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B!SON-Community erarbeitet Grundlagen für freien Open-Access-Empfehlungsservice

Am 20. September 2021 fand ein erster B!SON-Workshop statt, an dem Teilnehmende aus verschiedenen Forschungseinrichtungen über die Anforderungen des B!SON-Tools diskutiert haben. Ein Workshop-Bericht im SLUBlog.

Was ist B!SON?
B!SON steht für „Bibliometrisches und Semantisches Open Access Recommender Netzwerk“. Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich ein digitaler Empfehlungsservice für Open-Access–Zeitschriften, der von der TIB Hannover und der SLUB in enger Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern DOAJ und OpenCitations sowie vielen nationalen Praxispartnern in einem Netzwerk entwickelt wird.

Was sind die Ziele des Projektes B!SON?
Wer einen wissenschaftlichen Artikel veröffentlichen möchte, steht vor der Qual der Zeitschriftenwahl. Aktuell (Stand September 2021) gibt es weit über 16.000 Open-Access-Zeitschriften. Ziel des Projektes B!SON ist es, Forschenden die Auswahl fachlich geeigneter Open-Access-Zeitschriften zu ermöglichen. Der Empfehlungsservice bietet Forschenden die Möglichkeit, über eine Weboberfläche Teile ihres Manuskriptes inklusive ihrer Referenzlisten einzugeben. Auf dieser Basis berechnet das System, dank innovativer KI-basierter Verfahren, inhaltlich passende Zeitschriftenvorschläge. Dabei werden den Forschenden für jede vorgeschlagene Zeitschrift zusätzlich die wichtigsten Zeitschrifteneigenschaften angezeigt, um eine finale Auswahl zu erleichtern.

Wie soll B!SON aussehen?
Um zu erfahren, was sich Wissenschaftler:innen wünschen, d.h. welche Zeitschrifteneigenschaften sie für die finale Auswahl sehen möchten, wurde vom B!SON-Projektteam eine Umfrage bei Wissenschaftler:innen durchgeführt (wir berichteten hier).  Teilgenommen haben Personen aus ganz Deutschland mit unterschiedlichster Erfahrung und aus nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen. 

Ein zentrales Ergebnis ist, dass Forschende Veröffentlichungen bei sogenannten Predatory Publishern unbedingt vermeiden möchten. Predatory Publisher sind Verlage, die die Prinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis nicht einhalten. Da diese „Raubverlage“ sehr geschickt agieren, sind sie z.T. schwer von seriösen Verlagen zu unterscheiden und hier wünschen sich Wissenschaftler:innen Unterstützung.

Viele Open-Access-Zeitschriften finanzieren sich über Artikelbearbeitungsgebühren. Entsprechend ist es vielen Befragten wichtig zu erfahren, wie teuer die Veröffentlichung ihres Artikels ist und ob diese Kosten über die Universitätsbibliotheken (wie bspw. die SLUB) finanziert werden können. Diese Informationen kann B!SON durch standortspezifische Anpassungsmöglichkeiten seines Empfehlungsservice ermöglichen. Hierdurch können Bibliotheken im Empfehlungsservice anzeigen, von welchen Zeitschriften die Artikelbearbeitungsgebühren finanziert werden.

Wir haben die Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach den Wissenschaftsdisziplinen der DFG-Fachsystematik, bereits frei verfügbar gemacht. Wer sich diese näher anschauen möchte, findet die vollständigen Ergebnistabellen hier.

Erster B!SON-Workshop

Diese und weitere Ergebnisse hat das B!SON-Team am Montag, den 20.09.2021 im Rahmen des ersten B!SON-Workshops vielen verschiedenen Praxispartnern des Projektes präsentiert. Unsere aktive Community ist schnell in die Diskussion verschiedenster Themenschwerpunkte eingestiegen. Weiterhin haben die Teilnehmenden in interaktiven Sitzungen Vorschläge für die Gestaltung der B!SON-Website erarbeitet. So wurden Darstellungen der vom Empfehlungsservice vorgeschlagenen Zeitschriften als Liste und als Diagramm entworfen. Beispiele hierfür finden Sie in den Abbildungen. B!SON wird in einem Netzwerk entwickelt und lebt von der Partizipation der nationalen und internationalen Praxispartner, deren Input im Projekt verarbeitet wird. Der erste B!SON-Workshop hat bereits wichtige Anregungen für die Entwicklung des Empfehlungsservice gegeben und weitere Workshops werden folgen.

Für weitere Informationen zu B!SON besuchen Sie unsere Website oder folgen Sie uns auf Twitter.

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