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Wassergeschädigte Handschriften wieder lesbar

 

Infolge der Zerstörung des Japanischen Palais im Februar und März 1945 wurden zahlreiche besonders wertvolle Handschriften durch Wasser und nachfolgenden Schimmelbefall schwer geschädigt. Ausgelaufene Farben, ausgewaschene Tinten und Abklatsch benachbarter Seiten machten Vieles unlesbar.

Mit Hilfe hochauflösender Multispektralfotografie ist es Dr. Gregory Heyworth, Direktor des Lazarus Project an der University of Mississippi, und seinen Mitarbeitern beim Aufenthalt vom 29.06. bis zum 10.07.2015 in der SLUB gelungen, verblasste Partien ausgewählter Handschriften wieder lesbar zu machen. Damit wurden entscheidende Grundlagen für die Neuedition seltener Texte gelegt, wie etwa der nur in zwei Handschriften überlieferten mittelalterlichen französischen Dichtung „Les Eschéz d’Amours“ oder eines im 9. Jahrhundert geschriebenen Kommentars zum Matthäus-Evangelium im Codex Boernerianus.

Solche Erfolge auch bei Musikhandschriften von Dittersdorf und Heinichen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich von Handschriften, die mit den Methoden der Restaurierung physisch nicht wieder herstellbar sind, mit Hilfe digitaler Verfahren wenigstens die Text- und Bildinformationen möglichst vollständig zurückgewinnen lassen.

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