1. SLUB Dresden
  2. SLUBlog
  3. Beitrag

Beitrag

Ansichten: 148 Permalink

SLUB-Tipp: Wenn Bücher ihre Geschichte erzählen könnten...

...dann hätten einige von einem sehr bewegten, dramatischen "Leben" zu berichten. Doch oftmals bekommen genau diese Werke, die nicht mehr "schön" sind, nicht die Aufmerksamkeit, die es ihnen eigentlich zu zollen gälte.

In der aktuellen Ausstellung "Museum of Untold Stories", die derzeit im Japanischen Palais in Dresden stattfindet, schenkt man nun genau diesen, oft übersehenen Objekten, Beachtung. Weniger, indem man sie ausstellt, sondern vorrangig, indem man ihre Geschichte erzählt. Denn manchmal sind es erst die kleinen und gr0ßen Begebenheiten um die Dinge, die diese interessant werden lassen. So basiert das "Museum of Untold Stories" auf Geschichten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mit Ausstellungsobjekten unterschiedlicher Art und Herkunft erlebt haben. 81 individuelle Geschichten wurden so zusammengetragen, darunter eine, die auch die Historie der SLUB und ihrer Bestände nachzeichnet.

 

"Nr. 17 - Das Japanische Palais und die Bücher" lautet der Titel der Geschichte von Gilbert Lupfer, Leiter der Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation in den SKD,  die er in diese Ausstellung eingebracht hat.

In Vitrine 16 wird sie veranschaulicht: Bücher mit fehlenden Einbänden, Ruß auf den Seiten, angebrannten und verkohlten Rändern. Es sind im Krieg durch Feuer bzw. Wasser zerstörte Werke, die einst aus der Ruine des Japanischen Palais geborgen werden konnten. Tausende von Büchern wurden damals in jener Bombennacht im Februar 1945 vollständig zerstört und gingen verloren - einige konnten gerettet werden. Diese eindrucksvollen Zeugnisse sind noch heute im Bestand der SLUB. 2018 kommen nun einige von ihnen noch einmal an den Ort zurück, wo einst die kurfürstliche Landesbibliothek (1786-1945) ihren Sitz hatte und in jenen Raum, in dem sie 1945 beinahe zerstört worden wären.

Deutlich sind auf ihnen beispielsweise die Bucheignerzeichen der Privatbibliotheken von Heinrich von Bünau und Heinrich von Brühl zu sehen, die im 18. Jahrhundert für die damals noch kurfürstliche Bibliothek erworben wurden. Brand-, Schmutz und Wasserschäden, ja sogar eine Glasscherbe von zersprungenen Fenstern kam zum Vorschein. Viele dieser Bände waren im Keller des ehemaligen Bibliotheksgebäudes untergebracht. Zwar hatten sie zunächst die Bombenangriffe überstanden, waren dann aber dem Wetter schutzlos ausgesetzt, weil die Kellerfenster durch den Luftdruck der explodierenden Bomben zersplittert waren.

Nr. 17 – Die Geschichten von 16 Büchern, die Teil der Geschichte der SLUB sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zur Ausstellung: Museum of Untold Stories (noch bis 26. August 2018), Japanisches Palais
Geöffnet: täglich 10 - 20 Uhr, So 10-18 Uhr, Montag geschlossen, Eintritt frei

0 Kommentar(e)

Kommentar

Kontakt

Kommentar

Absenden