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Das Auge des Arbeiters. Arbeiterfotografie & Kunst – Ausstellungseröffnung in Zwickau

In Momentaufnahmen "von unten" belichtet die Ausstellung "Das Auge des Arbeiters" Arbeiterfotografie & Kunst um 1930 bis 3. August 2014 im Max-Pechstein-Museum der Kunstsammlungen Zwickau. Die Eröffnung findet am morgigen 23. Mai, um 17 Uhr statt.

 

 

Rund 200 Fotografien lenken den Blick auf bisher kaum wahrgenommene Akteure im Spannungsfeld zwischen privater Medienkultur und linker Propaganda: Arbeiter, Handwerker und Kleinbauern, die um 1930 ihre Lebenswelt fotografierten. Mit ihrem Alltag bildeten sie soziale wie politische Konflikte ab – und trugen damit zu deren agitatorischer Inszenierung in der Parteipresse bei. So erweisen sich die Amateuraufnahmen vom Beginn der Medienmoderne als Vorboten sowohl der DDR-Fotokultur als auch der heutigen Bilderflut des Internets.

 

Die Deutsche Fotothek ist in der Ausstellung mit rund 70 Aufnahmen von Kurt Beck, Hans Bresler, Kurt Burghardt, Erich Meinhold, Richard Peter sen. und Kurt Winkler vertreten. Acht großformatige Totenbilder von Richard Peter sen. werden eigens in einer Installation im Kuppelsaal des Museums präsentiert.

 

In der Ausstellung treten die Arbeiterfotografien in einen Dialog mit Malerei und Grafik der Neuen Sachlichkeit und des Kritischen Realismus. Ein Mittler zwischen den Welten war der Betonbauer Albert Hennig (1907–1998). Er wagte 1932 am Dessauer Bauhaus den Sprung vom proletarischen Amateurfotografen zum "Reklamemann". Als Künstler zu arbeiten, sollte ihm jedoch erst sehr viel später gelingen. Die Kunstsammlungen Zwickau bewahren Hennigs ebenso umfangreichen wie außergewöhnlichen Nachlass – darunter über 400 erstmals katalogisierte Fotografien, die im Archiv der Fotografen der Deutschen Fotothek online recherierbar sind. Eine Auswahl ist in der Ausstellung zu sehen.

 

Die Ausstellung gastiert bis 3. August in Zwickau, von August bis Oktober im Käthe-Kollwitz Museum Köln und ab März 2015 im Stadtmuseum Dresden.

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