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Revolution der Wissensverwertung? Workshop der SLUB zur Internationalen Open Access Woche

Unter Beteiligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und aller großen deutschen Forschungseinrichtungen finden von heute bis zum Freitag weltweit Veranstaltungen zum Thema "Open Access" (OA) statt. Gemeinsames Ziel ist,  für den freien Zugang zu wissenschaftlicher Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und praxisnah zu informieren. Unter verschiedenen Aspekten haben wir OA hier im Blog bereits mehrfach thematisiert (s. z.B. 30.07.)

Der aktuelle Beitrag der SLUB zur Aktionswoche findet am

Donnerstag, 22.10., von 10 bis 18 Uhr im Vortragssaal der SLUB

statt. Unter der Überschrift "Revolution der Wissensverwertung?" wollen wir mit WissenschaftlerInnen , Studierendenden und InformationsexpertInnen Gründe und mögliche Gegengründe für OA beleuchten, Rechtsfragen behandeln und konkrete Werkzeuge für OA-Publizieren vorstellen.

Gemäss unserem Vorsatz, das komplexe Thema möglichst anschaulich zu vermitteln, können Sie mit uns um die Mittagsstunde auch Ihre Dokumente (Aufsätze, Preprints u.ä.) direkt in unseren OA-Server Qucosa einpflegen. Das komplette Programm der Veranstaltung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Alle Veranstaltungen zur Aktionswoche und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der zentralen Informationsplattform open-acces.net. Sehr empfehlen möchten wir auch eine aktuelle Broschüre der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen.

4 Kommentar(e)

  • René
    16.01.2010 05:56
    Fototheksbilder in Wikimedia Commons

    Dr. Bove zeigte sich gegen Ende seines Vortrages etwas irritiert, dass Fototheksbilder auf Wikimedia Commons, die Traktoren zeigen, in Traktorenkategorien einsortiert werden.

    Nach den drei W-Kriterien (Wer/Was ist abgebildet? Wo ist das Foto entstanden? Wann (Stichwort historische Karten) ist das Werk entstanden?) lassen sich Bilder hervorragend einordnen, selbst wenn meist nur ein oder zwei dieser W-Fragen beantwortet werden können.

    Bei den Traktoren (wie auch bei anderen Nutzfahrzeugen) kommt hinzu, dass es sich durchweg um historische Fahrzeuge handelt, die heute nicht mehr Stand der Technik sind. Will man ein Foto (beispielsweise für einen Artikel) machen, gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: Bei einem Kleinbauern gammelt ein Traktor vor sich hin oder man geht auf Veranstaltungen, in denen historische Nutzfahrzeuge im Blickpunkt stehen und fotografiert blitzblankgeputzte Maschinen. Keins von beiden entspricht der Wirklichkeit, wie sie "damals" war.

    Als Beispiel möchte ich die http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fortschritt_ZT300 anführen, die mit der ZT-30x-Reihe das Arbeitstier vieler LPGen der 70er und 80er zeigt. Vor dem Bundesarchiv-Upload gab es gerade einmal ein Bild, das zeigte, wie ein ZT 300 aussieht. Der Traktor steht in einer Garage und bei genauem Hinschauen erkennt man darunter eine Blechwanne, weil der Motor undicht ist. Dank des Bundearchivs gibt es eine Vielzahl von Bildern, die den ZT 300 bei verschiedensten Feldarbeiten zeigen. Mein persönlicher Favorit ist http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-1985-0828-025,_LPG_Gamst%C3%A4dt,_Abr%C3%A4umen_von_Stroh.jpg mit beiden Türen geöffnet, denn so habe ich den ZT 300 kennen gelernt. Das genau war in der Realität, wie die Fahrzeuge wahrgenommen wurden.

    Ähnlich wie mit den Bundesarchivbildern verhält es sich mit den Fototheksbildern, die schwerpunktmäßig jedoch wesentlich mehr DDR-LKW und -PKW als -Traktoren aufweisen.

  • RalfLippold
    23.10.2009 15:05
    ...Reflexion Toyota vs. Bibliothek

    Hm, das mit der öffentlichen Wahrnehmung und Toyota ist mir inzwischen bewusst. Auto und privatwirtschaftlich drängt die Gedanken beim Lesen in eine bestimmte Ecke (sicher verständlich, und nachvollziehbar)

    Eigentlich geht es schlicht um "gute Konzepte" und deren Adaption auf öffentliche Prozesse (am Beispiel einer sich in die Öffentlichkeit progressiv öffnenden und innovativ zeigen Bibliothe, der SLUB). Dass Toyota das Konzept, das übrigens zu großen Teilen aus europäischen Wurzeln stammt, in einem privatwirtschaftlichen Kontext verwendet sollte uns nicht davon abhalten, nach anderen Verwendungsfeldern zu suchen. Offensichtlich hat sich das Konzept während der vergangenen Jahrzehnte bewährt und zeigt auch Potential für den öffentlichen Bereich:-)

    Ein entscheidender Punkt von Lean Thinking (ich möchte Lean Production bzw. Lean Management hier ausdrücklich nicht mit einschließen!) ist die Werterstellungsorientierung aus Kundensicht. Wie kann dieser Wert erstellt werden, mit dem geringsten Ressourceneinsatz?

    Einen Abbau von Personal im Zuge der Effizienzverbesserung nimmt Toyota nicht vor, und sollte man auch bei Lean-Umsetzung nicht vornehmen.

    Durch die Effizienzsteigerung gelingt nämlich eine Zeiteinsparung für die Mitarbeiter, die sich für effektivere Lösungen für die Verbesserung des menschlichen Lebens (und hier ist es das der Bibliotheksbenutzer) umsetzen lässt.

    Wirtschaftlich muss auch eine Bibliothek arbeiten, und so ist es unbenommen, ob der Eigentümer der Staat oder jedoch Privatpersonen sind.

    Vielen Dank für den Buchtip, der ein ganz neues Licht auch auf mein Verständnis von Lean Thinking und dessen Verknüpfung in das reale Wirtschaftsleben werfen wird.

    Schöne Grüße und ich bin dankbar für die Anregungen

    Ralf

  • Torsten
    23.10.2009 14:19
    Toyota?

    Mmm... als ich las: "was Toyota kann, ... können Bibliotheken auch...", wurde mir irgendwie seltsam. Trotz (oder wegen?) des Lächelns mit dem es geäußert wird.

    Denn erstens scheint mir, dass Toyota im Unterschied zur SLUB ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist - warum sollte eine öffentliche Einrichtung Konzepte der Privatwirtschaft übernehmen? Weil es chick ist?
    Und zweitens würde ich mir von Seiten der Vertreter einer Bibliothek wünschen, sich über solche Rationalisierungsleitbilder wie die der "lean production" auch ein bisschen reflektierter zu äußern.

    Zur Einstiegslektüre kann ich dazu empfehlen: Brigitte Aulenbacher (2003) Rationalisierungsleitbilder – wirkmächtig, weil machtvoll und machbar. In:
    Geideck, Susan ¬[Hrsg.]¬ - Sinnformeln : linguistische und soziologische Analysen von Leitbildern, Metaphern und anderen kollektiven Orientierungsmustern. Und im selben Band: Tilla Siegel: Denkmuster der Rationalisierung.

    Der Band steht in der SLUB unter EC 3765 G312

    Ansonsten sehe ich, platt gesagt, die Gefahr, dass "Open Irgendwas" seinen versprochenen Beitrag zur "Revolutionierung der Wissensverwertung" leistet aber im Prinzip nichts zur Verbesserung menschlichen Lebens beiträgt.

  • RalfLippold
    23.10.2009 08:48
    ...neue Wissenssuchvereinfacher

    Besonders http://bibsonomy.org/ war gestern eine geniale Sache.

    Ließe sich auch wunderbar für die Dokumenten(such)verwaltung bei großen Unternehmen mit vernetzten Standorten und große Institutionen wie Stadtverwaltungen nutzen.

    Nicht alles was auf den ersten Blick nur eine Anwendung erlaub oder zeigt (hier die Bibliotheksanwendung) ist nicht auch für andere umfassendere Bereiche anwendbar:-)

    Schön, wieder was gelernt zu haben und auch im Bibliothekswesen (und darüber hinaus auch in Unternehmen) steckt "Lean Thinking Musik". Was Toyota in der Autoproduktion kann, können auch Bibliotheken (ganz anders und doch genauso:-))

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