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Orte der Politik: Wie politisch sind unsere Kultureinrichtungen?

Versuch einer ersten kurzen Zusammenfassung nach 14 Tagen Henry Arnhold Dresden Summer School 2016:

 

Zum vierten Male förderte Henry Arnhold, 1921 in Dresden geboren und seit 1942 in New York lebend, eine gemeinsame DRESDEN-concept-Summer School von Technischer Universität (TUD), Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Deutschem Hygiene-Museum (DHMD), Militärhistorischem Museum (DMD) und SLUB.

 

Angesichts der politischen Zerrissenheit in Europa und insbesondere in Dresden lag das Thema "Orte der Politik – Kulturinstitutionen im gesellschaftlichen Diskurs" fast auf der Hand. Haben die Kultureinrichtungen und Schulen angesichts von Demagogie und Populismus versagt? Welche Aufklärungs- und Wirkungsmöglichkeiten haben sie? Können sie künftig besser zur zivilen Streitkultur und politischen Bildung beitragen? Und führen sie auch innerhalb ihrer Institutionen Gespräche über ihre gesellschaftlichen Aufgaben und ihre Verantwortung? Diese und ähnliche Fragen stellten die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der zwei Wochen sich selbst und allen beteiligten Einrichtungen.

 

In den Veranstaltungen der SLUB stand die Digitalisierung und Präsentation relevanter Informationen im Internet, speziell der digitalen Präsentation von NS-Quellen, im Vordergrund.

 

Nachmittags berichtete Othmar Plöckinger (Salzburg), einer der Herausgeber der kritischen Edition von "Mein Kampf", über das gelungene Experiment, dieses tabuisierte Propagandabuch innerhalb von sechs Jahren zu edieren und zu kommentieren. Die SLUB und das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. (HAIT) diskutierten mit den Teilnehmern ihr neues Angebot, die letzte deutsche NS-Zeitung "Der Freiheitskampf", die bis zum Tag der Kapitulation am 8. Mai 1945 in Dresden gedruckt wurde und von völkischer Überlegenheit und ehrenvollem Endsieg schwadronierte, an elektronischen Leseplätzen in der SLUB und im HAIT zugänglich zu machen.

 

Museen und Bibliotheken sind motiviert und aufgerufen, angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Aggression ihre Angebote zu interkultureller und politischer Bildung zu verstärken. Wird es ihnen aber auch zeitnah gelingen, zu einer zivilen und offenen Streitkultur mehr als bisher beizutragen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School aus vier Ländern, die zusammen mit den internationalen Ehrengästen am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vor der Frauenkirche angepöbelt wurden, wollen die Entwicklungen beobachten und wiederkommen.

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