahen: Ein Grund ist sehr unerfreulich, der andere sehr erfreulich und angesichts des unerfreulichen auch ziemlich erstaunlich.

 

1. Der unerfreuliche Grund und seine Auswirkungen

Die SLUB hat innerhalb weniger Jahre 113 Planstellen oder 28% ihrer Personalausstattung verloren. Ein vergleichbarer Fall ist aus keiner zweiten großen deutschen Bibliothek bekannt. Um die Abbauvorgaben zu erfüllen, haben wir die Betriebsorganisation komprimiert, die Automatisierung unserer Geschäftsgänge beschleunigt und ein umfassendes Outsourcing betrieben. Im Rahmen dieses Outsourcing sind wir inzwischen in Bereichen angekommen, die nirgends sonst bisher zur Debatte standen. Entsprechend gab es für die angestrebten Leistungen auch bislang keine Dienstleister. Beispiel: Outsourcing der Freihandbereichsverwaltung. Inzwischen bietet eine GmbH, zunächst im Wege eines Pilotprojekts, für uns und für Sie zu einem festgelegten Preis einen sehr guten Service an.

 

2. Der erfreuliche Grund

Um auch im elektronischen Zeitalter für Sie die zentrale Anlaufstelle für Information und Medien zu sein und zu bleiben, haben wir uns trotz Personalabbaus mit Hilfe von Drittmitteln in zentralen Zukunftsfeldern engagiert. Gegenwärtig betreiben wir z.B. eines der leistungsfähigsten deutschen Digitalisierungszentren für Kulturgut in öffentlicher Hand. Auch im Bereich der Bildmedien segelt die SLUB ganz vorne mit. In solchen Segmenten entstehen regelmäßig neue technisch-organisatorische Anforderungen, die wir mit ProjektmitarbeiterInnen und jungen Firmen gemeinsam lösen: Stoff für neue Geschäftsmodelle und Ausgründungen. Eine Übersicht über unsere laufenden Projekte finden Sie hier. Künftig gilt es, die Zusammenarbeit mit der TU Dresden und anderen Einrichtungen zu intensivieren. Ein Forum wie Dresden exists bietet dazu eine gute Plattform.

 

Zum Weiterlesen

Jens Bemme, Achim Bonte, Frank Pankotsch: Erfolgreich entwickeln und gründen mit Bibliotheken In: BIS - Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen 7(2014)2, S. 124-125

15 Kommentar(e)

  • RalfLippold
    19.01.2010 08:10
    Stadtbibliothek Chemnitz im Tietz - Gastgeber des WebMontags #wmc02

    ... was ganz anderes bietet in Chemnitz die Stadtbibliothek, http://twitter.com/SBChemnitz. Gestern fanden sich ca. 70 Besucher vom WebMontag ein, auch aus Dresden waren einige angereist;-)

    Das Café der Bibliothek stand mit freiem WLAN-Zugang für die Gäste bereit, zwei kurze Vorträge zu digitaler Bibliothek und Microblogging in Unternehmen bereiteten den Boden für gute Gespräche.

    Es war schön zu sehen und live zu erleben, was möglich wird, wenn der entsprechende Rahmen gegeben ist.

    Die SLUB hat die besten Voraussetzungen auch in diesem Bereich das Zepter der Innovation in Dresden zu übernehmen;-)

    Was Bibliotheken weltweit so unternehmen, um neue Betätigungsfelder zu ergründen und Kunden zu begeistern sieht man hier:

    http://twitter.com/#/list/RalfLippold/bibliotheken

    Schöne Grüße

    Ralf Lippold

    PS.: Gerne auch bei Vorbereitungen einer ähnlichen Veranstaltung wie in Chemnitz dabei

  • RalfLippold
    06.01.2010 23:55
    Spannend welche Ideen zur Bibliotheksnutzung man in den USA bereits hat

    http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=122252297&sc=emaf

    .... da wäre mit Sicherheit auch in Dresden so manches möglich. Als kleine Experimente von Freiwilligen ohne großen Aufwand. Mit relevanter Fragestellung und Einladung entsprechender Personenkreise könnte ich mir das auch an der SLUB sehr interessant und bereichernd vorstellen.

    Schöne Grüße zum Neuen Jahr

    Ralf Lippold

  • RalfLippold
    14.10.2009 18:26
    OpenAccess am 22.10.

    http://open-access.net/fileadmin/oa_week/Revolution_der_Wissensverwertung.pdf

    ...eine spannende Veranstaltung, begreifen wir sie -als Nutzer- als Chance :-)

    • Ralf Lippold
      04.01.2010 16:00
      ... was Bibliotheken der Welt bereits so in der Zukunft forschen

      http://twitter.com/RalfLippold/bibliotheken

  • RalfLippold
    10.09.2009 14:54
    Future of the Library

    Hallo in die Runde,

    inzwischen etwas ruhiger geworden, manche sind noch im Urlaub, andere warten gespannt, was sich noch so tut.

    http://search.twitter.com/search?q=%23occdd

    Gerne auch in der SLUB im gemeinsamen Gespräch beim Mittagessen oder Kaffee mit Bibliothekskollegen und Interessierten Entrepreneurs, Intrapreneurs und TeamEntrepreneurs sowie Studenten mit Flausen im Kopf.

    Auch kurzfristig, z.B. in zwei Wochen möglich - immer wieder Mittwochs;-)

  • Achim Bonte (SLUB)
    31.08.2009 08:35
    @ Zukunft der Bibliothek

    Hallo Ralf Lippold,

    auch am Morgen nach der sächsischen Landtagswahl ist das ein prima Hinweis. Das Thema "Was wird Bibliothek in etwa zehn Jahren sein?" und "Welche Bibliothek wollen wir/Sie?" wollten wir ohnhin demnächst hier eröffnen. Zum "SLUB-Innovationsstammtisch" gibt es bereits drei Meldungen hier im Blog. Auch das sollten wir also weiterverfolgen. Vielen Dank für die regelmäßige Bereicherung dieses Blogs!

  • RalfLippold
    29.08.2009 21:50
    Future of the Library

    Guten Abend,

    am Vorabend der sächsischen Landtagswahl hier ein Grund einmal über den Ärmelkanal zu schauen:

    http://tonybgoode.tumblr.com/post/174758246/every-town-has-a-public-library

    Das ginge mit Sicherheit auch in SLUB in Dresden - bei der Innovationskraft und Kreativität, die ich in den letzten Jahren hier in Sachsen gesehen und erlebt habe (und beständig weiterhin tue) ein Leichtes;-9

    Grüße

    RalfLippold

    PS.: Quelle zu obigem http://groups.google.com/group/coworking/browse_thread/thread/bb7eb12d01bf605b?hl=en#

  • RalfLippold
    28.08.2009 12:00
    SLUB - Inspirationsort für neue Ideen

    Hallo Herr Bonte,

    vielen Dank für den Beginn dieser spannenden Gespräche, welche Rolle die SLUB (und auch andere Bibliotheken in dieser Stadt, im Verbund) spielen können.

    Wie wäre es mit einem SLUB-DresdenInnovation Treff (monatlich)? Ich bin mir sicher, dass so mancher große Gedanke unter dem abgehängten "Himmel" im Lesesaal gesponnen wird und lediglich ein wenig Feuer von anderer Seite bedarf.

    SLUB als "Gründerschmiede" - sicher nicht (wie bereits Jens Bemme schrieb)

    SLUB als "Gründerfeuer und Innovationsbeschleuniger" - mit Sicherheit

    SLUB als Ort der Zu(sammen)kunft von Studenten, Dresdnern, Unternehmern, Touristen (Freunde von mir sind immer hoch begeistert, wenn ich sie durch die "heiligen Hallen" führe) - die Zukunft (wo in der deutschen Bibliothekslandschaft gäbe es Vergleichbares?)

  • bigbug21 (Peter)
    27.08.2009 08:29
    "Stammtisch"

    Eine gute Idee. Warum nicht? Zum Anfang des Semesters, abends in der Biblounge?

  • Achim Bonte
    26.08.2009 22:14
    @ SLUB als Ort der Ideen

    Hallo Herr Bemme,

    vielen Dank, ich seh´s wie Sie! Nicht von ungefähr war die SLUB ja auch dieses Jahr bereits "Ort der Ideen" (am 22. Februar). Wer diese Kampagne noch nicht kennt: http://www.land-der-ideen.de

    Was den Stammtisch angeht. Einen virtuellen haben wir mit diesem Blog. Bei breiterem Interesse gelegentlich einen realen einzurichten, ist sicher auch kein Problem. Wir nehmen aus dieser Diskussion mit, dass wir noch öfter mit Ihnen laut nachdenken, d.h. auch noch eventuell "Unreifes" hin und wieder hier platzieren wollen ...

  • Jens Bemme
    25.08.2009 22:16
    (k)ein "Buchstabenmuseum"

    Herr Bonte, danke für Ihre Antwort!

    @ Wie findet man eine gemeinsame Plattform?
    Ich denke, das ist nicht schwer. Ein monatlicher SLUB-Stammtisch muss es vielleicht nicht gleich sein (obwohl ein kühles Getränk auf Ihrer Wiese sicher gut tut...) - aber ein paar offene Treffen im Jahr, bei denen wir und andere (z.B. Nutzer) informell über Bibo-Themen und Naheliegendes schwatzen können, bieten Gelegenheiten für Vieles.

    Anknüpfend an meine Eingangsfragen und Ihre Antwort: Ich vermute, die SLUB kann ein produktiver Ort sein, wenn es darum geht StudentInnen für eigene (Geschäfts)Ideen und -modelle zu begeistern. Gerade auch in textlastigen Berufen ist die Zahl der freischaffend Selbständigen hoch. Möglicherweise finden diese Studenten in den Räumen einer Bibliothek einen einfacheren Zugang zur Frage "Wie geht das: Gründen und Selbständigkeit?" als sonst. Das kann Robert Langer von Dresden exists besser einschätzen als ich!?

    Die SLUB ist kein Buchstabenmuseum und wird sicher keine "Gründerschmiede". Aber als Ort, aus dem Ideen und Geschäftsmodelle nicht nur rausgetragen, sondern vertieft und verfeinert werden, könnte sich die SLUB mit Unterstützung von Partnern profilieren.

  • Achim Bonte (SLUB)
    25.08.2009 18:09
    @ Beginn oder Ende der Reise?

    Hallo Robert Langer,

    vielen Dank für den Beitrag. Zu Ihren konkreten Fragen:
    1. Unterschiedliche, externe Perspektiven interessieren uns immer. Besonders interessant ist das in der Phase der Projektanbahnung und Konzepterstellung für neue Dienste und Werkzeuge. Auch lernen wir gern völlig neue Ansätze zur Erreichung eines wünschenswerten Ziels kennen. Häufig verhindert freilich der Faktor Zeit umfassendere Abstimmungen. Auch die ständig wachsende Spezialisierung (Wie findet man eine gemeinsame Plattform?) macht Fortschritte anstrengend
    2. Wir haben in den letzten Jahren Thesen zur künftigen Entwicklung der Bibliotheken und eine klare Strategie entwickelt, die wir konsequent umzusetzen versuchen. Dieser Punkt ist so wichtig, dass er nicht in einem Kommentar verschwinden soll (außerdem schreibe ich darüber besonders gerne ;). Daher dazu demnächst mehr. Kaum eine andere Kultur- und Bildungseinrichtung wandelt sich aktuell so rasch wie die Bibliotheken ...

  • Achim Bonte (SLUB)
    25.08.2009 17:58
    @ Open access

    Hallo Dietrich Hermann,

    Sie sprechen uns aus der Seele! Im Blog wurde das Thema bislang auch schon zweimal ausführlicher behandelt, s. "Warum Open access?" und "Qucosa. Der kurze Weg zum Doktorhut". Mit www.qucosa.de haben wir eine Publikationsplattform für Wissenschaft und Forschung in Sachsen. Diese räumliche, institutionengebundene Perspektive muss mit fachlichen intelligent verknüpft werden. Daran arbeiten wir aktuell in verschiedenen Netzwerken. Hinweise sind gerne willkommen.

  • Robert Langer
    25.08.2009 11:18
    Beginn oder Ende der Reise?

    Hallo Herr Bonte,

    es freut mich, dass die SlUB die extern an sie gestellten Herausforderungen als Chance begreift. Und offensichtlich lassen sich dadurch ja auch Kompetenzen aufbauen, von denen man vorab noch gar nicht wusste, dass sie a) überhaupt in der Organisation schlummern und b) wie positiv sie auf die Gesamtorganisation zurückwirken können.

    Zwei Fragen bewegen mich in diesem Zusammenhang: 1) Sehen Sie denn die Möglichkeit, andere Interessierte in diese Prozesse mit einbinden zu können, um vielleicht von neuen und anderen Sichtweise zu profitieren und / oder noch andere spannende Felder zu erschließen?

    Und 2) steht die SLUB eher verblüfft vor den Ergebnissen und haben diese sich im Laufe der Zeit "eben so" entwickelt oder haben Sie von Beginn an eine bestimmte Strategie verfolgt, die jetzt ihre Früchte trägt?

    Letztlich begrüße ich die Entwicklung sehr (so unerfreulich sie im Auslöser auch ist!), da sie zeigt, wie auch große Organisationen flexibel, kreativ und proaktiv auf unangenehme Umweltveränderungen reagieren können und letztlich das Beste daraus machen. So einiges an Ideen hätte ich noch, aber da ist das Web dann vielleicht doch der falsche Ort zur Diskussion! ;-)

  • Dietrich Herrmann
    25.08.2009 11:15
    Open Access-Portal

    Ich habe jahrelang an der TU an Forschungsprojekten gearbeitet. Dabei haben wir einerseits jede Menge Publikationen produziert, Dissertationen, Habilitationen oder Tagungsbände. "Produziert" heißt, dass wir in der Regel die Manuskripte mit enormem Aufwand selbst druckfertig machten, so dass die Verlage die gelieferten PDF-Dateien nur noch an die Druckerei weiterliefern mussten. Dennoch erhielten die Verlage oft Druckkostenzuschüsse in vier-, gelegentlich auch fünfstelliger Höhe, und das aus öffentlichen Mitteln. Gleichzeitig bestellten wir - wiederum mit öffentlichen Mitteln, nicht selten bei den gleichen Verlagen, richtig teure Bücher, Dissertationen, Habilitationen und Tagungsbände - produziert von anderen Forschergruppen, ihrerseits vermutlich gestützt mit Druckkostenzuschüssen aus öffentlichen Mitteln.
    Dies ist keine Unterstützung mehr von Wissenschaft, das ist die plumpe Subvention von Wissenschaftsverlagen.
    Was mir vorschwebt, ist ein Open-Access-Portal für wissenschaftliche Publikationen. Die Kooperation mit den Fachverbänden der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen soll Qualitätskontrolle sichern, gleichwohl hat das Portal kein Monopol, d.h. jeder Autor, jede Forschergruppe könnte wie bisher ihre Ergebnisse dort veröffentlichen, wo sie möchte. Das Bereitstellen der Dokumente dürfte nicht prohibitiv teuer sein (manche Verlagskonzerne wollen für das Bereitstellen von Open-Access-Dokumenten vierstellige Summen!), sondern eher symbolisch.
    Mir ist bewusst, dass ein solches Portal (oder mehrere solcher Portale) eine Anschubfinanzierung braucht. Da würde ich mir Unterstützung durch die Fachverbände bzw. die DFG wünschen; schließlich ließe sich mit einem solchen Modell von Open Access-Portalen eine Menge Geld sparen, die sonst für Druckkostenzuschüsse verschwendet werden.
    Es wäre schön, die Bibliotheken als Fachleute der Bibliographie mit einzubinden für weitere Ideen, die hier mal noch nicht verraten werden sollen ;-)

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